Fingerstylegitarre versus Dreadnought

Alles über akustische Gitarren für Stahlsaiten

Moderator: RB

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clone
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Re: Fingerstylegitarre versus Dreadnought

Beitrag von clone »

BluesBro hat geschrieben:
Mi Feb 17, 2021 5:49 pm
eine ähnliche Alternative zur Martin 000-28 (Reimagined) mit sehr ähnlichem Halsprofil empfehlen?
Das ist nicht deine Frage, aber gibt es denn irgendetwas, dass dir an der Martin nicht gefällt? Ich meine, falls die im Grunde das ist, was du suchst....
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RB
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Re: Fingerstylegitarre versus Dreadnought

Beitrag von RB »

Solche Empfehlungen sind eine eher schwierige Angelegenheit. Im Grunde mußt Du dann irgendetwas mit einem Halsprofil haben, das dem "modified low oval" von Christian Friederich ähnelt. Die Auswahl an Herstellern und Korpusformen dürfte in diesem Bereich so groß sein, daß jetzt vielleicht eine Reihe von Instrumenten genannt werden, ob die aber zu Dir passen, wird sich nur durch Probieren feststellen lassen.

Ich habe zumindest mittlerweile festgestellt, daß die Breite doch zählt. Bei 45 mm herum geht es noch gut, aber wenn es breiter wird, komme ich an Grenzen. Dabei ist es weniger die Größe des Griffbretts im Verhältnis zur Größe der Hände, als vielmehr der Umstand, daß sich die seitlichen Abstände (von Saite zu Saite) sperrig anzufühlen beginnen. Zwischen 45 und 42 mm ist meine Wohlfühlzone.

Anonsten: Wie Clone schon sagt.
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RolfD
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Re: Fingerstylegitarre versus Dreadnought

Beitrag von RolfD »

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JazzDude
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Re: Fingerstylegitarre versus Dreadnought

Beitrag von JazzDude »

Das gewünschte Halsprofil dürfte jeder Gitarrenbauer dir direkt auf die Hand schmeicheln können. Wenn du dir eine bauen lassen willst, solltest du ein paar Sachen bedenken.
1. du kaufst die Katze im Sack. Daher ist es wichtig, dass du mit dem Gitarrenbauer eine gemeinsame Sprache sprichst, wenn es um Klangbeschreibungen geht. Optimal ist es natürlich, wenn du schon einige Gitarren von ihm in der Hand hattest, oder mindestens gut aufgenommen gehört hast. Wegen der Dimensionen kann man auch Referenzen zitieren, viele bieten auch an, bestimmte Halsprofile zu klonen.
weil ich mir hier individuelle Qualität und einen besseren Preis als bei den bekannten internationalen Marken verspreche
2. Individuelle Qualität, die wirst du wohl bekommen, ein "besserer Preis" ist wohl relativ, vor allem, wenn diu die Gitarre irgendwann mal verkaufen möchtest.
3. Wartezeit: die dürfte in den meisten Fällen zwischen 9 Monaten und mehreren Jahren liegen. Just sayin' :wink:

Ansonsten, Atkin, Rozawood und andere haben auch Martin-Clones im Angebot, auch auf dem Gebrauchtmarkt lohnt es sich hier zu schauen. Manchmal hat man Glück, und ein Anbieter wohnt um die Ecke.

[edit]Ja, Eastman bauen auch gute Gitarren (habe seit kurzem eine E 40D in sunburst), kommen aber nicht aus Europa.
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JazzDude
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Re: Fingerstylegitarre versus Dreadnought

Beitrag von JazzDude »

RB hat geschrieben:
Mi Feb 17, 2021 7:01 pm
Ich habe zumindest mittlerweile festgestellt, daß die Breite doch zählt. Bei 45 mm herum geht es noch gut, aber wenn es breiter wird, komme ich an Grenzen. Dabei ist es weniger die Größe des Griffbretts im Verhältnis zur Größe der Hände, als vielmehr der Umstand, daß sich die seitlichen Abstände (von Saite zu Saite) sperrig anzufühlen beginnen. Zwischen 45 und 42 mm ist meine Wohlfühlzone.
Für mein Gefühl hängt es nicht so an der Breite, sondern eher an der "Fleischigkeit" des Halsprofils. Wenn die Flanken gut ausgebaut sind, wird's bei mir auch schon bei 44mm unbequem, andere Hälse mit einem eher V-förmigen Profil sind auch bei 47 mm noch halbwegs bequem. Unter 44 geht gar nicht, zu wenig Platz zwischen den Saiten (Wurstfinger).
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Rumble
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Re: Fingerstylegitarre versus Dreadnought

Beitrag von Rumble »

Gibt es wirlich eine Fingerstyle-Gitarre?

Wenn ich mir typische Fingerstyler aus der "Maton-Szene" (a´la Tommy Emmanuel) anschaue, dann spielen die ja erstmal relativ zierlich Hälse.
Das scheint mir eher der Punkt zu sein. Der Hals im Sinne von Radius und Breite, sowie das Halsprofil.

Ich denke das ist bestenfalls abhängig von den Händen und natürlich auch von persönlichen Vorlieben. Bei sehr großen Paddeln mag man vielleicht etwas mehr Platz auf dem Griffbrett haben.Ob Dreadnought oder OM, oder was auch immer, ist doch eher eine klangliche Entscheidung. Bei mir bewährt sich seit vielen Jahren auch meine J-45 für alles recht gut.

Andere meiner Gitarre mit etwas breiteren Hälsen funktionieren für mich auch gut, da gibt es aber hingegen auch andere Einschränkungen. Auch wenn die dann weniger mit Fingerstyle zu tun haben. Ich mag es z.B, wenn ich einen (Gitarren) Hals mit Daumen und Zeigefinger noch am 5. und 7. Bund so umgreifen kann, dass sich die Fingerspitzen berühren können.

Auch wenn ich in dieser Runde hier ein vergleichsweise sehr schwacher "Fingerstyler" bin, so kann ich all das was ich spielen kann letztendlich auch fast alles auf meiner Tele oder Strat spielen. Da darf ich natürlich bei 09er oder 10er Saiten nicht so reinkloppen.

Meine Maton lässt sich am fluffigsten bezupfen. Das ist schon wirklich nett für so Fingertyle gespiele. Meine J-45 (und andere Gitarren) klingen akustisch anders und in meinen Ohren auch durchaus besser. Die Maton ist dafür am Amp extrem gut.

Früher dachte ich immer ich bräuchte eine gaaanz breiten Hals.
Das Gegenteil war der Fall.

Für alles was ich z.B. auf der Maton im Sinne von Fingerstyle NICHT hinbekomme ist sicher nicht die Gitarre verantwortlich. ;-)
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Rumble
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Re: Fingerstylegitarre versus Dreadnought

Beitrag von Rumble »

Nachtrag:

Wenn ich auf so manche gemeinsame Runde zurückblicke und mir z.B. vor Augen halte wer in Sendenhorst oder bei anderen Gelegenheite auf welchen (höchst unterschiedlichen) Gitarren äußerst ordentlich "gefingerstyled" hat, dann ist das eigentlich die Antwort. :whistler:
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Angorapython
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Re: Fingerstylegitarre versus Dreadnought

Beitrag von Angorapython »

Ich habe gerade für Fingerstyle-Sachen eine Gibson LG 2 3/4, also eine „Kindergitarre“ mit sehr schmalem und kurzen Hals, um neue Stücke einzuüben. Wenn die Fingerabläufe sitzen, kann ich dann zu größeren Gitarren greifen. Ein breiteres Griffbrett brauche ich nicht, 1 3/4 Zoll ist im Normalfall das breiteste, aber manchmal mag ich auch meine
00-21, die hat 1 7/8.
Zuletzt geändert von Angorapython am Do Feb 18, 2021 12:54 pm, insgesamt 1-mal geändert.
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HR
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Re: Fingerstylegitarre versus Dreadnought

Beitrag von HR »

Ich habe für mich auch eine "Fingerstyle"-Gitarre gebaut. Hals 46 mm breit und 660 mm Mensur (für offene Stimmungen). Ich habe geglaubt, dass das breitere GB präziser zu spielen ist; weniger Nebengeräusche, weil die Finger die benachbarten Saiten berühren. Stimmt aber für mich nicht wirklich. Man kann auch mit einer GB-Breite von 44,5 mm sauber spielen. Natürlich spielen da die anatomischen Gegebenheiten jeden einzelnen auch eine Rolle. Aber Franco Morone hat nun auch keine zarten Finger und spielt (so vermute ich) auch eine Standardbreite.
Für mich macht vielmehr die Korpusgröße den Unterschied. Ich muss die Gitarre angenehm umgreifen können, brauche für den linken Arm einen Freiraum. Das kann ich nur mit einer OM (oder kleiner) aber nicht mit einer D.
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string
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Re: Fingerstylegitarre versus Dreadnought

Beitrag von string »

Das kann ich nur mit einer OM (oder kleiner) aber nicht mit einer D.
Dieser (subjektiven) Meinung bin ich auch.
Eine etwas größere Halsbreite gibt jedoch den Fingern der rechten Hand etwas mehr Spielraum,
wenn man hauptsächlich Richtung Fingerstyle orientiert ist.
Beim strumming ist dann m. E. ein etwas breiteres Griffbrett eigentlich keine Erschwernis,
dann jedoch eher eine notwendige, etwas höhere Saitenlage.

Ich hoffe, ich konnte zum Erfahrungschaos ein wenig beitragen. :wink:

Gruß
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Sperris
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Re: Fingerstylegitarre versus Dreadnought

Beitrag von Sperris »

In wie fern ist bei einem breiterem Griffbrett eine höhere Saitenlage notwendig? Bitte um Erhellung.


Gruß Ralf
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Niels Cremer
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Re: Fingerstylegitarre versus Dreadnought

Beitrag von Niels Cremer »

Ich glaube er meint beim strumming vs. fingerpicking ... ?

LG,
Niels
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string
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Re: Fingerstylegitarre versus Dreadnought

Beitrag von string »

Ralph, da habe ich mich etwas missverständlich ausgedrückt.

Beim Fingerstyle ist eine niedrigere Saitenlage von Vorteil,
da weniger Druck mit der Greifhand auf die Saiten erforderlich ist,
was m.E. einem flüssigeren Spiel zugute kommt.
Vor allem, wenn man nicht die große Kraft in den Fingerchen hat.

Beim strumming erfolgt ja bedingt durch den Anschlag wesentlich mehr Druck auf die Saiten.
Somit würde es bei niedriger Saitenlage öfter mal „schnarren“.
Ich hoffe, dass ich es jetzt verständlicher formulieren konnte.

Gruß
Klaus
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Sperris
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Re: Fingerstylegitarre versus Dreadnought

Beitrag von Sperris »

Jau, jetzt verstehe ich was du meinst. Allerdings übe ich beim Strumming genauso viel Druck aus wie beim Fingerpicking, tendenziell eher weniger.

Gruß Ralf
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Re: Fingerstylegitarre versus Dreadnought

Beitrag von L1 »

Für mich (Fingerstyle, meist Blues 'n' Roots) war ein etwas breiteres Griffbrett und entsprechend breiterer Saitenabstand sowohl für die linke Hand als auch für die rechte Hand wichtig. Man will ja auch mal ordentlich reinlangen, es mal krachen lassen :wink:
"Irgendwie" komme ich zwar mit allen Breiten zurecht, aber eingependelt hat es sich im Lauf der Zeit auf 45 mm. Das ist meine Wohlfühlzone, da läuft es am entspanntesten und ist am wenigsten anstrengend wenn ich länger spiele.
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