Flamencogitarre / Literatur für Anfänger gesucht

Alles über die klassischen Spielweisen

Moderator: RB

classical
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Flamencogitarre / Literatur für Anfänger gesucht

Beitrag von classical »

Ein Hallo und eine Frage an die Flamenco-Spezialisten,
wenn es die Zeit erlaubt, möchte ich mich im Laufe des Jahres "ein wenig" mit Flamenco beschäftigen.
Zur Vorbereitung suche ich gute Einsteiger-Literatur.
Die Betonung liegt auf Literatur, also keine DVD's oder online-Kurse.
Ich möchte nicht mit der Gitarre vor dem PC sitzen.

Wer von euch hat Erfahrung mit dem hochgelobten Buch von
Bernd Steinmann - Die Flamencogitarre

für weitere Tipps bin ich dankbar!

Beste Grüße
classical
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StringKing
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Beitrag von StringKing »

Wenn Du die Möglichkeit hast: " Such Dir einen guten Lehrer !" :roll:

Ansonsten kann ich die Schule von Graf Martinez empfehlen.

Sehr inspirierend sin auch diese hier, allerdings mit DVD:
http://www.encuentro.ch/FSD.htm
Gruß StringKing
Bernd C. Hoffmann
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Beitrag von Bernd C. Hoffmann »

Edit: 31.01.2013
Meine Empfehlung für D. Leiva gebe ich nur noch unter Vorbehalt ab. Siehe hierzu mein Beitrag auf Seite 2.

Bernd Steinmann kann ich empfehlen, wenngleich einiges zu wenig in die Tiefe geht. Besonders misraten sind die Palmas, die es nur im Foto und als Text zu bestaunen gibt. Auf der CD hat man sie - mir völlig unverständlich - weggelassen. Steinmann und der Graf eränzen sich gut.

Daneben kann ich es einiges weitere empfehlen:

Gerhard Graf-Martinez: Flamenco Gitarrenschule Band 1 + 2 (Bd. 1 enthält die CD für beide Bücher)
Ich hatte sie als erster für mehrere Zeitschriften rezensiert. Fetzige Falsetas darf man hier nicht erwarten, dafür aber ein solides Rhythmusfundament! Insbesondere hat er es geschafft, dass man die Bulería ganz einfach verstehen lernt. Das leistet in dieser Einfachheit bis heute kein mir bekanntes Lehrwerk. Hier zeigt sich, dass Gerhard aus der Tanzbegleitung kommt. Seine Falsetas glänzen nicht in melodischer Farbenpracht sondern sind so konzipiert, dass man den Compás im Überblick behält. Zudem bieten sie reichlich Anregung, um daraus etwas eigenes zu entwickeln. Stilistisch modern angehaucht.

Juan Martín: El Arte Flamenco de la Guitarra [engl.] inkl. CD
Traditioneller Flamenco puro. Ich hatte das Buch meinen Schülern als Ergänzung zu Gerhards Lehrwerk empfohlen. Beide Lehrwerke ergänzen sich gegenseitig wunderbar!

Claude Worms & Oscar Herrero: Traité de guitare flamenca Vol. 1 bis 3 [fr. sp. engl.], jeweils ink. CD. Beide Autoren sind sowohl als Gitarristen, Autoren und Lehrer eine sehr feste Größe und haben auch eigene Videokurse. Siehe hier: http://www.ole-espana.de/cgi/websale6.c ... 2645%2fmd5}

Manuel Granados: Tratado Academico de la Guitarra Flamenca [sp. + engl.] Vol. 1 bis 5, jeweils inkl. CD. Diese Serie ist nagelneu von 2012 und steht hoch im Kurs. Der Autor hat schon viele erfolgreiche Lehrwerke verfasst. Ich habe sein "Manual Didactico" in 3 oder 4 Bänden vorliegen; erdiger flamenco puro, teilweise modern angehaucht, allerdings nicht für FlamencoTOTALeinsteiger geeignet, weil hierin keine Techniken vermittelt werden. Hierfür ist die neue Serie "Tratado Academico" gedacht. Es gibt Vorteilspreise für den Kauf der kompletten Serie. Hier im Forum bietet sie jemand zu einem interessanten Preis an: http://fingerpicker.de/forum/viewtopic.php?t=17329

Dennis Koster: The Keys to the flamenco guitar [engl.] Band 1 + 2, jeweils inkl. CD (hoffe ich; ich habe noch die Kassettenausgabe)
Der Autor ist Schüler von Sabicas und Mario Escudero. Entsprechend orientiert er sich an traditionellem Material dieser beiden großen Gitarristen. Sein Temperament scheint eher von ruhiger Natur zu sein, aber das gesamte Material, auch didaktisch, ist absolut korrekt.

Paul Martinez: De flamenco. Metodo de bulerías [sp. + engl.] inkl. CD
Irgendwann kommt man an einen Punkt, wo ein Nichtspanier mit der Bulería auf Grund ihrer Komplexität zu kämpfen hat. Was in fast jedem Lehrwerk - für Nichtspanier - viel zu wenig Beachtung findet, sind Beispiele zu Remates, Llamadas und Einstiegsfalsetas etc. Den Einführungen folgen Beispiele von bekannten, hauptsächlich aktuellen Gitarristen (Paco d. L., Moraíto, Tomatio, Vicente Amigo u. u.), die auch auf der CD eingespielt sind. Auch eine gesungene Bulería, die begleitet wird, ist mit dabei! Zusätzlich gibt es zum Üben Palmasbegleitung in verschiedenen Geschwindigkeiten, um quasi eine authentische Spielsituation vorzufinden. Siehe hier: http://www.elflamencovive.com/metodos-p ... erias.html

Unter Vorbehalt! David Leiva: Método de Guitarra Flamenca desde el compás Vol. 1 + 2, jeweils inkl. CD
Typischer Ablauf je Palo: Technik, Rhythmus, Falsetas, kurzes Übungsstück zur Anwendung des Gelernten. Alles weitere hier: http://www.anda.de/metodo-de-cante-y-ba ... -amiento-5


Zum Üben verschiedener Palos empfehle ich für die rhythmische Stabilität eine Backtracking-CD. Bekannte Serien gibt es bspw. von Manuel Salado unter dem Namen "Solo Comás" und "Mas Compás". Gerade an diesem Bedarf zeigt sich, wie unvollständig heute noch fast jedes Lehrwerk ist.

Viel Erfolg![
Zuletzt geändert von Bernd C. Hoffmann am Do Jan 31, 2013 5:39 pm, insgesamt 5-mal geändert.
Liebe Grüße
Bernd
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Herigo
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Re: Flamencogitarre / Literatur für Anfänger gesucht

Beitrag von Herigo »

classical hat geschrieben:...wenn es die Zeit erlaubt, möchte ich mich im Laufe des Jahres "ein wenig" mit Flamenco beschäftigen.......
Beste Grüße
classical
lieber classical,

aus eigener erfahrung möchte ich diese aussage etwas hinterfragen. das kann man machen wenn man dieses stilistik in sein eigenes spiel mit einfließen lassen will, also eigene stücke schreiben möchte oder viel improvisiert, auch auf der e-gitarre oder der steelstring wenn man die funktion eines leadgitarristen in einer akustischen gitarrenband hat. es öffnet den musikalischen horizont und bringt abwechslung bei soli.

mit flamenco hat dies aber nicht viel zu tun. ich gehe nun seit 3 jahren monatlich mindestens einmal in den unterricht zu einem flamencogitarristen. ich habe viel gelernt aber zu einer begleitung in einer tanzschule selbst im beisein des lehrers reicht es noch nicht. aus meiner sicht einen kleinen sprung nach vorne habe ich in den letzten 2-3 monaten gemacht. ich habe quasi während dieser zeit den flamenco noch mal "neu" entdeckt. das fand erstmals und wahrscheinlich auch entscheidender weise auf der rhythmischen ebene statt. beim betrachten eines videos auf dem ich eigentlich eher zum "spaß" etwas "flamenco" spielte hörte ich wie schlecht mein rhythmisches spiel ist. ich habe dann alles was ich so in den drei jahren gelernt habe mit dem metronom kontrolliert. das geht auch ohne eine speziell angepasste "reloj" (uhr). also ein metronom mit den 12 üblichen zählern eines compas. bisher war ich da viel zu nachlässig. weil ich eigentlich in der "normalen" musik kein timing problem habe, bzw. auch basspielend gut im rock-pop-funk-bluesbereich grooven kann.

nun, das gab mir auch etwas sicherheit und auch mein lehrer meint, dass es langsam anfängt zu "grooven". parallel hatte ich ein paar gute videos gesehen die mir den flamenco gefühlsmäßig näher brachten. umgekehrt ausgedrückt, ich habe mich gefühlsmäßig dem flamenco mehr geöffnet, stellte nämlich fest, dass ich das gar nicht hatte. ich finde nun gesang und auch tanz viel reizvoller und bedeutender, vielleicht sogar als das wichtigste am flamenco, weil man eben nicht unbedingt die gitarre braucht, bzw. erkennt welche funktion sie eigentlich haben sollte.

man sollte paco, vicente, und einige der vituosen erst mal vergessen. man macht es sich nicht noch schwerer als es eh schon ist und man konzentriert sich mehr auf den "groove". es fällt einem deutlich leichter ohne durchzuzählen im compas zu bleiben.

die einzelnen techniken verlangen intensives üben, nichts geht wirklich leicht wenn es klingen soll. dies sollte man beachten, wenn man sich ein "wenig mit flamenco beschäftigen will". zumindest dann wenn das ergebnis in der einfachsten ausführung authentisch rüber kommen soll.

es liest sich vielleicht nicht so, aber im moment macht mir das üben für flamenco noch mehr spaß. einfach weil sich der fokus auf den rhythmischen aspekt bezieht und sich dadurch die verkrampfung etwas legt. die falsetas oder schnellen läufe, komplizierte griffe mit wahnsinnigen spreizungen sind beiwerk, uninteressant für tanz und gesang. schau mal nach einem video von Diego del Gastor auf youtube, insbesondere wo er gesang begleitet...

mit anderen worten, allein der unterricht mit lehrer und mehr noch mit literatur bringt nicht viel, wenn man sich nicht emotional beteiligt.

...so mal als vorschlag zum drüber nachdenken...
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Der Papa
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Beitrag von Der Papa »

Hallo,

Den Ausführungen von Herigo kann ich nur beipflichten und finde es schon bemerkenswert wenn man das 3 Jahre durchhält. Ich fing mal bei einem Flamenco Gitarristen mit Unterricht an, und habe es nach 3 Monaten wieder aufgegeben.
Ich höre Flamenco sehr gerne, es ist aber nicht nur technisch sondern vor allem Rhythmusmässig zu schwierig um dass mal so nebenbei zu machen.

Das war mein Eindruck beim Ausflug in die Flamenco Welt.
Für mich war es etwas frustrierend als ehemaliger Bandspieler
Und fortgeschrittener Klassikgitarrist so gar nichts auf die Reihe
Bekommen zu haben. Da kann ich vor Herigo nur den Hut ziehen,
Das er das so lange durchzieht und nun langsam die Erfolge kommen.

Ich persönlich kann mir nicht vorstellen da ohne Lehrer nur mit Büchern weiterkommen.
Bernd C. Hoffmann
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Beitrag von Bernd C. Hoffmann »

Der Papa hat geschrieben:Ich persönlich kann mir nicht vorstellen da ohne Lehrer nur mit Büchern weiterkommen.
Ich mir schon. Die Frage ist, wo man hin will. Vor Ort habe ich keine Begleitmöglichkeit. Ich müsste sonst jedesmal ca. 100 km wegfahren. Also konzentriere ich mich aufs Solospiel. Allerdings muss ich gestehen, dass ich auch irgendwann mal nach Spanien ging, um mir eine Gitarre bauen zu lassen. Bei der Gelegenheit bin ich an einen guten Lehrer geraten, der mich auf jedes seiner Konzerte mitnahm. Vorher habe ich das Flamencotremolo partout nicht hinbekommen. Nach 2 Tagen "vor Ort" war der Bewegungsablauf auf einmal intus. Wohl etwas unsauber, weil die Feinmotorik noch nicht dafür trainiert war, aber es war ein besonderes Aha-Erlebnis! Es ist auch etwas anderes, wenn ich mir eine CD mit gewöhnungsbedürftigem Geschreie anhöre oder wenn ich live im geschlossenen Kreis mit meinem Lehrer unter Zigeunern sehe, wie Emotionen des tiefsten Schmerzes den Sängern beim Vortragen ins Gesicht geschrieben stehen und man beim Zuhören so nah ein Teil davon wird, dass einem ein kalter Schauer dem Rücken herabläuft und es am ganzen Körper eine Gänsehaut hervorbringt, weil man selbst sehr tief davon berührt wurde, obwohl man textlich überhaupt nicht versteht, was tatsächlich gesungen wird.

Ergo: Ich werde mich bald mit Gesangsbegleitung aus der Konserve bedienen und irgendwann einen echten Sprung ins kalte Wasser wagen.
Liebe Grüße
Bernd
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Herigo
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Beitrag von Herigo »

Bernd C. Hoffmann hat geschrieben:.......Allerdings muss ich gestehen, dass ich auch irgendwann mal nach Spanien ging, um mir eine Gitarre bauen zu lassen. Bei der Gelegenheit bin ich an einen guten Lehrer geraten, der mich auf jedes seiner Konzerte mitnahm. Vorher habe ich das Flamencotremolo partout nicht hinbekommen. Nach 2 Tagen "vor Ort" war der Bewegungsablauf auf einmal intus. Wohl etwas unsauber, weil die Feinmotorik noch nicht dafür trainiert war, aber es war ein besonderes Aha-Erlebnis! Es ist auch etwas anderes, wenn ich mir eine CD mit gewöhnungsbedürftigem Geschreie anhöre oder wenn ich live im geschlossenen Kreis mit meinem Lehrer unter Zigeunern sehe, wie Emotionen des tiefsten Schmerzes den Sängern beim Vortragen ins Gesicht geschrieben stehen und man beim Zuhören so nah ein Teil davon wird, dass einem ein kalter Schauer dem Rücken herabläuft und es am ganzen Körper eine Gänsehaut hervorbringt, weil man selbst sehr tief davon berührt wurde, obwohl man textlich überhaupt nicht versteht, was tatsächlich gesungen wird. .......
ich denke, dass genau das alles sagt was zu sagen ist. weil ich diese geschichte von bernd kenne hatte ich überlegt ob ich sie nicht in meinem beitrag erwähnen sollte. ich halte das gepaart mit seiner strebsamkeit etwas richtig zu machen für die eigentliche grundlage seiner fähigkeit flamenco zu spielen.

für mich stellt sich die frage mit flamenco aufzuhören eigentlich nicht. selbst wenn ich es nie schaffen würde eine einigermaßen passable begleitung zustande zubringen. weil ich mag eben auch spanien, liebe das land, die kultur, das essen, die sprache, die menschen, im allgemeinen den lebenstil. für mich ich das flamenco üben auch ein teil davon, dann dort zu sein...

übrigens habe ich mit Moraito Chico doch jemanden entdeckt den ich idealisiere. ich bin sehr betrübt, dass ich ihn erst nach seinem tode 2011 kennenlernte. er starb mit 55. für mich ist er als gitarrist einer der seelen des flamenco. bei allem was ich von ihm gesehen habe ein überaus freundlicher und gütig erscheinender mensch. er hat unheimlich gegroovt und (wie man als rock'n'roller sagt) sehr songdienlich gespielt.

ich kann zwei längere videos empfehlen, eins das glaube ich bernd zuerst empfahl (???)

http://www.youtube.com/watch?v=sy1CON72lac

ich persönlich fand den folgenden film sehr berührend, es ist das gedenkkonzert für moraito, er spielt nicht mehr aber sein geist ist da und sein sohn Diego de Morao ist noch etwas moderner aber doch auch sehr in der tradition verankert. wenn man dem gesang die gelegenheit gibt in einem wirkung zu entfalten kommt man der seele des flamenco schon sehr nahe. was das ist kann man schwer in worte beschreiben.

http://www.youtube.com/watch?v=U7BuglyDmCA

für mich hat das sehr viel ähnlichkeit mit blues. "leider" ist flamenco nicht so einfach für einsteiger, das bedauern sogar flamencos wie ein Bernardo Sandoval.
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Herigo Carajillo de los Bomberos de Alemania
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classical
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Beitrag von classical »

Na, Ihr Lieben, auf eine einfache Frage folgt ein so interessanter Thread!

@Bernd C. Hoffmann
ganz ganz herzlichen Dank für deine ausführliche Literaturliste mit den ausführlichen Beschreibungen.
Du hast dir so viel Arbeit gemacht, dass kann ich gar nicht wieder gutmachen!
Nach deinen Beschreibungen und Erfahrungen mit deinen Schülern, könnte es sinnvoll sein, mit Steinmann, Martinez und Martin anzufangen.
Danke, dass du mir, und vielleicht auch anderen Mut machst, wenn es nicht anders geht, mit Büchern anzufangen.

@Herigo, wie immer sind deine Beiträge sehr interessant und deine Erfahrungen die du ausführlich beschreibst, zeigen ganz deutlich wie schwierig es mit dem Flamenco lernen ist, sein kann... Ich habe irgendwo mal gehört/gelesen: Klassik kannst du lernen, Flamenco mußt du leben!

Bei mir kommt noch erschwerend dazu, dass ich max. ca. 1-2 Stunden täglich für die Gitarre habe, und das nach einem harten Arbeitstag.
Ich weiß gar nicht ob das geht, Klassik und Flamenco gleichzeitig. (???)

Vielleicht kann @DerPapa noch ein paar Worte dazu sagen.

@StringKing, deine Empfehlung geht ja in die Richtung von Bernd, mit Graf Martinez anzufangen. Dein Linktipp ist sehr interessant, ich habe mir eben die Seite angesehen, Herzlichen Dank!

Ich wünsche euch ein schönes sonniges Wochenende!

Beste Grüße
classical
Der Papa
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Beitrag von Der Papa »

Hallo Classical,

Probieren geht über Studieren...ich fand es mit Lehrer schon schwierig,
obwohl ich ansonsten sehr gut autodidaktisch mit Bücher und PlayalOngs
Zurechtkomme.

Ich brauche halt auch schnell Erfolgserlebnisse beim üben und das war beim Flamenco etwas zermürbend. Das kommt halt drauf an wie man selbst so tickt.

Ich wünsch dir viel Erfolg und du kannst ja mal berichten nach einiger Zeit wie das bei dir so lief.

Herigo ist ja schon gut musikalisch unterwegs und er brauchte mit Lehrer
3 Jahre und gibt ehrlich oben zu in einer Flamenco Gruppe nicht mithalten zu können.

Lg
classical
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Beitrag von classical »

Hallo Papa,
die nötige Geduld ist nicht mein Problem.
Egal ob Klassik oder Flamenco, Langstrecke ist immer angesagt.
Eine Bach-Fuge spielst du auch nicht nach drei Jahren.

Letztlich hängt es auch davon ab, wieviel Zeit mir mein Job läßt...

Mach dir noch ein schönes Gitarrenwochenende!

Beste Grüße
classical
Der Papa
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Beitrag von Der Papa »

Hallo classical,

Nur Mut, vielleicht fällt dir das ja auch leicht.
Bin auch eher ein Langstreckenüber( Alhambra hat auch 2 Jahre gedauert und sitzt jetzt).

das mit dem üben wird nix. Habe mir gestern die Autotür auf den Zeigefinger
Gehauen und bin froh wenn der Nagel dranbleibt.

Viel Spaß und lass den Torrero in dir raus bis das Spanische Blut kocht...
Bernd C. Hoffmann
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Beitrag von Bernd C. Hoffmann »

Der typische Feind des Lernens ist der falsche Ehrgeiz, d. h., dass man zu schnell oder zu viel lernen will. Dann knickt man schnell ein. Hierbei gilt: Weniger ist Mehr!
Liebe Grüße
Bernd
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classical
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Beitrag von classical »

Der Papa hat geschrieben:Hallo classical,
das mit dem üben wird nix. Habe mir gestern die Autotür auf den Zeigefinger gehauen und bin froh wenn der Nagel dranbleibt.
das hört sich nicht gut an, vermutlich ziemlich schmerzhaft...

GUTE BESSERUNG!!!

drücke die Daumen, dass der Nagel dranbleibt!

Beste Grüße
classical
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Beitrag von classical »

Bernd C. Hoffmann hat geschrieben:Der typische Feind des Lernens ist der falsche Ehrgeiz, d. h., dass man zu schnell oder zu viel lernen will. Dann knickt man schnell ein. Hierbei gilt: Weniger ist Mehr!
auf den Punkt gebracht, mit wenigen Worten alles gesagt

Beste Grüße
classical
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Herigo
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Beitrag von Herigo »

was bernd schreibt ist auch eine schwere übung aber wohl wahr.

ich wollte nicht entmutigen, eher im gegenteil, motivieren weiter zu machen auch wenn es scheinbar keine greifbaren erfolge gibt, die stellen sich irgendwann sicher ein.

graf martinez schreibt irgendwo, dass es jahre dauert bis ein rasgueado klingt. wieviele jahre schrieb er nicht. 8)

seit kurzen stelle ich fest, dass ich auch beim normalen songtempo die finger ganz einrolle und an den daumenballen anlege bevor ich sie vorschnellen lasse. so habe ich das zwar immer langsam geübt aber in einem höheren tempo nicht geschafft. allein der gedanke daran hat gebremst. jetzt bin ich beim vermeiden der pause die nach dem upstroke des zeigefingers immer noch entsteht, damit das "vierer" dreifinger rasgeo gleichmäßig durchläuft. ich weiß jetzt wie es geht aber es "geht" natürlich noch nicht, 3-4 mal klappt es manchmal, dann wird die hand schon müde und verkrampft wieder.

ich glaube es hat auch viel mit entkrampfung zu tun, das ist scheinbar (für mich) der schwierigste prozess. vielleicht geht das auch in die richtung die bernd mit falschem ehrgeiz meint.

also keine allzu schnellen erfolge erwarten, das hat mich wahrscheinlich doch entmutigt die unerlässlichen palos von anfang an zu lernen, diego war bemüht mich bei der stange zu halten und hat mir dinge gezeigt von denen er zu recht ausging, dass sie mir leichter fallen, komplizierte akkorde ist nicht mein hauptproblem, ich habe eine größere spanne als er.
die flamenco tonleitern im normalen tempo auch nicht, teile davon habe ich schon vor 30 jahren gespielt, teils unbewusst. im heavyrock ist ähnliches nicht unüblich, auch richie blackmore mischt harmonisch, melodisch moll mit der bluestonbleiter und chromatik.

das rhythmusspiel von mir ist ärmlich. wie bereits erwähnt habe ich die ziele neu definiert. wir üben jetzt (nach tangos und einer guajira) konsequent buleria, von der ich dachte, dass sie wegen dem tempo noch unmöglich für mich zu spielen wäre. keine falsetas, nur variationen, nach möglichkeit immer nur eine neue je stunde. im prinzip hat er mir das in 5-10 minuten erklärt, dann geht es in die feinheiten und ich muss immer wieder nachfragen und wiederholen. - aber ich bekomme langsam ein gefühl für den compas. es klingt ein wenig mehr nach flamenco während ich den 4/4 tangos immer noch wie einen deutschen marsch spiele und die 3/4 guajira eher wie eine romance von linnemann. 8)
Zuletzt geändert von Herigo am So Jan 13, 2013 10:23 am, insgesamt 1-mal geändert.
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