In Taktschema zurechtfinden?

Musiktheorie und Komposition

Moderator: RB

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bandit67
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In Taktschema zurechtfinden?

Beitrag von bandit67 »

Hallo,

Also ich versuche mich gerade mit Backing Tracks um nicht so alleine
zu spielen. :D
Für den Anfang habe ich nach einem 12 Takter Blues in G dur gesucht.
Dann hab ich angefangen in jedem Takt erst mal nur eine Note zu spielen
um den Überblick zu behalten und in Ruhe mit zählen zu können.
Das ist aber auf Dauer wirklich eintönig.
Sobald ich aber versuche halbe viertel oder, ganz crazy, sogar noch Pausen
ein zu bauen verliere ich komplett die Orientierung wo ich mich gerade
befinde, den Chorus kann ich dann "eventuell" wieder hören aber dann
weiß ich halt auch nur OK ich hab es vergeigt mein Lick war zu schnell
oder zu langsam.
Ich würde das mit den einzelnen Noten Pro Takt weiter üben auch wenn
es öde ist, bis die innere Uhr geeicht ist wenn mir Jemand sagt, das das
was bringt, ansonsten bin ich für Tips offen wie ich mir ein Gefühl für so
ein doch recht einfaches Taktkonstrukt aneignen kann.

Gruß
RG
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landmesser
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Registriert: Di Okt 04, 2011 10:13 am
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Beitrag von landmesser »

Ich singe immer im Kopf den Text mit. Dabei entstehen dann auch mal neue Texte ....
Der sich die rechte Socke nicht mehr mit der Zange anzieht
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bandit67
Beiträge: 42
Registriert: So Mai 18, 2014 6:11 pm

Beitrag von bandit67 »

Hallo Landmesser,

ich hab ja keinen Text bei einem Backing Track.
Ist vielleicht auch etwas verwirrend das meine Frage im Unterforum
"Songwriting/Komposition" steht aber ich habe sonst nichts anderes
gefunden.
Ich will ja nichts komponieren, ich möchte lediglich zur Begleitung
ein paar Noten spielen allerdings verlaufe ich mich dabei immer.

Gruß
RG
rwe
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Registriert: Mi Mai 30, 2007 6:04 pm

Beitrag von rwe »

Immer wieder hören und nur ganze Takte oder zumindest alla breve mitschlagen. Irgendwann nicht mehr zählen, sondern einfach "mitfühlen" (welch' Phrase...)
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bandit67
Beiträge: 42
Registriert: So Mai 18, 2014 6:11 pm

Beitrag von bandit67 »

OK,

also durchbeißen.
Das mit dem "fühlen" beschränkt sich im Moment nur auf die Bridge
und ich fürchte mittlerweile das ich selbst das mit meinem unterentwickelten
musikalischen Gehör nicht hören würde wenn der Wechsel unauffälliger
durchgespielt werden würde.

Aber ich bleibe dran!

Gruß
RG
rwe
Beiträge: 2058
Registriert: Mi Mai 30, 2007 6:04 pm

Beitrag von rwe »

bandit67 hat geschrieben:durchbeißen.
Genau... Ich brauche auch als Notist für manche Passagen, bei denen völlig klar ist, wie sie funktionieren, und die auch keine Artistik brauchen, einige Stunden des Übens. Gerade, wenn das musikalische konzept dahinter neu ist.
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bandit67
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Beitrag von bandit67 »

Danke Dir!

und es macht ja trotz allen Meckerns und Fragens und Scheiterns
immer noch riesen Spaß!!

Gruß
RG
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Herigo
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Registriert: Sa Apr 03, 2010 11:23 pm

Beitrag von Herigo »

damit ich nicht missverstehe, du hast bei einem 12 takt bluesschema probleme zu wissen wo du bist?

das haben die meisten!!!

einschränkung - die meisten die nur hin und wieder mal einen 12takter spielen.

fällt mir sehr oft bei jam-sessions auf. ging mir auch so, bis ich eine intensive bluesphase hatte, und nicht nur viel spielte sondern auch viel hörte. momentan mache ich das weniger und meine auch ein verschlechterung zu bemerken. genau genommen ist auch im flamenco das meiste ein 12er. da ist es noch viel schwieriger drin zu bleiben. wenn ich nicht an schwierigeren stellen genaustens mitzähle fliege ich sofort raus.

es gibt aber nicht für alles einen trick oder eine eselsbrücke, manche dinge muss man erhören und einfach immer wieder spielen. mitzählen (was auch nur partiell sinnvoll sein kann) ist das werkzeug nummer eins, intensives zuhören nummer zwei und üben nummer drei.

wenn man einen 12takter hört muss man vor dem takt hören, dass der wechsel kommt. langsam nehme ich beim zuhören von flamenco den compas war. beim blues war es genauso, wobei hier gesangsstrophen nicht selten vom 12er schema abweichen.

man kann nur das spielen, auch oder sogar vor allem beim improvisieren, was man tatsächlich kann.

wenn du also synkopen, fill-ins oder pausen einbauen willst, solltest du sie rhythmisch analysieren, also auch auszählen um festzustellen ob es überhaupt passt. das muss man nicht immer mit 12 durchzählen machen aber es sollte ins 12er schema passen.

im pop und rock gibt es solche allgemeingültigen rhythmischen strukturen gar nicht. da muss man pausen, wechsel usw. jedesmal neu lernen.

im grunde machst du alles richtig, du bist nur etwas ungeduldig, bzw. die erkenntnis "durchbeissen" ist vollkommen richtig.

spiel dir ein playback mit diesen einzelnoten ein oder nimm etwas brauchbares als playback, zur not spiele (nein nicht zur not, vielleicht sogar die beste übgung) zu einer fertigen aufnahme.
Salud a Familia
Herigo Carajillo de los Bomberos de Alemania
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bandit67
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Registriert: So Mai 18, 2014 6:11 pm

Beitrag von bandit67 »

Herigo hat geschrieben:damit ich nicht missverstehe, du hast bei einem 12 takt bluesschema probleme zu wissen wo du bist?
Ja, ich kann eben meist nur den Übergang zu den letzten vier Takten hören!
Kommt halt drauf an wie die "Band" das rüberbringt.
Herigo hat geschrieben: es gibt aber nicht für alles einen trick oder eine eselsbrücke, manche dinge muss man erhören und einfach immer wieder spielen. mitzählen (was auch nur partiell sinnvoll sein kann) ist das werkzeug nummer eins, intensives zuhören nummer zwei und üben nummer drei.
Hallo Herigo,
Danke für Deine Antwort,
ich schrieb ja das ich es auch akzeptieren würde wenn es keinen
Trick gibt aber man kann es ja mal versuchen! :D

Gruß
RG
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