Fingerstylegitarre versus Dreadnought

Alles über akustische Gitarren für Stahlsaiten

Moderator: RB

chevere
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Beitrag von chevere »

Lieber Pappenheimer, lies den Beitrag von RB und beantworte für Dich wahrheitsgemäß, vielleicht nicht öffentlich,- seine beiden o.g. Fragen.
Vielleicht kannst Du es ja nochmal überdenken.

Bestell, leih Dir oder teste doch einfach mal so eine 46er,47er oder 48er Gitarre und spiele sie in Ruhe und mit Muße und "Leiwandigkeit", oder wie das bei Euch heißt.
.Wenn Du spielst, was Du sonst auch so spielst, spürst Du den Unterschied bald.
... und dann weglegen , nachdenken, nochmal testen, weglegen, schlafen, testen weglegen, schlafen und erstmal die ertse GAS-Gier verdampfen lassen, bis Du es nicht mehr so wichtig ist und Du nicht auf Teufel komm raus eine neue Gitarre kaufen mußt.
Wenn Du dann , ohne diese ertse Gier und mit Vernunft und Gefühl entscheidest, handelst Du kontrolliert und bewußt.
Es ist nicht einfach, aber se geht....

_____________________________________________________-------
Ich war letztens bei Just Music und meine Favoritin war eine Stevens Dread(Fichte Palisander).
Eine sehr leicht zu bespielende Gitarre mit sehr schneller, punchig drahtiger Ansprache, dynamisch unkomprimierend und sehr leicht gebaut.
(Fast wie meine D-18GE Dread, nur etwas weniger Tiefbass und... Schnalz!)

Ich fand die Dread auch für Fingerpicken besser, als eine ebenfalls von Stevens geaute OM/OOO 14 Bünder, die zwar etwas fruchtig- lieblicher tönte, aber den von mir geliebten Punch und Bass nicht so hatte, wie die Stevens Dread, von Strumming gar keine Rede, beide 1-3/4 Nut Width.

Du kannst mit beiden flachzupfen, fingerzupfen und strummen.
Ansonsten... alles sehr tolle Instrumente, die Du da in die engere Wahl ziehst.
Lies bitte nochmal RBs Beitrag...mit der Zunge schnalzen und so weiter.

Merke: Wir haben Dich auch mit einer Gibson lieb! Auch ohne....

Servus!
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RB
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Beitrag von RB »

Die 1-3/4-Hälse von Martin mit "modified low oval" Profil sind doch sehr gute allround-Hälse, mit denen man alles machen können sollte. Das ist doch nur eine Frage des Trainings, behaupte ich hier einmal.

Überhaupt hat mich die Breite des Griffbretts von jeher wenig interessiert. Ich nahm das, was der Laden hatte und dachte nicht darüber nach. Ich verstehe, daß es vielen ab 42-41 mm abwärts unangenehm wird, das Problem der ungewollten Kollisionen und Dämpfungen steigt an. Aber 44-45 mm ist doch geradezu ideal für alle Lebenslagen. Ich behaupte, daß damit jeder, wirklich jeder in allen Stilen zurechtkommen sollte, die auf Stahlsaiten gespielt werden.

Warum haben Torres-Gitarren Griffbretter von 50 mm und mehr ? Die wußten es nicht besser, die Armen.
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Herigo
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Beitrag von Herigo »

na so einfach ist es nicht! es ist ein frage der individuellen ergonomie. ich habe sehr große hände, damit auch relativ dicke finger obwohl die hand schlank aussieht. ich könnte das was ich auf der nylon spiele nicht alles auf der steelstring spielen. da gibt es griffe im flamenco da würden die finger einfach die nachbarsaiten die ich mit spielen muss und klingen sollen, ungewollt dämpfen. trotzdem ist die OM-21 mit ihrem 1 3/4 griffbrett schon sehr gut zum zupfen geeignet solange es kein flamenco ist. es gibt techniken für die rechte hand, da braucht man platz, sonst geht es wirklich nicht so gut.

hier mal ein bild (link führt direkt zum bild, warum nicht hier angezeigt weiß ich auch nicht) von meiner linken hand.
http://konzertgitarre-forum.de/download/file.php?id=314
man sieht die doch ziemlich ungleichmäßige länge der finger, für den kleinen finger muss ich die hand extra verdrehen, das ungewollte dämpfen ist ein größeres problem als ein breiteres griffbrett.

trotz allem versuche ich immer auf jeder gitarre alles zu spielen, auch auf der 12saitigen, das ist die schwierigste nummer um überhaupt sauber zu greifen.
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Pappenheim
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Beitrag von Pappenheim »

RB hat geschrieben:Die Frage, warum man für Fingerstyle breitere Griffbretter haben sollte, hat mir auch noch keiner beantwortet.
Na ja, weils logischerweise bequemer ist. Wenn ich z. B. im A-Dur Akkord es geschafft habe, auf einem Griffbrett mit einem 43 mm-Sattel meine Würstelfinger sauber zu platzieren, dann ist ja das ganz nett, aber einen Hammer-on mit dem Ringfinger krieg ich dann einfach nicht mehr sauber hin. Und wie ich schon schrub, auf der 12-saitigen Furch mit abgenommenen Oktavsaiten und damit 6 Restsaiten bei einer Sattelbreite von 48 mm war das ein Traum, so leicht.
RB hat geschrieben:Die Frage, warum man auf einer Dreadnought-Gitarre nicht zupfen können soll, ebenfalls nicht.
Hab ich das behauptet? Ich hoffe nicht. Ich liebe die Dreadnought-Form. Nur Jumbo mag ich auch noch gerne, aber kleine Korpusgrößen mag ich überhaupt nicht. Dreadnought ist zum Zupfen klarerweise super geeignet, überhaupt wenn sie mehr als 43 mm am Sattel hat.
RB hat geschrieben:Wäre es nicht interessant, sich mit diesen Fragen einmal auseinanderzusetzen ? Oder ist Bildchen-Verlinken und vermeintlich kennerhaftes Zungenschnalzen wichtiger für die Wahrheitsfindung ?
Wir setzten uns doch gerade damit auseinander, oder nicht? Ist mir schon klar, dass diese Art der Wahrheitsfindung mehr bringt als "Bildchen verlinken", aber so ne Bildchen von solchen Schönheiten haben auch noch niemandem geschadet, oder?
Mischkin hat geschrieben:Mit schmalen Griffbrettern mache ich mehr Fehler. Ich komme mit Fingerkuppe oder Nagel der Greifhand an benachbarte Saiten an. Das dämpft den Ton oder erzeugt Klirren. Breiter geht da klar besser.
Geht mir ganz genauso.
berndwe hat geschrieben:Ich würde wirklich gerne erfahren warum eine Strumming-Gitarre ein anderes Griffbrett haben soll als eine für Fingerstyle. Mir fällt kein Grund ein. Ob ein Akkord auf einer bestimmten Gitarre sauber klingt hängt doch davon ab, ob die Geometrie des Instruments zur Anatomie des Gitarristen passt und nicht davon, ob ich Akkorde schrubbe oder zupfe?
Weils beim Strummen halt nicht so auffällt, wenn Du etwa bei A-Dur mit dem Zeigefinger ein wenig die A-Saite andämpfst. Beim Picken hört man das aber viel deutlicher heraus. Und eine Gitarre mit einem breiteren Griffbrett kann ja wohl auch eine Strumming-Gitarre sein.
wally hat geschrieben:Du spielst mit Deiner Martin auf einem 1 3/4 Zoll Griffbrett. (Martin Homepage). Das entspricht einem Maß von ca. 44,5 mm. Da bist Du also ca. 1,5 mm über dem "Standard" von 42,8 mm (1 11/16 Zoll).
Da hat Martin aber Quatsch geschrieben. Ich hab ein Maßband und ich hab Augen im Kopf. Es sind 43 mm (eher weniger, also 42,8 mm) Sattelbreite.
wally hat geschrieben:Leute, hier gehts um Gitarren. Da ist erlaubt was gefällt, basta. :)
:bide: :pro: :gute: - mitten ins Schwarze, Wally.
wally hat geschrieben:Habe die Ehre
Habe die Masern. :mrgreen:
chevere hat geschrieben:Bestell, leih Dir oder teste doch einfach mal so eine 46er,47er oder 48er Gitarre und spiele sie in Ruhe und mit Muße und "Leiwandigkeit", oder wie das bei Euch heißt. .Wenn Du spielst, was Du sonst auch so spielst, spürst Du den Unterschied bald.
... und dann weglegen , nachdenken, nochmal testen, weglegen, schlafen, testen weglegen, schlafen und erstmal die ertse GAS-Gier verdampfen lassen, bis Du es nicht mehr so wichtig ist und Du nicht auf Teufel komm raus eine neue Gitarre kaufen mußt.
Oh, kam das so rüber? Nein, auf Teufel komm raus muss garnix sein. Ich hab ohnehin genau das vor, das Du oben beschreibst, mit Testen und so. Und ich werde mir dabei Zeit lassen, keine Angst, das wird wieder eine lange, spannende Reise. :)
RB hat geschrieben:Überhaupt hat mich die Breite des Griffbretts von jeher wenig interessiert. Ich nahm das, was der Laden hatte und dachte nicht darüber nach.
Tja, das hab ich genauso gemacht und sehe das jetzt als einen Fehler, wenn auch einen nicht soooo großen. Ich habe mit der Gibson und der Martin zwei Dreadnoughts zuhause, und beide haben 43 mm am Sattel. Wenigstens eine davon hätte ich mit einem 48 mm-Sattel nehmen sollen. Das wär gescheiter gewesen. Aber hinterher ist man immer schlauer. Jetzt mag ich keine davon mehr hergeben, irgendwann kommt mal eine mit breiterem Griffbrett. Irgendwann, wie gesagt.
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Beitrag von mbern »

Pappenheim hat geschrieben: Weils beim Strummen halt nicht so auffällt, wenn Du etwa bei A-Dur mit dem Zeigefinger ein wenig die A-Saite andämpfst.

Dann hast du dir aber auch die falschen Schlaggitarren ausgesucht. Auch beim Schlagen ist es besser, wenn man keine Saiten mit den Fingern abdämpft.
Du sagst praktisch: "Für mich ist ein 43er Brett optimal, weil man beim Strumming nicht hört, dass ich einzelne Saiten abdämpfe ..." :?
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Pappenheim
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Beitrag von Pappenheim »

Also gut, ich korrigiere:

Weils beim Strummen halt nicht so auffällt, wenn ich, selten aber doch, etwa bei A-Dur mit dem Zeigefinger ein wenig die A-Saite andämpfe. Dennoch bin ich recht glücklich mit der Haptik meiner beiden Dreads, trotz der schmalen 43 mm; nur für feines, akzentuiertes Fingerping könnte ich mir vorstellen, dass ich mich auf einem etwas breiteren Griffbrett leichter tun würde und es bequemer hätte.

Besser so?
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Beitrag von Tripple xXx »

Das stimmt doch aber, beim Strummen hört man Fehler deutlich weniger als wenn ich was picke oder so.
Bei den Frauen ist das auch so, umso grösser umso handlicher :roll: aber mit kleinen gehts auch gut...
chevere
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Beitrag von chevere »

Herigo, Herigo, Deine Schiksalslinie gefällt mir gar nicht gut.
Mensch Pappe, hättest Duz seinerzeit mal meine SD-60 genommen, aber was soll`s, Du machst das schon.
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Herigo
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Beitrag von Herigo »

chevere hat geschrieben:Herigo, Herigo, Deine Schiksalslinie gefällt mir gar nicht gut.
das wird sich auf die hand beziehen, ich weiß nicht mal welche hautfalte das ist. denn, aberglaube bringt unglück! 8)
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Beitrag von chevere »

Siehste, so fängt es immer an. Erst zweifeln, dann das Unglück herbeireden.
pesu
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Beitrag von pesu »

Hi

"Die" allgemeingültige ideale Satttelbreite gibt es m.M.n. nicht.
Das ist eher eine Sache der Anatomie.
Ich komme bestens mit 43mm auch für Fingerstyle zurecht,
Allerdings genauso wichtig ist ein passendes Springspracing
am Steg.
Was die Korpusgröße betrifft, geht eine Dread natürlich
genauso, wie eine OM/000 etc.
aber
Dread ist auch nicht gleich Dread.
Was gut/sehr gut für Strumming ist, muß nicht ideal für
Fingerstyle sein und umgekehrt.
Speziell für Fingerstye finde ich pers. europäische
Gitarrenbauer/Hersteller passender als die Amis

pesu
mbern
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Beitrag von mbern »

pesu hat geschrieben: ein passendes Springspracing
am Steg.
Spring
sprace

Stringspacing?

Dasis aber auch kompliziert.
pesu
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Beitrag von pesu »

mbern hat geschrieben:
pesu hat geschrieben: ein passendes Springspracing
am Steg.
Spring
sprace

Stringspacing?

Dasis aber auch kompliziert.
erwischt
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RB
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Beitrag von RB »

Ich habe eine viel steilere These aufgestellt, als man hier erkennen will.

Die These lautet: Innerhalb menschenmöglicher Maße ist die sogenannte Ergonomie eine wohlfeile Ausflucht. Es gibt einfach zu viele Spieler mit großen, kleinen, langen, schmalen, breiten und kurzen Händen mit dicken und dünnen Fingern, Männer, Frauen, Kinder, dick und dünn, jung und alt, die auf gleichmaßigen Griffbrettern spielen. Interessanterweise gibt es ausgesprochen dickfingerige Leute, die auf beneidenswerem Niveau auf schmalen Griffbrettern spielen. Wenn mir dann einer erzählt, "44,5 mm ist mir zu wenig, ich brauche mindestens 45 mm", betrachte ich das mit einer gewissen Zurückhaltung.

Ich sehe schon, daß es Vorlieben gibt, aber spezifische Notwendigkeiten innerhalb von mehr als 42 mm bis 45 mm kann ich im Stahlseiten-Bereich nicht recht ausmachen.
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Herigo
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Beitrag von Herigo »

es gab auch nie die notwendigkeit etwas anderes als einen trabi zu fahren!
2meter5 oder einsfufzich, irgendwie haben sie alle reingepasst, reinpassen müssen.
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