Fußbank oder docht nicht?!

Alles über die klassischen Spielweisen

Moderator: RB

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Misty
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Fußbank oder docht nicht?!

Beitrag von Misty »

Also falls wer meint, dass das Forum nicht passt, bitte verschieben.

Momentan spiel ich wieder etwas mehr klassische Stücke und verwende hier aus Gewohnheit ein Fußbänkechen.... ist mir angenehmer, fühle mich da "offener"?! Keine Ahnung wie ichs sagen soll. Aber mit der Zeit tut irgendwas weh.... und es sind nicht die Finger! *ggg*Hüfte, Rücken,.... :roll:

Die Western spiel ich eigentlich immer auf den überschlagenen Beinen, ka wieso....

Irgendwer einen Tipp?? Mein Lehrer verwendet so ein Stützkissen. http://www.thomann.de/at/hopf_dynarette_low.htm

Ist das empfehlenswert?? Wirklich besser als die Fußbank? :?:
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docsteve
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Beitrag von docsteve »

Genau dafür sind Gitarrenstützen und -kissen entwickelt worden: Um Rückenschmerzen abzubauen.

Wenn du in der klassischen Haltung spielst, ist eine Stütze auf jeden Fall empfehlenswert. Welche Lösung für dich die beste ist, findest du durch Ausprobieren. Ich bevorzuge Ergoplay und habe seitdem keine Fußbank mehr betreten.

Die Gitano-Stütze habe ich, sie passt in jeden Koffer, hält aber bei mir nicht vernünftig. Die Dynarette-Kissen sind bequem und umgehen das Problem mit den Saugnäpfen, sind aber nicht höhenverstellbar. Wenn die Position passt, ist das okay, aber ich wechsle gerne mal die Spielhaltung. Andere habe ich noch nicht probiert.

Natürlich könntest du auch, je nach Ambition, die Gitarre auf das rechte Bein nehmen, aber meine Erfahrung zeigt, dass Ton und Spielbarkeit in der klassischen Haltung besser sind. (Wenn sie keine musikalischen Vorteile böte, würde sich keiner freiwillig so hinsetzen ;-))

Viele Grüße, Stephan[/url]
Lanamuc
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Beitrag von Lanamuc »

Ich benutze schon seit einer Weile die Neck-up Gitarrenstütze für die Klassikgitarre, fand das von der Haltung her angenehmer als das Fussbänkchen, vor allem mag ich das scheppernde Teil nicht ständig mitschleppen.
Jetzt vor kurzem hab ich mir auch eine für die Akustikgitarre geleistet, seitdem spiele ich sie viel öfter, einfach weils bequemer ist:

(Peter Finger mag die auch)

Allerdings sollte man eine Weile rumprobieren wie sie am Besten passt, ich hab mir zudem bei der Klassikerin eine etwas kleinere Plexiglasplatte gesägt, sonst stand sie mir zu steil.

Hier wurde sie ab und an auch gebraucht angeboten, keine Ahnung warum, ich würd meine nicht mehr hergeben! :)
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Misty
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Beitrag von Misty »

Hm.... da meine Klassik auch an den Zagen matt ist und die Holzstruktur deutlich zu fühlen kann ich mir schwer vorstellen, dass da irgendeine Saugnapfvariante hält.... und draufkleben will ich auch nix..... :roll:
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StringKing
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Beitrag von StringKing »

Ich benutze die Ergoplay (neues Modell) auf glatter Oberfläche und habe seitdem die Fußbank in der Ecke stehen.
Gruß StringKing
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Holger Hendel
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Beitrag von Holger Hendel »

Die gute alte "Gitano" ( http://www.thomann.de/de/gitano_gitarrenstuetze.htm ) leistet treue Dienste. In Kombination mit einem Gurt sind diverse Haltungen / Positionen möglich - und "die beste" Haltung ist ja bekanntlich "die nächste". ;)
rwe
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Beitrag von rwe »

Ich nutze die Ergoplay-Tröster (http://trekel.de/de/27011-ergoplaygitar ... ester.html), Die Dynarette ist auch nett, sie muss aber passen (es gibt sie in verschiedenen Höhen). Auch die Gitano ist ok - sofern sie denn passt, (Sie passt aber vielen.)

Da ich einen recht langen Oberkörper habe, häufig auf verschieden hohen Stühlen sitze und zwischen normaler Gitarre und Kontrabassgitarre wechsele, wollte ich einen möglichst breiten Verstellumfang; der ist bei der Tröster größer als bei den meisten anderen Stützen,

Die Fußbank geht bei mir mittlerweile gar nicht mehr; damit bin ich nach einem Probentermin eine Woche bewegungsunfähig.
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Misty
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Beitrag von Misty »

Ich danke für die Antworten bis hierher! :) Aktuell hab ich meist Lust die Gitarre aus der klassischen Haltung direkt aus dem Fenster raus zu befördern.... :lol: :roll:

Nachdem die ganzen vorgeschlagenen Lösungen mit Saugnöpfen arbeiten muss ich mir das gut überlegen.... ich will ehrlichgesagt nix aufkleben..... bleibe in dem Fall nur das Kissen oder bei der Fußbank bleiben.... :?
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HR
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Beitrag von HR »

Misty hat geschrieben: .... oder bei der Fußbank bleiben.... :?
Würde ich auch.
Ist doch nichts Verwerfliches an so einem Ding. Verwenden übrigens auch die Profis. Ich meine Pierre Bensusan mit einer gesehen zu haben.
Fred
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Beitrag von Fred »

Habe das Problem bei Fußbanknutzung auch. Entweder Du spielst etwas mit der Höheneinstellung oder setzt sie ganz ab - lass es nicht chronisch werden, Gesundheit geht vor. Benutze mittlerweile die Ergoplay Tappert, sehr nettes Teil.
Sachkenntnis kann eine lebhafte Diskussion nur behindern...
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string
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Beitrag von string »

Der gesundheitliche Aspekt und die Bequemlichkeit beim Spiel
hat bei mir Vorrang - völlig unabhängig davon, welche Spielhaltung, mit oder ohne Fußbänkchen etc. meine Vorbilder bevorzugen.
Diese "gesunde" Erkenntnis hatte ich allerdings vor Jahrzehnten noch nicht.

Gruß
Klaus
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"Das Wesentliche im Umgang miteinander ist nicht der Gleichklang,
sondern der Zusammenklang".
Ernst Ferstl
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jazzloft
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Beitrag von jazzloft »

HR hat geschrieben:
Misty hat geschrieben: .... oder bei der Fußbank bleiben.... :?
Würde ich auch.
Ist doch nichts Verwerfliches an so einem Ding. Verwenden übrigens auch die Profis. Ich meine Pierre Bensusan mit einer gesehen zu haben.
Ich spiele auch die Steelstring schon immer in der "klassischen" Haltung - also auf dem linken Bein und unbedingt mit Fußbank (K&M). An die "Westerngitarren-Haltung" auf dem rechten Bein konnte ich mich nie gewöhnen - fühlt sich für mich total falsch an...

Pierre Bensusan benutzt in der Tat eine Fußbank. Interessanterweise hat er im letzten Herbst nach 40 Jahren (in der Pause zwischen Europa- und USA-Tour) ebenfalls auf das linke Bein gewechselt. Auch eine Folge von Rückenschmerzen...

Hier zum Vergleich:
2014 rechtes Bein: https://www.youtube.com/watch?v=vbW1Mqpacfg
2015 linkes Bein: https://www.youtube.com/watch?v=cdGiFmZB47o

Jetzt habe ich wenigstens eine Ausrede für mein "linkes Bein" :D
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docsteve
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Beitrag von docsteve »

Misty hat geschrieben: Nachdem die ganzen vorgeschlagenen Lösungen mit Saugnöpfen arbeiten muss ich mir das gut überlegen.... ich will ehrlichgesagt nix aufkleben..... bleibe in dem Fall nur das Kissen oder bei der Fußbank bleiben.... :?
Mach dir mal keine Sorgen. Ich habe eine Folie auf einer edlen Schellack-Politur und die schadet dem Lack überhaupt nicht. Im Gegenteil, eine zweite schützt bei mir die Decke vor allzu misslungenen Rasgueados. Die Folie geht rückstandslos wieder ab, und der Lack darunter sieht aus wie neu. Was unter Umständen ein Nachteil sein kann :-D

Viele Grüße, Stephan
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Misty
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Beitrag von Misty »

docsteve hat geschrieben: Mach dir mal keine Sorgen. Ich habe eine Folie auf einer edlen Schellack-Politur und die schadet dem Lack überhaupt nicht. Im Gegenteil, eine zweite schützt bei mir die Decke vor allzu misslungenen Rasgueados. Die Folie geht rückstandslos wieder ab, und der Lack darunter sieht aus wie neu. Was unter Umständen ein Nachteil sein kann :-D

Viele Grüße, Stephan
Ich hab aber keine hochwertige Gitarre mit entsprechender Lackierung...... Korpus und Zargen sind offenporiges gemastertes Bubinga! Da das meine erste Gitarre ist hänge ich doch an ihr....... :roll:
Bernd C. Hoffmann
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Beitrag von Bernd C. Hoffmann »

Ich halte nichts von dem Stützkissen. Zwar ermöglicht es ein viel entspannteres Spiel als mit Fußbank, aber es kommt an die Bequemlichkeit der ErgoPlay, Efel, Gitano, Hagi und wie sie alle heißen, einfach nicht ran. Bei jedem Aufstehen muss man das blöde Kissen in die Hand nehmen, weil es sonst herunter fällt. Da sind dann beide Hände voll. Wenn ich Solostücke im Wechsel mit anderen Gitarristen spiele, dann bringe ich auch Noten mit. Da ist eine Stütze, die am Instrument befestigt ist, viel praktischer, weil man auch die Noten mitnehmen kann.
Liebe Grüße
Bernd
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