Bendings mit Nylonsaiten, welcher Saitentyp am besten?

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Bernd C. Hoffmann
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Re: Bendings mit Nylonsaiten, welcher Saitentyp am besten?

Beitrag von Bernd C. Hoffmann »

fretworker hat geschrieben:
Bernd C. Hoffmann hat geschrieben:
fretworker hat geschrieben:Ernster Hitnergrund: je älter die Saiten sind, desto stärker sind sie gedehnt, Bendings haben dann praktisch keinen Effekt mehr. Das ist einfach Materialermüdung.
Das ist definitiv falsch. richtig ist lediglich, dass sie soweit gedehnt sind, dass sie ihre grundsätzliche Spannung haben und damit stimmstabil sind. Fürs Bending ist es unerheblich. Ware das richtig, dann würden die Saiten schon reißen, wenn man sie einen Halb- oder Ganzton nach oben stimmt. Das ist mir noch nie passiert.
Da hast du mich ein wenig überinterpretiert. Materialermüdung ist ein unaufhaltsamer Vorgang. Das ist kein plötzliches Ereignis sondern ein Prozess. Irgendwann wird auch die Saite deswegen reißen – vor allem unter Belastung – , aber eben erst irgendwann. Natürlich und deshalb kann man neue Saiten - und ich rede hier von den Bässen – besser benden als alte. Was nichts an der Tatsache ändert, dass das bei Nylonsaiten eben gundsätzlich schlechter geht als bei Stahlsaiten.
Meinst Du nicht, dass Du die Materialermüdung künstlich dramatisierst? Wir sind doch keine nichts wissenden Greenhorns mehr, die teilweise schon Jahrzehnte Erfahrung haben und zumindest einem leidenschaftlichen Hobby sehr engagiert zugewandt sind, sofern man nicht mit der Gitarre sein Geld verdient. Darauf hinzuweisen, dass alles mal vorbei ist, ist obsolet. Bis die Materialermüdung bei Nylonsaiten, besonders im Diskant, zum Reißen neigt, hat jeder schon die Saiten mehrer Male gewechselt. Bspw. lasse ich meine Diskantsaiten (Savarez Chorum) im Durchschnitt 3einhalb Jahre drauf. Nicht, weil die Materialermüdung sich zu erkennen gibt sondern weil sie die Intonation verlieren. An den Bässen erkennt man die Materialermüdung hauptsächlich an der D-Saite, wenn sich an den Druckstellen der Bünde die Drahtwindung auftrennt. Wenn es soweit ist, dann hört man es auch.
Liebe Grüße
Bernd
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fretworker
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Re: Bendings mit Nylonsaiten, welcher Saitentyp am besten?

Beitrag von fretworker »

Mann, mann, mann.
Bernd C. Hoffmann hat geschrieben:weil sie die Intonation verlieren.
Das IST Materialermüdung. Übrigens setzt diese schon sehr viel schneller als nach dreieinhalb Jahren ein, bei durchschnittlicher Beanspruchung von, sagen wir mal, einer Stunde Spieldauer am Tag, ist meist nach drei Monaten keine saubere Intonation mehr gegeben. Das mag im Flamenco allerdings anders interpretiert werden, keine Ahnung. Und ja, ich bin da kritisch, und ja, ich kenne auch Leute denen das völlig egal ist. Die interessieren sich aber auch nicht für Nagelpflege oder andere Aspekte eines guten Tones oder schönen Klanges. Das darf jeder so halten wie er will.
Bernd C. Hoffmann hat geschrieben: An den Bässen erkennt man die Materialermüdung hauptsächlich an der D-Saite, wenn sich an den Druckstellen der Bünde die Drahtwindung auftrennt.
Auch dieses Phänomen variiert von Hersteller und Saitentyp und Legierung des Umspinndrahtes. Die normalen Savarez-Bässe altern z.B. sehr schnell, sowohl optisch als auch klanglich, nach sechs bis acht Wochen sind die fertig, zumindest bei mir. Die Corum-Bässe sind da merklich haltbarer (und teurer).
Bernd C. Hoffmann hat geschrieben:Darauf hinzuweisen, dass alles mal vorbei ist, ist obsolet.
Deine Art, jeden abzubürsten der nicht in dein Schema passt ist obsolet. Der TE hat im Eingangspost darauf hingewiesen, dass er sich eben NICHT mit Konzertgitarren und deren Besaitung auskennt. Und ich habe niemanden als Greenhorn hingestellt oder gar abgekanzelt. :roll:
Gruß, fretworker
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