Bach für Gitarre

Alles über die klassischen Spielweisen

Moderator: RB

Bernd C. Hoffmann
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Beitrag von Bernd C. Hoffmann »

tele hat geschrieben:Diese Beobachtungsweise erscheint mir bei der Differenzierung effizienter als eine marktanalytische Herangehensweise, oder die Diffamierung des Publikums einer Musikrichtung als substanzwissenfrei.
Ist das wieder Ausdruck Deiner musikalischen Wohlstandsparanoia? Ich habe niemanden als "substanzwissenfrei" bezeichnet. Du solltst schon richtig hingucken, bevor Du so einen Unsinn schreibst.

tele hat geschrieben:Ist eine Komposition von Franz Schubert jetzt U-Musik, nur weil sie von Helene Fischer gesungen wird.
Wer sich sowas wirklich fragt, der muss wohl sehr dumm sein. Davon abgesehen würde es mich nicht wundern, wenn das Ave Maria zur Weihnachtszeit aufgeführt wurde. Was glaubst Du wohl, warum bestimmte Interpreten mit einer konkreten Musik ihr Programm gestalten und warum man sie damit in Verbindung bringt? Als studierter Gitarrist solltest Du das eigentlich selbst am besten wissen.

Herigo hat geschrieben:
tele hat geschrieben:
was ist jetzt der grund für das einstellen dieser beispiele? ist mir noch nicht klar.
Die Grenze zwischen U und E zu definieren,
das ist doch dann aber eher ironisch gemeint, oder?
Eigentlich dachte auch ich zuerst, dass er es ironisch meint war. Aber ihm glaube ich, dass er es meint. Das sieht man schon daran, dass er für den Aspekt des Substanzwissens die Interpreten in den Vordergrund stellt und nicht das Publikum, das konkrete Fragen zum Besuchsgrund und musikalischem Hintergrundwissen hätte sagen können. Sowas passiert nur Leuten, die aus reiner Sympathiebekundung verbissen das letzte Wort haben müssen, weil es ihnen einzig um das Rechthabenwollen geht und besser dazustehen als der vermeintliche Gegenkandidat. Hätte Tele in meinem Forum nicht selbst um Löschung gebeten, dann hätte ich ihn rausgeschmissen (Beschwerden gab es genug). Nichts anderes steckt dahinter.

tele hat geschrieben:Der Flamingogitarrist ist demzufolge anspruchsloser Partymusikant und sollte nicht versuchen, sich verbal in elitäre Höhen zu katapultieren, die er als Begleitmusiker von lasziv tanzenden Spanierinnen nie erreichen wird.
Ich erlaube mir Dir zu unterstellen, dass Du von Flamenco (mit Ausnahmen von ein paar Palo-Sequenzen) überhaupt nichts verstehst. Davon abgesehen, dass Du nicht differenzierst, wo und vor welchem Publikum die Aufführung stattfindet, weißt absolut nichts über die Substanz der einzelnen Palos. Auch der Khatak hat in Indien eine andere Bedeutung als hierzulande. Wie schon die große Welle der Songwriter gem. Hanjo´s Beitrag seit einigen Jahrzehnten an Dir vorbeigerauscht ist, hast Du offensichtlich auch nichts davon mitbekommen, dass der Flamenco als Kunstform anerkannt ist. Wer da ein bisschen was von versteht, der hätte Deine Beispiele gar nicht in so einem dermaßen fragwürdigen Zusammenhang gebracht.

Deine Schwäche ist, dass Du ums Rechthabenwollen nicht aufs letzte Wort verzichten kannst. Deswegen wundert es mich nicht, wenn Du Dich mit weiteren Beiträgen entsprechend ins rechte Licht rücken musst. Viel Spaß dabei!

Ich bin erstmal raus aus diesem Thread.
Liebe Grüße
Bernd
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Hanjo

Beitrag von Hanjo »

@tele
Habe ich doch richtig gesehen, Du bringst die Beispiele von vor 30 Jahren.
Fehlt noch Bohlen in Deiner Aufzählung. :lol:
Da sich Klassik über hunderte Jahre erstreckt und Pop über ein paar Jahrzehnte sind die meisten Klassiker bereits tot. Sinfonien und Opern
lassen sich überdies schwer mit einem oder 2 Musikern darstellen. Vom Grundsatz her haben die Bachs, Mozarts, Sors Ihren eigenen Kram gepielt.
Im Pop war es immer die Ausnahme bis auf zwei enge Zeitfenster.
Also Deine Behauptungen stimmen halt nicht. Es ist eher rumgedreht.
(könnte ich natürlich auch mit Zahlen hinterlegen, aber die kritik dass ich zuviel mit phonographischen Kennzahlen operiere war berechtigt:o)

Also im pop werden heute in erster Linie Fremdkompositionen verarbeitet!
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tele
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Beitrag von tele »

Ich erlaube mir Dir zu unterstellen, dass Du von Flamenco (mit Ausnahmen von ein paar Palo-Sequenzen) überhaupt nichts verstehst.
Da gebe ich dir vollkommen recht. Ich würde sogar weitergehen und zugeben , dass ich nicht einmal Palo-Sequenzen kenne.
Aber ich wage zu behaupten, dass ich mich so weit mit klassischer Gitarrenmusik auskenne, dass ich feststellen kann, dass sie sich von Dowland bis Lauro immer auch von Tanz-und somit im weitesten Sinne Partymusik hat inspiriieren lassen.
Die Frage, die mich bewegt, ist, wo du die Grenze zwischen platter Unterhaltung und erhabener E-Musik ziehst. Da Helene Fischer wohl auch wenn sie Schubert singt dem niederen Unterhaltungssektor zuzuordnen ist, hier meine letzte Frage, solltest du vielleicht doch noch mal vorbeischauen:Ich lasse dir die das letzte WortE oder U?
https://www.youtube.com/watch?v=7B9f4LfcXB0
Ulrich Peperle
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Beitrag von Ulrich Peperle »

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tele
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Beitrag von tele »

weil es ihnen einzig um das Rechthabenwollen geht
In diesem Fall liegst du mit der Charakterisierung meiner Persönkichkeit allein schon deshalb daneben, weil ich zu dem Thema "Unterhaltungsmusik vs. ernste Musik" keine feste Meinung habe, die ich mit aller Gewalt vertreten möchte, sondern lediglich interessiert wäre, von dir zu erfahren, wie du eine solch strikte Trennung der Genres begründest.
Da du aber nicht über Ulrichs Erudtion ("Carl Dahlhaus") zu verfügen scheinst, lieferst du statt einer Begründung lieber wüste Beschimpfungsadjektive.
der muss wohl sehr dumm sein.
Hanjo

Beitrag von Hanjo »

Naja, das mit dem "abgesunken Kulturgut" ist ein gruseliger Begriff. Klassismus und kulturelle Besitzstandswahrung statt "Vulgarisierung".
Nein so mag ich mir Kultur nicht vorstellen.
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tele
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Beitrag von tele »

Ein großer Teil des klassischen Repertoires speist sich aus folkloristischen Quellen, sei es jetzt
Sanzhttps://www.youtube.com/watch?v=Q-0ycGy8lpc
Mertzhttps://www.youtube.com/watch?v=AYuA23CYHnQ
oder Torrobahttps://www.youtube.com/watch?v=ODJFz_xmzEk

Auch Jazziges wird gerne als Grundlage genommen:
Koshkinhttps://www.youtube.com/watch?v=KAvZFSF2vOM
Bogdanovichttps://www.youtube.com/watch?v=-eDGpdv-bHM
Dyenshttps://www.youtube.com/watch?v=Am0pGhRyb-4

Natürlich sind diese Einflüsse künstlerisch überformt und nicht mehr in ihrer Rohform, trotzdem empfinde ich es gerade für klassische Gitarristen als unpassend und arrogent, sich aufs hohe E-Musik-Ross zu setzten, nur weil sie Noten lesen können und keine Tab-Junkies wie die unbedarften Steel-String Kollegen sind. :wink:
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Wolf
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Beitrag von Wolf »

tele hat geschrieben:Einen wesentlichen Unterschied bei der Entstehung und Verbreitung der beiden Musikrichtungen sehe ich darin, dass "Klassik" von akademisch geschulten Komponisten komponiert und in Noten herausgegeben wird, die dann wiederum von akademisch geschulten Musikern in klingende Töne umgesetzt werden.(Bach, Beethoven,Boulez, Berlioz, Bartok...)
"Popmusik" wird häufig von begabten Laien geschrieben, die ihre Musik dann meist auch selbst spielen.(Beatles, Beachboys, Bangles, Bowie,, The Band...)
:aua:

Diese These geht bestimmt in die Top 10 des jemals in diesem Forum verzapften Blödsinns ein.
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Orange
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Beitrag von Orange »

Wolf hat geschrieben:
tele hat geschrieben:Einen wesentlichen Unterschied bei der Entstehung und Verbreitung der beiden Musikrichtungen sehe ich darin, dass "Klassik" von akademisch geschulten Komponisten komponiert und in Noten herausgegeben wird, die dann wiederum von akademisch geschulten Musikern in klingende Töne umgesetzt werden.(Bach, Beethoven,Boulez, Berlioz, Bartok...)
"Popmusik" wird häufig von begabten Laien geschrieben, die ihre Musik dann meist auch selbst spielen.(Beatles, Beachboys, Bangles, Bowie,, The Band...)
:aua:

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Top 3 würde ich sogar sagen, und da noch im oberen Drittel !
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Pappenheim
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Beitrag von Pappenheim »

Ich würde hier nicht noch Öl ins Feuer gießen.
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Beitrag von Orange »

Pappenheim hat geschrieben:Ich würde hier nicht noch Öl ins Feuer gießen.
Ernsthaft, hier sind Namen von Vollblut-Musikern als "begabte Laien" hingestellt worden da kann man nur den Kopf schütteln.
tele hat geschrieben:Die sind halt bekannt weil sie gut sind. So wie im Rock die Beatles und Bob Dylan.
Mir kam schon spanisch vor dass man Bob Dylan als Rockmusiker sieht, aber jeder hat eine andere Auffassung.
Hanjo

Beitrag von Hanjo »

Ich fühle Bob Dylan natürlich auch ehe ls Singer/songwriter aber Fakt ist,
er hat zahlose Awards als Rocker bekommen, Darunter auch Grammies für Best Rock Vocals of the year.
Bei Wom war er auch Jahrzehnte im Rock verortet. Also so richtig falsch ist das mit dem Rock vielleicht nicht. Folk Rock muss ja nicht gleich Hard Rock sein.
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tele
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Beitrag von tele »

Ernsthaft, hier sind Namen von Vollblut-Musikern als "begabte Laien" hingestellt worden da kann man nur den Kopf schütteln.
Mit dem Begriff "Laien habe ich gemeint, dass sie keine formale akademische Ausbildung durchlaufen haben, sondern meist Autodidakten sind. Sie beherschen es gut, Songs aus ihrer Intuition zu schreiben, aber von klassischen Kompositionstechniken wie Kontrapunkt oder Satzlehre haben sie eher keine Ahnung."Laie" ist hier nicht abwertend gemeint, sondern bezieht sich lediglich auf die Art der Aneignung ihrer Fähigkeiten.
Brian Wilson hat sicher geniale Songs verfasst(Good Vibrations) aber er hat dies nicht aufgrund formaler musikalischer Kenntnisse, sondern aus seiner Begabung und Intuition heraus getan.
le hat Folgendes geschrieben:
Einen wesentlichen Unterschied bei der Entstehung und Verbreitung der beiden Musikrichtungen sehe ich darin, dass "Klassik" von akademisch geschulten Komponisten komponiert und in Noten herausgegeben wird, die dann wiederum von akademisch geschulten Musikern in klingende Töne umgesetzt werden.(Bach, Beethoven,Boulez, Berlioz, Bartok...)
"Popmusik" wird häufig von begabten Laien geschrieben, die ihre Musik dann meist auch selbst spielen.(Beatles, Beachboys, Bangles, Bowie,, The Band...)


O Mann ey

Diese These geht bestimmt in die Top 10 des jemals in diesem Forum verzapften Blödsinns ein.
Da bitte ich um Erläuterung. Abqualifizierende Behauptungen aufstellen kann jeder.Wenn du ins Musikgeschäft gehst und dir Noten von Beethoven kaufst, bekommst du das, was Beethoveni komponiert hat. Möglicherweise mit Fingersätzen bearbeitet, aber die Noten selbst hat Beethoven so geschrieben.
Wenn du dir ein Songbuch von Eric Clapton kaufst, dann hat sich da jemand hingesetzt und das was Clapton auf der CD spielt, mehr oder weniger exakt transcribiert.Clapton selbst könnte seine Licks wohl nicht notieren, Auch das soll keine Abwertung von Herrn Clapton sein. Ich selbst bin großer Fan von Elvis Costello, weiß aber, dass er sein Orchesterwerk "The Juliet Letters" nicht selbst notieren konnte, sondern das in Zusammenarbeit mit einem der Notation kundigen Musiker vollbracht hat.
Also im pop werden heute in erster Linie Fremdkompositionen verarbeitet!
Wenn du aktuelles radiotaugliches Gedudel meinst, hast du vermutlich recht. Das wird wahrscheinlich von Computeralgorithmen errechnet.


"Ich bin erstmal raus aus diesem Thread."

Ein herber Verlust.
Hast du doch zahlreiche essentielle Beiträge zum Thema "Bach für Gitarre" gepostet

-Empfehlenswerte Bachausgaben
Das ist eine der typischen Stammtischplattitüden
-spieltechnische Tipps
Einen Sch..ß durchschaust Du
-beispielhafte Bachinterpretationen
Das ist meiner Meinung nach absoluter Quatsch
Zuletzt geändert von tele am Di Mai 19, 2015 1:41 pm, insgesamt 1-mal geändert.
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Pappenheim
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Beitrag von Pappenheim »

tele hat geschrieben:
Ernsthaft, hier sind Namen von Vollblut-Musikern als "begabte Laien" hingestellt worden da kann man nur den Kopf schütteln.
Mit dem Begriff "Laien habe ich gemeint, dass sie keine formale akademische Ausbildung durchlaufen haben, sondern meist Autodidakten sind. Sie beherschen es gut, Songs aus ihrer Intuition zu schreiben, aber von klassischen Kompositionstechniken wie Kontrapunkt oder Satzlehre haben sie eher keine Ahnung."Laie" ist hier nicht abwertend gemeint, sondern bezieht sich lediglich auf die Art der Aneignung ihrer Fähigkeiten.
Brian Wilson hat sicher geniale Songs verfasst(Good Vibrations) aber er hat dies nicht aufgrund formaler musikalischer Kenntnisse, sondern aus seiner Begabung und Intuition heraus getan.
Genauso habe ich es verstanden.
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RB
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Beitrag von RB »

Ich dachte, hier ginge es um Gitarren für Bach oder so etwas. Nun sehe ich, daß ein Streit entstanden ist, der sinnberfreit in alle möglichen Richtungen wabert. Das ist nicht mehr gut.

Berd C. Hofmann, findest Du es eigentlich einen angemessenen Gesprächsstil, den du hier an den Tag legst ? Bei aller Deutungshoheit, die ich dir gerne einstweilen kampflos überlasse, kann es doch nicht angehen, die Gesprächspartner ständig in nahezu beleidigender Form über den Mund zu fahren. Nimm Dir ein Beispiel an Ulrich. Der nämlich schafft es, pointiert und engagiert seine Punkte zu vertreten und ich kann mich nicht daran erinnern, daß er jemals unflätig gegen einen Gesprächsteilnehmer geworden wäre. Das hat er Dir (und zugegebenermaßen auch mir) voraus. Nimm Dir daran künftig ein Beispiel.

Wo hört die U-Musik auf und die E-Musik beginnt ? Ist Bachs Musik gut oder böse ? Ich glaube, daß man für diese Themen eigene Threads anlegen könnte und die werden tendentiell endlos vor sich hin dümpeln. Dabei lautet die Antwort auf beide Fragen doch 42.

Alle hektischen Streiter muß ich auffordern, wieder auf Normalmodus zu kommen.
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