Klassik auf Stahlsaitengitarre - geht das?

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uwesemmelmann
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Re: Klassik auf Stahlsaitengitarre - geht das?

Beitragvon uwesemmelmann » So Okt 07, 2018 5:48 am

wuwei hat geschrieben:...Der Jazzgitarrist Renato Rozic...


Sehr geil!

Übrigens, nachdem Rolli irgendwo das "Dowland-Set" von Clive Carroll verlinkt hatte, habe ich meine alten John-Dowland-Noten herausgesucht und übe zur Zeit die "Frog-Galliard". Als wäre meine Fylde dafür gebaut...

[Nach wie vor irritiert mich allerdings die auf fis heruntergestimmte G-Saite bei Lautentranskriptionen...]
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Re: Klassik auf Stahlsaitengitarre - geht das?

Beitragvon Es335 » So Okt 07, 2018 9:14 am

uwesemmelmann hat geschrieben:
wuwei hat geschrieben:...Der Jazzgitarrist Renato Rozic...


Sehr geil!

Übrigens, nachdem Rolli irgendwo das "Dowland-Set" von Clive Carroll verlinkt hatte, habe ich meine alten John-Dowland-Noten herausgesucht und übe zur Zeit die "Frog-Galliard". Als wäre meine Fylde dafür gebaut...

[Nach wie vor irritiert mich allerdings die auf fis heruntergestimmte G-Saite bei Lautentranskriptionen...]

Gerade die Frog-Galliard oder auch Tarleton’s Resurrection lassen sich auch problemlos mit klassischer G-Stimmung der G-Saite spielen! :wink:
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wuwei
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Re: Klassik auf Stahlsaitengitarre - geht das?

Beitragvon wuwei » So Okt 07, 2018 12:21 pm

uwesemmelmann hat geschrieben:
wuwei hat geschrieben:...Der Jazzgitarrist Renato Rozic...


Sehr geil!


Ja! Vor allem (mal abgesehen von der gitarristischen Klasse) unglaublich sophisticated, was sich aber möglicherweise erst nach mehrmaligem Hören erschließt und nur dem, der die Stücke, oder besser den ganzen Zyklus, gut kennt.

Jedenfalls scheint er sich sehr intensiv mit den Cellosuiten beschäftigt zu haben. Zwischen den beiden verlinkten Aufnahmen (wohl die einzigen, die es bisher von ihm zum Thema gibt) liegen immerhin 11 Jahre. Das ist mMn auch deutlich zu hören.

Nun ja - ins Mythische gehende "Inkubationszeiten" haben bei diesem Zyklus fast schon Tradition: Bei Pablo Casals sollen's zwanzig Jahr vom Beginn der Beschäftigung bis zur ersten Aufführung gewesen sein und bei Wieland Kuijken (der sie auf einer Viola da Gamba spielt) gar deren dreißig. Daß dabei was anderes rumkommt als bei frischgebackenen Diplomcellisten, die diese Meisterwerke, freilich technisch perfekt, nur so runterperlen, ist klar. Insofern liegt Renato Rozic noch gut im Rennen. Man darf also gespannt sein, ob's auch von ihm eines Tages den kompletten Zyklus zu hören geben wird. Drin hätt' er's, meine ich.

uwesemmelmann hat geschrieben:Übrigens, nachdem Rolli irgendwo das "Dowland-Set" von Clive Carroll verlinkt hatte, habe ich meine alten John-Dowland-Noten herausgesucht und übe zur Zeit die "Frog-Galliard". Als wäre meine Fylde dafür gebaut...


Laß doch mal hören wenn's so weit ist. (Den Phil Hare z.B. höre ich am liebsten wenn er auf seiner kleinen Fylde zuppelt. Klingt einfach klasse und irnxwie very special.)

Dowland hatte ich ja auch schon mehrmals im Visier. Allerdings schien mir jedesmal (ohne daß ich's je ernsthaft probiert hätte) mein spieltechnisches Rüstzeug arg dürftig. Da wären bei mir wohl erstmal 'n paar verschärfte Übungseinheiten angesagt, damit die Sache auch ein Gesicht bekommt. Bild

Herzlichen Gruß, Uwe
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docsteve
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Re: Klassik auf Stahlsaitengitarre - geht das?

Beitragvon docsteve » Mo Okt 08, 2018 12:37 pm

wuwei hat geschrieben:Der Jazzgitarrist Renato Rozic


Wow. Leider kann ich seine Website nicht aufrufen. Wie soll man denn da die CD kaufen?

Hier noch die Sarabande aus der Cellosuite BWV 1008.

Viele Grüße Stephan
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docsteve
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Re: Klassik auf Stahlsaitengitarre - geht das?

Beitragvon docsteve » Mo Okt 08, 2018 12:44 pm

Und wenn noch etwas Eigenwerbung gestattet ist: die 6 Stücke für Gitarre und Orgel von Andreas Willscher, die ich schon an anderer Stelle vorgestellt hatte. Vom Erhabenen zum Lächerlichen :oops:

"La fille aux cheveux de lin" von Debussy funktioniert übrigens sehr gut auf einer Telecaster. Eine Aufnahme habe ich allerdings (noch) nicht gemacht. Das Stück ist original für Klavier, läuft hier also außer Konkurrenz, existiert aber in zahlreichen Bearbeitungen für klassische Gitarre und Jazzgitarre (Ted Greene, Johnny Smith).

Viele Grüße Stephan
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wuwei
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Re: Klassik auf Stahlsaitengitarre - geht das?

Beitragvon wuwei » Mo Okt 08, 2018 7:50 pm

docsteve hat geschrieben:
wuwei hat geschrieben:Der Jazzgitarrist Renato Rozic

Wow. Leider kann ich seine Website nicht aufrufen. Wie soll man denn da die CD kaufen?


Die HP konnte ich auch nicht erreichen; lag also offenbar nicht an meinem veralteten Browser. Wegen der CD habe ich mich mal schlau gemacht, soweit möglich. Rozic hat auf jeden Fall 2006 eine Bach-CD veröffentlicht. Die scheint jedoch nicht mehr am Markt zu sein. Lediglich ein Restexemplar aus Lagerbestand schwimmt noch im Urwaldfluß. Allerdings kann die dortige Inhaltsangabe unmöglich stimmen: Cellosuiten 2, 5 & 6 nebst Weiterem bei einer Gesamtspieldauer von 46 Minuten. Der Schnitt meiner Aufnahmen von 2, 5 & 6 liegt bei etwa 80 Minuten. Und ausgehend von den zwei verfügbaren Clips dürfte Rozic grob geschätzt die doppelte Zeit dafür brauchen. Es könnte sich demzufolge höchstens um jeweils ein, zwei Sätze aus den entsprechenden Suiten handeln. Für mich leider nicht wirklich interessant. Ob das die einzige reine Bach-CD ist, die er gemacht hat, ist mir bei der Recherche nicht recht klar geworden, scheint aber so.

docsteve hat geschrieben:Und wenn noch etwas Eigenwerbung gestattet ist: die 6 Stücke für Gitarre und Orgel von Andreas Willscher


Coole Sache, Stephan! Jedes Stück hat 'ne ganz eigene Stimmung. Assoziativ spannt sich bei mir der Bogen von Fellini-Filmen über Paris, Texas bis hin zu Fahrstuhl zum Schafott. Gefällt mir. Lebt der Komponist in München?

Herzlichen Gruß, Uwe
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Re: Klassik auf Stahlsaitengitarre - geht das?

Beitragvon docsteve » Di Okt 09, 2018 11:48 am

wuwei hat geschrieben: Lebt der Komponist in München?
[/quote][/quote]

Nein, soweit ich weiß in Hamburg.

Viele Grüße Stephan
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Re: Klassik auf Stahlsaitengitarre - geht das?

Beitragvon dominik » Sa Okt 20, 2018 12:38 pm

Und jetzt auch LJ !!!: Laurence Juber auf einer uralt Martin mit klassischem Repertoire: Dowland , Bach, de Visee, Giuliani und vieles mehr: http://www.laurencejuber.com/touchstones/ . Kann man auf YouTube schon anhören.
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Re: Klassik auf Stahlsaitengitarre - geht das?

Beitragvon docsteve » Mi Okt 31, 2018 3:17 pm

Auf Soundcloud gibt es die Musik auch, ich höre sie gerade. Der Mann hat ja weniger Follower als ich. 8)

Mir fehlen etwas die Dynamik und Phrasierung - vielleicht kommen sie am Headset nur nicht rüber. Aber seine Beatles-Arrangements gefallen mir besser.

Viele Grüße Stephan
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Lotti
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Re: Klassik auf Stahlsaitengitarre - geht das?

Beitragvon Lotti » Sa Dez 01, 2018 9:25 pm

Hier mal was Klassisches für die Plektrum-Spieler...
https://www.youtube.com/watch?v=ezrCn270Pr4

Hab mir den Truefire-Workshop von Tony Sotherman zugelegt, wobei er in dem Video eine Konzertgitarre flatpickt :shock:
Hört sich auf einer Steelstring mit Plek natürlich ebenso gut an.

Ansonsten kenne ich nur William Bay und Oliver Waitze, die Klassik mit Plek auf Stahl spielen (beide haben auch Bücher zu dem Thema rausgebracht).
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Re: Klassik auf Stahlsaitengitarre - geht das?

Beitragvon docsteve » Mo Dez 03, 2018 1:53 pm

Klassik mit dem Pick ist ja eines meiner Lieblingsthemen. Hatte ich HVL Prelude 3 schon hier gepostet? Dass ich gerade Debussy mit Pick UND elektrisch spiele, hatte ich bereits erwähnt. Im Moment ist Clair de Lune dran, ich habe aber nur eine sehr unvollständige Bearbeitung. Warum Debussy? Zum einen, weil es sowieso Bearbeitungen sind, zum anderen, weil das Schwebende, Träumerische sich gut auf der E-Gitarre mit etwas Delay abbilden lässt, und zumindest bei mir besser klingt als auf Nylon.

Was den verlinkten Kurs angeht: HVL Etude 1 oder La Catedral mit dem Pick - um eine gute Pick-Technik zu erarbeiten, sind diese Stücke sicherlich eine Herausforderung, aber ob ein Pick dem musikalisch etwas hinzufügen kann? Spannend ist ja nicht, was technisch geht, sondern ob es musikalisch etwas bringt. Berichte doch mal.

William Bay's Buch habe ich, finde aber die Kompositionen nur so mittelgut. Ich habe den Eindruck, er hat ein Stück in E-Dur, eines in E-Moll, eines in A-Dur und A-Moll, eines in D-Dur, eines in D-Moll - und dann jedes Stück fünfmal. Will sagen, die Stücke geben nicht nur wenig her, sondern sind sich auch noch sehr ähnlich. Da verweise ich lieber nochmal auf Gilbert Isbin und Christian Vasseur.

Und vielen Dank für den Hinweis auf Oliver Waitze, da sollte ich mal vorbeischauen. Ist ja nur einmal übern Berg.

Viele Grüße, Stephan
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Re: Klassik auf Stahlsaitengitarre - geht das?

Beitragvon docsteve » Mo Dez 03, 2018 1:53 pm

PS Ich erinnere mich daran, dass eine amerikanische Klassik-Gitarristin auf Pick umgestiegen ist, weil sie eine fokale Dystonie hatte und deshalb nicht mehr mit den Fingern spielen konnte. Das ist natürlich eine ganz andere Motivation. Weiß einer, wer das istß

Viele Grüße Stephan
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Re: Klassik auf Stahlsaitengitarre - geht das?

Beitragvon Lotti » Mo Dez 03, 2018 5:14 pm

Hatte ich HVL Prelude 3 schon hier gepostet?


Meisterlich gespielt :r: So ein Level muss man erstmal erreichen. Von daher ist mir auch William Bay viel zu schwer. :aua: :aua: :aua:

Vielleicht könnte dich auch das Buch von Felix Schell interessieren:

http://www.schellmusic.com.de/epages/64 ... 2011076%22" onclick="window.open(this.href);return false;

und hier nochmal Oliver Waitze:

http://www.schellmusic.com.de/epages/64 ... %205630%22" onclick="window.open(this.href);return false;

Stephan, wenn du noch weitere gute Quellen für die Solo-Flatpicking Gitarre hast, dann lass es mich wissen. Muss nicht zwingend Klassik sein. Bin durch dieses Forum
z.B. auch auf Jürgen Treyz aufmerksam geworden. Er hat gerade ein Buch über alte Deutsche Tanzmusik in DADGAD veröffentlicht. Arrangiert für die Plektrum-Solo-Gitarre - brauchst also keinen Jam-Track mit Begleitung.

Suche alles aus dem Bereich Bluegrass, Blues, Celtic, Rock - und Rockabilly, sowie Klassik.


Gruß

Jan
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Re: Klassik auf Stahlsaitengitarre - geht das?

Beitragvon Lothar » Di Dez 04, 2018 10:54 am

@ docsteve
Bei der Klassikdame könnte es sich um Liona Boyd handeln.

Gruß
Lothar
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Re: Klassik auf Stahlsaitengitarre - geht das?

Beitragvon Es335 » Di Dez 04, 2018 12:08 pm

Lothar hat geschrieben:@ docsteve
Bei der Klassikdame könnte es sich um Liona Boyd handeln.

Gruß
Lothar

... aber nur vorübergehend und weil sie eine zweite Karriere als Singer/Songwriter begonnen hat. Klassisch spielt sie heute wieder ganz konventionell mit Daumen und Fingern. Das aber nicht mehr auf dem ehemaligen Niveau und demzufolge auch nicht mehr öffentlich.

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