George Michael Interpretation einmal ganz anders

Alles, was mit dem Spielen des Instruments zu tun hat

Moderator: RB

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docsteve
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Re: George Michael Interpretation einmal ganz anders

Beitrag von docsteve »

Technisch erstaunlich, aber es bleibt "Careless Whisper". Wenn man nicht zusieht, ist es die reine Fahrstuhlmusik. Schade, dass diese ganzen Virtuosen alle nicht komponieren können, das könnte sonst echt was werden.

Viele Grüße, Stephan
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string
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Re: George Michael Interpretation einmal ganz anders

Beitrag von string »

Schade, dass diese ganzen Virtuosen alle nicht komponieren können, ....
Auf den Punkt gebracht!
Deswegen wird ja mit der Spieltechnik von diesem Defizit abgelenkt.
Die Faszination funktioniert halt nur kurzfristig.
Einmal auf Youtube angesehen bzw. angehört und vorbei ist`s.

Gruß
Klaus
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bookwood
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Re: George Michael Interpretation einmal ganz anders

Beitrag von bookwood »

Nun kann man auch noch darauf hinweisen, dass der virtuose Umgang mit verstellbaren Preset-Mechaniken kein neuer Hut ist. Ich darf da an Michael Manring erinnern, dessen "uralte" Eigenkomposition The Enormous Room mich immer noch fasziniert. Auch ein Genuss, ihm hier in den ersten zweieinhalb Minuten beim durchaus nicht trivialen Stimmen des Hyperbass zu sehen: 4-12-15
Es klingt hernach dennoch stellenweise ein wenig detuned, was aber vielleicht an unkonzentrierten Fingern oder gar an einer unpassenden Lesebrille liegt. :mrgreen:
Gruß
von
Ralf
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Holger Hendel
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Re: George Michael Interpretation einmal ganz anders

Beitrag von Holger Hendel »

Schade, dass diese ganzen Virtuosen alle nicht komponieren können, ....
Ich finde das konsequent. Komponieren, Arrangieren, Interpretieren, (Notieren ;) )...es ist für jeden was dabei und mein Erwartungshorizont an einen Künstler ist da eher flach. Den wenigsten ist alles gegeben. Ich erwarte auch nicht von einem Computertechniker, dass er die PC-Bauteile selbst herstellen kann. In dem Moment zu dem er mir meine Maschine wieder flottmacht ist er der Held und das ist dann gut. So wie der Bursche in dem Video, Respekt. Gitarrengekloppe ist nicht meins, doch hier habe ich bis zum Ende geschaut.
Bernd C. Hoffmann
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Re: George Michael Interpretation einmal ganz anders

Beitrag von Bernd C. Hoffmann »

docsteve hat geschrieben:Schade, dass diese ganzen Virtuosen alle nicht komponieren können
Das müssen sie nicht. Die allerwenigsten Virtuosen waren Komponisten. Das war noch nie anders. Die Hofmusiker im Hochbarock, die Bachs Werke interpretierten, waren auch keine Komponisten.
Liebe Grüße
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string
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Re: George Michael Interpretation einmal ganz anders

Beitrag von string »

Das müssen sie nicht.
Da hast Du Recht , Bernd, aber viele basteln - wie auch ich gelegentlich -, äh, komponieren,
und wer an die Öffentlichkeit geht, wird gemessen, gelobt, verurteilt....

Mich persönlich spricht öfters eine "interessante" Bearbeitung mehr an,
als ein höchst "virtuoses" Tapping, das in einem kompositorisch relativ kleinen Kreis dudelt.

Da bin ich halt immer ziemlich tolerant zu mir :wink:

Gruß
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Ernst Ferstl
Jorma55
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Re: George Michael Interpretation einmal ganz anders

Beitrag von Jorma55 »

Gott sei Dank überhaupt nicht mein Stil, aber schon verdammt gut.

Michael
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JazzDude
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Re: George Michael Interpretation einmal ganz anders

Beitrag von JazzDude »

docsteve hat geschrieben:Technisch erstaunlich, aber es bleibt "Careless Whisper". Wenn man nicht zusieht, ist es die reine Fahrstuhlmusik.
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docsteve
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Re: George Michael Interpretation einmal ganz anders

Beitrag von docsteve »

Bernd C. Hoffmann hat geschrieben:
docsteve hat geschrieben:Schade, dass diese ganzen Virtuosen alle nicht komponieren können
Das müssen sie nicht. Die allerwenigsten Virtuosen waren Komponisten. Das war noch nie anders. Die Hofmusiker im Hochbarock, die Bachs Werke interpretierten, waren auch keine Komponisten.
Müssen sie auch nicht, aber wo sind die Komponisten, die diesen Leuten was interessanteres anbieten als "Careless Whisper"? Was für eine Verschwendung von Talent und Übezeit.

Viele Grüße Stephan
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Holger Hendel
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Re: George Michael Interpretation einmal ganz anders

Beitrag von Holger Hendel »

Was für eine Verschwendung von Talent und Übezeit.
Das hat auch mal jemand unter Sungha Jungs Interpretation von Ulli Bögershausens Bearbeitung von "Mad World" geschrieben, nur auf Englisch. Ich verstehe das weder auf Deutsch noch auf Englisch. Jeden Tag wird so viel Gelumpe veröffentlicht, weltweit. Es ist doch mittlerweile wirklich für jeden mehr als genug dabei.
Bernd C. Hoffmann
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Re: George Michael Interpretation einmal ganz anders

Beitrag von Bernd C. Hoffmann »

Holger Hendel hat geschrieben:
Was für eine Verschwendung von Talent und Übezeit.
Das hat auch mal jemand unter Sungha Jungs Interpretation von Ulli Bögershausens Bearbeitung von "Mad World" geschrieben, nur auf Englisch. Ich verstehe das weder auf Deutsch noch auf Englisch. Jeden Tag wird so viel Gelumpe veröffentlicht, weltweit. Es ist doch mittlerweile wirklich für jeden mehr als genug dabei.
Das sehe ich auch so. Wer damit nicht ausgelastet ist, der kann sich gerne ans Komponieren machen. Das Problem ist, dass viele gar nicht komponieren können. Trotzdem sind auch genügend gute Kompositionen verfügbar. Allerdings nicht jeder, der denkt, er kann es spielen, liefert Ernst zu nehmende Interpretationen ab. Aber das ist ein anderes Thema.
Liebe Grüße
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stringbound
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Re: George Michael Interpretation einmal ganz anders

Beitrag von stringbound »

bookwood hat geschrieben:Ja, ist schon toll. Wenn er die Tonänderungen ohne die speziellen Pitch-Key-Drop-Tuning-Preset-irgendwas-Tuner schaffen würde, wäre es gar Zauberei. :wink: :mrgreen:
Das sind normale Banjomechaniken.
Das hat er von Jon Gomm.
Der wiederum hat das von Adrian Legg.
Ein alter Hut, sozusagen, und somit Zauberei. 8)
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berndwe
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Re: George Michael Interpretation einmal ganz anders

Beitrag von berndwe »

Das ist hinsichtlich der Beherrschung der eingesetzten Spieltechniken wirklich beeindruckend und das erkenne ich auch an. Es hört sich auch wirklich schön an.

Allerdings könnte man das Stück auch musikalisch wirkungsvoll ohne diese ganzen Kunststückchen vortragen, oder? Warum muss ich ein e das ich genauso gut greifen und zupfen könnte tappen oder durch Umstimmen der Saite hineinsliden?

Wenn es die Interpretation weiterbringt, warum nicht, aber man kann aus dem Gitarrenspiel auch eine Zirkusnummer machen.
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pfunk
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Re: George Michael Interpretation einmal ganz anders

Beitrag von pfunk »

stringbound hat geschrieben: Das hat er von Jon Gomm.
Der wiederum hat das von Adrian Legg.
... und der wiederum von Earl Scruggs: https://youtu.be/O0jdoBDNGoA
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RB
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Re: George Michael Interpretation einmal ganz anders

Beitrag von RB »

Es ist mir ein Rätsel, wie man bei dieser Musikdarbietung die Kurve hin zu "Defiziten" bekommen kann. Das setzt schon eine verbogene Weltsicht voraus, meine ich.
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