Klassische Gitarre lernen

Alles über die klassischen Spielweisen

Moderator: RB

Bernd C. Hoffmann
Beiträge: 3566
Registriert: Di Mär 01, 2005 1:11 pm
Wohnort: Fulda

Beitrag von Bernd C. Hoffmann »

Ja und? Dann hätte ich mir eben einen anderen Lehrer gesucht.
Liebe Grüße
Bernd
:
Klassik & Flamenco
Tabulaturservice auf Anfrage
=> Klassikliste anfordern
Benutzeravatar
tele
Beiträge: 1520
Registriert: Do Mär 21, 2013 12:16 am
Wohnort: Saarland

Beitrag von tele »

@Bernd:Also, ich bin immer froh, wenn ich als Lehrer nicht so viel zusätzliches Material beisteuern muss...

@Principal: Mit der Hanika bist du schon mal auf dem richtigen Weg, habe auch eine, tolles Instrument.
Richtig oder falsch sind in künstlerischen Dingen immer relativ. Das was man heute als klassische Gitarre bezeichnet ist eine Spielart, die sich von verschiedenen Instrumenten(Barockgitarre,Vihuela, diverse Lautentypen) und ihren jeweiligen Spielweisen zu einer mehr oder weniger genormten Spielweise auf einem mehr oder weniger genormten Instrument entwickelt hat, das in mehr oder weniger genormter Haltung gehalten und in mehr oder weniger genormter Technik zum Klingen gebracht wird.
Will heißen: wenn du ein Rennaissance-Stück in der Bequem-Haltung nach einer Tablatur auf einer Steelstring spielst, mag das so toll klingen wie es will, es ist in dem Sinn keine klassische Gitarre. Es spielt dabei auch keine Rolle, dass das klangliche Ergebnis dem, was Dowland oder Cutting im Hinterkopf hatten , als sie das Stück komponierten, vielleicht näher kommt, als die Interpretation von Klassikgitarrenstar XY (ich will jetzt mal nicht provozieren), solange es die eben von mir genannten Kriterten nicht erfüllt, wird man es nicht als klassische Gitarre bezeichnen.
Vielleicht ist es von Nutzen, wenn du dir darüber klar wirst, warum du klassische Gitarre lernen willst und was deine Lernziele sind, z.B. Spiel nach Noten, Musik einer bestimmten Epoche, Nylonsaiten als Erweiterung des Klangspektrums, bestimmte klassische Techniken wie z.B.Tremolo. Kammermusik zusammen mit anderen klassischen Instrumenten....
Je nachdem was deine Vorbildung ist und was deine Ziele sind, wird sich da auch im Selbststudium ein Weg finden aber es sollte auch offenere Lehrer geben.
Benutzeravatar
Principal
Beiträge: 1010
Registriert: Do Jul 26, 2012 6:19 pm

Beitrag von Principal »

tele hat geschrieben:
@Principal: Vielleicht ist es von Nutzen, wenn du dir darüber klar wirst, warum du klassische Gitarre lernen willst und was deine Lernziele sind, z.B. Spiel nach Noten, Musik einer bestimmten Epoche, Nylonsaiten als Erweiterung des Klangspektrums, bestimmte klassische Techniken wie z.B.Tremolo. Kammermusik zusammen mit anderen klassischen Instrumenten....
Je nachdem was deine Vorbildung ist und was deine Ziele sind, wird sich da auch im Selbststudium ein Weg finden aber es sollte auch offenere Lehrer geben.
Vielen Dank für deinen Rat. Mir geht es tatsächlich um eine Erweiterung meines Spektrums auf Nylonsaiten, aber auch um das Erlernen von Musik aus verschiedenen vorzugsweise älteren Epochen. Hier habe ich v.a. auch ein kulturhistorisches Interesse, das über das reine Hören hinausgeht. Klassische Haltung, Fußbänkchen, kleiner Finger usw. sind mir hierbei nicht so wichtig, da ich denke, diese starren "klassischen Regeln" stammen wohl zumeist erst aus einer neueren Zeit, die gerne normiert. Ob ich das Ganze dann als "klassische Gitarre" bezeichnen kann, ist für mich nebensächlich.
Sündenbock hier im Forum
Bernd C. Hoffmann
Beiträge: 3566
Registriert: Di Mär 01, 2005 1:11 pm
Wohnort: Fulda

Beitrag von Bernd C. Hoffmann »

tele hat geschrieben:@Bernd:Also, ich bin immer froh, wenn ich als Lehrer nicht so viel zusätzliches Material beisteuern muss...
Die Frage ist, was denn "viel" konkret bedeutet. Eine Unterrichtsmethode nach dem Minimalprinzip kann bestenfalls nur von Oberflächlichkeit gekrönt sein. Dafür sind alleine schon die Schüler auf Grund bestimmter Vorausetzungen zu unterschiedlich. Ich kenne weder eine Musikschule noch einen hauptberuflichen Lehrer, der nur das Lehrwerk von vorne bis hinten durchzieht. Sowas zeugt nicht von motivierter Unterrichtsarbeit und Engagement für seine Schüler. Tatsache ist, dass kaum ein Lehrwerk verfügbar ist, das auf Grund seiner Vollständigkeit Sekundärliteratur überflüssig macht. Ein Arbeiten nach dem Minimalprinzip zeugt daher nicht von kompetentem Weitblick. Viel mehr ist es das genaue Gegenteil.
Liebe Grüße
Bernd
:
Klassik & Flamenco
Tabulaturservice auf Anfrage
=> Klassikliste anfordern
Filigran
Beiträge: 178
Registriert: Mo Sep 12, 2011 9:33 am

Beitrag von Filigran »

gelöscht
Zuletzt geändert von Filigran am Mi Mai 18, 2016 4:50 pm, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
Principal
Beiträge: 1010
Registriert: Do Jul 26, 2012 6:19 pm

Beitrag von Principal »

Vielen Dank für den Zuspruch, ich werde es wohl tatsächlich im Selbststudium versuchen. Gitarrenlehrer habe ich immer mal wieder ausprobiert, dass ist aber echt schwierig für mich. Als studierter Lehrer (kein Musik!) habe ich doch zunächst etwas mitbekommen von didaktischen Erfordernissen und pädagogischem Geschick. Dann habe ich einige Jahre Lehrer ausgebildet und im zweiten Staatsexamen geprüft (Lehrproben!). Seit 8 Jahren besteht ein großer Teil meiner Arbeit darin, Lehrer im Unterricht zu besuchen und den Unterricht zu beurteilen. Da wird man komisch mit den Jahren und ganz bestimmt ein gaaanz schwieriger Schüler, da man die Metaebene nicht mehr ausklammern kann.
Motivationsverlust verspüre ich sicher nicht, da kenne ich mich zu gut. Und für technische Probleme suche ich eine Lösung, wenn sie auftreten. Schließlich plant man eine Brücke auch erst dann, wenn man weiß, wie breit der Fluss ist. :wink:
Sündenbock hier im Forum
Benutzeravatar
tele
Beiträge: 1520
Registriert: Do Mär 21, 2013 12:16 am
Wohnort: Saarland

Beitrag von tele »

Hallo Principal,

die Bücher "Easy Baroque Pieces for Classical Guitar" und "Easy Rennaissance Pieces for Classical Guitar" von Jerry Willard könnten was für dich sein. Ich selbst kenne sie nicht, aber was da auf Youtube zu hören ist, klingt doch ganz ansprechend. Gerade bei älterer Musik, sehe ich keinen Grund, warum man sie nicht auch in der Folkhaltung und nach Tabulaturen spielen sollte, schließlich waren Rennaissance-Lautenstücke auch in Tabulatur notiert.http://www.youtube.com/watch?v=4jsPpvbNAoE
Benutzeravatar
tele
Beiträge: 1520
Registriert: Do Mär 21, 2013 12:16 am
Wohnort: Saarland

Beitrag von tele »

@Bernd: Du scheinst keine Möglichkeit auszulassen, deinen Con-Foristen insuffiziente didaktische Kenntnisse zu unterstellen. Hättest du meine früheren Beiträge aufmerksam gelesen, wäre dir sicher aufgefallen, dass ich mir der Lotsenfunktion, die dem Lehrer beim Weg durch die Fülle des zur Verfügung stehenden Materials zukommt, durchaus bewußt bin.
Davon abgesehen ist es aber ein Qualitätsmerkmal einer Instrumentalschule, wenn der Anteil der "Sekundärliteratur" etwa 30% am gesamten Lehrmaterial nicht übersteigen muss, und das "Chapterhopping" sich in vertretbaren Grenzen hält. Ob das bei der Gitarrenschule unseres silbergrauen Guitarheroes wohl der Fall ist?
Benutzeravatar
Principal
Beiträge: 1010
Registriert: Do Jul 26, 2012 6:19 pm

Beitrag von Principal »

tele hat geschrieben:Hallo Principal,

die Bücher "Easy Baroque Pieces for Classical Guitar" und "Easy Rennaissance Pieces for Classical Guitar" von Jerry Willard könnten was für dich sein. Ich selbst kenne sie nicht, aber was da auf Youtube zu hören ist, klingt doch ganz ansprechend. Gerade bei älterer Musik, sehe ich keinen Grund, warum man sie nicht auch in der Folkhaltung und nach Tabulaturen spielen sollte, schließlich waren Rennaissance-Lautenstücke auch in Tabulatur notiert.http://www.youtube.com/watch?v=4jsPpvbNAoE
Vielen Dank für den Tipp. Ich werde es mal mit dem Barock-Band probieren. Schließlich bin ich selbst eine recht barocke Erscheinung. :lol:
Sündenbock hier im Forum
Hanjo

Beitrag von Hanjo »

Die willard Tabs sind wirklich prima für einen Anfänger zu spielen. Übernehme ganz bewusst die Fingersätze die er vorschlägt. Von der Western kommend greift man häufig anders. Und schau genau hin, wenn Du bei mehrstimmigen Spiel Akkorde greifst. Du musst häufig nur einen Finger umsetzen als nächsten Schritt. Damit der Finger frei ist, sind teilweise andere Fingersätze nötig, als Du es von den Akkorden gewöhnt bist. Aber bei der WillardBüchern die ich kenne, ist es an kritische Stellen immer notiert.
Benutzeravatar
Principal
Beiträge: 1010
Registriert: Do Jul 26, 2012 6:19 pm

Beitrag von Principal »

Vielen Dank für die wertvollen Hinweise. Die "Klassiker" scheinen ein nettes und hilfsbereites Völkchen zu sein, kann man sich echt wohlfühlen.
Blöd nur, dass das entschlafene GAS (Steelstring) so langsam anfängt als GAS (Nylon) zu reinkarnieren. Vielleicht hättet ihr mir lieber abraten sollen...so nach dem Motto: Das lernst du nie, kauf dir bloß keine weitere Konzertgitarre... :wink:
Hab übrigens gerade den Barock- als auch den Renaissance-Band bestellt und freue mich darauf wie Ralphy auf das Red-Rider-Luftgewehr! :lol:
Sündenbock hier im Forum
Benutzeravatar
tele
Beiträge: 1520
Registriert: Do Mär 21, 2013 12:16 am
Wohnort: Saarland

Beitrag von tele »

Ich habe von MacKillop noch keine Interpretationen auf der Konzertgitarre aus der Zeit nach Tárrega gehört,
Sorry, dass ich so alte Kamellen wieder aufwärme, aber ich habe gerade das hier entdeckt:http://www.youtube.com/watch?v=JIdVsam7bT4
Antworten