Eine Trainingsfrage

Alles, was mit dem Spielen des Instruments zu tun hat

Moderator: RB

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notenwart
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Eine Trainingsfrage

Beitrag von notenwart »

Liebe Leute; ich bin relativ klein, habe demzufolge auch kleine Hände und spiele nur Gitarren mit 63er Mensur. Trotzdem ergibt sich folgendes Problem: wenn ich mit dem vierten Finger im 5. Bund auf der tiefsten Saite und gleichzeitig mit dem ersten Finger im 2. Bund der höchsten Saite greife, mache ich ein unbeabsichtigtes Bending der tiefsten Saite, was nicht wirklich schön klingt. Mit höchster Konzentration kann ich das manchmal vermeiden; schwierig aber wird es, wenn der erste Finge einen Aufschlag spielt.
Jetzt folgende Frage - gibt es dazu geeignete Trainingsmöglichkeiten, um diesen Fehler auf Dauer zu vermeiden?
Danke
Thomas ...
Wenn ich die männliche/weibliche Form verwende, sind auch immer die weiblichen/männlichen Menschen mit gemeint
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RB
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Re: Eine Trainingsfrage

Beitrag von RB »

Ähem ... vierter Finger, erster Finger, jetzt kommt es darauf an, von welcher Seite gezählt wird. Erster Finger Zeigefinger ?
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docsteve
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Re: Eine Trainingsfrage

Beitrag von docsteve »

Welcher Finger denn sonst 😎

Warum das A nicht offen spielen? Ansonsten dürfte die „Spinne“ helfen. Google bzw. YouTube erklärt es dir.

Viele Grüße Stephan
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RB
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Re: Eine Trainingsfrage

Beitrag von RB »

Eben habe ich versucht, das Szenarion nachzustellen. Das ist nahe an unspielbar mit einer 65er Mensur, geht zwar, aber nur, wenn ich die A-Saite mit abdämpfe. Die Frage nach der leeren A-Saite scheint daher mehr als berechtigt. Die Tendenz ist bei mir, die E-Saite mit dem Ringfinger zu nehmen, auch mit dem kleinen geht es, aber Himmel, welch ein Hängen und Würgen. Man muß auf jeden Fall versuchen, übertriebenen Krafteinsatz zu vermeiden.
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notenwart
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Re: Eine Trainingsfrage

Beitrag von notenwart »

docsteve hat geschrieben:
Fr Jan 22, 2021 5:37 pm
...Warum das A nicht offen spielen? ...
Das "A" ist in diesem Falle ein "G" da das Stück in DADGAD steht; demzufolge kann ich es nicht offen spielen. @RB: Dass die A-Saite abgedämpft würde, wäre bei diesem Stück kein Problem.
Spinne schaue ich mir an
Thomas ...
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Sperris
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Re: Eine Trainingsfrage

Beitrag von Sperris »

Ich bin gerade beim letzen Schliff von Söhnke Meinens Homeland. Da gibt es den Fingersatz 446200 mit anschließendem Pulloff auf der h-Saite im zweiten Bund. Geht auch auf einer 65‘er Mensur. Aber es ist wie so oft im Leben, beim ersten Mal tut es noch weh. Da hilft nur üben, üben, üben. Irgend wann wird es selbstverständlich und gar nicht so schwer.

Holger hat zum Thema Üben mal ein sehr gutes Standardwerk mit dem Titel „Wie verbessere ich mein Gitarrenspiel?“ geschrieben. Da solltest du dich vielleicht erst mal durcharbeiten.

https://m.youtube.com/watch?v=x4eJ-3hxOhs

Gruß Ralf
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bookwood
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Re: Eine Trainingsfrage

Beitrag von bookwood »

Der 446200 geht bei mir auch schwer. Aber die Nummer von Thomas finde ich trotz meiner eher kleinen (und von Arthrose geplagten) Finger auf 63er Mensur doch easy. Also kleiner Finger tiefe E, 5. Bund und Zeigefinder hohe e, 2. Bund. Der Zeigefinger reicht dann ohne Probleme auch bis zum 1. Bund. Alternativ Ringfinger am 5. auf der E und Zeigefinger bis zum 2. Bund auf der e funzt ebenfalls. Mit etwas Anstrengung aber nicht ganz so sauber gelingt die Akrobatik sogar auf einer Klassik mit 65er Mensur und 52mm Griffbrett.
Gruß
von
Ralf
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Pida
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Re: Eine Trainingsfrage

Beitrag von Pida »

Zur Ausgangsfrage: Zumindest mir hilft es, den Ellenbogen bei diesem Griff bewusst nah an den und vielleicht sogar vor den Körper zu nehmen. Die Spreizung vom zweiten in den fünften Bund ist für mich kaum möglich, wenn der Unterarm senkrecht zum Hals der Gitarre steht. Wenn der Ellenbogen sich aber stark dem Bauchnabel nähert, geht's auch vom ersten zum sechsten Bund.
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bookwood
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Re: Eine Trainingsfrage

Beitrag von bookwood »

Hast recht, Pida, einen Lösungsvorschlag habe ich mit meiner Prosa nicht gebracht. :oops:
Und ich unterstütze deinen Vorschlag mit der verschobenen Ellenbogenposition. Hab es gerade nochmal kontrolliert und auch ich bewege den Ellenbogen bei Thomas' Problemgriff unbewusst sehr deutlich vor den Körper Richtung Gitarrenhals bzw. -korpus. Der Reichweitenzuwachs des Zeigefingers ist dabei gegenüber der normalen Spielposition erstaunlich.
Gruß
von
Ralf
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Niels Cremer
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Re: Eine Trainingsfrage

Beitrag von Niels Cremer »

Ich hab mit solchen extrem fingerings auch immer Probleme, bin ja auch eher klein mit kurzen Fingern (á la Bettina Wegener... “hab so kleine Hände, winzje Finger dran” ... ¯\_(ツ)_/¯ ). Was mir allgemein zu besserem “Greifvermögen” verhilft ist diese Übung von der ich mal einen kurzen Video-Clip gemacht habe, hatte ich iwann auch schonmal hier gepostet.

LG,
Niels
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Sperris
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Re: Eine Trainingsfrage

Beitrag von Sperris »

Die Veränderung der Ellenbogenposition bringt auch bei mir definitiv eine weiter Spreizung.

Gruß Ralf
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bookwood
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Re: Eine Trainingsfrage

Beitrag von bookwood »

Ich glaube, der Spider trainiert eher die unabhängige Bewegung der einzelnen Finger. Was mir noch einfällt, ist eine steilere Gitarrenhaltung, bei der der Hals mehr Richtung Senkrechte geht, sodass der Ellenbogen einfacher in eine ähnlich günstigere Lage kommen kann, ohne dass man den Oberkörper unangenehm eindrehen muss. Der Jazzer John Stowell hat seine spezielle Spielhaltung mal u.a. mit der besseren Reichweite bei besonderen Stretchings erklärt:

Bild
Zuletzt geändert von bookwood am Fr Jan 29, 2021 1:23 pm, insgesamt 2-mal geändert.
Gruß
von
Ralf
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notenwart
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Re: Eine Trainingsfrage

Beitrag von notenwart »

Danke liebe Leute, die Bewegung des Ellenbogens in Richtung Körper ist mit Sicherheit ein guter Hinweis, ich werde es so versuchen. Wichtig ist ja für mich, die tiefe Saite (in dem Fall D) nicht zu verreißen.
In einer der letzten Akustik-Gitarren stand von Herrn Stoll auch ein Artikel, in dem begründet wurde, dass bei kürzerer Mensur, solche Spielfehler sich noch deutlicher hörbar bemerkbar machen.
ALso üben, üben nochmals üben

Danke und einen schönen Sonntag
Thomas ...
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berndwe
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Re: Eine Trainingsfrage

Beitrag von berndwe »

Sehe ich jetzt erst, diesen Beitrag.

Die Sache kommt in der Praxis gar nicht so selten vor, bei DADGAD oder Drop-D. Zum Beispiel wenn man D/G greifen will. Ich habe auch nicht so lange Finger und lange gebraucht bis ich so etwas sauber greifen konnte. Irgendwann ging es dann. Es hängt tatsächlich viel davon ab was der linke Arm so macht. Mir fällt der Griff auch leichter wenn ich die Gitarre in der klassischen Haltung spiele.
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RB
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Re: Eine Trainingsfrage

Beitrag von RB »

Merkwüdig, da fällt mir ein, daß ich das ich gar nicht so selten spiele. Aber bei der Trainingsfrage ist mir das überhaupt nicht aufgefallen.
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