Der gute Ton

Alles über die klassischen Spielweisen

Moderator: RB

Hans W.
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Beitrag von Hans W. »

Der Papa hat geschrieben:
Filigran hat geschrieben:Vielleicht nicht unbedingt das Wetter, aber die eigene Konzentationsfähigkeit ist schon ein einschränkender Faktor. Wenn Du im Kopf nicht voll da bist, müde, krank oder abgelenkt, dann geht es halt schief. Selbst wenn die Nägel super in Form sind und die Hände sich wunderbar bewegen können, kann es trotzdem daneben gehen. Selbt automatisierte Bewegungsabläufe benötigen Konzentration, um zu 100% zu funktionieren.
Hallo Filigran ,

na wenn du absoluter Profi bist wie so mancher Vorschreiber sich darstellt, dann ist man immer in Topform :wink: .


lg
Auch Profis sind nur Menschen und nicht immer in Top-Form. Sie wissen es nur besser zu kaschieren. Ist ja auch notwendig. Aber wie man weiß, sind gerade die Sternstunden bei den Künstlern zu finden, die es zulassen, auch wenn sie nicht so gut drauf sind, so zu spielen, wie es gerade eben ist, ganz aus sich heraus. Die "Warmduscher", die sich auf die sichere Ebene zurückziehen können, sind meist doch etwas langweilig, auch wenn sie gut drauf sind. Kurzum da ist mir Bream näher als Yepes, wenn man mal Namen aus der Vergangenheit nennen will.
Grüße,
H.W.
Der Papa
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Beitrag von Der Papa »

Hallo Hans

der Spruch "Die "Warmduscher", die sich auf die sichere Ebene zurückziehen können, sind meist doch etwas langweilig, "

war jetzt böse , aber zumindest für mich sympathisch....

Oftmals geht man heute ins Gitarrenkonzert und die immer ewig gleichen ollen Kamellen werden immer wieder aufgewärmt. ...selbst bei richtigen Stars der Klassikgitarre, die eigentlich mal etwas mutiger ans Repertoire rangehen könnten, da sie ja schon allen bewiesen haben das sie es können...es wird zwar besser , aber seeehhhhrrr langsam ....

lg
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docsteve
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Beitrag von docsteve »

Die Kunst ist ja auch, trotz schlechtem Wetter (ersetze: Erkältung, Fingernagel schlecht gefeilt, Wellensittich gestorben, Voodoo-Puppenzauber) den Ton noch hinzukriegen. Das meinte ich eigentlich, und Rauchgit wohl auch. Deshalb gehört zum Einspielen, die Ohren zu spitzen und die Hände korrekt einzustellen oder wie man das nennen will.

VG Stephan
rauchgit
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Beitrag von rauchgit »

Genau Stephan, das meinte Rauchgit auch! Wenigstens an dem laborieren, was die Gitarrenwelt als richtig rausgefunden hat. Darum geht es mir mit meiner Überlegung. Was die Tagesform daraus macht, das ist leider wieder ein anderes Kapitel.

Grüße
rauchgit
Filigran
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Beitrag von Filigran »

gelöscht
Zuletzt geändert von Filigran am Mi Mai 18, 2016 4:25 pm, insgesamt 1-mal geändert.
Der Papa
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Beitrag von Der Papa »

Hallo Filligran ,

das ist alles richtig, und wenn selbst die Romeros viele
Standards immer spielen obwohl sie ja sagen wir mal
aufgrund ihres Rufes auch experimenteller auftreten könnten
hat das natürlich den Hintergrund das man diese Standards halt erwartet.

Ich finde nur man kann halt auch mal ein paar andere Stücke bringen,
neben den üblichen Klassikern.

Wenn du wie ich öfters ins Konzert gehst und teilweise auch 300 km fährst, und dann in 5 Konzerten fast ähnliches Repertoire hörst , dann sagst du halt nach der 3. Alhambra, dem 3. Asturias oder dem 4. Capriccio Arabe vielleicht wäre so ein Usher Waltz von Koshkin oder die Fantasie von Teleman auch mal nett. Ich brauche da jetzt auch nicht unbedingt ganz abgedrehtes neue Musik Zeugs. ...klar mag ich die alten Kamellen auch, und natürlich sind das All Time Klassiker weil sie großartige Musik sind...

mehr nicht .....

lg
Hans W.
Beiträge: 52
Registriert: Sa Okt 20, 2012 10:15 pm

Beitrag von Hans W. »

Die Mischung macht´s. Es sollten Schmankerl für die grauhaarigen Damen mit Perlenkette dabei sein, aber dann eben dazwischen mal etwas mit Niveau, sonst verflacht doch unser Genre immer mehr. Einfach mehr Mut zeitgenössische Musik zu spielen. Wir bewegen uns doch da oft wie in einem Museum. Nichts gegen Bach, etc., aber es gibt auch genügend Komponisten des 20 igesten und 21 igsten Jahrhunderts, die gespielt gehören, zur Diskussion gestellt. Ein Punkt ist natürlich die GEMA, die jedn veranstalter gehörig abkassiert, wenn relevantes Material aufgeführt wird. Das schreckt ab. Die Veranstalter müßen ja eh schauen, daß sie alles hinbekommen und dann greift noch die GEMA gehörig zu, wenn mal etwas Brouwer, Takemitsu oder Britten dabei ist.

Das mit dem Warmduschern war gemein, aber was soll´s, mir ist etwas mehr Risiko einfach lieber, dafür akzeptiere ich auch, wenn mal etwas schief geht. Bei Bream war es ja immer ein Ritt auf Messersschneide. Dyens ist auch so ein Hasardeur, mal genial, mal wird es schon schwierig für den genauen Hörer. Romeros kann ich nicht hören, das ist mir zu seicht. Viele der Jungen guten Gitarristen täte ein wenig mehr Ego gut!
L.G.,
H.W.
jürgenM

Beitrag von jürgenM »

Ich finde: Der gute Ton steht und fällt mit der möglichst sauberen Stimmung der Gitarre.
Unsauberkeiten , z.B. ungewollte flageolets geben dem Spiel eine Farbe, eine überraschende Zufälligkeit, die man sehr schön nutzen kann, um spontan auf sein eigenes Spiel zu reagieren.
Was ich meine: Die Gitarre spielt auf einmal selbst, man muß aber entspannt darauf eingehen.

na ja und üben.

Ich bin selbst noch nicht so lang dabei, merke aber, daß das der richtige Weg ist.

Denke, ein mit Herzblut gespieltes Instrument schlägt den Zuhörer eher in den Bann als eine aalglatte perfekte Darbietung.

STIMMUNG!!!

gruß...j..
kaman
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Beitrag von kaman »

jürgenM hat geschrieben: Was ich meine: Die Gitarre spielt auf einmal selbst, man muß aber entspannt darauf eingehen.

na ja und üben.

Denke, ein mit Herzblut gespieltes Instrument schlägt den Zuhörer eher in den Bann als eine aalglatte perfekte Darbietung.

STIMMUNG!!!

gruß...j..
Und noch wichtiger den Spieler selbst.
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tele
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Beitrag von tele »

Um nochmal zum Ausgangspunkt der Diskussion zurückzukehren, will ich jetzt mal eine Analogie aus der Welt der Blasmusik einbringen. (Ich denke als ehemaliger Nebenfachstudent im Fach Querflöte bin ich dafür halbwegs qualifiziert.) Tonblildung ist ja für Bläser ein zentrales Thema. Bevor es an technische Etüden und Vortragsstücke geht, werden erst lange Töne ausgehalten. Dies hat wohl den Sinn, dass man sich, ohne durch Fingertechnik abgelenkt zu werden, ganz auf seinen Ansatz, seine "Embouchure" konzentrieren kann. Schön und gut, aber ich habe für mich herausgefunden, dass das freudvolle Spielen von technisch nicht sehr fordernden, aber musikalusch motivierenden Stücken meinem Ton zuträglicher ist, als das freudlose Heruntergenudele irgendwelcher Tonübungen. Die mache ich nur noch für die Extremlagen, die in Stücken selten vorkommen ( das hohe fis im pianissimo als Schlusston der Pavane von Faure z.B muss gut vorgeübt sein, sonst quietschts nur). Ein guter Ton stellt sich bei mir auch so nach 20-30 Minuten Spielzeit ein, ziemlich unabhängig davon, was ich übe.
Zurück zur Gitarre heißt das, mit welcher Konzentration und wie lange man übt, ist wichtiger, als das was man übt. Irgendwelche geheimen Wunderübungen zur Tonbildung gibt es nicht, langsam spielen und sich dabei auf die Anschlaghand zu konzentrieren halte ich für das beste Mittel um einen guten Ton zu erlangen.
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docsteve
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Beitrag von docsteve »

Einverstanden!

Ich spiele mich auch lieber mit ein paar Fingerstyle-Nummern ein (aktuell "The Boxer", Dauerbrenner: "Freight Train") als mit irgendwelchen Etuden. Motiviert mehr, und auf die Tonbildung achten kann man dabei auch.

Viele Grüße, Stephan
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tele
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Beitrag von tele »

Wer von beiden hat den besseren Ton?
-Der bekannte SiteAdmin mit seiner Qualitätsgitarre?
http://www.youtube.com/watch?v=g-yja2FILnU
-Das junge Multitalent mit Cutaway?
http://www.youtube.com/watch?v=_s28LgsuDhU
Alles eine Frage des Geschmacks :wink:
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docsteve
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Beitrag von docsteve »

Meinem Geschmack nach ist der Site Admin von Ton und Gestaltung klar überlegen ;-)

Viele Grüße, Stephan
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tele
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Beitrag von tele »

Von der Gestaltung her auf jeden Fall, aber seinen Ton finde ich leicht metallisch. Mir ist das aufgefallen, als ich ein Beispiel für die Napoleon Coste Etüde op 38,1 gesucht habe, an der ich mich gerade versuche,
https://www.youtube.com/watch?v=CWeWFlCmKO4
Da klingt der silberlockige Edson Lopez doch angenehmer:
https://www.youtube.com/watch?v=20IePzj4aVM
Na, mal abwarten wie weit ich damit komme. :wink:
Ulrich Peperle
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Beitrag von Ulrich Peperle »

[Beitrag vom Verfasser entfernt]
Zuletzt geändert von Ulrich Peperle am Sa Apr 09, 2016 9:58 am, insgesamt 1-mal geändert.
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