Vorfühlen der Saiten beim Tirando Wechselschlag

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bandit67
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Vorfühlen der Saiten beim Tirando Wechselschlag

Beitragvon bandit67 » So Dez 14, 2014 4:12 pm

Hallo Zusammen,

mir ist aufgefallen, das meine Finger beim Wechselschlag vor allem beim Tirando,
bei langsamem Spiel vor dem eigentlichen Anschlag ganz kurz die Saite
ertasten und dann erst anschlagen, ich rede hier von einer wirklich
winzigen Verzögerung aber fühlbar und bei zügigerem Spiel kommt das eigentlich nicht vor.
Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht ob ich das von Anfang an so gemacht habe oder ob sich das erst eingeschlichen hat.
Jedenfalls habe ich das erst jetzt bemerkt.
Ich versuche das wieder los zu werden aber wenn die Finger über einer Saite positioniert auf den Anschlag warten und ich ganz bewußt aus der
Luft direkt anschlagen will, dann wird es jedes mal so ein Sicherheitsschlag, entweder zu zaghaft oder zu weit vor oder hinter der Saite.

Ich versuche schon langsame Anschläge mit mehreren und einzelnen Fingern und vor allem auch Saitenwechsel zu üben aber sobald ich meine Aufmerksamkeit neuen Noten zu wenden muss habe ich das Gefühl es schleicht sich wieder ein.

Steh da gerade etwas auf dem Schlauch und wäre dankbar für Tips zur Problemlösung.

Wünsche auf jedenfall Allen einen schönen dritten Adventssonntag!!!!

Gruß
RG
Bernd C. Hoffmann
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Beitragvon Bernd C. Hoffmann » So Dez 14, 2014 8:04 pm

Richtig ist, dass die Finger kurz über den Saiten positioniert sind. Direkt an der Saite dürften sie nur liegen, wenn von ihr kein Ton weiterklingen soll.

Bei meinen Schülern, wenn sie besondere Probleme hatten, die sie während des Spielens nicht sehen konnten, einen Schminkspiegel so aufzustellen, dass man die Hand mit einem leichten seitlichen Augen- oder Kopfdrehen im Spiegel sieht. Ist man für mentales Lernen empfänglich, dann kann man auch bewusst vorab die falsche Haltung einnehmen (also die abzutrainierende Marotte) und sich das Gefühl der Handstellung, insbesondere der Finger, merken, indem man sich darauf fokusiert und dieses Gefühl mit der Assoziation "falsch!" abspeichert. Während des Spielens muss man es dann wahrnehmen und entsprechend korrigieren. Das läasst sich schrittweise verkleinern, bis man im Spiel den Moment wahrnimmt, wo sich die Fehlstellung kurz vorher ankündigen will. Wenn Du da angekommen bist, hast Du es fast geschafft.
Liebe Grüße
Bernd
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bandit67
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Beitragvon bandit67 » So Dez 14, 2014 8:43 pm

Hallo Bernd,

danke für Deine Antwort.
Das mit dem Spiegel ist eine gute Idee, wollte ich schon längst besorgt
haben, auch um das Handgelenk und die Handstellung allgemein im Blick
zu haben.
Meine Finger liegen nicht wirklich "auf" der Saite, es ist eher so ein kurzes
abstoppen, gucken bzw. tasten das alles gut ist und dann durchziehen.
weiß auch nicht wie ich sagen soll, wie gesagt bei zügigem Spiel finden
die Finger die Saite aber wenn es langsam geht hapert es.
Kann auch sein das meine Denke mir einen Strich durch die Rechnung
macht im Sinne von "das geht bestimmt daneben", vorallem beim Saitenwechsel nach einem langen Ton oder einer Pause.

Gruß
RG
Ulrich Peperle
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Beitragvon Ulrich Peperle » Mo Dez 15, 2014 4:40 pm

[Beitrag vom Verfasser entfernt]
Zuletzt geändert von Ulrich Peperle am Sa Apr 09, 2016 9:52 am, insgesamt 1-mal geändert.
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bandit67
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Beitragvon bandit67 » Mo Dez 15, 2014 7:23 pm

Hallo Ulrich,

ich kannte bis jetzt nur die klare Trennung von vorbereitetem Anschlag, der in meiner Schule noch gar nicht an der Reihe ist und dem nicht vorbereitetem Anschlag und habe das vorfühlen für eine Marotte gehalten die sich eingeschlichen hat.

Nach langen Tönen, beim Saitenwechsel abwärts (und bei Pausen ohnehin!) hat das vorbereitende Ansetzen keine relevanten negativen Auswirkungen - ganz im Gegenteil!


Das hätte mir viel Zeit gespart!

Danke für die Übungen, die sind wirklich sehr schön nachvollziehbar gezeigt und erklärt und ich werde sie umgehend in meine Technikübungen mit einbauen, genau wie die anderen wirklich sehr hilfreichen Übungen von Dir!

1. "weiches" staccato (1:1):
1 2 3 4
p__(p)-

2. non legato (3:1):
1 2 3 4
p____(p)

3. staccato (1:3):
1 2 3 4[/i]
p(p)- -


Was bedeutet das "i" bei der letzten Übung hinter der 4 ?


Gruß
RG
Ulrich Peperle
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Beitragvon Ulrich Peperle » Mo Dez 15, 2014 7:37 pm

[Beitrag vom Verfasser entfernt]
Zuletzt geändert von Ulrich Peperle am Sa Apr 09, 2016 9:51 am, insgesamt 1-mal geändert.
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bandit67
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Beitragvon bandit67 » Mo Dez 15, 2014 7:52 pm

"[/i]" bedeutet "Anschlag mit dem Zeigefinger (i = indice/index), dabei gleichzeitig mit den Ohren wackeln." Wink


Na wenn Du dafür auch eine Übung für mich hast bekomme ich das vielleicht auch noch hin! :D

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