Nitrolack versus Anti-Gelsenspray

Alles über akustische Gitarren für Stahlsaiten

Moderator: RB

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Niels Cremer
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Re: Nitrolack versus Anti-Gelsenspray

Beitrag von Niels Cremer »

berndwe hat geschrieben:
Fr Aug 14, 2020 2:34 pm
(„Gelsen“ heißen die Viecher bei Euch?)
War mir auch neu, aber jetzt weiß ich endlich mal was "Gelsenkirchen" bedeutet!! :lol:
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Sperris
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Re: Nitrolack versus Anti-Gelsenspray

Beitrag von Sperris »

Und woher Gelsenwasser seinen Namen hat.

Gruß Ralf
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Pappenheim
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Re: Nitrolack versus Anti-Gelsenspray

Beitrag von Pappenheim »

Wo bleiben denn die Gitarrenbauer? :)
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berndwe
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Re: Nitrolack versus Anti-Gelsenspray

Beitrag von berndwe »

Niels Cremer hat geschrieben:
Fr Aug 14, 2020 2:55 pm
berndwe hat geschrieben:
Fr Aug 14, 2020 2:34 pm
(„Gelsen“ heißen die Viecher bei Euch?)
War mir auch neu, aber jetzt weiß ich endlich mal was "Gelsenkirchen" bedeutet!! :lol:
Eine Assoziation die sich geradezu aufdrängt, allerdings setzt sie die Einwohner dieser Stadt in ein schlechteres Licht als sie es verdient haben. Es ist besser die erfahren niemals wie die Österreicher diese Viecher nennen.

;-)
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jab
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Re: Nitrolack versus Anti-Gelsenspray

Beitrag von jab »

Pappenheim hat geschrieben:
Fr Aug 14, 2020 6:30 pm
Wo bleiben denn die Gitarrenbauer? :)

Muss man sich natürlich im Detail anschauen, aber ich würde sagen das sollte/müsste man schleifen und dann polieren. Der Neubauer in Wien macht dir das sicher. Oder der Johannes Auly in der Ameisgasse. Oder ich, aber halt in Goisern... :-D

Der Gibson-Lack ist allerding berühmt-berüchtigt dafür, sich mit anderen Dingen innig zu verbinden und dann nicht mehr hart zu werden. Dann isses blöd. Sieht man aber beim schleifen/polieren.

(Nicht wenige Kollegen bestreiten übrigens rundheraus, dass es sich bei dem Lack überhaupt um Nitrolack handelt.)



Beste Grüße,
Jab
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Re: Nitrolack versus Anti-Gelsenspray

Beitrag von Gitarrenmacher »

jab hat geschrieben:
So Aug 16, 2020 11:43 pm
Pappenheim hat geschrieben:
Fr Aug 14, 2020 6:30 pm
Wo bleiben denn die Gitarrenbauer? :)

Der Gibson-Lack ist allerding berühmt-berüchtigt dafür, sich mit anderen Dingen innig zu verbinden und dann nicht mehr hart zu werden. Dann isses blöd. Sieht man aber beim schleifen/polieren.


Beste Grüße,
Jab
Ein ähnlicher "Aufpolierauftrag" bei einer LesPaul hat sich bei mir, vor 10-12Jahren, zum Desaster entwickelt. Was eigentlich eine Dreingabe zu einem umfangreichen Job sein sollte, endete in einem ausgefüllten Arbeitstag.
Bier ist der Beweis, dass Gott uns liebt und will, dass wir glücklich sind.
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jab
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Re: Nitrolack versus Anti-Gelsenspray

Beitrag von jab »

Gitarrenmacher hat geschrieben:
Mo Aug 17, 2020 9:43 am
jab hat geschrieben:
So Aug 16, 2020 11:43 pm
Pappenheim hat geschrieben:
Fr Aug 14, 2020 6:30 pm
Wo bleiben denn die Gitarrenbauer? :)

Der Gibson-Lack ist allerding berühmt-berüchtigt dafür, sich mit anderen Dingen innig zu verbinden und dann nicht mehr hart zu werden. Dann isses blöd. Sieht man aber beim schleifen/polieren.


Beste Grüße,
Jab
Ein ähnlicher "Aufpolierauftrag" bei einer LesPaul hat sich bei mir, vor 10-12Jahren, zum Desaster entwickelt. Was eigentlich eine Dreingabe zu einem umfangreichen Job sein sollte, endete in einem ausgefüllten Arbeitstag.
Yepp, nicht schön, sowas. Dieser Lack ist oft wirklich nicht gut reparierbar, im blödesten Fall muss man komplett neu lackieren. Alles schon erlebt.

Jab
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clone
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Re: Nitrolack versus Anti-Gelsenspray

Beitrag von clone »

jab hat geschrieben:
So Aug 16, 2020 11:43 pm

(Nicht wenige Kollegen bestreiten übrigens rundheraus, dass es sich bei dem Lack überhaupt um Nitrolack handelt.)

Und für was halten sie den Lack dann konkret?
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Jürgen
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Re: Nitrolack versus Anti-Gelsenspray

Beitrag von Jürgen »

Aus P_harma-Wiki
'DEET greift einige Kunststoffe und Lacke an'
DEET ist häufiges Mittel gegen Stechmücken, z.B. in Antibrumm enthalten. Wirkt auch tatsächlich. Meist ist ein Hinweis auf die Wirkung auf Kunststoffe und Lack auf der Verpackung zu finden.
Insbesondere bei Lacken für Auto-Innenräume ein gefürchtetes Medium - da wundert es nicht, dass Nitrolack auch davon angegriffen wird.
Gruß

Jürgen

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Klar ist doch auch, daß die Beschränkung auf eine einzige Gitarre auf eine extreme Notsituation, im Grunde auf den Zusammenbruch der Zivilisation hinweist. (RB)
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Pappenheim
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Re: Nitrolack versus Anti-Gelsenspray

Beitrag von Pappenheim »

Wer liest denn schon, was auf der Packung steht...
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clone
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Re: Nitrolack versus Anti-Gelsenspray

Beitrag von clone »

Pappenheim hat geschrieben:
Mo Aug 17, 2020 7:28 pm
Wer liest denn schon, was auf der Packung steht...
Wie wichtig ist dir denn, dass sie schwarz ist? Sonst wäre eventuell auch entlacken eine Alternative. `Stripped´ soll ja auch besser klingen ... .
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RB
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Re: Nitrolack versus Anti-Gelsenspray

Beitrag von RB »

Schau erst einmal, ob der Lack wieder fest wird. Ich könnte mir vorstellen, dass das eine Weile dauern kann.
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YNWA
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Re: Nitrolack versus Anti-Gelsenspray

Beitrag von YNWA »

Pappenheim hat geschrieben:
Do Aug 13, 2020 2:44 pm
Liebe Leute,

ich bin ein wenig niedergeschlagen, gestern ist mir was echt besch... passiert.

Es ist ja schön, dass es dieses Jahr so viel geregnet hat, vor allem in meinem ansonsten sehr niederschlagsarmen Weinviertel. Meine Jungbäume wachsen wie geistesgestört, die ganze Vegetation ist sattgrün, alles schön. Aber natürlich bringt das auch Schattenseiten mit sich, zum Beispiel die verdammten Gelsenviechers. Von denen gibt es heuer wies aussieht Milliarden.

Wir Gitarristen wissen, dass wir uns gegen diese Shiceviecher nicht wehren können. Wir haben leider nur zwei Hände, und die brauchen wir zum Gitarrespielen. Also hab ich mich gestern bei einer Session im Garten mit einem Anti-Gelsenspray eingesprüht. Das hätte ich besser nicht tun sollen, denn der Dreck hat den Nitrolack meiner einzigen wahren Liebe (nichtmenschlichen Liebe), meiner Gibson Dove plötzlich angelöst. Das wurde an dem Fleck, wo der innere Oberarm auf der Decke aufliegt, plötzlich ganz weich und ich begann, klebenzubleiben.

Hab mir dann einen alten Socken über den rechten Arm gegeben und mit der Martin weitergespielt. War voller Hoffnung, dass der Lack an der Stelle wieder hart wird, und das wurde er auch über Nacht. Aber der Fleck sieht schrecklich aus (siehe Fotos), kein Wunder auf einer schwarzen Gitarre. Und die Stelle ist ganz rauh.

Was kann ich tun? Kann man das irgendwie rauspolieren? Wär schön, wenns so einfach wäre. Bitte euch um Hilfe.

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Autsch. Das tut mir leid! Ich hatte im vergangenen Jahr ein paar Mal das "Vergnügen" mit schwarz lackierten Hochglanzinstrumenten und die sind in jeder Hinsicht ein wenig anders als alle anderen :lol:

Mit einer Handpolitur wird das sicherlich nichts mehr. Die nimmt einfach zu wenig ab und gerade hier solltest du genau auf das verwendete Mittel achten. Für mich gibts bei Gibson Gitarren im Normalfall nur die Gibson Politur für Nitro.

Die Stelle müsste angeschliffen und könnte vermutlich sogar mit Nitrolack aus der Sprühdose ausgebessert werden. Da man Ausbesserungsarbeiten bei Schwarz-Hochglanz schnell sehen kann, könnte man das auch professionell von einem Gitarrenbauer erledigen lassen - da ist aber auch keine Garantie, dass es was wird. Die sauberste Lösung wäre komplett wegschleifen und komplett neu lackieren.
Wenn man hier beim runterschleifen ein einziges Mal durch die schwarze Farbe aufs Holz kommt, wird es ganz haarig.

Ich würde es glaub ich einfach möglichst sauber "glätten" und dann unter "Charakterbildung einer schwarzen Dread" laufen lassen :lol:
Ein Mensch hat Narben, die Geschichten erzählen und eine Gitarre hat das ebenfalls.
Wenn wir mal ganz ehrlich sind, sollte das in Zukunft doch irgendwann so aussehen:
https://www.instagram.com/p/BpzMNfLn6M9/

Komplett runterschleifen & neu lackieren wäre mir zu blöd, zu riskant, zu aufwändig und viel zu teuer. Außer du planst eine Heavy Relic Version zu kreiren. Bis die verschiedenen Aufträge komplett durchtrocknen dauert es ein paar Wochen.
Außerdem sollte das dann relativ zeitnah gemacht werden: Nitrolacke werden in der EU ggf. bald nicht mehr zu kaufen sein und die Gitarrenbauer werden umsteigen.
World's okayest guitar player!

Martin D-35 Johnny Cash
Gibson J45 True Vintage (2010)
& aweng anders Graffl.
ralf
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Re: Nitrolack versus Anti-Gelsenspray

Beitrag von ralf »

Ich habe auch mal das Problem gehabt und mir dann von Virtuoso das Produkt Premium Cleaner und Premium Polish gekauft ( in England bestellt) Damit werden Instrumente mit Nitrolack wie neu, und ist extra dafür vorgesehen. Musst du mal Googeln.
Und hier hab ich es gekauft:
https://www.theguitarrepairworkshop.com ... and-cleane
LG Ralf
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Pappenheim
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Re: Nitrolack versus Anti-Gelsenspray

Beitrag von Pappenheim »

RB hat geschrieben:
Di Aug 18, 2020 11:18 am
Schau erst einmal, ob der Lack wieder fest wird. Ich könnte mir vorstellen, dass das eine Weile dauern kann.
Nun, ich habe ganz vergessen, das aufzulösen. Nach dem Malheur hab ich die Gitarre lange Zeit stehen lassen und statt dessen auf meiner HD-28 gespielt. Der Lack der Gibson ist in der Tat wieder fest bzw. hart geworden. Ich bin vorsichtig mit einem ganz normalen Gitarrenpflegemittel und einem weichen Tuch drübergegangen und es sieht jetzt genauso aus wie vorher. Dazu muss man sagen, dass die Stelle durch Schweiß auch vorher schon trüb war, aber das hat mich nie so gestört. Bin also durchaus zufrieden, wie es (jetzt) wieder ist.

Vielleicht fragt sich jetzt mancher, warum ich da im August letzten Jahre so ein Fass aufgemacht habe, aber es ließ wirklich sämtliche Alarmglocken schrillen, als ich da mit der Innenseite des Oberarms richtig klebenblieb und der Lack ganz weich war und sogar Blasen bildete. Ist von alleine wieder weg, echt jetzt. Gibson ist halt doch ein tolles Produkt, und bleibt es auch! :D

Die Moral von der Geschichte: Anti-Gelsenspray und Gitarren vertragen sich nicht!
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