Bach für Mandoline

Hier kann man sich über die Verwandten der Gitarre aus der Lautenfamilie austauschen: Mandoline, Mandola, Bouzouki

Moderator: RB

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tele
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Bach für Mandoline

Beitrag von tele »

Nach dem der von mir ins Leben gerufene Faden "Bach für Gitarre", der als unverbindlicher Gedankenaustausch geplant war, in einer wüsten Beschimpfungsorgie geendet ist, versuche ich es jetzt hier auf ein Neues , in der Hoffnung, dass sich Streifenwagen der "Policia grosera del Flamenco" in diesen entlegenen Sektor eher nicht verirren dürften.

Also: anders als sein Zeitgenosse Vivaldi hat J:S. Bach keine Werke für Mandoline komponiert, aber durch die Quintenstimmung ist die Mandoline wie prädestiniert für Bach's Cello-und Violinensuiten.Ein kurzer Ausflug nach Youtube zeigt, dass es eigentlich gleich ist, mit welchem Mandolinentyp man sich Bach's Musik nähert, weswegen ich dies zum Anlass nehmen möchte, gleichzeitig verschiedene Spezies der Gattung Mandoline vorzustellen.

Alex Timmermann spielt hier das Präludium zur ersten Cello Suite auf einer neapolitanischen Rundbauch-Mandoline (engl.Bowlback) https://www.youtube.com/watch?v=svvM2a3dUMo

Etwas größer und voller im Klang ist die deutsche Rundbauchmandoline, die Caterina Lichtenberg spielt.Begleitet wird sie dabei von ihrem Mann Mike Marshall auf dem Mandocellohttps://www.youtube.com/watch?v=cHmh1yZhLnc

Marissa Carrol spielt das Prelude 1006 auf einer Mandoline des Chicagoer Harfenherstellers Lyon and Healy, die insbesondere bei amerikanischen Klassikmandolinisten ein hohes Ansehen genießenhttps://www.youtube.com/watch?v=NL8XhxMLqbs

Bluegrass Wunderkind und Punch-Brother Chris Thile meistert das gleiche Präludium noch eine Spur flinker auf einer Gibson F5 Lloyd Loar für etwa 200 000.https://www.youtube.com/watch?v=hSZ40V0teGM

Ein neuer Star am Mandolinenhimmel ist Avi Avital. Er spielt das eingangs gehörte Präludium auf einer Mandola des israelischen Mandolinenbauers Arik Kermal, der seinen eigenen Stil gefunden hathttps://www.youtube.com/watch?v=3CoEKQopTSo

So flink wie Chris Thile, aber wohll auch auf einer Kermal Mandolie:Jacob Reuvenhttps://www.youtube.com/watch?v=ioUVlm6FcJQ

So, ich hoffe mein kleiner Ausflug ins Bachsche Mandolinenwerk dient nicht wieder als Anlass für erzürnte Platzhirsche, wild forkelnd ihr vermeintliches Revier zu verteidigen, sondern macht ein bisschen Lust auf Bachs Musik in GDAE-Stimmung.
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thust
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Beitrag von thust »

Es gibt sogar ein von Forumssponsor O. Weitze geschriebenes Werk mit deinem Beitragstitel.

http://n-a-g.info/index.php?option=com_ ... gory_id=38

LG Andreas
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tele
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Beitrag von tele »

Das Buch hatte ich mal, habe es aber wieder zurückgeschickt, weil mir die Stücke eindeutig zu anspruchsvoll waren, Es fehlt auch ein Tonträger, der beweist, dass es sich wirklich um Bearbeitungen aus der Mandolinenpraxis und nicht einfach um in der Theorie gefertigte Tabulaturbearbeitungen handelt.

Für Einsteiger empfehleneswerter

Bach Mandolin PlayAlong http://www.halleonard.com/product/viewp ... bsiteid=1&

J.S Bach for Mandolin von Robert Bancalarihttp://www.melbay.com/Products/95770BCD ... dolin.aspx

Bach's Cello Suites for Tenor Banjo von Rob MacKillop.Die Noten entsprechen zwar der CGDA Stimmung aber die Tabs gehen auf allen Instrumenten In Quintenstimmunghttp://www.melbay.com/Products/30430BCD ... banjo.aspx

Ein gutes Einsteigerstück ist die erste Bourée aus der dritten Cello Suite, an der ich mich mal versucht habehttps://www.youtube.com/watch?v=RA5GGsVmGCs
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JazzDude
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Re: Bach für Mandoline

Beitrag von JazzDude »

tele hat geschrieben:Bluegrass Wunderkind und Punch-Brother Chris Thile meistert das gleiche Präludium noch eine Spur flinker auf einer Gibson F5 Lloyd Loar für etwa 200 000.https://www.youtube.com/watch?v=hSZ40V0teGM
Das Video hab ich damals ungefähr zwanzig Mal hintereinander gesehen, so sehr hat mich das umgehauen.
(Aber streng genommen ist das noch nicht die Loar, sondern eine Dudenbostel für schlappe $30.000. Hier spielt er Bach auf der ersten seiner beiden Loars: https://youtu.be/O2P1USiqzKw)
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