Martin Gitarre - Inlay Dots nicht mittig / symmetrisch

Alles über akustische Gitarren für Stahlsaiten

Moderator: RB

banjogit
Beiträge: 34
Registriert: So Okt 08, 2006 5:56 am

Martin Gitarre - Inlay Dots nicht mittig / symmetrisch

Beitragvon banjogit » Sa Mär 30, 2019 9:17 am

Hallo zusammen,

ich habe im Laden eine neue Martin D-28 Gitarre angetestet. Klanglich soweit alles in Ordnung, nur bei genauerer Begutachtung ist mir folgendes aufgefallen:
Betrachtet man Hals und Saiten genau senkrecht von oben, befinden sich die Inlay Dots nicht mittig zwischen der D- und G-Saite. Sie tendieren deutlich zur D-Saite (v.a. bei den Dots im 7. und 9. Bund gut erkennbar). Auch die anderen Dots (manche Bunde haben ja zwei) wirken nicht wirklich symmetrisch zu den Saitenabständen.
Ist das jetzt ein Verarbeitungsproblem oder Spitzfindigkeit meinerseits? Kann jemand bestätigen, ob das bei Martin Gitarren normal und hinzunehmen ist? Ich selbst habe eine paar Fender E-Gitarren, bei denen ist das nicht so, bzw. nicht so extrem.

Vielen Dank im voraus für's Nachkucken ;-)

-banjogit-
Benutzeravatar
Niels Cremer
Beiträge: 4770
Registriert: Mo Sep 26, 2011 8:32 pm
Wohnort: Greater Munich
Kontaktdaten:

Re: Martin Gitarre - Inlay Dots nicht mittig / symmetrisch

Beitragvon Niels Cremer » Sa Mär 30, 2019 9:36 am

Bei meinen Martins war und ist es nicht so. Es wäre auch denkbar, dass nicht die dots falsch gesetzt sind (kann ich mir iwie nicht vorstellen) sondern dass iwas mit dem string-spacing oder der Lage der Saiten insgesamt nicht stimmt, also diese nicht mittig ist? Ein Foto hast du nicht, oder?

LG,
Niels
Benutzeravatar
Gitarrenmacher
Beiträge: 2139
Registriert: Fr Sep 21, 2007 4:27 pm
Wohnort: 21379 Rullstorf
Kontaktdaten:

Re: Martin Gitarre - Inlay Dots nicht mittig / symmetrisch

Beitragvon Gitarrenmacher » Sa Mär 30, 2019 1:07 pm

Bei meinem Erstlingswerk, das ja aus 90% Martin org. Teilen besteht, sind die Dots auch nicht mittig zwischen den Saiten. Die Löcher für die Dots waren werkseitig vorgebohrt. Ich glaube auch kaum, dass das bei einer anderen D-28 aus dem gleichen Zeitraum anders ist. Die Dots werden Schablonen-bzw. CNC gebohrt, die Fixierungsstifte im Hals und auf der Unterseite des Griffbretts ebenso. Der Hals wird CNC vorgefräst und nur noch minimal nachgearbeitet. Insgesamt ist der gesamte Arbeitsablauf hoch technisiert. Da kann sowas nicht vorkommen. Es sei denn, es ist ein Instrument auf der Handarbeitsära.
Bier ist der Beweis, dass Gott uns liebt und will, dass wir glücklich sind.
-Benjamin Franklin- *1706 t 1790-
http://www.gitarrenmacher.de
Benutzeravatar
RB
Beiträge: 16055
Registriert: Di Feb 08, 2005 11:18 pm
Wohnort: Wetzlar
Kontaktdaten:

Re: Martin Gitarre - Inlay Dots nicht mittig / symmetrisch

Beitragvon RB » Sa Mär 30, 2019 5:08 pm

Könnte mir gut vorstellen, dass die Saiten nicht exakt spiegelsymmetrich über das Brett laufen. Die Abstände zwischen den Saiten können von Bass nach Treble abnehmen und die E-Saite weiter eingezogen sein, als die e-Saite.
Benutzeravatar
Gitarrenspieler
Beiträge: 7434
Registriert: Mi Feb 25, 2009 7:46 am
Wohnort: North German Lowland

Re: Martin Gitarre - Inlay Dots nicht mittig / symmetrisch

Beitragvon Gitarrenspieler » Sa Mär 30, 2019 5:58 pm

So sieht das bei meiner Martin aus, eine D-16RG Custom Shop. Punkte sind exakt auf der Griffbettmitte (hier am fünften Bund u. weiter oben) das hab ich eben nachgemessen. Wie auch immer, klingt gut die Gitarre.
Nachtrag!
Bei den viel gescholtenen Gibsongitarren..., bei meiner J-45 sitzen die aber so was von exakt genau zwischen den Saiten. Verkehrte Welt.
Dateianhänge
D_1.jpg
D_1.jpg (88.66 KiB) 723 mal betrachtet
D_2.jpg
D_2.jpg (89.61 KiB) 723 mal betrachtet
Gruß Wolfgang Hemd aus der Hose macht noch keinen Varoufakis
Benutzeravatar
tomis
Beiträge: 2231
Registriert: So Nov 30, 2008 6:51 pm
Wohnort: Coppenbrügge

Re: Martin Gitarre - Inlay Dots nicht mittig / symmetrisch

Beitragvon tomis » Sa Mär 30, 2019 6:26 pm

das griffbrett sitzt falsch
das wird teuer :aua:
mit Blues und Gruß
Thomas
Benutzeravatar
FrankF
Beiträge: 65
Registriert: Sa Mai 19, 2018 7:34 pm

Re: Martin Gitarre - Inlay Dots nicht mittig / symmetrisch

Beitragvon FrankF » Sa Mär 30, 2019 7:36 pm

Nö. Ist eben eine Rechtshänder(montags)gitarre.
Benutzeravatar
H-bone
Beiträge: 5559
Registriert: Mi Feb 09, 2005 4:02 pm
Wohnort: Engelthal bei Nürnberg
Kontaktdaten:

Re: Martin Gitarre - Inlay Dots nicht mittig / symmetrisch

Beitragvon H-bone » So Mär 31, 2019 9:05 am

Alles gut, die Firma Martin hat alles korrekt gemacht ! :-)

Mittlerweile berechnen die meisten Hersteller die Saitenabstände nicht von der Mitte der Saite, sondern machen die "Luft" zwischen den Saiten identisch - soll heissen, alle Saiten haben den selben Freiraum zur nächsten. Das ist äusserst vorteilhaft für's Spielgefühl und nennt sich proportionale Teilung.

Aber: Damit sind die Kerben der Basssaiten am Sattel automatisch ein wenig weiter auseinander als die Diskantsaiten, ergo verschiebt sich der Zwischenraum zwischen D und G leicht zur Diskantseite hin. Die Dots bleiben aber weiterhin genau in der Mitte des Griffbretts.

Gruss, Martin

https://shop.rall-online.net/epages/61511639.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/61511639/Products/19200017
banjogit
Beiträge: 34
Registriert: So Okt 08, 2006 5:56 am

Re: Martin Gitarre - Inlay Dots nicht mittig / symmetrisch

Beitragvon banjogit » So Mär 31, 2019 10:19 am

Vielen Dank an "Gitarrespieler" für die Fotos. So wie bei Deinem 5. Bund sah das bei der Gitarre im Laden auch im 9. aus. Mich würde noch interessieren, ob Dir das vorher bereits selbst aufgefallen ist, oder Du erst durch meinen Post darauf aufmerksam gemacht wurdest?

@Martin: demnach ist die zentrale Lage der Dots relativ zu den Saiten kein Maß für die Verarbeitungsqualität sondern eine Abweichung als ganz normal anzusehen?
Benutzeravatar
H-bone
Beiträge: 5559
Registriert: Mi Feb 09, 2005 4:02 pm
Wohnort: Engelthal bei Nürnberg
Kontaktdaten:

Re: Martin Gitarre - Inlay Dots nicht mittig / symmetrisch

Beitragvon H-bone » So Mär 31, 2019 1:25 pm

banjogit hat geschrieben:@Martin: demnach ist die zentrale Lage der Dots relativ zu den Saiten kein Maß für die Verarbeitungsqualität sondern eine Abweichung als ganz normal anzusehen?


Genau das will ich damit sagen, ja ! Macht man das Stringspacing linear, das heisst die Mitte aller Kerben im gleichen Abstand hat man zwangsläufig beim Spielen das Gefühl die Basssaiten wären zu dicht beieinander, deshalb hat sich das proportionale Stringspacing durchgesetzt. Das bedeutet aber dass die Mitte zwischen D und G nicht mehr die Mitte des Griffbretts ist. Man könnte nun die Dots ebenfalls leicht aus der Mitte ziehen, dann kommt aber ein anderer und beschwert sich darüber ("hab ich beim Saitenwechsel bemerkt als die Saiten runter waren...").

Demnach gibt's nur die 3 Möglichkeiten: 1, eine Gitarre die sich ungemütlicher spielt aber top symmetrisch ist, 2, eine Gitarre die sich super spielen lässt, die Dots aber nicht genau zwischen den Saiten liegen, oder 3, Eine Gitarre, die sich super spielt und die Dots nicht genau in der Mitte des Griffbretts sitzen.

Und last not least lässt sich durch Einsetzen eine linearen Sattels die Symmetrie notfalls auch wieder herstellen.

Gruss, Martin

Zurück zu „Gitarren (Steelstring)“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: DADGAD und 10 Gäste