Hopf Gitarren

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Moderator: RB

Dirk11544
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Hopf Gitarren

Beitrag von Dirk11544 »

Hallo, ich interessiere mich für Hopf Gitarren.
Ist ja zur Zeit schwierig irgendwo vor Ort zu vergleichen.
Komischerweise finde ich online nicht allzuviel Infos oder Erfahrungsberichte zu folgenden Gitarren:

Hopf Nr. 5
Hopf Nr. 13
Hopf Nr. 16

Hat da jemand Erfahrungswerte bezüglich Qualität, Klang, Preis/Leistung?
Die Gitarren scheinen auf den ersten Blick ja recht ähnlich zu sein.


Grüsse
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Andique
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Re: Hopf Gitarren

Beitrag von Andique »

Hopf Nr. 5: "Grandioso"
Hopf Nr. 13: "Corona" (bäh.., da sollte Hopf vielleicht über eine Umbenennung nachdenken :roll: )
Hopf Nr. 16: "Libra"
Ich finde die Eigennamen irgendwie edler als dumpfe Nummern.

Die beiden ersten sind preislich etwa gleich, ca. 800€, die Libra mit 1200 - 1300€ am teuersten, wohl auch am "besten".

Ich habe meine Hopf "Gran Concierto", Topmodell aus dem Jahr 1971 gebraucht für 700€ bekommen (in sehr gutem Zustand). Daher mein Rat zusätzlich nach solchen gebrauchten Schnäppchen Ausschau zu halten, da bekommt man viel Gitarre für relativ wenig Geld.

Die obigen Modelle kenne ich leider nicht.
liebe Grüsse, Andreas
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Es335
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Re: Hopf Gitarren

Beitrag von Es335 »

Ich kenne sie zwar ebenfalls nicht persönlich, aber nach der Papierform bei Musik Schlaile tun sich die Nummern 5 (Grandioso) und 13 (Corona) nicht viel, so dass man getrost nach der preiswerteren und weniger „infektiösen“ Grandioso greifen könnte.

Die Nr. 16 (Libra I) ist explizit als Oberklassemodell ausgewiesen, was sich auch in einem deutlich höheren Preis ausdrückt. Die auffälligsten Unterschied bestehen in den Hölzern, die wahrscheinlich mindestens eine Klasse besser sind. Korpus aus ostindischen Palisander, Griffbrett aus Ebenholz und ein Mahagoniehals. In wieweit sich das klanglich bemerkbar macht, ist natürlich eine andere Frage und läßt sich wahrscheinlich nur durch selber ausprobieren feststellen! :wink: :D
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RB
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Re: Hopf Gitarren

Beitrag von RB »

Zumindest stellt hier jemand eine Hopf No. 13 vor, vielleicht hilft das ein wenig, wenngleich das auch kein echter Klassik-Zupfer ist.
Dirk11544
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Re: Hopf Gitarren

Beitrag von Dirk11544 »

Danke, nun bin ich zumindest ein bisschen schlauer.
Auch der Tipp mit der gebrauchten Gitarre ist gut.

Mich verwundert dennoch das Hopf ja eine große bekannte Marke ist, aber Hopf selbst und auch die Online Gitarrenläden da so mit Bildern sparen. Ich fände es schon Interessant wie Boden und Zargen aussehen.
Ausnahme ist der große T... da gibt es aber „nur“ 2 Modelle. Aber da ist zumindest die Rückseite zu sehen :D
rwe
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Re: Hopf Gitarren

Beitrag von rwe »

Dirk11544 hat geschrieben:
Mi Mär 03, 2021 9:19 am
Mich verwundert dennoch das Hopf ja eine große bekannte Marke ist, aber Hopf selbst und auch die Online Gitarrenläden da so mit Bildern sparen. Ich fände es schon Interessant wie Boden und Zargen aussehen.
So halbwegs schräg von vorne mit den Zargen sieht man die Modelle ja auch bei Hopf auf der Seite, einfach auf das Modell klicken. Unabhängig davon ist jedes Stück Holz ohnehin anders.
Dieter Hopf selbst ist ja auch schon älter als 80 Jahre, er war übrigens recht früh im Web mit einem relativ umfangreichen Auftritt vertreten.
Ich habe selbst ein paar Hopf-Gitarren, günstige und teure, auch viele andere gespielt - mir persönlich haben sie immer gut gepasst. Es gibt aktuell auch ein paar gebrauchte für wenig Geld im Netz.

Ansonsten: Die Corona hat - anders als die beiden anderen - eine Fichtendecke.
elbdeichdani
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Re: Hopf Gitarren

Beitrag von elbdeichdani »

Hallo Dirk,

ich habe mir vor über fünf Jahren eine Corona mit Zederndecke gekauft und damals auch mit der Grandioso verglichen. Die beiden sind sich sehr ähnlich, ich habe mich für die Corona letztendlich wegen des doch noch etwas ausgeprägteren Klangs entschieden. Ob das den Aufpreis wert ist (damals 949,00 EUR zu 679,00 EUR) entscheidet am Ende des Tages das Bauchgefühl. Bei mir war es "Liebe auf den ersten Blick", das ist aber eine Frage des persönlichen Geschmacks. Da ich auf der Suche nach der Gitarre fürs Leben war, war ich auch bereit, mehr Geld auszugeben, um nicht nach kurzer Zeit zu sagen: "Hätte ich doch die andere genommen...".

Klang zu beschreiben ist immer schwierig, für mich hat die Gitarre einen unheimlichen "Wumms" (auch der Begriff ist durch Corona in Verruf geraten :D ), also einen sehr ausgeprägten Bass. Und die Qualität... da fehlt mir das Fachwissen zur Beurteilung, für mich passt das, noch ist alles in einem Stück. Nur die Mechaniken sind vom Billigsten, ich habe sie gleich ausgetauscht.

Falls du unglaublich spiegelnde Bilder meiner Gitarre sehen möchtest, kannst du mir deine Mailadresse schicken, ich sende dir dann ein paar.

Viele Grüße, Daniela
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RB
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Re: Hopf Gitarren

Beitrag von RB »

So etwas, wie das mit den Mechaniken verstehe ich nicht so recht. Wenn schon ein solches doch hochwertiges Instrument gebaut wird, sollten die Mechaniken auch dessen Qualität entsprechen. Der dadurch entstehende Preisunterschied wäre nicht einmal so gewaltig, immerhin gibt es gute Mechaniken auch für noch moderates Geld. Aber immerhin ist das etwas, das man selbst machen kann, wenn man keine zwei linken Hände hat.
Es335
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Re: Hopf Gitarren

Beitrag von Es335 »

Da befindet sich Hopf leider in vermeintlich „guter“ Gesellschaft.

Die Ramirez 125 bzw. 130 Anos Modelle waren z.B. mit Ping Well Mechaniken ausgestattet, die im freien Handel keine 20€ kosten und das immerhin bei Gitarren mit einem VK von um die 2.500€! :shock:

Der gleiche Schrott war auf meiner Camps Primera Negra verbaut, die mit einem VK von etwa 1.500€ ebenfalls deutlich über den nachgefragten Hopf Gitarren liegt.

Dank Der Jung war das Thema dann aber schnell und ohne allzu großen Mehraufwand erledigt, aber nachzuvollziehen ist so etwas nicht. :aua:
rwe
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Re: Hopf Gitarren

Beitrag von rwe »

Definiere "Schrott". Ich habe auf einer Hopf Virtuose nachgerüstete Schellers, auf einer alten Tama Rubner-Einzelmechaniken, die einen Bruchteil kosten. Die Scheller machen mehr Spaß, klar, aber hinsichtlich des Stimmergebnisses sind die Rubner nicht schlechter. Und auch in der Preisklasse unterhalb der einfachen Rubners, die wirklich nicht teuer sind, gibt es brauchbare Mechaniken. Es kann natürlich mal einen Ausreißer gegeben haben.
fretworker
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Re: Hopf Gitarren

Beitrag von fretworker »

Die alten spanischen Gitarren hatten häufig billige Mechaniken. Heute ist das aber vorbei, denke ich, meine Camps Primera hat wirklich solide Mechaniken drauf.

Ich vermute mal, dass die Hersteller zwei oder drei Qualitäten haben, die je nach Einsteiger-, Mittel- und Oberklasse verbaut werden. Das läuft dann eben "von - bis", und die Gitarre für 600 € bekommt dann die gleichen Mechaniken wie die für 900 €, weil die im Spektrum liegt. Das ist wie mit den Stegeinlagen aus Kunststoff oder Knochen. Im Manufakturbetrieb läuft das halt so. Beim Gitarrenbauer erwarte ich das anders, aber das kostet ja auch deutlich mehr.

Rubner baut gute Qualität, auch bei den günstigen Modellen. Schrott liegt denn eher beim Einkaufspreis von unter 5 €. Drehen können die alle, fragt sich halt, wie leicht und wie lange.
Gruß, fretworker
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RB
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Re: Hopf Gitarren

Beitrag von RB »

Auf meiner Larrivée sind Ping-Tuner verbaut, die ist aber schon älter, noch in Kanada hergestellt, was die heute einbauen, weiß ich nicht. Das sind im Grunde Kopien der Schaller-M6 mini, 1:18 untersetzt und es gibt - außer dem Design- und Ideenklau - nichts an ihnen auszusetzen. Die werden eben irgendwo in Pingpong gebaut und tragen keinen berühmten Namen, sind aber nicht schlecht. Wenn ich sie austauschen würde, dann nur aus ästhetischen Grunden gegen irgendetwas, das edel aussieht, vielleicht mit gravierten Knöpfen. Aber "billig" muß nicht unbeding auch schlecht bedeuten, das wollte ich damit zum Ausdruck bringen.
Es335
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Re: Hopf Gitarren

Beitrag von Es335 »

rwe hat geschrieben:
Fr Mär 05, 2021 10:17 am
Definiere "Schrott". Ich habe auf einer Hopf Virtuose nachgerüstete Schellers, auf einer alten Tama Rubner-Einzelmechaniken, die einen Bruchteil kosten. Die Scheller machen mehr Spaß, klar, aber hinsichtlich des Stimmergebnisses sind die Rubner nicht schlechter. Und auch in der Preisklasse unterhalb der einfachen Rubners, die wirklich nicht teuer sind, gibt es brauchbare Mechaniken. Es kann natürlich mal einen Ausreißer gegeben haben.
... man dreht und nach etwa einer halben Umdrehung ist erst eine Tonhöhenänderungen wahrnehmbar. „Schrott“ ist dafür vielleicht etwas zu krass ausgedrückt aber eine Ausgeburt an Stimmstabilität waren die auch nicht. Rein optisch machten sie durchaus einen guten und soliden Eindruck. (s.u.)
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D8C859CF-E690-49CB-9A0C-9BCD5B735E86.jpeg (33.37 KiB) 521 mal betrachtet
Was den Vergleich Scheller und Rubner betrifft, so möchte ich dem doch deutlich widersprechen. Stimmen kann man in der Tat mit jeder Mechanik irgendwie, solange kein größerer Defekt vorliegt. In Bezug auf Leichtgängigkeit, Spielfreiheit und Präzision liegen jedoch Welten zwischen Scheller und Rubner, was sich natürlich auch in einem deutlichen Preisunterschied niederschlägt.

Ungeachtet dessen würde ich auch Rubner uneingeschränkt attestieren, dass sie wirklich gute Mechaniken zu vernünftigen Preisen bauen und vor allem auch sehr flexibel und schnell auf Sonderwünsche eingehen.

Nur mit den hochwertigen Ausführungen habe ich etwas Probleme. Weniger wegen der Optik, die teilweise sehr ansprechend ist, oder dass die besonderen Materialien den hohen Preis nicht rechtfertigen würden, sondern weil das Kernstück einer Mechanik, das Schneckengetriebe, bei Rubner in allen Ausführungen identisch ist. :wink: :D
Es335
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Re: Hopf Gitarren

Beitrag von Es335 »

RB hat geschrieben:
Fr Mär 05, 2021 11:53 am
... Aber "billig" muß nicht unbeding auch schlecht bedeuten, das wollte ich damit zum Ausdruck bringen.
+1
... wie Der Jung Mechaniken eindrucksvoll belegen. Die besseren Ausführungen wurden qualitativ so verbessert, dass sie den deutlich teureren Gotho Premium Mechaniken ernsthaft Konkurrenz machen. :wink:

... das ändert nichts daran, dass Mechaniken nur einen kleinen Teilaspekt für die (Hopf) Gitarrenauswahl darstellen, was zudem nachträglich schnell und unproblematisch zu ändern ist! :D
fretworker
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Re: Hopf Gitarren

Beitrag von fretworker »

Ich habe eine Der Jung "Dragon & Phoenix", das ist (war?) das Topmodell. Die sind definitiv nichts Besonderes.

Die Hinweise zu Rubner entsprechen auch meiner Erfahrung. Klar sind Scheller (nicht Schaller!) oder Rodgers eine andere Liga, aber eben auch preislich. Rubner ist hingegen, wie schon erwähnt, ausgesprochen flexibel und realisiert auch Sonderwünsche zu moderaten Kosten. Das Preis-/Leistungs-Verhältnis der Spitzenmodelle kann ich allerdings nicht beurteilen, da ich sie nicht kenne.
Gruß, fretworker
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