Seite 2 von 6

Re: Tablaturen Service gesucht

Verfasst: Do Feb 07, 2019 6:43 pm
von string
Puuuuh!
Wenn man die 17 Seiten irgendwann auswendig spielen kann.....
Da muss man sich wohl eine eigene verkleinerte Version überlegen?

Gruß

Klaus

Re: Tablaturen Service gesucht

Verfasst: Fr Feb 08, 2019 9:40 am
von Jorma55
string hat geschrieben:Puuuuh!
Wenn man die 17 Seiten irgendwann auswendig spielen kann.....
Da muss man sich wohl eine eigene verkleinerte Version überlegen?

Gruß

Klaus
Da werde ich anständig beschäftigt sein, im Moment kämpfe ich noch mit Seite 1. Das Stück ist schwieriger als es sich anhört und unvergleichlich schwieriger als das, was ich selbst heraus zu hören glaubte. Ähnlich ist halt doch weit von der Wahrheit entfernt. Aber es macht Spaß und ich habe die besten Vorsätze.

Michael

Re: Tablaturen Service gesucht

Verfasst: Di Apr 30, 2019 10:11 pm
von Bernd C. Hoffmann
Ich habe den Thread gerade zufällig gefunden. Normalerweise lese ich in diesem Unterforum nicht.
Jorma55 hat geschrieben:Ich bin hellauf begeistert, die Arbeit ist wirklich jeden Cent der verausgabten 195,-Dollar wert. (...) ein Preis, über den man wirklich nicht meckern kann.
Doch, kann man. Diesen Preis hätte man in Tschechien erwartet aber nicht in den USA. Das ist lediglich ein Dumping Preis.
J.A.P. hat geschrieben:Wichtig ist bei dem Stück mMn, dass der Transkribierende (Transkribeur? Transkribist?) nicht nur Noten raushört, sondern sich in dem Stil auskennt. Das ist sehr Travis-mäßig gespielt, ich höre da Passagen bzw. Akkordfolgen aus Cannonball Rag oder Saturday Night Shuffle, und da gibt es spielerisch ein paar Besonderheiten bezüglich der Daumen links und rechts und der Art, Akkorde zu greifen, wenn es authentisch klingen soll.
Nein, das ist völlig belanglos. Wichtig ist das nur für die Tabulatur, wenn sie korrekt sein soll. Hierfür ist allenfalls wichtig, dass dies von einem Gitarristen erledigt wird. Andernfalls weist die Tabulaturautomatik immer nur die niedrigsten Spielpositionen aus. Die Korrektheit kann nur ein Gitarrist sicherstellen, weil er die Tonkombinationen auf dem Griffbrett kennt. Diesbezüglich ist auch ausschlaggebend, was genau beauftragt wurde (z. B. Fingersätze rechts/links/beide Hände, Barrée-Ergonomie, Integration alternativer Spielpositionen etc.). Dies kann kein Pianist oder Streicher übernehmen, die häufig solche Aufträge übernehmen.

Da die Musik lediglich lesbar gemacht werden soll, hat das mit einer Transkription überhaupt nichts zu tun. Das ist eine ausschließliche Übertragung in eine Notation und nennt sich Musikdiktat. Menschen, die diese Arbeit machen, heißen Kopisten.

Re: Tablaturen Service gesucht

Verfasst: Mi Mai 01, 2019 12:23 pm
von tele
Bernd C.Hoffmann schreibt:
Da die Musik lediglich lesbar gemacht werden soll, hat das mit einer Transkription überhaupt nichts zu tun. Das ist eine ausschließliche Übertragung in eine Notation und nennt sich Musikdiktat. Menschen, die diese Arbeit machen, heißen Kopisten.
Jorma hingegen schreibt:
Und wie das Stück ungefähr geht, habe ich schon selbst herausgefunden. Ich möchte aber eine genaue Transkription Note für Note.
Es gibt also wohl keine notierte Vorlage, so wie bei einem Carulli- oder Sor-Stück, das in Tabulatur umgewandelt wird, sondern der Bloomfield-Blues muss zuerst "rausgehört" werden, bevor eine Tabulatur erstellt werden kann. Hierzu ist dann auch eine gewisse idiomatische Fachkenntnis der verwendeten Spieltechniken von Vorteil.
Ob der Preis von 195 Dollar dafür angemessen ist, hängt wohl von der benötigten Arbeitszeit ab.

Re: Tablaturen Service gesucht

Verfasst: Mi Mai 01, 2019 3:40 pm
von Bernd C. Hoffmann
@ tele
Was stört Dich denn? Dass Du die Begriffe nicht richtig einordnen kannst? Wenn Du die ersten Ausgaben der Akustik Gitarre mit meinen Anzeigen noch kennst, ich hatte die von mir erstellten Tabulaturwerke auch "Transkription" genannt. Warum wohl? Weil es sich ganz einfach viel besser verkauft! Ich hatte auch Stücke rausgehört, klassische und häufig für Flamenco. Die bloße Übertragung von Noten und Tabulatur ist tatsächlich keine Transkription. Deswegen passt auch Dein Carulli-Beispiel nicht. Auch Jorma hat den Begriff "Transkription" eindeutig falsch verwendet. Das passiert in vielen Bereichen, weil bestimmte Begriffe für konkrete Vorhaben gegenüber einer bestimmten Zielgruppe bewusst entfremdet werden, weil sie dort eine gewisse Vertrautheit suggerieren. Hätte ich mich als "Kopist" dargestellt, dann wäre das bei der (zumindest damals) hohen Leserschaft, die über keine bis sehr mangelhafte Notenkenntnisse verfügte, negativ assoziiert worden. Genau diese Zielgruppe hatte ich angesprochen - mit sehr großem Erfolg.

Eine Transkription ist keine 1:1 Übertragung in eine andere Schreibweise sondern die Übertragung des Musikstücks von einem bestimmten Instrument auf ein anderes mit den notwendigen bzw. subjektiven Anpassungen des Bearbeiters. Eine akustische Musikvorlage in eine originalgetreue Notationsform zu bringen - egal in welche - ist ein Musikdiktat. Die von Dir angeführten idiomatischen Kenntnisse kann man im Blues vernachlässigen, weil sich für einen ordentlich ausgebildeten Gitarristen aus den Noten ergibt, was spieltechnisch hierfür zu leisten ist. Lediglich im Flamenco, wo es unterschiedliche Spieltechniken in diversen Variationen gibt, kommt ein klassisch ausgebildeter Gitarrist, der Materie nicht kennt, an seine Grenzen. Hierfür gibt es auch ein bekanntes Beispiel, wo eine Notenausgabe zu einer CD von Enrique de Melchor nach Gehör herausgeschrieben wurde. Die Noten sind zwar richtig, aber trotzdem kann sie keiner spielen, weil der Kopist ein Pianist ist und von Gitarrennotation keine Ahnung hat. Gitarristen spielen nicht mit wechselnden Notenschlüsseln, schon gar nicht während des jeweiligen Stücks. Davon abgesehen muss man beim Herausschreiben nicht zwingend vorher eine Standardnotation erstellen, um das dann in eine Tabulatur zu übertragen. Man kann das auch direkt machen.
tele hat geschrieben:Ob der Preis von 195 Dollar dafür angemessen ist, hängt wohl von der benötigten Arbeitszeit ab.
Mit Sicherheit nicht. Die Zeit wird nach außen gerne angeführt, weil das Argument am einfachsten zu verstehen ist. Tatsächlich setzt man andere Parameter zu Grunde, deren Erklärung zu nervigen Frageketten führt, die zum Zeitfresser werden. Für mich bleibt das Angebot ein Dumping Preis.

Re: Tablaturen Service gesucht

Verfasst: Mi Mai 01, 2019 5:36 pm
von Jorma55
Lieber Bernd,

ob nun Transkription oder was auch immer, ich bin mehr als hoch zufrieden und hätte - wäre mir das Ergebnis vorher bekannt gewesen - bereitwillig auch mehr bezahlt.

Michael

Re: Tablaturen Service gesucht

Verfasst: Mi Mai 01, 2019 6:02 pm
von Bernd C. Hoffmann
Ich mache Dir keinen Vorwurf. Für die Kalkulation ist immer der Auftragnehmer verantwortlich. Wenn er Dir Geld für einen auffällig niedrigen Preis schenkt, dann würde ich das auch mitnehmen. Ich freue mich für Dich, dass Du so einen guten Preis bekommen hast. Gelegentlich machen Amis einen sehr guten Preis in der Hoffnung auf weitere Aufträge, die dann teurer werden. Der neue Preis wird dann als Regulärpreis gegenüber dem Erstangebot zum Kennenlernen kommuniziert. Wenn Du bekommen hast, was Du wolltest, dann freue Dich darüber. Zumindest Deine Motivation ist es sicher wert.

Was mich ein wenig stört, ist zuweilen tele´s übertriebene Erbsenzählerei.

Re: Tablaturen Service gesucht

Verfasst: Mi Mai 01, 2019 10:30 pm
von tele
Eine Transkription ist keine 1:1 Übertragung in eine andere Schreibweise sondern die Übertragung des Musikstücks von einem bestimmten Instrument auf ein anderes mit den notwendigen bzw. subjektiven Anpassungen des Bearbeiters.
Wikipedia meint dazu:
Transkription ist:
-Die Umarbeitung eines Werkes für eine andere Besetzung .
-Die Übertragung von akustisch wahrgenommener Musik in eine Notenschrift .
-Die Umschreibung von einer Notenschrift in eine andere, zum Beispiel der Griffnotation für die Gitarre in das Fünfliniensystem.


Geht also beides als Transkription durch...

Re: Tablaturen Service gesucht

Verfasst: Mi Mai 01, 2019 11:59 pm
von RB
Bevor das in ein Festival der Haarspalterei ausartet: Die Arbeit stellt den Kunden zufrieden und gut ist es. Der Herausschreiber muß sicher, soll eine taugliche Tabulatur herauskommen, wissen, wie das Stück gespielt werden sollte. Dafür kommt man ohne Spielfertigkeit des Tabulatur-Instruments nicht aus.

Re: Tablaturen Service gesucht

Verfasst: Do Mai 02, 2019 7:58 pm
von Bernd C. Hoffmann
Im Grunde ist alles gesagt. Hinzufügen möchte ich, dass ich weiß, warum ich von Wikipedia nichts halte. Wer daraus sein Wissen bezieht, sollte sich über gewisse Reaktionen nicht wundern.

Re: Tablaturen Service gesucht

Verfasst: Do Mai 02, 2019 8:24 pm
von Jürgen
Ich spalte noch ein Haar, weil ich wieder etwas gelernt habe.

Die Encyclopaedia Britannica gibt Bernd recht:
A transcription is essentially the adaptation of a composition for an instrument or instruments other than those for which it was originally written.
Auf deutsch: Eine Transkription ist im Wesentlichen die Anpassung einer Komposition für ein oder mehrere andere Instrumente als die, für die sie ursprünglich geschrieben wurde.

Re: Tablaturen Service gesucht

Verfasst: Fr Mai 03, 2019 6:09 am
von string
Danke Jürgen!

Gruß

Klaus

Re: Tablaturen Service gesucht

Verfasst: Fr Mai 03, 2019 1:31 pm
von Niels Cremer
Das wäre im Deutschen ein "Musikdiktat". Ich glaube der Grund dafür, dass das Wort "Transkription" im Deutschen für unterschiedliche Anwendungsfälle hergenommen wird liegt einfach darin, dass im Englischen diese Unterscheidung eben nicht gemacht wird, dort heisst auch ein Musikdiktat "transcription", manchmal "audio transcription" ... und das wird dann oft und gerne übernommen.

LG,
Niels

Re: Tablaturen Service gesucht

Verfasst: Fr Mai 03, 2019 1:52 pm
von tele
Hinzufügen möchte ich, dass ich weiß, warum ich von Wikipedia nichts halte. Wer daraus sein Wissen bezieht, sollte sich über gewisse Reaktionen nicht wundern.
Und wie sieht's mit dem Duden aus?
Da werden 2 Definitionen für transkribieren (Musik) angeführt:https://www.duden.de/rechtschreibung/transkribieren

1) die Originalfassung eines Musikstücks für ein anderes oder für mehrere Instrumente umschreiben

2) akustisch wahrgenommene Musik oder Klänge in Notenschrift umsetzen

Ich kannte die erste Möglichkeit eher als bearbeiten, Musikdiktat war mir bisher kein Begriff, wie Bluesopa kannte ich Transriptionen z.B. von Jazz-Solos als Übertragung des Klangereignisses in Notenschrift, aber man lernt ja nie aus...

Re: Tablaturen Service gesucht

Verfasst: Fr Mai 03, 2019 5:10 pm
von Jorma55
Das widerspricht sich doch eigentlich gar nicht." Essentially" bzw. "im Wesentlichen" lässt doch Raum.

Michael