Saiten"hopping"

Alles über akustische Gitarren für Stahlsaiten

Moderator: RB

fingerstylist
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Re: Saiten"hopping"

Beitrag von fingerstylist »

spiele abwechselnd Zappas Willie the Pimp, Kraftwerks Tour de France und ein bisschen Spass muss sein von Roberto Blanco.
Ob Du das Medley wohl hier mal posten könntest? Ich würde es voraussichtlich lieben. :bide:
"Schön ist, was ohne Begriff als Gegenstand eines notwendigen Wohlgefallens erkannt wird."( I. Kant: Kritik der Urteilskraft )
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Rumble
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Re: Saiten"hopping"

Beitrag von Rumble »

Ich habe mal eine Gitarre sehr lange mit Charly Antolini beschallt. Da hatte ich mal eine nette Direktschnitt-Platte (Knock out)
Die klingt jetzt derart perkussiv, da kann man im Grunde nur noch drauf trommeln. :mrgreen:

Ok, der zweite Satz ist erfunden.... :whistler:

Eine Zeit lang war es ja mal echt hip die Dinger mit lustigen Geräten "einzuschwingen". Vereinzelt wird das auch heute noch betrieben. Auch bei E-Gitarren. Nun ja, es wird ja zumindest nicht schaden und der Verkäufer erklärt den hohen Preis damit, dass das Ding ja auch schon so richtig "eingeschwungen" ist. Habe ich selbst wirklich schon erlebt. Ich glaube, der Händler hat mich jetzt ein bisschen weniger lieb. :mrgreen:

Ich selbst habe zwar die (sehr subjektive) Erfahrung gemacht, dass ältere und gespielte akustische Gitarren manchmal schon ein bisschen "schwingungsfreudiger" sind, aber wie gesagt. Das ist bei mir "gefühlt so". Belegen könnte ich das auch nicht wirklich.

Im Grunde ist mir das heute aber auch alles ziemlich egal. Entweder die Dinger klingen so wie ich das mag, oder halt nicht. Da wohnen sie halt irgendwann nicht mehr hier.
Eine Gitarre zu haben ist besser als eine Gitarre zu brauchen.
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L1
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Re: Saiten"hopping"

Beitrag von L1 »

Im Grunde ist das doch so ähnlich wie beim normalen Einspielen. Viel und kräftig spielen, mit Frequenzen ... äh ... Stücken "quer durch den Gemüsegarten", das was man eben selbsbst gern spielt ... das wirkt manchmal Wunder ...

Wobei ich da zwei Arten beobachtet habe: Bei manchen Gitarren tritt ein guter Effekt schon nach relativ kurzer Zeit ein, dann wenn überhaupt wahrnehmbar nur noch wenig. Bei anderen scheint sich anfangs erst mal nur wenig zu tun, aber die Gitarre entwickelt allmählich sich über einen längeren Zeitraum.

Einen Fall hatte ich kürzlich beim Kauf einer relativ teuren Gitarre. Zunächst klang das Exemplar aus dem Lager obwohl sehr gut eingestellt deutlich schwächer als die im Laden ausgiebig getestete (durfte ich überraschenderweise nicht wie üblich direkt kaufen). Aber innerhalb von zwei Wochen, täglich kräftig gespielt, legte sie doch gewaltig zu und klingt jetzt wie sie soll. Ob sie sich noch weiter entwickelt ... mal sehen ...
Evtl. abzugeben: Kleine Steelstring (Einzelstück vom Gitarrenbauer), 1990er National Estralita Resonatorgitarre (das alte schlichte Design)
fingerstylist
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Re: Saiten"hopping"

Beitrag von fingerstylist »

Der "Meister " zum Thema!

yt- Tommy Emmanuel Talks Guitar String Care and Tuning
https://www.youtube.com/watch?v=HYEiiJKpfek
https://www.youtube.com/watch?v=YcJsFOk6Q3w

Er sagt, dass das Instrument sich an die spezifischen Frequenzen und den Zug dieser einen Saite gewöhnt. Der Klang wird dann mit der Zeit etwas eindimensional oder verliert an „Brillanz“ und „Komplexität“, selbst wenn man frische Saiten der gleichen Marke aufzieht.Um das Holz wieder „aufzuwecken“, wechselt er zwischendurch bewusst auf eine andere Marke oder einen anderen Saitentyp (zum Beispiel von seinen Standard-Martin-Saiten auf die Martin Retro Monel-Saiten).Tommy nutzt den Wechsel der Marken als strategisches Mittel, um das Holz „wachzurütteln“ und zu verhindern, dass die Gitarre klanglich in einen Trott verfällt. Er nennt das oft einen Weg, die Gitarre „alive and singing“ zu halten. Kurz: Wenn das Holz immer die exakt gleichen Zugkräfte und Schwingungsmuster bekommt, „schläft es ein“. Durch eine andere Legierung (z.B. Nickel/Monel statt Bronze) werden andere Frequenzen im Holz angeregt, was die Decke „aufweckt“.
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