zwei Experten, drei Expertisen

Alles über akustische Gitarren für Stahlsaiten

Moderator: RB

Ugorr
Beiträge: 92
Registriert: So Feb 21, 2010 9:45 pm

Beitrag von Ugorr »

Moin.
Ich kenne beide Geschäfte. Warst Du auch bei InSound in Kiel? Ob die sich Gibson leisten, weiß ich nicht. Die Vertriebsbedingungen sind tatsächlich grauselig. Was ich gerade am Musikmarkt mag: es steht da eigentlich kein Schrott. Man kann auch mal einen Anfänger hinschicken und der kommt mit ordentlichen Kram wieder nach Hause. Und wenn man mal da ist: Guckt Euch mal bei den Effektgeräten um, da liegen ein paar echte Perlen.
Und die Qualitätsmänge von G. kann ich bei E-Gitarren bestätigen. Ob das bei Akustikgitarren auch so ist, weiß ich nicht. Aber das PreisLeistungsverhältnis ist bei G. unter aller Sau. Kann man sogar auf der Musikmesse festellen. Preis Hui, Verarbeitung Pfui. Das können andere besser.
Gruß
Ugorr
PS: Wenn einer heute noch nix vorhat: HotAugustNight in Rendsburg, Kollunger str. Ich bestreite das Vorprogramm mit meinem Duo CrookedSmile und stehe dann am Pult bei http://www.4-way-street.de/
PPS: +1 für einen Besuch bei Zander!
Benutzeravatar
kwb
Beiträge: 675
Registriert: Mo Jan 22, 2007 9:05 pm
Wohnort: Weinheim

Beitrag von kwb »

Martins Musikkiste ist auch nicht weit.
Der hat aber hauptsächlich die beste Marke der Welt im Programm.
Ich würde mir diese mal genauer anschauen/anhören:
Martin D-18 Modell 2012 !
Ich habe die D-18V und die ist grandios (gleiches forward shiftet bracing, Vintage tuner, Tortoise Binding).
Hatte auch schon eine Hummingbird die ich an Elfer verkauft habe, die klang auch sehr gut - hatte Charakter.
Allerdings muss man bei Gibson schon sehr genau hinschauen. Die Verarbeitung ist teilweise richtig mies. Meist sind es Flecken und Einschlüße unter dem Lack und schief angeklebte bzw. nicht passgenaue Pickguards die quer über die Schalllochverzierung laufen.
Lakewood ist nicht mein Klang. Vielleicht gibt es ja irgendwann mal eine Traditional Serie die sich klanglich an den alten Vorbildern orientiert, dann würde ich vielleicht sogar eine kaufen.

Klaus
chevere

Beitrag von chevere »

Wie kommst Du denn bei Dreadnoughts ausgerechnet auf Hummingbird und Lakewood?
Hast du diese schon gespielt?
Weshalb willst Du Dir eine neue Gitarre kaufen?
Was hast Du denn jetzt?
Wieviel willst Du denn ausgeben von... bis...?
Wo ist die größte Auswahl in Deiner Nähe?
Wo könntest Du noch hinfahren und Erfahrungen sammeln?
Käme ein Gebrauchtkauf in Beracht?
Warum (oder eben nicht)?
Benutzeravatar
Pappenheim
Beiträge: 9431
Registriert: Mi Feb 24, 2010 7:26 pm
Wohnort: Gaweinstal, Niederösterreich
Kontaktdaten:

Beitrag von Pappenheim »

Es wurde eigentlich alles gesagt:
RB hat geschrieben:Bürgerliches Entsetzbuch
§ 1
Der Verkäufer hat das Recht, alle Waren mies zu machen, die er nicht im Sortiment hat.
:rotfl: :lol: :bide:

Und damit wurde es noch unterstrichen. Gibson hat eine extrem kleinhändlerfeindliche Vertriebs- und Werbepolitik. Verkauft ein Händler nicht eine Mindestzahl von XYZ Gibsons pro Jahr, kann er sich wieder hinten anstellen. Das Gleiche gilt für Werbung und Berichterstattung: Ich hab mal an die AKUSTIK-Gitarre einen Leserbrief geschrieben, warum Gibson bei denen nur in der Vintage-Abteilung vorkommt. Die Antwort war so verschwommen und kompliziert, dass ich sie hier garnicht wiedergeben mag. Das Fazit davon: Gibson ist schuld, weil die AG nicht deren Bedinungen erfüllt. Aha.
Joerga
Beiträge: 26
Registriert: Sa Apr 21, 2012 12:20 pm
Wohnort: Deutschland

Beitrag von Joerga »

chevere hat geschrieben:Wie kommst Du denn bei Dreadnoughts ausgerechnet auf Hummingbird und Lakewood?
Hast du diese schon gespielt?
Weshalb willst Du Dir eine neue Gitarre kaufen?
Was hast Du denn jetzt?
Wieviel willst Du denn ausgeben von... bis...?
Wo ist die größte Auswahl in Deiner Nähe?
Wo könntest Du noch hinfahren und Erfahrungen sammeln?
Käme ein Gebrauchtkauf in Beracht?
Warum (oder eben nicht)?
Dreadnought haut mich einfach vom Sound um, speziell eben die Hummingbird. Eine Lakewood habe ich bereits mal ein paar Wochen bei mir gehabt. Schöner Sound, gute Bespielbarkeit und ausgezeichnete Verarbeitung.
Ich bin bis jetzt Stromgitarrenspieler, mag aber immer mehr den Klang der Stahlsaiten - unplugged spielen ist jetzt aber auch kein adäquater Ersatz.
Bei Lebensmittelpunkt mitten in Schleswig-Holstein habe ich ein paar Möglichkeiten. Gebraucht bei guten Zustand ist natürlich eine Option, macht das Instrument ja nicht schlechter.
Freigabe bis zunächst eher bis 2000€.

Gruß
Jörg
Benutzeravatar
Orange
Beiträge: 6055
Registriert: So Dez 12, 2010 5:56 pm
Wohnort: Linz
Kontaktdaten:

Beitrag von Orange »

Nochmal zwecks Hummingbird, DER KOLLEGE HIER spielt auch eine Hummingbird. Also starkes Strumming steckt sie locker weg würde ich sagen.
Wenn ich solche Musik höre dann weiß ich wieder warum ich so auf Dreadnought´s stehe. :)

*gefällt mir*
Benutzeravatar
Pappenheim
Beiträge: 9431
Registriert: Mi Feb 24, 2010 7:26 pm
Wohnort: Gaweinstal, Niederösterreich
Kontaktdaten:

Beitrag von Pappenheim »

Jawoll ja, das ist exstremst kühles Strumming. Ich steh auf sowas. Mach ich auch selber.

Gefällt mir auch.
Benutzeravatar
Orange
Beiträge: 6055
Registriert: So Dez 12, 2010 5:56 pm
Wohnort: Linz
Kontaktdaten:

Beitrag von Orange »

Pappenheim hat geschrieben:Jawoll ja, das ist exstremst kühles Strumming. Ich steh auf sowas.
Auch wenn wir KT Tunstall mit dieser Gitti hier schon öfter hatten, immer wieder ein Leckerbissen. Was überlasse ich euch. 8)

Gibson Dreadnought, was sonst ... aber ihr Modell mit dem weißen Hummingbird-Form-Pickguard und den Star-Inlays gibt´s glaub ich
nur einmal auf der Welt, und das hat wohl sie. Custom Shop, oder ? Ich habe es schon öfter gesucht aber nie im InterNETZ gefunden.

Ist eh so ein "Elvis-Dove"-Verschnitt so wie es aussieht, da bekomme ich gleich Lust auf lautes Strumming, aber die Kleine schläft schon. :)
Joerga
Beiträge: 26
Registriert: Sa Apr 21, 2012 12:20 pm
Wohnort: Deutschland

Beitrag von Joerga »

Kaindee hat geschrieben:Nochmal zwecks Hummingbird, DER KOLLEGE HIER spielt auch eine Hummingbird. Also starkes Strumming steckt sie locker weg würde ich sagen.
Wenn ich solche Musik höre dann weiß ich wieder warum ich so auf Dreadnought´s stehe. :)

*gefällt mir*
Dem habe ich nichts hinzuzufügen. :lol:
Benutzeravatar
comandante
Beiträge: 194
Registriert: Fr Aug 27, 2010 7:46 pm
Kontaktdaten:

Beitrag von comandante »

Das hat jetzt nichts mit dem ursprüngliche thread zu tun, aber Frage @ Jane:
bin hier in der guten Lage Läden zu haben die beides anbieten.
Nur mal so aus Interesse, wenn man mal gucken will: welche sind das denn bzw wo sind die? Wie ich sehe, kommst Du aus Ulm, ich selbst aus dem Kreis GP. Nicht, das ich jetzt eine Gitte kaufen wollte, ich habe dieses Jahr schon 2 gekauft :roll:
Benutzeravatar
JaneM
Beiträge: 87
Registriert: Fr Dez 18, 2009 11:12 am
Wohnort: Senden

Beitrag von JaneM »

comandante hat geschrieben:Das hat jetzt nichts mit dem ursprüngliche thread zu tun, aber Frage @ Jane:
bin hier in der guten Lage Läden zu haben die beides anbieten.
Nur mal so aus Interesse, wenn man mal gucken will: welche sind das denn bzw wo sind die? Wie ich sehe, kommst Du aus Ulm, ich selbst aus dem Kreis GP. Nicht, das ich jetzt eine Gitte kaufen wollte, ich habe dieses Jahr schon 2 gekauft :roll:
Station Musik in Jettingen hat beide. Reisser in Ulmhat Lakewood und Musikhaus Hermann in BC hat Gibson
Viele Grüße Jane

"Am Ende wird alles gut, wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende ..." (Oscar Wilde)
Benutzeravatar
Gitarrenhans
Beiträge: 332
Registriert: So Jun 05, 2011 1:29 pm
Wohnort: Schläfrig-Holzbein

Re: zwei Experten, drei Expertisen

Beitrag von Gitarrenhans »

Joerga hat geschrieben:Ich gehe ins Musikhaus Keller in Kiel: Keine Gibson Akustik, mit Gibson hätte er seine Probleme, richtig schlecht geworden.
Er bot mir eine Blueridge, vollmassiv aus Riopallisander an. Wohl eine der Letzten ihrer Art im Verkauf. Soll um Längen besser klingen als eine Hummingbird. Schade, konnte ich ja nicht vergleichen, weil keine H. im Verkauf.
Mönsch - einerseits von Fachleuten beraten lassen, andererseits ....
Was wisst Ihr denn zum Thema Gibson, Verarbeitung ... haben die in den letzten Jahren nachgelassen?
is ja lustig. Genau das gleiche hat man mir bei "Keller" auch über Martin Gitarren gesagt und mich an blueridge verwiesen. Scheint so ne Art "running-gag" zu sein. Da hilft nur wie schon mehrfach gesagt probieren, probieren, probieren... Die Rio-Blueridge habe ich auch schon angespielt. Klingt sehr schön kann aber mit meiner D-28 nicht mithalten 8) (finde ich zumindest...). Ich glaub "Zander" hat zumindest Lakewoods im Angebot. Muss man sich aber glaube ich vorher anmelden und einen Termin machen. Ansonsten würde ich mal nach HH fahren, da hat man direkt am Heiligengeistfeld gleich 2 Händler mit super Auswahl (und auf dem Weg dahin würde ich noch bei Martins Musikkiste vorbeischauen. Inkl. Kaffee und netter, unaufdringlicher Beratung. Vielleicht wirds ja doch ne Martin :-)) LG, Gitarrenhans
All I can do is be me, whoever that is. (Bob Dylan)
-------------------------
Benutzeravatar
wally
Beiträge: 1948
Registriert: So Dez 13, 2009 10:43 pm
Wohnort: NRW

Beitrag von wally »

Meine letzten Erfahrungen mit Gibsons waren:
Klappert.
Rasselt.
Scheppert.
Als ich sie aus den Halterungen nahm.
Da ich für nicht von mir verursachte Beschädigungen nicht verantwortlich gemacht werden wollte,
habe ich die drei Modelle erst gar nicht angespielt.
Ich habe sie sofort ungespielt wieder in die Halterungen gehängt.
Ich kann nicht sagen, ob die Gitarren im von mir vorgefundenen Zustand von Gibson ausgeliefert wurden,
oder ob diese Phänomene später zu Tage traten.
Das war im Herbst 2011.
Aber was heißt schon Gibson?
Die letzte D16, welche ich ausprobieren wollte, habe ich auch nicht gespielt.
Da waren so weißliche wie Pilzkulturen erscheinende Punkte auf der inneren Zarge am Unterbug.
Da hing auch eine D28. Klang nicht. Kein noch so kleines bisschen.
Also ich für meinen Teil bin ein für alle Male kuriert von
"Hersteller A macht XY und Hersteller B macht 545."
In irgendeinem Faden hieß es mal, dass man zehn Gibsons spielen müsse,
um an zwei gute zu geraten.
Und bei den Martins wären es angeblich drei bis vier von zehn, die gelungen seien.
Das bedeutet im Umkehrschluss,
dass zwischen 60 und 80% der Gitarren von Gibson und Martin als Ausschuss anzusehen wären. Echt?
Oder? Oder ist zwischen 60 und 80% Ausschussproduktion ein guter Wert?
Na ja, kommt auf den Chef an.
Normalerweise wäre bei solchen Werten ein Amoklauf des Chefs angesagt. Mit allem, was dazugehört.
Laufen die Chefs von Martin und Gibson Amok? Nö. Also alles ganz normal?
Also ist Martin gar nicht so ein toller Gitarrenhersteller aber immer noch besser als Gibson, oder?
Oder nicht? Es gibt gute und schlechte Martins, Gibsons, Taylors, Guilds, Lakewoods, Lowdens,
Larrivees, Yamahas, Ibanezens, Corts und was weiß ich wen noch. Ist auch egal. Denn:
Die Gitarren werden industriell hergestellt.
Was Serienstreuung genannt wird, hat wenig zu tun mit den Herstellernamen.
Es hat zu tun mit standardisierten Herstellungsverfahren und der Tatsache,
dass Holz ein lebendiger Werkstoff ist, und dem kann man industriell nicht wirklich gerecht werden.
Auch wenn die Industrie uns das Gegenteil erzählen will.
Als Kunde habe ich da nur eine Chance:
Den Herstellern kein einziges Sterbenswort zu glauben.
Denen bin ich sehr egal. Die legen Wert auf ihr Bankkonto. Und das sollen und müssen sie auch.
Ich mache da niemandem irgendwelche Vorwürfe.
Aber wie ich mich schütze, das darf ich sagen.
Wenn es die Hersteller nicht machen, müssen die Kunden es machen:
Jede Gitarre ist ein Unikat. Jede Gitarre ist einzigartig. Holz lebt.
Nie darf man vergessen, dass Holz lebt.
Es reagiert mit seiner Umwelt (Lufttemperatur und -feuchte).
Es dunkelt nach. Es verändert seinen Geruch.
Und eine Gitarre verändert ihren Klang entsprechend der Spielweise ihres Besitzers. Das ist doch toll.
Und das hat nichts zu tun mit dem Schriftzug auf der Kopfplatte.
Das hat damit zu tun, dass Holz lebt.
Benutzeravatar
Pappenheim
Beiträge: 9431
Registriert: Mi Feb 24, 2010 7:26 pm
Wohnort: Gaweinstal, Niederösterreich
Kontaktdaten:

Beitrag von Pappenheim »

Genau.
Joerga
Beiträge: 26
Registriert: Sa Apr 21, 2012 12:20 pm
Wohnort: Deutschland

Ich habs getan

Beitrag von Joerga »

Liebe Kollegen aus dem Forum,
ich schäme mich, freue mich und bin tierisch aufgeregt.
Ich habe bei ebay eine Gitarre ersteigert, alle guten Vorsätze und Vorschläge in den Wind gehauen und eine 1 J. alte Gibson Hummingbird Hertitage Sunburst ersteigert füt 1560 €. Sollte nur eine kleine Reparatur nötig sein (glaub ich nicht), ist das ein Schnäppchen.
Ich konnte nicht länger warten, mein limit ist bei der Versteigerung noch 200€ unterschritten worden.

Ich freue mich, habe aber auch ein wenig Angst!
Ich werde berichten, das gute Stück wird morgen abgeschickt.

Gruß

Jörg
Antworten