Erster kleiner Textversuch

Wie fang ichs an, wie bleib ich dran ....

Moderator: RB

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H-bone
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Beitrag von H-bone »

Bushido stimme ich voll zu...

... und noch ein Argument für mich für's Englische: Die Musikstile die ich bevorzuge entspringen allesamt aus dem englischsprachigen Raum - Blues, Country-Blues, Folk-Rock, Country etc.

Und wenn ich nun solche Musik machen will, kann ich entweder a, englisch singen (und schreiben) oder b, einen lächerlichen Versuch machen einen der obengenannten Stile in's Deutsche zu pressen... Gunther Gabriel und ähnliche Peinlichkeiten lassen grüssen.

Einer der ganz wenigen, die die deutsche Sprache virtuos umsetzenkönnen, is m.E. Hannes Wader ... nur - wer bitte kann so schreiben ?

In diesem Sinne,

Martin
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marcus
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Beitrag von marcus »

H-bone hat geschrieben:
Einer der ganz wenigen, die die deutsche Sprache virtuos umsetzenkönnen, is m.E. Hannes Wader ...
mir fielen da noch Stefan Stoppok und Sven Regener ein ... :!:
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vauge
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Beitrag von vauge »

Also ich finde es gibt sehr viele sehr gute deutsche Texte. (Reinhard Mey sollte man da nicht vergessen, aber auch die Texte die Annett Louisan singt (um jemand aktuellen zu nennen) finde ich teilweise extrem gut.)

Trotzdem, manchmal hat man halt das Gefühl, dieses Lied muss ne andere Sprache haben. Bei mir hängt das oft mit der Musik zusammen, das ich finde der Text dazu müsse zb spanisch sein, oder eben englisch.

Ich selbst schreibe nur deutsche Texte. Ich kann mit keiner anderen Sprache so umgehen, daß die Ergebnisse meinen Ansprüchen genügen würden. - Aber es gibt ein paar Übersetzungen ins Englische. Wenn das jemand macht der die Sprache beherrscht kann das ganz gut ausgehen. Aber die Tatsache, daß das Lied dann ganz anders wirkt, bleibt.
Mitternacht
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Beitrag von Mitternacht »

... ja, da hat der Martin recht.
Für bestimmte Musikstile, die ihre Wurzeln woanders haben, muß auch die Sprache passend sein, weil das Gefühl sonst nicht stimmt.
Aber Miriam hat ihre Wurzeln ja hier und will ihre Gefühle ausdrücken, und da kommt es auch ganz schnell zu o.g. Peinlichkeiten, wenn man die fremde Sprache nicht 200%ig beherrscht.

Ja, der Hannes, der beherrscht seine Sprache, da klingt nichts verkrampft.
Also ist es doch möglich, daß deutsche Texte auf hohem Niveau singbar sind.
Es ist jedoch auch klar, daß das nicht jeder so gut kann. Muß man ja auch nicht. Das Niveau kann durchaus etwas niedriger sein ohne daß das Ganze peinlich wird.

Und Funny van Dannen hat durchaus auch anspruchsvolle Texte, ohne daß man ganz genau hinhören muß oder eine Interpretation dazu braucht. Sowas muß einem erstmal einfallen!
Allerdings ist das letzte Lied auf seiner letzten CD mir gegenüber ganz schön frech.
:lol: :lol: :lol: :lol:

Wer es kennt und es mit meinem Namen in Verbindung bringt, weiß, was ich meine! :P :P :P

Um zum Thema zurückzukommen, denke ich, daß Miriam, wenn sie so einen Text auf Englisch zustande kriegt, das viel besser auch auf Deutsch kann. Es dauert jedoch vielleicht etwas länger als ein halbe Stunde, um originell und individuell zu sein.

Viel Spaß!
Gerlinde
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Mario
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Beitrag von Mario »

Bei manchen der angesprochenen Musikstile sollte man mal herauskriegen, wo deren Wurzeln tatsächlich liegen :D

Mario
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pegahorn
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Beitrag von pegahorn »

Ich bin eigentlichg ein Fan von deutschen Texten, nur die versteht man hierzulande und man wird hier schnell in eine bestimmte Ecke gedrängt.
Wollte eigentlich einen Song mit folgendem Text machen, aber alle waren entsetzt:

Auf des Papstes Pimmel,
liegt vor Einsamkeit schon Schimmel.
Drum sagt er zu seinem Sekretär:
Lass uns mal im Morgengrauen
den Schimmel von mein Pimmel kauen

und dann gehts noch heftig weiter

und jetzt schmeißt mich das Forum raus
:twisted:

Gruß
Richarfd
Es ist ehrenvoller eine Bank auszurauben, als eine zu gründen (B. Brecht)
Gast

Beitrag von Gast »

pegahorn hat geschrieben:...
und jetzt schmeißt mich das Forum raus
:twisted:
Glaub ich nicht. :guitar1:

Da würde ich soviel Krawall machen! :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
RAc
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Beitrag von RAc »

...
Zuletzt geändert von RAc am Sa Okt 10, 2015 9:31 pm, insgesamt 1-mal geändert.
http://soundcloud.com/rac-13" onclick="window.open(this.href);return false;
Mario
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Beitrag von Mario »

Ich finde des Text (mit den Einschränkungen von RAC) auch gut - und wenn er deine Gefühle ausdrückt :wink:


Hast du den Text mal ins englische übersetzt und waren die Leute weniger enzsetzt 8)

On the top of the pope's cock.........

M:
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Gast

Beitrag von Gast »

Deutsch, Englisch... auch Französisch klingt ganz gut
(s. Reinhard alias Frederik Mey) - da es in unseren
Ohren sehr warm und rund ist - letztendlich ists egal,
wenn das Gesamtkonzept stimmt und das Lied gut ist.

In meinen "etwas" jüngeren" Jahren fand ich alles,
was nicht deutsch war, ziemlich "uncool" - inzwischen
versuche ich mich selber an deutschen Texten.

Auch Dialekt ist durchaus ein interessantes Stilmittel
und muss nicht unbedingt in einer bestimmten
Ecke landen (s. Hubert von Goisern)

Mach einfach weiter Miriam, so wie es Dir Dein Gefühl
im Bauch sagt - wichtig ist nur, daß Du authentisch bleibst.

Viele Grüße, NIk
Mario
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Beitrag von Mario »

Kingfrog hat geschrieben: Mach einfach weiter Miriam, so wie es Dir Dein Gefühl
im Bauch sagt - wichtig ist nur, daß Du authentisch bleibst.
oder besser? authetisch wirst: Der Weg ist das Ziel?

Mario
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RB
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Beitrag von RB »

Die Dskussion über die verwendete Sprache ist müßig. Zum einen ist der Text bereits geschrieben und man kann ihn nicht ins Nichtgeschehene zurückschieben. Auch entscheidet der Schreiber wohl immer selbst, ob, was und wie er schreibt, einschließlich der Sprache, derer er sich bedient.

Wenn schon der Begriff "absurd" hier verwendet wird, dann wohl eher so: Absurd ist es, einem Autor anheimzustellen, eine andere Sprache zu verwenden. Besonders abwegig erscheint mir das dann, wenn es sich um jemand handelt, der auch noch einräumt, den Text überhaupt nicht gelesen zu haben. Ärger kann man wohl den Wunsch nach der Einschätzung eines Texte nicht mit Füßen treten: "Ich habe ihn nicht gelesen, aber schreib doch in deutsch". Ziemlich daneben, wenn ihr mich fragt. Aber mich fragt ja keiner.
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Harald
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Beitrag von Harald »

Na, eigentlich sollte es hier doch wohl um eine (von ihr erwünschte) Beurteilung des Textes von Miriam gehen. Jetzt gehts wohl mehr darum, in welcher Sprache überhaupt getextet werde sollte. Ich für meinen Teil hab gesagt, dass es MIR nicht in den Sinn käme, einen englischen Text zu verfassen, weil ich dieser Sprache nicht so mächtig bin, dass das einen Sinn ergeben würde.

Das sollte auf keinen Fall heißen, dass ich Miriam oder auch sonstwem die Fähigkeit absprechen wollte, solches zu tun.

Wenn ich aber jetzt lese, dass z.B. Du, rancid, unter anderem meinst:
"Ich meinte es eher so, dass ich noch nie ein Lied mit deutschen Texten gehört habe, dass es geschafft hat das Gefühl zu regen, das im Text angesprochen wird.", dann glaube ich, dass dies wohl eher daran liegt, dass Du nicht allzu oft Lieder mit deutschen Texten hörst, sonst wärst Du vielleicht mal, um nur zwei rauszupicken, über

VIERTEL VOR 7
oder
NEIN; ICH LASS DICH NICHT ALLEIN

von Reinhard Mey

gestolpert und dann kämst Du sicher entweder danach nicht mehr zu einer solchen Aussage oder, und das ist jetzt nich böse gemeint, Du hörst die von Dir wohl bevorzugten englischen Texte nur mit halbem Ohr, sonst könntest Du die nämlich nicht wirklich besser finden.

Aber mal ehrlich, was hat das mit dem bereits vorhandenen Text von Miriam zu tun??? Sie wollte den Text, also ich denke Inhalt und Umsetzung beurteilt haben und keine Grundsatzdiskussion starten, sonst hätte sie IHREN Thread wohl sich anders tituliert.

Ich muss NIk wie so oft Recht geben (quatsch, muss ich ja eigentlich nicht geben, hat er ja schon), es ist völlig wurscht, in welcher Sprache jemand schreibt, Die- oder Derjenige muss nur selbst dahinterstehen. Es kommt da auf den Inhalt an. Und sicher auch darauf, was man mit dem Lied eigentlich erreichen will. Will ich meine Gefühle ausdrücken, will ich eine Geschichte erzählen, will ich einfach eine mir unter den Nägeln brennende Frage in den Raum stellen, will ich "zu Bedenken geben", will ich eine bereits vorhandene Melodie mit einem Text versehen, will ich für das was ich tue, einen kommerziellen Erfolg beanspruchen, das alles spielt eine grosse Rolle, und in welcher Sprache es diese Rolle spielt, ist erstmal sekundär.

Mir sind die Musiker (und Texter) am liebsten, die es halten wie Konstantin Wecker der da sang:

"Ich singe, weil ich ein Lied hab, nicht, damit es Euch gefällt.
Ich singe, weil ich ein Lied hab, nicht, weil ihr's bei mir bestellt..."

Ersetzt "singe" mit "texte" und "Lied" mit "Text" oder meinetwegen auch mit "Anliegen" und ihr wisst, was ich meine...

So und zu guter Letzt geb' ich auch dem RB mal wieder Recht, der sagt:

"Ärger kann man wohl den Wunsch nach der Einschätzung eines Texte nicht mit Füßen treten."

Stimmt genau. Mindestens "Thema verfehlt, sechs, Setzen!"

Und dass Dich, Reinhard, keiner fragt, stimmt aber nicht, Miriam hat ja gefragt, und zwar alle
"... und hätte aber die Liebe nicht ..."

http://www.youtube.com/watch?v=N4kFCBIYDqA
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RB
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Beitrag von RB »

Ich sehe die Sprachwahl undogmatisch. Daher finde ich, daß es ausgezeichnete deutsche Texte gibt, desgleichen englische. Letztere halte ich aber auch dann für möglich, wenn sie nicht von einem Mutterprachler verfaßt worden sind.

Es mag schon angehen, daß den meisten, die eine Sprache nicht als Muttersprache erlernt haben, bestimmte Feinheiten unzugänglich bleiben. Damit wird vielleicht das Texten schwieriger, aber unmöglich wird es mE nicht.

Mir sind zB zwei schöne Zeilen eingefallen:

My lawyer smiled at me and took a fortune
He went and left me standing in the rain
(deutsches Idiom auf englisch, merkt doch keiner von denen, die denken halt, es regnet)
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Angie
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Beitrag von Angie »

Hallo Mitra,

Dein Lied hat mich sehr angerührt, die Gefühle kommen mir irgendwie bekannt vor...

Das Englisch ist sicher nicht perfekt, das weißt Du ja selber, und ich persönlich finde das überhaupt nicht schlimm - man versteht schließlich klar, was Du sagen willst. Viel wichtiger finde ich, dass schon allein aus diesem Text ein echtes Gefühl rüberkommt, das die Zuhörer zu ergreifen im Stande ist - eben, weil es wahr und klar ist.

Was mir jedoch fehlt, ist eine nachvollziehbare inhaltliche Überleitung von "never able to fly away" zu "I take my bags, disappear like a thief". Als Zuhörer, der sich im Thema - also im Anfangszustand des "being unable" - wiederfindet, frage ich mich doch: "Wie also hat sie das am Ende geschafft?" Damit käme auch ein bisschen mehr Spannungsbogen rein, denn so bleibt es für mein Gefühl mehr eine bloße Aussage: "Früher war es so, und heute ist es so." Aber was verbindet das Früher mit dem Heute? Die verlorenen Gefühle? Machen die stark?

Texte müssen sich absolut nicht reimen (spätestens seit Hannes seinem "Unterwegs nach Süden" dürfte der Beweis erbracht sein) - Deiner tut das, auch ok - was für mein Gefühl aber unbedingt passen muss, ist das Metrum. Da haben ja andere schon gesagt, dass Dein Text noch etwas holpert, empfinde ich auch so. Sowas kommt mit der Übung, also schreib unbedingt weiter!

Dass Du Talent auch zum Texten hast, steht für mich fest. Und ich wäre sehr gespannt, dieses Lied mal mit Melodie zu hören!

Lieben Gruß
Angela
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