Moll und Dur Pentatonik

Musiktheorie und Komposition

Moderator: RB

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Rolli
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Moll und Dur Pentatonik

Beitrag von Rolli »

Huhu, noch eine Videonotiz für meine Impro-Schüler.
Hier gehts um die Anwendung der Pentatonik , z.B. im Blues
https://www.youtube.com/watch?v=4FwLurPYdtk" onclick="window.open(this.href);return false;
Schöne Grüße, Rolli
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fingerstricker
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Re: Moll und Dur Pentatonik

Beitrag von fingerstricker »

Moin Rolli,
"ich sing in Dur und Du in Moll, dann wird die Fastnacht richtig toll" ... so heißt es in einem unsere größten Hits ... aber so ganz verstanden habe ich den Satz nicht :whistler:
Und nun kommst du um die Ecke und erklärst mir das mal eben am frühen Morgen, noch vor meinem ersten Kaffee :mrgreen:
Dank Dir !
Gruß
fingerstricker
schinkenkarl
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Re: Moll und Dur Pentatonik

Beitrag von schinkenkarl »

Ich hänge mich hier mal rein.
Habe gerade eine “theoretische Phase“ und stehe vor einem Rätsel.
Das die a-moll und c-dur Pentatonik dieselben Töne haben wußte ich.
Bei a-moll habe ich Grundton, Terz, Quarte, Quinte und Septime, es fehlen Sekunde und Sexte.
Bei c-dur habe ich Grundton, Sekunde, Terz, Quinte und Sexte, es fehlen dann Quarte und Septime.
Warum ist das so?
Sollten nicht die Intervalle gleich sein.
Wo liegt mein Denkfehler?
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JazzDude
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Re: Moll und Dur Pentatonik

Beitrag von JazzDude »

Nein, die Intervalle sollten nicht gleich sein (das ist der Denkfehler), genauso wenig wie die Intervallabfolgen einer Dur- bzw. Moll-Tonleiter gleich sind. Das eine ist eben Moll (mit kleiner Terz), das andere Dur (mit großer Terz).
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schinkenkarl
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Re: Moll und Dur Pentatonik

Beitrag von schinkenkarl »

?
Gerade davon bin ich ja ausgegangen.
Bei dur und moll habe ich doch die gleichen Intervalle, mal die moll Varianten außen vor gelassen.
Große oder kleine Terz, und mehr haben beide. Alle Intervalle sind identisch, ob groß/klein, rein usw..
Aber bei der dur Pentatonik fehlt die “wichtige“ Intervall, die Septime.
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Rolli
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Re: Moll und Dur Pentatonik

Beitrag von Rolli »

Genau das macht die Sache ja klanglich so lecker. Die Dur-Pentatonik liefert Dir die Sechte und die None. Es ist eigentlich ein "milder" Effekt, der das erdig Bluesige um eine eher folkige oder Countryartige Variante bereichert. Es klingt in meinen Ohren etwas mehr nach B.B. King oder Robben Ford und hat eine gewisse Eleganz.
Der erdige Bluescharakter entsteht ja durch die Verwendung einer Moll-Tonleiter über einen Dur Akkord mit kl. Septime!

PS: Du kannst auch einfach die gewohnte Moll-Pentatonik (und alles an gelerntem Material wie Licks, Riffs etc) um eine kleine Terz abwärts verschieben, dann kommst Du zum selben Notenmaterial. Klingt aber dann etwas starrer, finde ich!
PPS: Du kannst die Dur Pentatonik auch als ausgedünntes Mixolydisch betrachten, welche ja eine im JazzBlues häufig verwendete Tonleiter über Dom7 Akkorde ist. Es fehlen nur die Quarte und Septime.
Schöne Grüße, Rolli
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schinkenkarl
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Re: Moll und Dur Pentatonik

Beitrag von schinkenkarl »

Das hast du gut erklärt, sehr bildlich.
Mir ist das bewußt.
Praktikabel finde ich sich über Arpeggios daran anzunähern.
Aber mir will immer noch nicht in den Kopf warum bei dur und moll nicht dieselben 5 Intervalle benutzt werden.
Wo bleibt da die Systematik?
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Rolli
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Re: Moll und Dur Pentatonik

Beitrag von Rolli »

schinkenkarl hat geschrieben:
Do Jan 06, 2022 1:44 pm

Aber mir will immer noch nicht in den Kopf warum bei dur und moll nicht dieselben 5 Intervalle benutzt werden.
Dann wäre doch kein Unterschied gegeben!
Schöne Grüße, Rolli
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schinkenkarl
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Re: Moll und Dur Pentatonik

Beitrag von schinkenkarl »

OK, das klingt logisch.
Der einzige Unterschied wäre dann nur die Terz.
Stöbere gerade im wiki Eintrag.
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string
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Re: Moll und Dur Pentatonik

Beitrag von string »

Rolli, vielleicht könntest Du auch noch erklären,
wie man technisch (rechte Hand) das entsprechende Tempo
erreicht (Daumen mit Zeigefinger in Verbindung mit hammerings, pull off).
Wäre für einige hier bestimmt auch interessant. :wink:

Gruß
Klaus
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sondern der Zusammenklang".
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Rolli
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Re: Moll und Dur Pentatonik

Beitrag von Rolli »

string hat geschrieben:
Do Jan 06, 2022 3:10 pm
Rolli, vielleicht könntest Du auch noch erklären,
wie man technisch (rechte Hand) das entsprechende Tempo
erreicht (Daumen mit Zeigefinger in Verbindung mit hammerings, pull off).
Wäre für einige hier bestimmt auch interessant. :wink:

Gruß
Klaus
Ich hatte mal für einen Schüler meine beiden Floßen beim Improvisieren gefilmt, um zu verdeutlichen, dass zumindest bei mir eine Art geordentes Chaos in den Händen herrscht. Soll heißen ich folge keiner reinen Lehre wie "permanent Wechselschlag" mit Zeige und Mittelfinger oder Daumen und Zeigefinger. Ich habe so ziemlich alle Techniken irgendwann mal geübt und als ich die Nase voll von stupiden Übungen hatte, durch viel Spielen etwas mehr Schnelligkeit in die Hände bekommen. Aber ich bin technisch nicht gerade die Leuchte, sondern nutze viele Bendings, Hammer-ons und Pulloffs um Spielfluß zu bekommen. Rechts nutze ich intuitiv gemischte Techniken. Ich glaube auf dem Video kann man das ganz gut erkennen. Es kommt auch ein wenig darauf an, ob ich rein Solistisch unterwegs bin oder mich - wie am Ende - selber beim Jammen begleite. Mit Plek sieht es halt wieder anders aus :)
https://www.youtube.com/watch?v=CBQO-bJ07i4
Schöne Grüße, Rolli
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Jürgen
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Re: Moll und Dur Pentatonik

Beitrag von Jürgen »

Ich versuche mit meinem Halbwissen etwas Licht in die Frage der Intervalle zu bringen:
Die DUR-Penatatonik wird gebildet, indem man ausgehend vom Grundton Quninten schichtet, diese in eine Oktave transponiert und damit in die bekannte Reihenfolge bringt.
Die MOLL-Pentatonik enthält die gleichen Töne, die Reihung beginnt aber auf dem Grundton der parallelen Moll-Tonart, bei C-Dur=C also A-Moll=A.
Folglich können die Intervalle nicht gleich sein. Habe das mal in einer schnellen Excel-Tabelle dargestellt:
Penta Dur Moll.JPG
Penta Dur Moll.JPG (25.61 KiB) 350 mal betrachtet
Ich hoffe, ich kann zur Verwirrung beitragen :-)
Gruß

Jürgen

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Rolli
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Re: Moll und Dur Pentatonik

Beitrag von Rolli »

Ja, hast Du getan. :bide: Ist aber nicht schlimm.
Denn es geht ja hier nicht darum die parallele Dur-Pentatonik z.B C-Dur zu spielen, sondern die in A-Dur zu verwenden. Erst das macht dann einen wirklichen Klangunterschied aus. Und dann diese mit der A-Moll Pentatonik zu mischen. So wie im Video angespielt.
Schöne Grüße, Rolli
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Jürgen
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Re: Moll und Dur Pentatonik

Beitrag von Jürgen »

Hi Rolli, ich dachte meinen Beitrag als Antwort auf die Frage von Schinkenkarl. Die Struktur der Dur- und Mollpenta ist ja unabhängig von der Tonart jeweils immer gleich, was mit den Stufen dargestellt ist. Die A-Dur Pentatonik oder jede andere lässt sich damit einfach herleiten.
Gruß

Jürgen

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Rolli
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Re: Moll und Dur Pentatonik

Beitrag von Rolli »

Jürgen hat geschrieben:
Fr Jan 07, 2022 10:02 am
Hi Rolli, ich dachte meinen Beitrag als Antwort auf die Frage von Schinkenkarl. Die Struktur der Dur- und Mollpenta ist ja unabhängig von der Tonart jeweils immer gleich, was mit den Stufen dargestellt ist. Die A-Dur Pentatonik oder jede andere lässt sich damit einfach herleiten.
Ah, jetzt, ja.... :pro:
Schöne Grüße, Rolli
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