Hallo liebe community,
Jetzt habe ich mein größeres Projekt etwas beiseite gelegt und mich eine kleinen Sache zugewendet, die mir auf Kleinanzeigen begegnet ist. Es handelt sich um eine hübsche, kleine Terzgitarre um die Jahrhundertwende vermutlich in Sachsen entstanden und von Eugen Gärtner, dem Stuttgarter Geigenbauer gehandelt.
560 mm Mensur, 41mm Sattelbreite
Ich hab in den letzten Tagen mit Knochenleim die Risse repariert und den leicht gelösten Steg fixiert. Die Konstruktion ist solide. Das Ladderbacing ist so aufgebaut, dass eine Schrägleiste zwischen Schallloch und Steg angebracht ist, und neben den üblichen Leisten noch eine Leiste unterm Griffbrett. Also zwischen Schallloch und oberem Corpus-Ende. Alle Leisten sind recht hoch.
Erster Klangversuch: Fisoma Silk and Steel. Der Versuch, das Instrument auf E zu stimmen brachte sehr unbefriedigende Ergebnisse. Die Stimmung passte hinten und vorne nicht. Nachdem alles robust wirkte, hab ich hoch auf G gestimmt, was klanglich schon deutlich mehr überzeugte und auch stimmungsmäßig etwas besser. Leider ist der Hals auch nach Wärme-Behandlung so verdreht, dass ich auch hier keinen richtig sauberen Ton rausbekomme. Das mindestens ist meine Vermutung. Wenn jemand Erfahrung oder Ideen hat, wie man einen bundierten Hals gerade biegt bin ich offen für Anregungen! Ich hab neulich mit einer Heizplatte einen unbundierten Hals ziemlich gerade bekommen. Aber hier hat es irgendwie nicht gut geklappt.
Ansonsten freue ich mich natürlich über Erfahrungen mit Terz-Gitarren.
Terzgitarre Eugen Gärtner
Terzgitarre Eugen Gärtner
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Re: Terzgitarre Eugen Gärtner
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Re: Terzgitarre Eugen Gärtner
mittlerweile habe ich sie wieder auf E gestimmt. Der Klang gefällt mir. Die Intonation ist leider immernoch recht grauenhaft. Das muss aber am Hals liegen und an der Saitenlage. Die Tiefe E Saite hat 4 mm am zwölften Bund. Und vermutlich sind leichtere Saiten auch sinnvoller. Für den Alltag ist vermutlich Carbon am rundesten. Insgesamt ist alles schon sehr mini…
Re: Terzgitarre Eugen Gärtner
Kompliment zu der gelungenen Restauration! Das ist vermutlich die Replik einer Biedermeiergitarre Anfang 19. Jahrhundert, die in Markneukirchener Werkstätten Ende 19. bis Anfang 20. Jahrhundert in großer Zahl hergestellt wurden. Der Hals dürfte ursprünglich schwarz gewesen sein und bespannt wurden sie ursprünglich mit Darmsaiten, weshalb 4 mm Saitenabstand für die tiefe E-Saite gar nicht so dramatisch ist. Stahlsaiten wären für mich auch als Silk&Steel nicht unbedingt optimal. Carbon oder Nylon ginge im Prinzip, wobei einige Hersteller dezidiert Sätze für Terzgitarre anbieten, z.b. Pyramid oder Hannabach. Bei Aquila gibt es hierfür den Satz 91C mit Nylgut Diskant, der eine synthetische „Kopie“ der ursprünglichen Darmsaiten darstellt. Mit etwa 15€ nicht nur, aber auch preislich die wohl interessanteste Lösung.soapone hat geschrieben: ↑Mi Feb 25, 2026 6:58 ammittlerweile habe ich sie wieder auf E gestimmt. Der Klang gefällt mir. Die Intonation ist leider immernoch recht grauenhaft. Das muss aber am Hals liegen und an der Saitenlage. Die Tiefe E Saite hat 4 mm am zwölften Bund. Und vermutlich sind leichtere Saiten auch sinnvoller. Für den Alltag ist vermutlich Carbon am rundesten. Insgesamt ist alles schon sehr mini…
