Brian May Sound Setup für daheim

Bretter, die manchen die Welt bedeuten....

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bookwood
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Re: Brian May Sound Setup für daheim

Beitrag von bookwood »

Wenn es dir gefällt, ist das ja völlig OK. Es genauso zu machen, wie der Meister, wird nie ganz funktionieren, solang dein Signal am Ende nicht in einem Tubeamp landet. Mit dem Screaming Bird hat May singende Leads produziert, weil er damit den Overdrive seiner in der Sättigung arbeitenden Endstufenröhren zusätzlich angefeuert hat. Das Teil pusht nicht nur die Höhen sondern beschneidet auch den unteren Frequenzbereich deutlich. Vor einem cleanen Transenamp hört sich das für mich nicht gut an. Bei Youtube gibt es schrecklich schrille Beispiele dafür.

Weil ich vorher von gemodelten Sounds als Alternative sprach, habe ich mal auf die Schnelle versucht, mit meinem Boss GT-Pro ein passendes Setup zusammenzubasteln. Das ging mit einer Vox Amp Simulation und ein paar anderen Zutaten eigentlich ganz gut. Allerdings ist das Teil schon gut 12 Jahre alt, gute neue Modeler können das sicher inzwischen noch besser. Zum Vergleich habe ich den Part auch mal mit einem gitarrenfreien Playback (irgendeine Rehearsalvariante, die ich im Netz fand) aufgenommen. Zum Beginn des zweiten Soloteils einfach auf den Halspickup umgeschaltet. Sind da aber nur die ersten paar Töne, weil ich keinen Bock hatte, mir jetzt alles rauszuhören. :wink: Am Ende kommen abrupt ein paar Bratakkorde. Da habe ich mit einem extrem kurzen Delay von nur 3 ms (Feedback = 0) versucht, den Out-of-phase Sound der Red Special ein bisschen nachzuempfinden. Na ja, geht so. Vielleicht fast schon etwas zu viel Gain.

Link zur Hörprobe: bookwoods KillerQueen

Ach ja, Gitarre ist meine "Red Special", eine Tele mit Fender Noiseless PUs in Candy Apple Red. :mrgreen:
Gruß
von
Ralf
wuchris
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Re: Brian May Sound Setup für daheim

Beitrag von wuchris »

bookwood hat geschrieben:Wenn es dir gefällt, ist das ja völlig OK. Es genauso zu machen, wie der Meister, wird nie ganz funktionieren, solang dein Signal am Ende nicht in einem Tubeamp landet.
Möglicherweise wäre - wenn Geld eine untergeordnete Rolle spielt - gegen diese Behauptung inzwischen mit dem Kemper Amp ein Kraut gewachsen.
Tatsächlich weiß ich inzwischen einige Profi-Bands, die selbst auf den größten Bühnen ihre Türme daheim lassen und stattdessen jeder sein Kemper-Köfferchen dabei hat.

Wenn man's kostentechnisch mit Brian May-Settup vergleicht:
May spielt glaub ich 3 AC30. Davor 2-3 Delays und was weiß ich noch an Boostern. Allein die 3 AC30 und die 3 Delays kosten 3.300 Euro und sind wohl nie so zu spielen, wie sie sich gehören (laut!).
Dagegen ist der Kemper Amp (inkl. Endstufe drin) mit 2.600 Euro ein Geschenk.
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Rumble
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Re: Brian May Sound Setup für daheim

Beitrag von Rumble »

wuchris hat geschrieben:
bookwood hat geschrieben:Wenn es dir gefällt, ist das ja völlig OK. Es genauso zu machen, wie der Meister, wird nie ganz funktionieren, solang dein Signal am Ende nicht in einem Tubeamp landet.
Möglicherweise wäre - wenn Geld eine untergeordnete Rolle spielt - gegen diese Behauptung inzwischen mit dem Kemper Amp ein Kraut gewachsen.
Tatsächlich weiß ich inzwischen einige Profi-Bands, die selbst auf den größten Bühnen ihre Türme daheim lassen und stattdessen jeder sein Kemper-Köfferchen dabei hat.

Wenn man's kostentechnisch mit Brian May-Settup vergleicht:
May spielt glaub ich 3 AC30. Davor 2-3 Delays und was weiß ich noch an Boostern. Allein die 3 AC30 und die 3 Delays kosten 3.300 Euro und sind wohl nie so zu spielen, wie sie sich gehören (laut!).
Dagegen ist der Kemper Amp (inkl. Endstufe drin) mit 2.600 Euro ein Geschenk.
Wenn Du z.B. einen Vox auf der Bühne mit Mikro abnimmst und im Vergleich mit dem Kemper direkt in die PA gehst, dann wird das Publikum davon garantiert nichts mitbekommen. Wobei es nicht zwingend ein Kemper sein muss. Axe/Fx, Helix, Headrush, etc., bekommen das auch gut hin. Der Kemper kann halt beliebige Amps profilen. Das macht das Ding aus. Ich spiele über den Kemper (ohne Endstufe) mit einem aktiven FRFR-Spreaker. Früher hatte ich noch einen Atomic-Speaker (sogar mit Röhrenendstufe). Klang ziemlich klasse. Allerdings war der bleischwer und hatte immer den Lüfter laufen. Gestern kam meine neue Alto TS-212 an. Mal sehen, wie sich so schlägt. Das Ding hat viele Freunde in der Kemper-Welt. Aber ich habe auch schon die kleinen Yamaha DXR-10 oder DXR 12 gehört. Die sind auch prima. Zu Hause funktionieren auch gute Monitore.

Mein Setup: Kemper, Kemper-Remote und 1 Mission Engineering EP1-KP switching expression pedal, aktiver FRFR Speaker
Mehr braucht es nicht. Bekommt man übrigens alles zuammen für etwa 2.600,00 (Neupreis) Beim Speaker kann man natürlich auch deutlich mehr Geld loswerden. Muss man aber nicht.

Trotzdem mag ich auch schöne Röhrenamps. :-)
Eine Gitarre zu haben ist besser als eine Gitarre zu brauchen.
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bookwood
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Re: Brian May Sound Setup für daheim

Beitrag von bookwood »

Meine Rede, Jungs. Die modernen Modeler und Profiler sind so verdammt nah dran. Für deutlich weniger Tatas könnte Mattes seinen vorhandenen Fuhrpark natürlich auch mit einem ordentlichen kleinen Röhrenamp ergänzen. Aber wenn der zur Vermeidung von Höllenlärm in heimischer Umgebung nur als cleane Endstufe fungiert, sehe ich in dem Sreaming Bird Booster immer noch einen Schwachpunkt. Ich habe das gestern auch mal mit meinem kleinen Board in den cleanen Egnater versucht. Das war mit Looking Glass und MXR Overdrive durchaus möglich, weil die dank brauchbarer Klangregelung für Bottom End und die nötige Cremigkeit sorgen können. So geht das dann fürn Hausgebrauch auch ohne Endstufenzerre.

Und gleich krame ich das alte Vox Tonelab FX-Pedal mit der Miniröhre hervor. Das sollte auch funzen. Schließlich haben die da doch einige von Mays AC 30 eingebaut. :mrgreen:
Gruß
von
Ralf
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