Stratocaster oder Telecaster?

Bretter, die manchen die Welt bedeuten....

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Pappenheim
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Re: Stratocaster oder Telecaster?

Beitrag von Pappenheim »

Tja, wer hätte gedacht, dass ein Faden, den ich vor 5 Jahren begonnen habe, immer noch am Leben ist und schon 54 Seiten aufweist... :D
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wolfwal
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Re: Stratocaster oder Telecaster?

Beitrag von wolfwal »

Wahrscheinlich ein Forumsrekord, womit Dir, Walter, Blumen und GRATULATION(!!!!!) gebühren!!! :r: :bide:
Der Nachteil am Nichtstun ist, dass man nie weiß, wann man fertig ist!

Gruß, Wolfi!
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berndwe
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Re: Stratocaster oder Telecaster?

Beitrag von berndwe »

5 Jahre und immer noch keine Entscheidung! Das ist ja schlimmer als beim Brexit. :mrgreen:
Loki
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Re: Stratocaster oder Telecaster?

Beitrag von Loki »

Jorma55 hat geschrieben: Was hat es mit diesen Fender "masterbuilt" Strats und Teles auf sich ?
Eigentlich gibt es nur 2 Linien bei Fender. "Normale Serie" und Custom Shop unterscheiden sich im wesentlichen dadurch, dass beim CS einige oder auch viele Spezifikas einem bestimmten Modell nachempfunden sind. Also etwa Halsshaping von 1957 oder Lackierung/Aging wie von Rory G oder Pickups wie sie SRV benutzt hat. Trotzdem ist CS immer noch Großserie, vielleicht mit etwas mehr Augenmerk auf Qualitätskontrolle.
Darüber die Team- und Masterbuilds. Diese werden wie der Name schon andeutet von einem kleinen Team unter Leitung des Masterbuilders oder vom Meister persönlich zusammengeschraubt. Wohlgemerkt: Zusammengeschraubt. Der Vorteil ist, das hier aus dem Materiallager vorab die besten Stücke genommen werden können, die dann auch noch harmonisch zusammen passen (so die Theorie). In eher seltenen Fällen werden - außer der Optik - einigen Teile auch als Einzelanfertigung hergestellt, etwa wenn der Kunde eine Präferenz für extrem Over- oder Underwound PUs hat
Jorma55
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Re: Stratocaster oder Telecaster?

Beitrag von Jorma55 »

Auch Dir herzlichen Dank für die Antwort. Aber wenn ich Dich und Ralf (Bookwood) richtig verstehe, sind diese "Masterbuild" Teile für euch - lassen wir die gesalzenen Preise einmal außer Betracht - nicht unbedingt Objekte der Begierde. Also doch eher Sammlerstücke ohne echten" Mehrwert" für den aktiven Gitarristen ?

Michael
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fingerstricker
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Re: Stratocaster oder Telecaster?

Beitrag von fingerstricker »

Hallo Michael,
Also doch eher Sammlerstücke ohne echten" Mehrwert" für den aktiven Gitarristen ?
Das würde ich so nicht sagen. Strats sind irgendwie zickige Biester, jede ist anders ... die eine Strat gefällt dem einen, die nächste gefällt dem anderen.
Da gibt es den Stromgitarristen der eine Japan Strat in die Hand nimmt und für immer glücklich ist und der andere ist auf der ewigen Suche nach dem ultimativem Stratsound mit viel Nöck und Klingelingeling und einem stimmstabilen Tremolo...
Tja, und wenn so jemand über eine gut eingestellte Custom Shop oder Masterbuild stolpert bei der "alles passt" (und die Dinger sehen oft auch noch ziemlich verschärft aus) dann kann das schon mal einen akuten GAS Anfall auslösen. Einen Sammlerwert sehe ich nicht - wer weiß schon was in ein paar Jahren "Sammlerwert" hat ...
Gruß
fingerstricker
Jorma55
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Re: Stratocaster oder Telecaster?

Beitrag von Jorma55 »

Okay, Ich danke Dir. Ich verstehe halt nicht ganz, wie man bei einer Replik wie der Gallagher Strat 2 Ausgaben mit mehr als 100% Preisunterschied anbieten kann. Immerhin hatte man das Original zur Verfügung und konnte alles genauestens vermessen etc., was man angeblich bereits für die 4.000,-Euro "Billigvariante" gemacht hat. Also was kann ein John Cruz da noch mehr oder besser machen ? Das Rad muss hier ja gerade nicht neu erfunden werden.

Michael
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Loki
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Re: Stratocaster oder Telecaster?

Beitrag von Loki »

Es gibt einen Vorteil (jedenfalls in meinen Ohren) bei den Masterbuilds: Jeder Builder hat sozusagen seine eigene DNA in die Gitarre eingebaut, eine John Cruz klingt immer nach Cruz und eine Fessler nach Fessler. Bei einer Krause könnte ich schwach werden. Jedenfalls im Direktvergleich
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berndwe
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Re: Stratocaster oder Telecaster?

Beitrag von berndwe »

Das ist bei Gitarren die man für sich alleine - vielleicht daheim auf der Couch - anspielt alles durchaus nachvollziehbar. Da hört ein erfahrener Stratianer vielleicht wirklich einzelne DNA-Moleküle raus. Das ist wie bei gutem Rotwein.

Wenn ich eine Gitarre zu Proben, Sessions oder zu Auftritten mitnehme und spiele habe ich meine Zweifel ob man die letzten 2 oder 3% mehr an göttlichem Sirren in den Höhen oder Schnurren in den Mitten noch wahrnimmt. Da kommt es darauf an ob die Klampfe zuverlässig funktioniert, gut spielbar ist und einen Sound produzieren kann der sich schön einfügt. Bei letzterem Punkt hat der Spieler doch deutlich mehr Einfluss als der Gitarrenbauer.

(Tröstlich ist hier, dass eine 20.000,- € - Gitarre durchaus auch gut klingen kann ;-))
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Rumble
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Re: Stratocaster oder Telecaster?

Beitrag von Rumble »

Also sorry, eine Strat ist doch kein Hexenwerk.

Diesen "Fender Masterbuilder Mythos" kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.
Was soll daran bitte anders oder besser sein?
Das ist Marketing, nichts weiter.
Zugegeben: Es funktioniert. ;-)

Jeder gute Gitarrenbauer kann eine gute Strat bauen.
Der Rest ist doch immer eine Frage des persönlichen Geschmacks.
Eine Gitarre zu haben ist besser als eine Gitarre zu brauchen.
wuchris
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Re: Stratocaster oder Telecaster?

Beitrag von wuchris »

Ich hab mich schon oft gefragt, ob die ganzen Gitarrenhelden der Frühzeit eigentlich auch 4.000-20.000 Euro Gitarren hatten, oder ob die einfach mit dem Zeug spielen "mussten", was es gab. Stangenware, quasi.
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Rumble
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Re: Stratocaster oder Telecaster?

Beitrag von Rumble »

Die haben sich da früher sicher keinen großen Kopf drum gemacht. ;-)
Eine Gitarre zu haben ist besser als eine Gitarre zu brauchen.
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berndwe
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Re: Stratocaster oder Telecaster?

Beitrag von berndwe »

Teles und Strats sind ja im ursprünglichen Konzept Gitarren mit minimiertem Fertigungsaufwand, auch dafür entwickelt dass man sie leicht in Serie bauen kann. Sie sollten - so hab ich das zumindest gelesen - für „normale“ Musiker erschwinglich sein und waren es damals wohl auch. Sie haben aber auch den Ansprüchen der Helden genügt.

Die sündhaft teuren Neubauten unserer Tage bestehen ja im Grunde aus den gleichen Teilen wie die Klampfen der Gründerzeit. Wenn man die Teuerungsrate grob abschätzt, dann sollte eine heldentaugliche Gitarre solcher Bauart vielleicht nicht mehr als 2.000,- € kosten?

...es sei denn man will das Optimale vom Optimalen rausholen und verlagert Arbeitsgänge, die normalerweise eine Maschine ausführen würde, wieder zurück auf hochqualifizierte Menschen. Das hat seine Berechtigung und bringt bestimmt auch Gitarren hervor, die sich von den Seriengeigen abheben. Ab einem gewissen Preislevel geht es aber ins Absurde über.
Jorma55
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Re: Stratocaster oder Telecaster?

Beitrag von Jorma55 »

Rory Gallagher hat seine 61er Strat 1963 gebraucht in einem kleinen Musikladen in Cork gekauft und 100 Pfund dafür bezahlt, die er in Raten abgestottert hat. Er ging damals ja noch zur Schule.

Michael
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berndwe
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Re: Stratocaster oder Telecaster?

Beitrag von berndwe »

War das eine Gebrauchte?

Ich habe gerade mal gekugelt. Die ersten Strats sollen laut Wiki 1954 250$ gekostet haben. Das wären heute (anderswo erkugelt) rund 2.300$.
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