Wie kann man einen 11/16-Takt üben?

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tele
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Wie kann man einen 11/16-Takt üben?

Beitragvon tele » Di Aug 26, 2014 2:00 pm

Vor Jahren habe ich mir mal auf Empfehlung eines Gitarrennotenhändlers die "Six Balkan Miniatures" von Dusan Bogdanovic bestellt, sie aber aufgrund der ungeraden Taktarten schnell wieder beiseite gelegt.
Vor ein paar Tagen habe ich dann auf Youtube Zoran Dukics Interpretation davon gesehen und gedacht, die erste Miniatur könnte ich auch mal versuchen.
Beim Blick in die Noten ist mir dann folgendes aufgefallen:
-11/16Takt
-Gezählt werden die Viertel aufgeteilt in 3 Gruppen von zwei vollen Viertelnoten auf 1 und 3 und einem 3/4 einer Viertelnote auf die 2


Gibt es da irgendeine Methode sich so was zu erarbeiten oder muss man dazu auf dem Balkan geboren sein, wo ja angeblich schon Kinderlieder in Odd-Meters stehen? :wink:https://www.youtube.com/watch?v=MZQgU-iuQDA
Bernd C. Hoffmann
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Beitragvon Bernd C. Hoffmann » Di Aug 26, 2014 3:59 pm

Ja. Genauso wie beim Flamenco.
Liebe Grüße
Bernd
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Droped-D
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Beitragvon Droped-D » Di Aug 26, 2014 6:04 pm

Jeden Rhythmus kann man in 2er- und 3-er-Gruppen zerlegen, ob du nun Viertel, Achtel oder anderes zählst, ist erstmal nebensächlich.
Hast du schon mal 7/8-Takt-Stücke gespielt? Ich habe das mit Silben gelernt. Vielleicht kennst du den Begriff "GaMaLaTaKeTiNa", falls du jetzt die Silben zusammenzählst kommst du auf die Zahl 7. Und die stehen im Sprachrhythmus 1,2,3-1,2-1,2. Wenn du jetzt immer schön auf die Einsen (genauer die Zählzeiten 1,4,6) schlägst, hast du einen einfachen 7/8-Takt-Rhythmus, zusammengesetzt aus Zweier- und Dreiergruppen.
Klar, es bleibt nicht bei der einen Möglichkeit: stell das "1,2,3" nach hinten (taketinagamala). Geht natürlich auch mit anderen Silben, z.B. "Pampelmuse-Ananas" oder so.
Wenn du noch gar eine Erfahrung mit ungeraden Takten hast, würde ich persönlich einen fünfer- oder siebener-Takt für den Anfang wählen, das ist übersichtlicher. Und dann üben, am besten zum Playback, Metronom oder mit jemandem, der Taktsicherheit hat.

Nur zu, ich hab's ja auch irgendwann geschafft :D
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aktoj
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Beitragvon aktoj » Di Aug 26, 2014 6:05 pm

Finde ich jetzt ,auch als fast in Frankreich Geborener, nicht so schwer :)

Habe gerade keine Gitarre zur Hand, aber das Klopfen auf der Tischplatte funktionierte auf Anhieb:

1 e und e 2 e und e 3 e und | 1 e und e 2 e und e 3 e und | ...

Das Metronom würde ich beim Üben auf 16tel einstellen und dann erst einmal langsam Tonleitern rauf und runter spielen:
C C C C D D D D E E E | F F F F G G G G A A A | ...

Ich denke, mit wechselnden Übungspatterns und etwas Geduld kann man sich da leicht rein finden.

Viel Spaß und Erfolg
Ulrich Peperle
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Beitragvon Ulrich Peperle » Di Aug 26, 2014 6:51 pm

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Beitragvon Ulrich Peperle » Di Aug 26, 2014 6:51 pm

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Rolli
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Beitragvon Rolli » Di Aug 26, 2014 9:29 pm

Ulrich Peperle hat geschrieben:
Das Metronom würde ich beim Üben auf 16tel einstellen ...

Nicht gut - damit zerstört man den charakteristischen Bewegungsimpuls dieser Rhythmen, die sich außerdem oft im Bereich von bpm 16tel=360-400 bewegen und damit zu schnell sind, um 16tel als Referenzpuls zu nehmen.
Solche additiven "Aksak-Metren" (Griechenland, Balkan, Türkei) haben ihre Herkunft in Tanzschritten mit asymmetrischen Proportionen und sollten auch dementsprechend geübt werden, z.B. über Fußkontrolle. "Zählen" ist hier unangebracht.
Gezählt werden die Viertel aufgeteilt in 3 Gruppen von zwei vollen Viertelnoten auf 1 und 3 und einem 3/4 einer Viertelnote auf die 2

Also 4+3+4/16tel, das entspricht der Dreier-Schrittfolge "lang - etwas kürzer - lang", analog zu einem "unpräzisen" Dreiertakt mit "gestauchter" 2. Zählzeit, bzw. 5 Schritten mit der Proportion "kurz-kurz-länger-kurz-kurz" (wie im bulgarischen Kopanitza). Diese Schrittproportion sollte man nicht metronomisch exakt, sondern als Näherungswerte erarbeiten - bis man sie nicht nur im Kopf, sondern insbesonders in den Füßen hat.
In die Finger bekommt man solche Metren sehr einfach über prägnante Zerlegungsformeln mit gleichlangen Anschlägen, z.B. pima-pim-pami.

mfG
Ulrich


Toll dargelegt! Danke! Sowas hast Du echt toll drauf!
LG Rolli
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Beitragvon Droped-D » Di Aug 26, 2014 10:11 pm

Ulrich Peperle schrieb:
Solche additiven "Aksak-Metren" (Griechenland, Balkan, Türkei) haben ihre Herkunft in Tanzschritten mit asymmetrischen Proportionen und sollten auch dementsprechend geübt werden, z.B. über Fußkontrolle.

Gut gesprochen! Wir machen mit unserer Folk-Kapelle gerade ein Projekt mit einer Tanzgruppe zusammen. Da kann man sich das richtig gut anschauen, denn Klampfen und Tanzen geht bei mir nicht zusammen.
Es gibt ja auch genug Tanzstücke die ständig die Taktart wechseln, z.B. Hashual aus Israel: das wechselt zwischen 3/4 und 4/4 und geht im B-Teil in den 2/4-Takt. Da spiele ich ja auch einfach und zähle nicht nur.
Für mich fühlt sich ein 7/8er inzwischen so natürlich an, wie ein 4/4. Am Anfang halte ich zählen dennoch für wichtig, damit man weiß, wo die Schwerpunkte liegen, aber später hat man das im Gefühl. Man brettert ja nicht zu Beginn gleich im Originaltempo durchs Lied, da bleibt noch Zeit zum Mitdenken.
Droped-D
Ulrich Peperle
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Beitragvon Ulrich Peperle » Mi Aug 27, 2014 12:46 pm

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tele
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Beitragvon tele » Mi Aug 27, 2014 1:11 pm

Danke für den Link. Nachdem ich da mal reingeschaut habe glaube ich, ich bleibe doch bei einigermaßen vertrauten Rhythmen. "Jutarne Kolo" heißt ja übersetzt "Morgentanz", soll wahrscheinlich so klingen, wie wenn jemand nicht ganz ausgeschlafen tanzt und dabei einen Schritt etwas zu kurz macht. :wink:
Von Bogdanoic habe ich noch die "Little Café Suite". Das Stück "K-W-A--F-F-E-E " daraus ist ein durchgehender Swing-Rhythmus, das werde ich wohl mal wieder aufwärmen...

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