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Kaufberatung Fingerpickingklampfe bis 2000€

Verfasst: So Jan 07, 2007 1:16 pm
von Bill
Hey Folks,


mich hat's Fingerpickingfieber nun endgültig gepackt! Meine einzige Westerngitarre, eine Martin D18L klingt zwar wundervoll, dennoch habe ich das Gefühl, dass sie sich für Plektrum und Rhythmusgitarrenspiel (wofür ich sie auch ursprünglich gekauft habe) besser eignet, als für das Fingerspiel. Zur Zeit spiele ich "Man with the green thumb" und die Basstöne, gerade die Terzen oder Quinten klingen zu laut, dunkel, matschig und undefiniert. Mit dem Plektrum hingegen klingt's toll - Ich vermute, meine Finger machen einfach nicht genug "Pfeffer", um die gitarre so richtig ins schwingen zu bringen, wobei ich eigentlich schon recht kräftig anschlage.

Ich suche also eine Fingerpicking Klampfe, die nicht zu dunkel klingt und etwas tightere Bässe und kräftige Höhen hat - vielleicht was mit Cutaway? Oder etwas kleinerem Body? Wäre ein größerer Saitenabstand eventuell zweckmäßig - Ich meine ich hätte sowas schon mal gehört? Welche Bodyform wäre empfehlenswert? Dreadnaught und Jumbo sind wohl eher für Strumming gedacht, oder?

Gibts bei Akkustikgitarren auch eine Kategorisierung nach Halsdicken? Oder gibt's verschiedene Mensuren? Ich hab nämlich ziemlich kleine Finger, etwas dünnerer Hals und tendenziell kürzere Mensur würde also nahe liegen.

Ich hatte an Lakewood gedacht, gibts sonst gute Alternativen? Gibts grundsätzlich empfehlenswerte Holzkombis? Mein oberes Preislimit ist 2000 €, mehr sollte es nicht kosten.

Ich hoffe, ihr könnt mit meinen Anforderungen und Fragen was anfangen 8)


Grüße und Dank im voraus,
Bill

Edit:
Was ich noch vergessen hatte: ich bin Linkshänder!

Verfasst: Mo Jan 08, 2007 10:56 am
von Gast
Larrivee LV03-RE Korpus erinnert an eine klassische Gitarre, sie besteht aus Palisander (massiv) mit Fichtendecke (massiv) und einteiligem Mahagonihals, Ebenholzgriffbrett u. Steg.

Der Hals ist der absolute Knall von der Bespielbarkeit her und der Klang ist wirklich gut. Außerdem hat sie ein Cutaway.

Preise hab ich schon 1699 - 1800 Euro gesehen.

Spar grad auf sowas (gibts alternativ auch ohne Elektronik).

Gruß Joe

Verfasst: Mo Jan 08, 2007 10:59 am
von Admin
Das klingt schon so, also ob eine kleinere Gitarre da eine Abhilfe wäre. Aber die Frage nach dem passenden Modell ist beinahe nicht zu beantworten angesichts der Fülle von Instrumenten, die angeboten werden. Bei der von Dir angegebenen Preiskategorie würde ich Dir empfehlen einmal die Larrivee L-05 zu probieren, desgleichen die Martin 000-Modelle. Aber da gibt es noch so viele andere, beispielsweise die Lakewood M-32, die es noch dazu mit verschiedenen Halsprofilen gibt. Ich glaube, es bleibt nur, mit der Zielrichtung "kleinere Gitarre" in Ruhe und Gemütlichleit über eine gewisse Zeit hinweg gut sortierte Läden aufzusuchen und zu probieren. Das sollte auch einen Wochenend-Ausflug wert sein, wenn das aufgrund der Entfernung nötig ist.

Verfasst: Mo Jan 08, 2007 11:00 am
von H-bone
Wie wär's mit bauen lassen... ?? Genau so wie du's willst ?

Verfasst: Mo Jan 08, 2007 11:22 am
von Joachim
H-bone hat geschrieben:Wie wär's mit bauen lassen... ?? Genau so wie du's willst ?
Halte ich auch für eine sehr gute Idee

Verfasst: Mo Jan 08, 2007 11:29 am
von klaust
H-bone hat geschrieben:Wie wär's mit bauen lassen... ?? Genau so wie du's willst ?
Auf jeden Fall! In dieser Preisregion wäre für mich gar keine Frage!

Re: Kaufberatung Fingerpickingklampfe bis 2000€

Verfasst: Mo Jan 08, 2007 11:35 am
von Treehugger
Bill hat geschrieben:
Ich hatte an Lakewood gedacht, gibts sonst gute Alternativen? Gibts grundsätzlich empfehlenswerte Holzkombis? Mein oberes Preislimit ist 2000 €, mehr sollte es nicht kosten.
Eine Lakewood der M-Serie wäre schon was Feines.
Als Custom-Shop Modell kannst du Halsprofil, Mensur etc. anpassen lassen.

Verfasst: Mo Jan 08, 2007 12:25 pm
von chrisb
hi bill,

wie wärs mit ner martin 000-28vs?
verkauft zufällig hier jemand bei "biete von privat".

Verfasst: Mo Jan 08, 2007 2:03 pm
von gitarre-heilbronn
hi,
porbier doch mal verschiedene Taylor aus, für fingerpicking find ich taylor und lakewood einfach optimal.. viel spass beim antesten...

Verfasst: Mo Jan 08, 2007 4:38 pm
von MarioG
H-bone hat geschrieben:Wie wär's mit bauen lassen... ?? Genau so wie du's willst ?
da stimme ich zu ...

Mir wurd mal geraten, wenn ich schon mehr als 1000€ für eine Gitarre ausgeben möchte, dann sollte ich mir eine "maßschneidern" lassen.
Weil man so sicherlich man zufriedesten sein kann.

Zum anderen freuen sich dadurch deutsche Gitarrenbauer (H-Bone ist einer von denen :wink: ), da die evtl. teils mit Existenzproblemen zutun haben :? Die Wirtschaft würd sich auch freuen :lol:

Verfasst: Mo Jan 08, 2007 7:29 pm
von Meikel
Falls Du erst einmal die grobe Richtung bei guten bis sehr guten Steelstrings im ca. OM oder 000-Größe austesten willst empfehle ich Dir einen Besuch in Viersen in tommys musicshop. Die Auswahl und das in Ruhe antesten können haben mich bei einem Kurzbesuch im August umgehauen. Gerade auch die Möglichkeit eine Stevens OM RP mit der Stoll Ambition und dann mit Goodall und Collings zu vergleichen war ein Traum.
Viersen müsste doch von Dortmund aus nicht sooo weit weg sein - oder ?

Gruß Meikel

Verfasst: Fr Jan 12, 2007 3:09 pm
von Bill
Hey, vielen Dank für die Antworten!

Um das nochmal ins Gedächtnis zu rufen, ich bin Linkshänder und kann leider nicht einfach in den Laden gehen und ein Dutzend verschiedene Gitarren anspielen. Ich hatte in meinem Ganzen leben vielleicht 10 Lefty Akkustiks in der Hand und bin mehr oder weniger gezwungen, meine neue Gitarre blind zu bestellen.

Zu der Sache mit dem Gitarrenbauer: Demgegenüber bin ich grundsätzlich nicht abgeneigt, aber bekommt man bei einem Gitarrenbauer die gleiche Qualität fürs Geld? Und was ist mit Konstruktionsfehlern? Wenn man ein Einzelmodell baut kann das doch durchaus mal vorkommen - Wie einigt man sich dann? Ich will einen absolut graden Hals mit top Saitenlage - garantiert ein Gitarrenbauer dafür genauso wie ein größerer Hersteller?

Nochmal ein paar allgemeine Fragen:
Ist ein kleinerer Body gleichbedeutend mit einem helleren Sound?
Wie maßgeblich ist der "gewollte" Bassverlust durch einen Cutaway? Eigentlich brauche ich nämlich keinen, und würde ihn nur wegen des Sounds in Erwägung ziehen.
Wie groß ist der Unterschied zwischen 44 und 46 mm Stegbreite - 2 mm, schon klar, aber ist das deutlich fühlbar, oder nur eine Kleinigkeit?

Grüße
Bill

Verfasst: Fr Jan 12, 2007 4:59 pm
von H-bone
Bill hat geschrieben:Zu der Sache mit dem Gitarrenbauer: Demgegenüber bin ich grundsätzlich nicht abgeneigt, aber bekommt man bei einem Gitarrenbauer die gleiche Qualität fürs Geld? Und was ist mit Konstruktionsfehlern? Wenn man ein Einzelmodell baut kann das doch durchaus mal vorkommen - Wie einigt man sich dann? Ich will einen absolut graden Hals mit top Saitenlage - garantiert ein Gitarrenbauer dafür genauso wie ein größerer Hersteller?
Bill, beim besten Willen, aber irgendwie kann ich deinen Bedenken nicht ganz folgen... ist ein bisschen so als würdest du sagen: "Ich kaufe meine Klamotten immer bei C&A - wenn ich nun zum Schneider gehe, bekomme ich da die gleiche Qualität ?"

Die einzige Antwort kann eigentlich nur heissen: Nein... denn du bekommst ein mit Hingabe gebautes, massgeschneidertes Instrument, dessen Eigenschaften du mit dem Gitarrenbauer zusammen festlegst. Vielleicht suchst du dir auch das Holz noch selbst aus und die von dir favorisierte top Saitenlage stellt dir der Gitarrenbauer evtl. sogar ein wenn du danebenstehst und testen kannst.
Welcher Industriebetrieb kann dir das bieten ? Wer soll dir bei der Industriegitarre die Saitenlage einstellen ? Der Hersteller ? Der kennt dich nicht, das würde auch nicht in seinen Produktionsablauf passen. Der Händler ? Ach nee - danke ! Also bringt man dann doch die Fabrikgitarre wieder zum Gitarrenbauer, der das macht... :wink:

Was den Cutaway zum Dämpfen der Bässe anbelangt: Da gibt es bedeutend adäquatere Methoden den Sound zu beinflussen - dass ein Cutaway (wo benötigt) den Sound leicht beinflusst, o.k., sollte aber nicht heissen dass man, um ein klareres Klangbild zu bekommen einen Cutaway hernehmen sollte.

Was die Konstruktionsfehler betrifft: KLICK

Und, ja, die 2 mm merkst du deutlich.

Gruss, Martin

Verfasst: Fr Jan 12, 2007 5:42 pm
von Haegar
H-bone hat geschrieben:Was die Konstruktionsfehler betrifft: KLICK
20 Jahre Garantie :shock: :shock: :shock:

Nur gut, dass meine Kunden i.d.R. nach 4 - 5 Jahren einen neuen Computer kaufen und dann neue / andere Software wollen, wo kaemen wir denn da hin, ne, ne, 20 Jahren :roll:

Verfasst: Sa Jan 13, 2007 6:50 am
von Saitenheimer
H-bone hat geschrieben:
Bill hat geschrieben:Zu der Sache mit dem Gitarrenbauer: Demgegenüber bin ich grundsätzlich nicht abgeneigt, aber bekommt man bei einem Gitarrenbauer die gleiche Qualität fürs Geld? Und was ist mit Konstruktionsfehlern? Wenn man ein Einzelmodell baut kann das doch durchaus mal vorkommen - Wie einigt man sich dann? Ich will einen absolut graden Hals mit top Saitenlage - garantiert ein Gitarrenbauer dafür genauso wie ein größerer Hersteller?
Bill, beim besten Willen, aber irgendwie kann ich deinen Bedenken nicht ganz folgen... ist ein bisschen so als würdest du sagen: "Ich kaufe meine Klamotten immer bei C&A - wenn ich nun zum Schneider gehe, bekomme ich da die gleiche Qualität ?"

Die einzige Antwort kann eigentlich nur heissen: Nein... denn du bekommst ein mit Hingabe gebautes, massgeschneidertes Instrument, dessen Eigenschaften du mit dem Gitarrenbauer zusammen festlegst. Vielleicht suchst du dir auch das Holz noch selbst aus und die von dir favorisierte top Saitenlage stellt dir der Gitarrenbauer evtl. sogar ein wenn du danebenstehst und testen kannst.
Welcher Industriebetrieb kann dir das bieten ? Wer soll dir bei der Industriegitarre die Saitenlage einstellen ? Der Hersteller ? Der kennt dich nicht, das würde auch nicht in seinen Produktionsablauf passen. Der Händler ? Ach nee - danke ! Also bringt man dann doch die Fabrikgitarre wieder zum Gitarrenbauer, der das macht... :wink:

Was den Cutaway zum Dämpfen der Bässe anbelangt: Da gibt es bedeutend adäquatere Methoden den Sound zu beinflussen - dass ein Cutaway (wo benötigt) den Sound leicht beinflusst, o.k., sollte aber nicht heissen dass man, um ein klareres Klangbild zu bekommen einen Cutaway hernehmen sollte.

Was die Konstruktionsfehler betrifft: KLICK

Und, ja, die 2 mm merkst du deutlich.

Gruss, Martin
Dem stimme ich auch zu.
Es ist ja eher so, dass ein guter Gitarrenbauer noch genauer hinschaut als es bei einer "Industriegitarre" der Fall ist. Da werden die vorgefertigten Teile eingebaut und nur noch das Nötigste abgerichtet.
Die nehmen Standardmaße, ohne dass z.B. die Decke nach ihren tonalen Eigenschaften abgeklopft und optimiert wird.
Natürlich ist auch eines klar. Einer handgebauten Gitarre sieht man das auch an - wer da dann mit der Lupe drangeht, hat nichts verstanden.
Aber gerade das ist ja das "menschliche" :wink: an einem handgebauten Instrument. Ein paar kleine Macken darf´s ja auch haben, in gewissen Toleranzen, das macht´s schließlich unverwechselbar.

Stefan