Mit Pentatonik den Akkorden folgen ?

Musiktheorie und Komposition

Moderator: RB

Antworten
FabianJ
Beiträge: 298
Registriert: Do Aug 09, 2012 6:53 am
Wohnort: 75038

Mit Pentatonik den Akkorden folgen ?

Beitrag von FabianJ »

hallo zusammen,

ich blick nicht ganz durch, wie kann ich mit den Pentatonik skalen den Harmonien aus einer Akkordfolge folgen ?
Nehmen wir folgendes einfaches Beispiel:
Akkorde sind
E, A, B(7)

Ich spiele wahlweise die E Dur oder Moll Pentatonik, das klappt ganz gut.
Aber wie kann ich nur durch durch die Melodieführung die Akkordwechsel mitgeben ? Also ich spiele solo ohne backingrackt, der Höhrer "fühlt" aber die Akkordwechsel da ich die Skala wechsle... ich hoffe ich habs verständlich erklär was ich meine.
Spiele ich über E dann die E Pentatonik, übder A die A Pentatonik usw...
Igrendwie klingt das nach nix..

Im Prizip, das was er hier macht
http://youtu.be/puln0lBOtzM?t=2m

mal davon abgesehen was genau er hier spielt, mir gehts um das Prinzip

Danke und Grüsse
Get to work
Highlaender
Beiträge: 470
Registriert: Mo Aug 27, 2012 6:59 am
Wohnort: Highlands in NRW

Beitrag von Highlaender »

Das Video ist anscheinend in Deutschland nicht erlaubt

Ich vermute mal, Du willst das der Zuhörer mitbekommt, jetzt spielst Du A-Pentatonik zu A-Dur und danach E-Pentatonik zu E-Dur ohne die eigentlichen Akkorde zu spielen ?

Klar klingt das langweilig, Du benutzt ja nur 5 Töne.

Versuchs doch mal mit Tonleitern, bei E die Töne der E-Dur Tonleiter, bei A entsprechend. Die Töne sind zwar fast gleich (vom Namen her) die Lage ist aber eine andere.
Mit der Tonleiter kannst Du dann Melodien entwickeln / nachspielen
Signatur ist, wenn hier etwas steht
Ulrich Peperle
Beiträge: 643
Registriert: Do Sep 01, 2005 1:27 am

Beitrag von Ulrich Peperle »

[Beitrag vom Verfasser entfernt]
Zuletzt geändert von Ulrich Peperle am Sa Apr 09, 2016 2:41 pm, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
Herigo
Beiträge: 4323
Registriert: Sa Apr 03, 2010 11:23 pm

Beitrag von Herigo »

was mich bei jimmy vaughan (bruder von stevie ray und gitarrist bei den "the fabulous thunderbirds") so fasziniert hat, war genau das was du beschreibst. er spielt tatsächlich nur die pentatonik mit wenig chromatischen durchgangstönen, die er nicht einmal stark betont sondern meist als ausgangsnote zum halbton slide benutzt.
außerdem erscheint mir wichtig wie er das phrasiert, spielt man das rhytmisch nicht so klingt es gleich wie ein belangloses gedudel. also man hört tatsächlich die 12 bar bluesform auch ohne begleitung nur anhand der sololinie. ich habe mir ein paar seiner licks mal drauf geschafft. eins davon ist ziemlich nah am original.

wenn du lust hast kannst du dir das hier anhören (man sollte sich das auch wirklich mal vom original anhören, weil nur auf theoretischer betrachtungsweise funktioniert es nicht, ...bei mir nicht):
http://www.acidplanet.com/artist.asp?PID=415040&t=6552

vielleicht noch ein zweites solo zum vergleich - gleiche tonart, gleiche töne, anderer groove und phrasierung:
http://www.acidplanet.com/artist.asp?PID=414992&t=730
Salud a Familia
Herigo Carajillo de los Bomberos de Alemania
BildFrieden schaffen ohne Waffen!
kostenlos CD runterladen: www.mydrive.ch user: guest@current password: Burro01
Benutzeravatar
Newbie
Beiträge: 752
Registriert: Mo Mär 25, 2013 5:40 pm

Beitrag von Newbie »

Ist ja bereits beantwortet, dennoch beschäftige ich mich selbst mit diesem Thema, daher mein Versuch einer Erklärung...

Deine Kadenz ist I/IV/V aus E-Dur:
e-f#-g#-a-h-c#-d#

E: e-g#-h
A: a-c#-e
H: h-d#-f#

Die Pentatonik in
Edur: e-f#-g#-h-c
EMoll: e-g-a-h-d
enthalten beide zwar nicht alle akkordeigenen Töne, es lassen sich aber alle Akkorde damit ohne Tonartwechsel begleiten. Ausschlaggebend ist, wie Ulrich bereits sagte, beim Melodiespiel die mehrdeutig in den Akkorden enthaltenen Töne zur Betonung der Akkordwechsel zu vermeiden.

Nimmt man nun die Moll-pentatonik zur Begleitung fällt auf, dass teilweise akkordeigenen Töne fehlen. Man kann sich mit den Septimen behelfen.

E: e-g#-h-d#
A: a-c#-e-g#
H: h-d#-f#-a

Für den Wechsel von
E->A:a A->E:h,d
E->H:a H->E:e,g
A->H:h,d H->A:e,g

Allerdings ergeben sich nun dennoch Mehrdeutigkeiten und hier würde ich mich über einen Tipp freuen. Ich nehme an, dass der Grundton des Akkords in den gewechselt wird dann sinnvollerweise folgen muss.

Naja, grau ist alle Theorie. Ausprobieren...
Zuletzt geändert von Newbie am Di Dez 31, 2013 10:44 am, insgesamt 3-mal geändert.
"Ich habe keine Zeit, mich zu beeilen" I. Strawinsky
Highlaender
Beiträge: 470
Registriert: Mo Aug 27, 2012 6:59 am
Wohnort: Highlands in NRW

Beitrag von Highlaender »

@Newbie

wenn Du die "doppelten" Töne wegläßt um die mehrdeutigkeit zu vermeinden bleibt aber nicht viel übrig um da etwas sinnvolles draus zu machen.

Ich glaube nicht, das FabianJ das damit gemeint hat.

... vielleicht schreibt er ja noch etwas dazu
Signatur ist, wenn hier etwas steht
Benutzeravatar
Newbie
Beiträge: 752
Registriert: Mo Mär 25, 2013 5:40 pm

Beitrag von Newbie »

Nicht weglassen, beim Akkordwechsel meiden... Ulrich hat das ja bereits angedeutet. Er ist mir aber um Meilen voraus, deshalb nutz ich meine Postings um meine Gedanken zu sortieren und seinem zu folgen. Vielleicht ergänz ich es...
"Ich habe keine Zeit, mich zu beeilen" I. Strawinsky
Benutzeravatar
scifi
Beiträge: 3357
Registriert: Do Jun 17, 2010 10:28 am

Beitrag von scifi »

Ich versuche bei so etwas immer mögl. die Terz des darunter liegenden Akkords in einer Melodielinie zum klingen zu bringen. In meinen Ohren funktioniert das ganz gut. Gerade wenn du einen Blues vor allem auf der Moll-Pentatonik schrabbelst und dann beim Wechsel auf Dominante und Subdominante deren "Dur-Terzen" mit nimmst, wird finde ich ganz gut klar, wo du gerade bist. Muttis-Hausmittel-Taktik.
Benutzeravatar
Newbie
Beiträge: 752
Registriert: Mo Mär 25, 2013 5:40 pm

Beitrag von Newbie »

Ich bin zu dem Thema auch wieder zurückgekehrt, und wollte dazu nen neuen Thread aufmachen, als ich dann sah, ach da gibts doch schon was, also gelöscht, da hatte ich auch schon vom Holger ne Antwort als PN. Interessanterweise hatte ich im vorhandenen fred selbst schon was geschrieben.

Ich hatte überlegt, Blues in E mit e7-a7-h7, ist das eigentlich dur oder moll? und nehm ich die dur- oder moll-Skala zur Begleitung.
moin moin du,

wollte dir gerade antworten, doch dann war der beitrag irgendwie weg. was ist da los...hat das forum mal wieder nen aussetzer? however...vll. hilft dir das ja, gruß - holger

Zitat:
Kadenz E7-A7-H7


Das ist Dur.

Ein "Moll-Blues" wäre es z.B. auf Am7-Dm7-E7(b9).

Zitat:
nehme ich dann eher die dur- oder moll-Variante?


Das ist die große philosophische Frage; wie willst Du es erklingen lassen, welche Klangfarbe soll Dein Improvisieren erhalten. Der Trick ist (aus meiner Sicht), dass beim Blues eine Moll-Pentatonik über eine Dur-Kadenz gespielt wird. So liegt im E-Dur der Ton g# als große Terz, in der Mollpentatonik hast Du diesen nicht, jedoch ein g. Beide zusammen erklingen (als kleine Sekunde) losgelöst vom Kontext im Song zunächst dissonant...im Song können sie aber genau den gewünschten Klang / Klischee hervorrufen. Bende mal im Bluesscheme auf einem E-Dur das g bis fast (!) in g# hinein. Know what i mean? Wink Spielst Du hingegen die E-Dur Pentatonik auf der E-Dur Kadenz wird es zwar lieb und nett klingen - aber den Blues (oder das, was wir dafür halten) wird man damit nur schwer beschwören können.

Zitat:
Gut darin fehlen eh die Blue Notes...


Egal, die spielst Du einfach rein.

_________________
www.holgerhendel.com
Candlelight & Beer - Akustik Cover
Second Hand - die ultimative Hard´n Heavy - Coverband

Never underestimate the stupidity of idiots.
"Ich habe keine Zeit, mich zu beeilen" I. Strawinsky
Antworten