1 Ticket für Chris Thile 05. März in Hamburg

Wer etwas empfehlen kann, und sei es der eigene Auftritt ..........

Moderator: RB

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JazzDude
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1 Ticket für Chris Thile 05. März in Hamburg

Beitrag von JazzDude »

Ich habe vor ein paar Monaten mehrere Tickets für o. g. Konzert gekauft. Jetzt ist jemand, der eigentlich mitkommen wollte kurzfristig abgesprungen. Die Elbphilharmonie möchte eigentlich nicht, dass Tickets weitergegeben werden, aber zurück nehmen sie auch nichts.

Man könnte sich vor der Halle treffen und dann zusammen reingehen. Ist ein Einzelplatz, 16. Reihe für 32 Euro. Für 30€ abzugeben.
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JazzDude
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Re: 1 Ticket für Chris Thile 05. März in Hamburg

Beitrag von JazzDude »

Ihr habt was verpasst, ein umwerfendes Konzert war das. Neben eigenen Stücken hat er viel Bach gespielt (u. a. die D moll Chaconne :heul: ), vieles davon ohne PA. Der kleine Saal hat eine sehr gute Akustik.
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Fidelio
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Re: 1 Ticket für Chris Thile 05. März in Hamburg

Beitrag von Fidelio »

Hi JazzDude,

danke für die Veröffentlichung der Verkaufsanzeige

Mir war gar nicht bewusst, dass Chris Thile zu den besten Mandolinenspielern überhaupt zählt. Ich habe mir inzwischen einige Aufnahmen von ihm angehört – es ist einfach genial, wie virtuos und zugleich musikalisch fein er spielt.

Vor etwa 10 Jahren bin ich nach Heidelberg in die Peterskirche gefahren, um mir Bachs 2. Partita in d-Moll anzuhören.

Es war ein schöner Sommerabend, und vor der Abendkasse hatte sich eine ziemlich lange Schlange gebildet. Als ich schließlich an der Reihe war, ließ ich – warum auch immer (na gut, ich weiß es: aus angeborener Gutmütigkeit) – ein älteres Ehepaar vor. Dieses Paar kaufte dann tatsächlich die letzten beiden Karten. Kurz darauf wurde die Kasse geschlossen, und Rest der Schlange schaute etwas verdutzt. Aber nur ich erlebte in diesem Moment den „Fluch der guten Tat“.

Diese alte Geschichte habe bis heute NICHT vergessen :banger:

In Bachs Chaconne geschieht so unglaublich viel undd schnell nacheinander, dass ich mich jedes Mal frage, wie Solisten dieses großartige Werk Note für Note im Kopf behalten und es über etwa fünfzehn Minuten hinweg auswendig spielen können. Würde mich echt interessieren, wie Chris Thile das auf der Mandoline gemeistert hat.

Die Chaconne beeindruckt mich zwar sehr, aber wirklich rührselig werde ich meist erst, wenn auch Lyrics hinzukommen. Deshalb berühren mich viele von Bachs Kantaten /oder z.Bsp.„O Haupt voll Blut und Wunden“ aus der Matthäuspassion (am liebsten in einer etwas ruhigeren, getragenen Chor-Interpretation).

Übrigens: das Lied kommt bestimmt in 2 Wochen am Karfreitag in der Kirche – aber ich singe nur die erste Zeile mit -dann ist , wie immer Schluss = Tempoeinsatz :heul:


Fi De Li O
so viele Gitarren :bide: .. so wenig Talent :roll:
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JazzDude
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Re: 1 Ticket für Chris Thile 05. März in Hamburg

Beitrag von JazzDude »

Hallo Fidelio,
freut mich, dass dir das Spiel von Mr. Thile gefällt. Es gibt eine ältere Live-Aufnahme, die allerdings erst ungefähr in der Mitte startet (da, wo es auf D-Dur wechselt, eine der schönsten Stellen im Stück):
https://youtu.be/HtW6yvz1Dfw?is=h9hhnSwomFD2HWoy
In dem Hamburger Konzert (und auch auf der neuen CD) hat er interessanterweise streckenweise mit dem Fuß auf 1 + 3 den Takt geklopft. Was dem Ganzen m. E. die Krone aufgesetzt hat. Eine Chaconne ist immerhin auch ein Tanz.
Hier der Track auf der CD:
https://youtu.be/dairVo0vzTQ?is=e7zhSuob9kNmNf-p

So einen richtigen Zugang zum Chorwerk Bachs habe ich noch nicht gefunden. Aber auch in den Solo-Sachen (Violin Partiten und Sonaten, Cello-Suiten, Piano P&S, Goldberg etc. pp.) passiert schon so viel, das reicht für den Rest meines Lebens. Und so ein im Grunde monophones Instrument wie die Violine ist schon enorm reizvoll, die ganze Welt in einer Stimme. (Am liebsten lasse ich mir BWV 1004 von Hilary Hahn vorspielen.)

C. T. hat zwischendurch (sinngemäß) gesagt, wenn Menschen so etwas erschaffen können, dann gibt es Hoffnung. Er war sehr fröhlich dabei.
Das war echt ein unvergleichlicher Abend. Und die Mandoline (fast hundert Jahre alte Loyd Loar-Gibson) klang richtig geil.

Schönes Wochenende!
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Fidelio
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Re: 1 Ticket für Chris Thile 05. März in Hamburg

Beitrag von Fidelio »

Hallo JazzDude,

Ich bin nach einem tollen Wochenende in Straßburg wieder gut zuhause angekommen.

Vielen Dank für die beiden Links. Chris Thile beherrscht das Akkordspiel auf der Mandoline wirklich perfekt – und genau diese Mehrklang-Technik (wie auch bei der Violine) macht einen großen Teil des Stücks aus. Sehr gefühlvoll gespielt. Es sieht so leicht aus, ist aber bestimmt unglaublich schwer. Ich selbst lerne gerade etwas Jazziges auf der Gitarre und komme mit dem Plektrumspiel noch nicht ganz zurecht. Deshalb spiele ich das Stück aktuell ohne Plektrum – so „gut“ bin ich dann leider nicht.
Man darf auch nicht vergessen, dass man auf der Mandoline bei einem Ton gleichh zwei Saiten anschlagen muss. Wirklich beeindruckend – CT ist ein Genie.

Ich denke, es ist völlig normal und auch legitim, bestimmte Bereiche von Bachs Werk auszulassen. Ich habe anfangs vor allem die Cellokonzerte, Violinkonzerte, die Kunst der Fuge, das Wohltemperierte Klavier usw. gehört und bin erst später zu den Kantaten gekommen. Dann hat es mich allerdings schnell gepackt – irgendwann musste ich mir täglich mindestens eine anhören, meistens im Auto nach der Arbeit.

Meine persönliche „Ausgrenzung“ bei der 8Bach) Musik betrifft das Cembalo. Mir ist der Klang oft(hängt auch vom Cembalo ab) zu schrill, zu hart und zu gleichmäßig, deshalb bevorzuge ich meist Klavierfassungen. Die Französischen Suiten (BWV 812–817 :bide: :bide: ) als reines Cembalo-Solo konnte ich mir über mehrere(4 !) CDs hinweg kaum vollständig anhören.
Wiederum bei anderen Bach -Werken wenn das Cembalo in ein Orchester eingebettet ist, passt es für mich komischerweise das Cembalo sehr gut :whistler: .

Vor etwa 12 bis 14 Jahren gab es großartige Foren, in denen Bachs Werke sehr genau und tiefgehend besprochen wurden – teilweise auch von professionellen Musikern. Ich habe dort sehr, sehr, sehr gerne und häufig gelesen. Es gab zum Beispiel umfangreiche thematische Diskussionen/Vergleiche, etwa zwischen der Matthäuspassion und der Johannespassion, die ja beide aus demselben Anlass komponiert wurden. Diese Lektüre hat mir vieles verständlicher gemacht und für mehr Ordnung in meinem Kopf gesorgt. Leider gibt es viele dieser Foren heute nicht mehr oder das Niveau ist nicht mehr das gleiche.

Viele Grüße
Fidelio
so viele Gitarren :bide: .. so wenig Talent :roll:
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