Mein erstes richtiges Messer

Hier zeigen die Laien, was sie trotz linker Hände drauf haben!
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Gitarrenmacher
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Re: Mein erstes richtiges Messer

Beitrag von Gitarrenmacher »

Sauber!
Die DIY Feil-Schleifvorrichtung....... :bide:
Ich liebe solche Vorrichtungen
Bier ist der Beweis, dass Gott uns liebt und will, dass wir glücklich sind.
-Benjamin Franklin- *1706 t 1790-
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RB
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Re: Mein erstes richtiges Messer

Beitrag von RB »

Wie schon gesagt, die ist im Grunde von Lansky geklaut, wie man auf dem nächsten Bild sehen kann.

Es ging nach dem Anlassen jetzt um das neue Überschleifen, damit alles wieder glänzt. Den Schritt habe ich bildmäßig überspringen, weil er dem Feilen mit jener Vorrichtung gleicht, mit dem Unterschied, daß die Feile mit Schleifleinen verschiedener Körnungen unterlegt war (60, 180, 400). Dabei kam mit die Idee, nur die Primärfase blank zu machen und ansonsten die beim Härten entstandene Marmorierung stehen zu lassen.

Nach dem Überschleifen der Primärfase habe ich begonnen, die Klinge zu schärfen und zwar mit dem Lansky-Schärfset, das ich seit mindestens 20 Jahren besitze:

Bild
Lansky Set, der Ideengeber

Das Ding besteht aus zwei Alu-Winkeln, zwischen deren eine Schenkel die Klinge geklemmt wird, während die anderen mit Löchern versehen sind, die gemeinsam mit der Draht-Verlängerung der Schleifmitel als Führung dienen. Ich habe 25 Grad gewählt, wobei die Angabe nur eine Näherung beinhalten kann, denn der Winkel hängt letztlich auch von der Breite der Schneide (Entfernung des Führungs- vom Schleifpunkt) ab.

Bild
Hier ist die Sekundärfase einmal etwas größer dargestellt. Die Schleiferei hat recht lange gedauert, ich habe aber dabei sehr gemütlich auf der Terasse gesessen und den Sonnenschein genossen. Bis mit dem gröbsten Stein eine Art Schärfe über die ganze Klinge spürbar war, hat gefühlt ewig gedauert. Der Vorteil: Ich bin natürlich während dieser Zeit entsprechend langsamer gealtert :mrgreen:

Bild
Das Ergebnis: Die im wesentlichen fertigestellte Klinge.

Nun geht es ans Testen. Dabei wollte ich rücksichtslos und radikal vorgehen, aber zuerst der Rasurtest. Rasurschärfe ist es definitiv nicht, aber einge Haare sind durch. Das entspricht der Schärfe, die die meisten meiner gekauften Outdoor- Fahrten- und Urwaldexpeditionsmesser haben.

Bild
Achtung unappetitlich: EInige Arm-Haare.

Bild

Anschließend habe ich ein kleines Kantholz (so 30 x 30 mm) durchgehackt, das Messer Spitze voran mit Schlägen auf den Knauf in ein Stück Brennholz getrieben und ein wenig herumgeschnitzt. Dabei sank der Mut, an der Spitze und einigen Stellen der Klinge ließ die Schärfe schnell nach. Allerdings lag das am nicht entfernten Schleifgrat. Nachdem ich dem noch eine Weile mit allerfeinster Körnung zu Leibe gerücht war, hielt die Schärfe. Den Rest wird die Zeit zeigen, aber mein Eindruck ist gut.

Bild
Kantholz nach dem Durchhauen (wie mit der Axt am Baume)

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Schnitzen, das gibt Späne wie beim Hobeln .....

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... damit bewerbe ich mich bei den sächsischen Weihnachtsschnitzern.

Jetzt kommt das, was die Amerikaner "fancy things" nennen, Griff und Messerscheide. Über Letztere habe ich noch keine genauen Vorstellungen. Die Bearbeitung dicken Sattelleders ist mir neu und Stahl ist doch erst einmal genug Lernprozess. Muss ich noch grübeln.

Bild

Das hier ist das Untersetzbrett, von dem ich sprach. Das Holz färbt sich beim Befeuchten rötlich, also wird es lackiert oder geölt ähnlich werden. Es scheint auch hinreichend hart zu sein.

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Für diese Aufgabe ist die Bandsäge genau das richtige Werkzeug. Die Kurven gehen mit dem breiten Band nicht exakt, aber die Feinarbeit wird sowieso von Hand gemacht.

Bild

Bohren der Löcher. Die Hölzer lassen sich mit zwei Schrauben und einem Messingröhrchen 8 mm sauber an der Klinge befestigen.

Das war es bis zum nächsten Wochenende. Dann wird es mit Griffen und dem Rest weitergehen.
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berndwe
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Re: Mein erstes richtiges Messer

Beitrag von berndwe »

Diese Berichte lese ich wirklich mit Interesse. Ich bin gespannt wie das fertige Messer mal aussehen wird.

Ein Bild aus der Serie zeigt, dass aus Dir ein passabler erzgebirglicher Spanbaumschnitzer werden kann.Dranbleiben!

Eine Frage treibt mich um: Warum bekomme ich bei der Werbung im Internet (da wo auf den Seiten immer die Werbung eingeblendet wird) neuerdings hochwertige Messer angezeigt? Ich bemerke das seit ich diesem Thread folge.

Das kann Zufall sein, aber sicher bin ich mir da nicht.
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notenwart
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Re: Mein erstes richtiges Messer

Beitrag von notenwart »

berndwe hat geschrieben:Das kann Zufall sein, aber sicher bin ich mir da nicht.
Ist kein Zufall. Natürlich werden die von Dir besuchten Seiten ausgewertet und damit Dein Interesse (Messer) an die Werbenden (google?) weitergegeben.
Thomas ...
Wenn ich die männliche/weibliche Form verwende, sind auch immer die weiblichen/männlichen Menschen mit gemeint
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berndwe
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Re: Mein erstes richtiges Messer

Beitrag von berndwe »

Ich habe aber doch gar nicht nach des Reverends Messer gegoogelt. Ich war nur in diesem Thread, in dem ein Messer im Entstehen gezeigt wird und in dessen Titel das Wort „Messer“ erscheint.

Das reicht?
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RB
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Re: Mein erstes richtiges Messer

Beitrag von RB »

Das sieht nach den Folgen von Tracking Cookies aus. Facebook verwendet sie, Verizion verwendet sie etc. Du solltest einmal Tracking Tools in Deinen Browser einbinden und das checken.

Für das Interesse danke ich, ich werde die Bastelei nachher fortsetzen, es juckt mich zu sehr in den Fingern.
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notenwart
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Re: Mein erstes richtiges Messer

Beitrag von notenwart »

Ich finde das ja auch hochinteressant; ohne dir zu nahe treten zu wollen RB, nicht das Messer ist für mich spannend.
Was ich spannend finde ist der Umstand, dass es (nahezu allen?) Personen gelingt, hohe Befriedigung in Dingen zu finden, in denen sie nie auch nur annähernd perfekt sein werden.
Da ist es egal ob man mit viel Freude auf mittelmäßigem Niveau musiziert; ob man beim Stadtlauf irgendwie im Mittelfeld das Ziel erreicht, ob man irgend etwas Handwerkliches mit viel zeitlichem und auch materiellem Aufwand fertigt, was man in viel besserer Qualität und für weniger Geld kaufen könnte etc

Wenn man sich selbst ein Ziel setzt, ist man VIEL motivierter, als wenn von außen jemand kommt „Mach bitte das und das“. Und hier wird auch die Befriedigung, das Glücksgefühl viel tiefer empfunden. Ebenso wäre die Enttäuschung groß, wenn bspw (doch wieder Beispiel Messer) das Härten jetzt nicht geglückt wäre.

Nun also die Frage, wie kann ich Kinder und Enkel ermutigen, sich selber auszuprobieren, als tagelang den Bildschirm anzuschauen.
In Leipzig wurde neulich ein Projekt vorgestellt, da mussten SozialarbeiterInnen Kindern zeigen, dass man auf einer Treppe auch um die Wette hoch hüpfen kann; dass man verstecken spielen kann; dass es keine vorgefertigten Spielplätze braucht (hier wird geschaukelt, hier wird gerutscht, hier wird gebuddelt, aber bitte den Sand nicht raustragen!) um sich am Nachmittag zu vergnügen

War jetzt Offtopic; ist aber angeregt durch die immer mal wieder hier erscheinenden interessanten Bauberichte. Danke also für die Dokumentationen, egal ob es eben um ein Messer, Gitarrenbau oder was auch immer geht.
Thomas ...
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berndwe
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Re: Mein erstes richtiges Messer

Beitrag von berndwe »

notenwart hat geschrieben:Ich finde das ja auch hochinteressant; ohne dir zu nahe treten zu wollen RB, nicht das Messer ist für mich spannend.
Was ich spannend finde ist der Umstand, dass es (nahezu allen?) Personen gelingt, hohe Befriedigung in Dingen zu finden, in denen sie nie auch nur annähernd perfekt sein werden.
Da ist es egal ob man mit viel Freude auf mittelmäßigem Niveau musiziert; ob man beim Stadtlauf irgendwie im Mittelfeld das Ziel erreicht, ob man irgend etwas Handwerkliches mit viel zeitlichem und auch materiellem Aufwand fertigt, was man in viel besserer Qualität und für weniger Geld kaufen könnte etc

Wenn man sich selbst ein Ziel setzt, ist man VIEL motivierter, als wenn von außen jemand kommt „Mach bitte das und das“. Und hier wird auch die Befriedigung, das Glücksgefühl viel tiefer empfunden. Ebenso wäre die Enttäuschung groß, wenn bspw (doch wieder Beispiel Messer) das Härten jetzt nicht geglückt wäre.

Nun also die Frage, wie kann ich Kinder und Enkel ermutigen, sich selber auszuprobieren, als tagelang den Bildschirm anzuschauen.
In Leipzig wurde neulich ein Projekt vorgestellt, da mussten SozialarbeiterInnen Kindern zeigen, dass man auf einer Treppe auch um die Wette hoch hüpfen kann; dass man verstecken spielen kann; dass es keine vorgefertigten Spielplätze braucht (hier wird geschaukelt, hier wird gerutscht, hier wird gebuddelt, aber bitte den Sand nicht raustragen!) um sich am Nachmittag zu vergnügen

War jetzt Offtopic; ist aber angeregt durch die immer mal wieder hier erscheinenden interessanten Bauberichte. Danke also für die Dokumentationen, egal ob es eben um ein Messer, Gitarrenbau oder was auch immer geht.
Solch ein Vorhaben wie die Anfertigung dieses Messers „von vorne an“ mit den Mitteln des Privatbastlers ist sowas wie die Entdeckung einer neuen Welt. Das kann anstrengend sein, ist aber in jedem Fall eine geistig anregende Beschäftigung.

Ich bin überzeugt dass sowas dem Alterungsprozess entgegenwirkt. Man sollte in unserem Alter auf das Entdecken neuer Welten im Grunde nicht verzichten.
Zuletzt geändert von berndwe am Di Okt 23, 2018 5:52 pm, insgesamt 1-mal geändert.
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RB
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Re: Mein erstes richtiges Messer

Beitrag von RB »

Gestern ging die Bastelei weiter, nämlich mit dem Anfertigen des Griffs, wie gesagt, aus einem alten Küchen-Schneidbrett, eines von diesen runden Teilen, mutmaßlich aus Asien stammend und aus einem Tropenholz. Mich würde einmal interessieren, was das ist, vielleicht erkennt es einer der Herren Gitarrenbauer.

Mit dem Aussägen hatte ich begonnen, siehe oben. Dann war bis gestern abend Schicht im Schachte.

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Hier sind die beiden Schalen im ausgesägten Zustand, oben und unten platt und nur gröblich geformt. Die Öse für eine Fangschnur oder Lederriemen sollte - vornehm wie bei den Profis - mit einer Messinghülse ausgekleidet werden. Die sieht man hier in der hinteren Bohrung - 8mm, sie geht nur mit viel Kraft hinein und hinaus.


Bild

Dann wird das ganze mit 2-k-Kleber auf der Klinge befestigt. Als Nieten dienen zwei Messingschrauben 4 mm. Das Bild erinnert an einen Patienten während der Operation. Wie ich es machen sollte, wußte ich nicht recht. Schleifen des Holzes an der Klinge ? Das würde die umlaufende Schwärze vom Härten im Bereich des Griffes wieder entfernen. Letztlich blieb aber kein anderer Weg. Bearbeiten und dann ankleben erschien unpraktikabel.


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So sah das Ding aus, nachdem Schrauben und Rohr abgesägt waren. Nicht wirklich wie ein Messergriff.


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Aber nach einigen Minuten auf dem Bandschleifer wurde das schon anders.....


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... und die Arbeit begann einem Messergriff zu ähneln.


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Die Feinarbeit wurde von Hand mit Schleifbapier gemacht....


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... und bis hin zu 400er Körnung geschliffen, womit die Sache reif wurde.....


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.... für das Anpinseln mit Schaft-Öl (Gunstock Oil). Da ging farblich sofort die Sonne auf.


Bild

Weiter geht es mit der Messerscheide.
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Niels Cremer
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Re: Mein erstes richtiges Messer

Beitrag von Niels Cremer »

Schön, klasse Arbeit! :-) Könnte Akazienholz sein.

LG,
Niels
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RB
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Re: Mein erstes richtiges Messer

Beitrag von RB »

Hier noch einmal ein Bild von heute, nach nochmaligem Einpinseln mit Stock-Oil:

Bild

Mit vermehrter Aufnahme des Öls scheint es dunkler zu werden.
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FrankF
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Re: Mein erstes richtiges Messer

Beitrag von FrankF »

Mannomannomann! Ganz tolle Arbeit! Chapeau!
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RB
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Re: Mein erstes richtiges Messer

Beitrag von RB »

Danke ergebenst!

Der letzte noch fehlende Teil ist die Unterbringung. Messerscheide und Messer ergeben irgendwie ein ästhetisches Ganzes. genau wie ich das bei Gitarren und zugehörgen Koffern empfinde. Also ans Werk. Nun fehlte mir Leder. Ich habe zwar welches bestellt, aber das ist noch nicht da und ich weiß nicht damit umzugehen, das muß ich erst erlernen. Außerdem sollte es ja weitergehen. Da fiel mein Blick auf den Rest des Unterlegbrettes und mir fiel eine Geschichte von vor vielleicht 20 Jahren ein. Damals gab es von Herbertz (Solingen) ein sogenanntes "Landsknechtsmesser". Es war einem Museumsstück aus dem dreißigjährigen Krieg nachempfunden, ein ungeschlachtes, großes Messer bei dem neben der narbigen Klinge eines auffällig war: Eine Messerscheide aus Holz. Also habe ich mich darangemacht, eine Messerscheide aus Holz herzustellen, dem gleichen Holz, wie ich ihn für den Griff verwendet habe.

Zuerst habe ich die Klinge aufgelegt und den Umriß abgezeichnet und mit der Bandsäge ausgesägt.

Bild

Anschließend habe ich das Ergebnis des Sägens im Verhältnis 1 zu 2 längs aufgetrennt:

Bild
Auftrennen mit der Bandsäge

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Man stelle sich vor, man wollte das ohne Bandsäge machen. Irgendwie würde es wohl gehen, aber mit der Bandsäge ist es ein reines Vergnügen.

Der Plan war, das dickere der beiden Stücke mit Forstnerbohrern hohl zu bohren, die sich ergebenden Ränder zu glätten und das dünnere Stück als Deckel aufzukleben.

Bild
Hohl bohren mit dem Forstnerbohrer, erst 35 mm, dann ein paar kleinere in die Lücken

Bild
Nach dem Bohren ....

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und nach dem Glätten der Zacken und Unebenheiten der Ränder.

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Passt

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Aufleimen des "Deckels"

Was ich unterschlagen habe: Die Klinge passte nicht hinein, die Bohrungen hätten einen mm tiefer sein müssen. Dann aber wäre der verbliebene Bode zu dünn geworden, vielleicht 1,5 mm. So sind es 2,5. Also mußte auf den Rand vor dem Aufkleben des Deckels ein Furnierstreifen eingeleimt werden, der allerdings ebenfalls aus dem gleichen Holze geschnitzt ist. Das an dieser Stelle so ausführlich, weil der Furnierstreifen auf dem folgenden Bild unübersehbar ist:

Bild
Das Holzdingens nach dem Schleifen...

Bild
... der Eingang

Bild
... sowie die Ausnehmung für den Griff, so weit er hineinragt.

Die Frage war, wie lang die Scheide sein sollte. Ich wollte, daß sie den Griff zu vielleicht einem Drittel mit aufnimmt, also mußte eine Ausnehmung ausgeschnitten werden.

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Der Griff sollte aber nicht frei liegen, also habe ich die betreffenden Stellen mit zwei Wangen überdeckt. Hier sieht man die Wangen, keilförmig auslaufend, mit den Aushöhlungen für den Griff, Dremel sei Dank.

Bild
Ankleben der Wangen

Nachdem die Wangen saßen und das Messer gut hineinpasste, mißfiel mir die unrund und unordentlich aussehende Öffnung.

Bild
Die wurde mit einer Abdeckung aus ebendemselben Holze verschlossen, in die vorher ein 30er Loch gebohrt worden war.

Bild
Nach dem Verschleifen sieht das so aus.

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Nun noch vorne und hinten Platz für die Klinge ausfeilen und schon paßt alles. Die Messerscheide gerät so noch etwas länger, der Griff wird noch stärker überdeckt.

Bild

Zum Schluß die Krönung: Einstreichen mit Schaftöl. Holz ist schon ein faszinierendes Material. Aber es macht zehn mal so viel Sauerei, wie Stahl. Das Holz wird jetzt zwei bis drei Mal - jeweils im Abstand von 24 Stunden - mit Schaftöl eingestrichen. Anschließend kann man die Oberfläche blank polieren, das wird eher seidenmatt, oder so lassen, wie sie ist. Geöltes ist haptisch jedenfalls sehr viel schöner, als lackiertes Holz. Im Grunde faßt es sich wie eine unbehandelte Oberfläche an, ist aber gegen Nässe geschützt. Ebenso, wie man diese nicht rostfreie Klinge gelegentlich - nach intensivem Reinigen in Wasser und Spülmittel - ölen sollte, muß auch das Ölen des Holzes von zeit zu Zeit wiederholt werden. Dann sollte das auch ewig halten. Auf dem Bild ist das Öl noch auf der Oberfläche des Holzes, alles gerade frisch eingepinselt.

Jetzt muß ich nur noch lernen, wie man ein Messer auf Schärfe bringt.
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Rumble
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Re: Mein erstes richtiges Messer

Beitrag von Rumble »

In Dir scheinen so einige Talente zu schlummern.
Das sieht wirklich klasse aus.
Eine Gitarre zu haben ist besser als eine Gitarre zu brauchen.
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bookwood
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Re: Mein erstes richtiges Messer

Beitrag von bookwood »

Toll, total toll!
RB hat geschrieben: Bild
Bild
Reinhard, wenn du die Fotos hochauflösend hast, könntest du die in Großformat an die Wand hängen. Die haben was künstlerisch Wertvolles.
Gruß
von
Ralf
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