Jazz Gitarre

Alles, was mit dem Spielen des Instruments zu tun hat

Moderator: RB

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notenwart
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Jazz Gitarre

Beitrag von notenwart »

ich suche einen leichten Einstieg in die Jazzgitarre.
Wer kann dazu Empfehlungen geben?

Danke

Einschränkung: bitte nur deutschsprachige Literatur nennen, Danke nochmals
Thomas ...
Wenn ich die männliche/weibliche Form verwende, sind auch immer die weiblichen/männlichen Menschen mit gemeint
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tele
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Re: Jazz Gitarre

Beitrag von tele »

ich suche einen leichten Einstieg in die Jazzgitarre.
Jazz und leicht ist ein Widerspruch. Jazzer haben's halt nicht leicht.
Ein Standardwerk ist Mickey Baker's Jazz Gitarre.
Das gibt es neu wohl nur noch auf englisch, aber bei Eurobuch gibt es die deutsche Ausgabe von 1979, durch die ich mich seinerzeit gequält habe.
Aber sei gewarnt: Spaß ist was anderes.
Bei Mickey Baker musst du sämtliche Beispiele nach Bb. Es und As transponieren.
Aber dafür guckst du dann nicht dumm aus der Wäsche, wenn ein Saxophonist die Rhythm Changes in Ab zu spielen vorschlägt.
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Rolli
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Re: Jazz Gitarre

Beitrag von Rolli »

Klar ist Jazz einfach! Was ist überhaupt Jazz? Egal - ich finde die Bücher von Joachim Vogel klasse, weil sie auch den modereneren Jazz (Metheny, Sco etc) im Blick haben.
https://www.amazon.de/Jazz-Guitar-Basic ... 3927190381" onclick="window.open(this.href);return false;
Verständlich geschrieben, gute CD dazu und geschmackvolle Beispiele!
LG Rolli
CD ist nicht mehr neu, aber es gibt sie noch ;)
Typos? Sorry, meine Finger sind besser auf Saiten, als auf kleinen Tastaturen.
rwe
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Re: Jazz Gitarre

Beitrag von rwe »

Was ich persönlich gut fand, sind die Bücher von Joachim Vogel aus dem AMA Verlag, Masters of Jazz Guitar, Jazz Guitar Basics und Jazz Guitar Secrets. Außerdem eine Dissertation von Jürgen Schwab (http://juergenschwab.de/fileadmin/main/ ... 20Jazz.pdf" onclick="window.open(this.href);return false;" onclick="window.open(this.href);return false;), in der verschiedene Stilistiken auch historisch gegenübergestellt werden. Allerdings wollte ich auch nie "der Jazzgitarrist" für die Musikerpolizei werden, sondern mir ging es "nur" um eine Erweiterung meiner (Nicht-) Fähigkeiten.

Außerdem fand ich auch das Schulwerk von Thomas Buhé ("Schule für Plektrumgitarre" (sic!)) durchaus spannend. Ist allerdings ein sehr traditioneller, europäischer Ansatz. Wobei Buhé immerhin Lehrer von Joe Sachse war.

Dabei lässt der Begriff "Jazz" sehr viel Interpretationsspielraum... Charlie Christian fällt genauso darunter wie Derek Bailey. In welche Richtung möchtest Du hin?
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notenwart
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Re: Jazz Gitarre

Beitrag von notenwart »

Mir geht es auch nur um die Erweiterungen der Nichtfähigkeiten.
Danke für die Hinweise bislang....
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tele
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Re: Jazz Gitarre

Beitrag von tele »

Kommst du allein mit Noten klar?
Dann kann ich dir "Anleitung zur Improvisation für Gitarre" von Attila Zoller aus der Reihe Jazz Studio im Schott Verlag empfehelen.
Anhand von einem Blues, Careless Love, Go down Moses und Rhythm Changes wird veranschaulicht, wie man von Akkordarpeggios über tonleitereigene Töne bis hin zur Chromatik Solos improvisiert.
Dieser Ansatz erscheint mir als Laien irgendwie verständlicher als der neumodische Chord-Scale Kram.
Und die Solos, die Zoller als Beispiele vorschlägt klingen wirklich gut.
Sind mehr als ein paar aneinandergereihte Licks.
Aber wie gesagt: no Tabs, no CD.
Bild
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notenwart
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Re: Jazz Gitarre

Beitrag von notenwart »

Danke Tele, mit Noten komm ich klar, meistens sogar in allen lagen WENN denn die Gitarre in Normalstimmung ist :-)

Ich schaue mir das mal näher an und werde wohl eine erhebliche Menge Zeit investieren müssen/wollen/dürfen
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notenwart
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Re: Jazz Gitarre

Beitrag von notenwart »

gute Frage - was will ich?
Das gängige I - IV -V- Schema durchbrechen; ein paar Lieder durch andere Harmonisierung anders als gewohnt interpretieren.
Wenn das erstmal ein bißchen durch meinen Kopf und dann durch die Finger ginge, sehen wir weiter
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Moonshiner
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Re: Jazz Gitarre

Beitrag von Moonshiner »

die Jazz - Gitarre gibt es wohl nicht, da könnte man von When the saints go marching in und Down by the riverside bis Barney Kessel, und Pat Metheny wandeln. Kommt also drauf an was du vorhast... ;-)
Die Gitarre kann alles, man muss sie nur lassen...
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tele
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Re: Jazz Gitarre

Beitrag von tele »

Eine Möglichkeit, sich dem Jazz zu nähern ist zum Beispiel der Blues.
Da wird das Bluesschema um ein paar Mollsept- oder verminderte Akkorde erweitert und beim Solieren die Pentatonik um ein paar akkordeigene Töne und chromatische Durchgangstöne erweitert.
Ganz empfehlenswert finde ich da die "Jammin' the Blues"-Bücher von Frank Vignola.
Die sind zwar auf englisch, aber das wichtigste sind ja die Musikbeispiele.
Es gibt da zu jedem Beispiel eine Aufnahme und Frank Vignola ist wirklich ein Könner.
(So viel Erklärung wie im Video gibt es in den Büchern nicht, da stehen die Musikbeispiele für sich und sind auch einfacher.)
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Rolli
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Re: Jazz Gitarre

Beitrag von Rolli »

notenwart hat geschrieben:gute Frage - was will ich?
Das gängige I - IV -V- Schema durchbrechen; ein paar Lieder durch andere Harmonisierung anders als gewohnt interpretieren.
Wenn das erstmal ein bißchen durch meinen Kopf und dann durch die Finger ginge, sehen wir weiter
Mhhh, also gehts eigentlich nicht um Jazz, sondern um erweiterte Harmonik?
Ich sehe Jazz vorallem als rhythmische Herausforderung, denn als harmonische. Gerade Jazzstandards der "Old School" bestehen ja aus fast immer den selben Klischées. Und die meisten verzweifeln nicht an den Akkorden sondern an der Rhythmik und der Phrasierung.

Das I - IV -V- Schema druchbrichst Du am besten, wenn Du es nicht spielst oder mit Subsitutionen aufbrichst. Also eine gute Harmonielehre und viel Ausprobieren und wenn es Dir - wie ich glaube eher um Harmonik geht - und falls Du auch noch gerne liest, dann würde ich Dir 2 Werke vorschlagen.

Stephan Borman - Solo Guitar - denn da geht es sehr um Reharmonisierung und Phrasierung. Sollte eh jeder der einigermassen ernsthaft Gitarre spielen will im Schrank haben. http://stephanbormann.de/books/" onclick="window.open(this.href);return false;" onclick="window.open(this.href);return false;

Oder falls Du dazu der theorielastige Lesetyp bist und es gerne komplex magst auch die "Neue Jazz Harmomie Lehre" von Frank Sikora.
Ist humorig geschrieben, allgemeingültig und geht sehr in die Tief. Sollte man auch als Standardwerk besitzen und immer mal wieder reinschauen.
https://www.amazon.de/Neue-Jazz-Harmoni ... 3795751241" onclick="window.open(this.href);return false;" onclick="window.open(this.href);return false;

Ansonsten finde ich ein paar Stunden bei einem guten Lehrer ne gute Sache.

Mit haben alle 3 Quellen sehr geholfen :)




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Re: Jazz Gitarre

Beitrag von notenwart »

Gut Rolli, ich gestehe, aber bitte nicht weitersagen, der Bormann steht seit längerem in absolut jungfräulichem Zustand bei mir im Schrank. Nehme ich ihn mir doch mal zum Jahresbeginn beginnend zur Brust!
Danke
Thomas ...
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fingerstricker
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Re: Jazz Gitarre

Beitrag von fingerstricker »

notenwart hat geschrieben:ich gestehe, aber bitte nicht weitersagen, der Bormann steht seit längerem in absolut jungfräulichem Zustand bei mir im Schrank.
hüstel ... aber ich habe wenigstens schonmal die Begleit-CD angehört ... :whistler:

Ansonsten habe ich hier noch Michael Sagmeisters Jazz Gitarrenbuch stehen ... bis zur Tonleiter-Harmonisierung bin ich gekommen (hm, nennt man das so ? ... ich meine die Geschichte mit dorisch, lydisch usw.)..., auch Tonleitern in den verschiedenen Lagen habe ich "trainiert" - das Ergebnis war bzgl. Solospiel aber sehr ernüchternd, denn das klang dann nicht mehr nach Musik sondern nach Skalen und Tonleitern.
Dann hatte ich zwischendurch mal ein, zwei Stunden Unterricht und wurde dort "genötigt" nicht "herumzufuddeln" sondern Musik zu machen - z.B. mal nur auf zwei Saiten zu solieren ... siehe da :whistler:
Das Buch steht seither im Regal, mein Lehrer hat mir geraten ein paar Standards draufzuschaffen (Sunny, Autumn Leaves oder My funny Valentine als ChordMelody) - das brachte mich deutlich weiter und man lernt fast nebenher tolle Chords.

Gruß
fingerstricker
Zuletzt geändert von fingerstricker am Mi Dez 28, 2016 8:38 pm, insgesamt 1-mal geändert.
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tele
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Re: Jazz Gitarre

Beitrag von tele »

Das Buch steht seither im Regal, mein Lehrer hat mir geraten ein paar Standards draufzuschaffen (Sunny, Autumn Leaves oder My funny Valentine als ChordMelody) - das brachte mich deutlich weiter und man lernt fast nebenher tolle Chords.
Das ist in etwa auch meine naive Herangehensweise.
Sich ein Standard vorzuknöpfen, es harmonisch halbwegs zu verstehen, und dann ein Solo darüber zurecht zu friemeln.

So geschehen bei Blue Bossa.
Akkorde
| Cm7 | | Fm7 | |
| Dm7b5 | G7alt | Cm7 | |
| Ebm7 | Ab7 | Dbmaj7 | |
| Dm7b5 | G7alt | Cm7 | Dm7b5 G7alt |

Stufen

| Im7 | | IVm7 | |
| IIm7b5 | V | Im7 | |
--> modulation to Db major:
| II | V | I | |
--> back to C minor:
| IIm7b5 | V | Im7 | IIm7b5 V |
(Ist doch ein bisschen mehr als I-Iv-V !)

Meine ganz bescheidenen Mandolinensoli über diese Akkordfolge: Blue Bossa
Nix für die Jazzer Polizei aber der Lernprozess ist für mich ungleich größer als beim Wälzen schlauer Bücher!

Kleine dumme Frage nebenbei: heißt es eigentlich der oder das Jazz Standard?
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Re: Jazz Gitarre

Beitrag von Rolli »

tele hat geschrieben: Kleine dumme Frage nebenbei: heißt es eigentlich der oder das Jazz Standard?
Es heißt "the" Jazzstandard;)
LG Rolli
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