Neues Overdrive-Spielzeug

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bookwood
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Neues Overdrive-Spielzeug

Beitrag von bookwood »

Ein neues Pedal ist eingezogen, das ich den Elektrolurchen unter den Fingerpickern empfehlen kann:

Bild

Ein DOD Looking Glass Overdrive, der interessante Sounds ermöglicht, von Cleanboost bis zu mittelprächtiger Verzerrung. Also nix fürs Metalbrett. Im Low-Modus gefällt er mir am cleanen Amp besonders mit Fender Singlecoil-Gitarren, die er feinfühlig regelbar in einen schönen Crunch bringt. Das kommt einem sanft übersteuernden Röhrenamp schon nah. Dabei hilft der passive Inputfilter sehr gut dabei, auf unterschiedliche Pickupeigenschaften zu reagieren und z.B. harsche Spitzen in den Höhen zu zähmen. Im High Gain-Betrieb liegt er bezüglich Zerrgrad knapp unter dem güldenen MXR, was gar nicht negativ ist, weil er im Zusammenspiel von Inputfilter, dem vor(!) dem Overdrive liegenden Bass Cut und der nachgeschalteten Höhenregelung eine brauchbare Klangvielfalt bietet, die sich von anderen Pedalen durchaus etwas unterscheidet. Gerade der speziell angeordnete Bass Cut beeinflusst nicht entscheidend den Tieftongehalt des Ausgangssignals sondern ändert mehr das Zerrverhalten. Getestet habe ich am Princeton RI, Egnater Rebel 20 und am Laney L5 Studio. Macht Laune!

Ach ja, bissi was zu meckern habe ich doch:
- Die Drähte für den internen Batterieanschluss sind auf der falschen Seite bzw. etwas zu kurz, um den 9 V-Block in eine günstige Position zu drehen. Die filigranen Verbindungen der Anschlusskappe werden bei der Deckelmontage ziemlich gedrückt.
- Die Reglerknöpfe liegen eng beieinander. Das erfordert Fingerspitzengefühl insbesondere bei der Bedienung der gestackten Bass-/Höhenregler.
- Das chromglänzende Gehäuse kriegst du nach dem Auspacken nie mehr wirklich sauber. Außerdem schaut mich immer jemand ziemlich blöd an, wenn ich mich mit der Lesebrille bewaffnet darüber beuge. :bl: 8)
Gruß
von
Ralf
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docsteve
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Re: Neues Overdrive-Spielzeug

Beitrag von docsteve »

Hallo Ralf,

Danke für den Test, das macht Appetit. eine Frage hab ich noch: auf welcher Seite liegt der Anschluss fürs Netzteil - tatsächlich links neben dem Ausgang?

Viele Grüße, Stephan
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bookwood
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Re: Neues Overdrive-Spielzeug

Beitrag von bookwood »

Nein, der Netzteil-Anschluss liegt vorn auf der Stirnseite. Das ähnlich wirkende Symbol auf der linken Seite bezeichnet den doppelstöckigen Bass/Treble-Regler.

Die besten YT-Soundbeispiele stammen für mich übrigens von Mike Hermans.
Gruß
von
Ralf
wuchris
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Re: Neues Overdrive-Spielzeug

Beitrag von wuchris »

Faszinierend, wie sich das Gerät von Clean bis sattem Crunch zu verhalten scheint.
Mir macht das extrem viel Spaß, mit einem Setting von beinahe-clean bis SEHR viel gain alles per Poti und Anschlag regel zu können.
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docsteve
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Re: Neues Overdrive-Spielzeug

Beitrag von docsteve »

Ja, das wäre auch mein Traum. Ich spiele meine Tele gern über einen Marshall Akustik-Amp. Bis jetzt hat noch jeder Overdrive, den ich davorgeschaltet habe, gekratzt. Wenn der Looking Glass das nicht täte, wäre er sofort mein. Vielleicht doch mal 'ne Testbestellung machen...

Viele Grüße, Stephan
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bookwood
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Re: Neues Overdrive-Spielzeug

Beitrag von bookwood »

Die eierlegende Wollmilchsau ist das LookingGlass sicher auch nicht, aber es gefällt mir, weil es selbst in spitzen Einstellungen nicht so kratzt wie andere Overdrives oder gar Distortion-Pedale. Das hängt natürlich zum gewissen Grad auch vom angesteurten Amp ab. Der glasige Fender Princeton verhält sich etwas anders als Laney oder Egnater, wobei ich die Bright-Schalter generell meide. Den abgebildeten MXR bekomme ich auch schön weich, doch bringt der in Verbindung mit dem 100Hz-Regler und dem Boost-Schalter einen etwas anderen Ton. Beide ergänzen sich gut, mehr brauche ich nicht.
Gruß
von
Ralf
wuchris
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Re: Neues Overdrive-Spielzeug

Beitrag von wuchris »

Ein Akustik-Amp sollte m.E. nicht zerren, sprich, keinen overdrive haben.
Ein E-Gitarren-Amp hingegen - ich denke da an meinen heißgeliebten JCM 800 Einkanaler - ist für's overdriven ausgelegt.
Ein Overdrive-Pedal soll m.W. eigentlich eher dazu dienen, einen eh schon klingenden Amp etwas mehr Drive zu entlocken bzw. diesen Drive etwas anders klingen zu lassen.
Insofern würde ich mich wundern, wenn ein Akustik-Amp mit eine Overdrive-Pedal (welches zweifelsohne für einen E-Gitarren-Amp gebaut wurde) jemals "unkratzig" klingen würde. Hierfür gibt es dann wohl Modeller.
Nothing Man
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Re: Neues Overdrive-Spielzeug

Beitrag von Nothing Man »

docsteve hat geschrieben:Ja, das wäre auch mein Traum. Ich spiele meine Tele gern über einen Marshall Akustik-Amp. Bis jetzt hat noch jeder Overdrive, den ich davorgeschaltet habe, gekratzt. Wenn der Looking Glass das nicht täte, wäre er sofort mein. Vielleicht doch mal 'ne Testbestellung machen...

Viele Grüße, Stephan
Das wird auch mit dem Looking-Glass nicht ohne weiteres funktionieren. Akustik-Amps haben einen Full-Range Speaker, wobei E-Gitarren Amps nur gewisse Frequenzspektren abdecken, welche auch verzerrt harmonisch klingen. Solltest du weiter mit dem Akustik-Amp spielen wollen solltest du eine Speaker-Simulation inzwischen schalten, dann sollte es eigentlich mit allen Pedalen funktionieren.

Hier eine Kiste, die das sicher schafft: https://www.thomann.de/at/palmer_pdi09.htm" onclick="window.open(this.href);return false;
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docsteve
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Re: Neues Overdrive-Spielzeug

Beitrag von docsteve »

Ja, das hatte ich mir schon gedacht. Ein Line 6-Modeler davor klingt wunderbar, hat aber natürlich keinen Bypass für das cleane Signal. Im Moment meditiere ich gerade über den Sansamp-Geräten. Die Suche nach der Wollmilchsau geht weiter...

Viele Grüße, Stephan
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bookwood
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Re: Neues Overdrive-Spielzeug

Beitrag von bookwood »

Aaalsoo...dass sich Akustik-Amps wegen ihrer eigentlichen Bestimmung und den oft verbauten Hochtonhörnern/-kalotten für ein bisschen Overdrive schlecht eignen, hätte ich auch gedacht. Ein kleiner Test mit meinem SR Jam 150 hat aber gerade gezeigt, dass das zumindest mit dem doch sehr gut geht. Besonders im Low Gain-Modus macht das LookingGlass da eine wirklich gute Figur. Man kann den Ton andicken und ihn bei zunehmendem Gain mit sehr harmonischen Verzerrungen angenehm "schmutzig" machen. Dabei klingt die Tele erstaunlicherweise überhaupt nicht kratzig, so dass es keinerlei Höhenreduktion am Amp und nur sanfter Klangeingriffe am Pedal bedarf. Erst im High Gain-Betrieb wird der Ton so ab Gain 12 Uhr etwas fuzzy, bleibt aber für meine Ohren immer noch vollkommen erträglich. Nun ist der SR grundsätzlich eher warm und voluminös abgestimmt, die Bässe müssen da immer ein wenig raus. Ob man das also auf andere Akustikamps übertragen kann, wäre zu probieren.

Das LookingGlass verleiht dem Ton auch bei geringen Gainsettings (vermutlich mit etwas Kompression) mehr Definition. Akkorde kommen ein bisschen ausgeglichener. Für mich ein netter Nebeneffekt.
Clean bis crunch oder sogar mehr Overdrive allein mit Vol-Poti und Anschlag zu steuern, finde ich wegen der unvermeidlichen Pegelunterschiede immer etwas schwierig. Da muss ich nicht nur beim LookingGlass doch oft den Level-Regler bemühen.
Gruß
von
Ralf
wuchris
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Re: Neues Overdrive-Spielzeug

Beitrag von wuchris »

Leute,.... ein Overdrive gehört vor einen echten Amp, der so schon gut klingt und aus die Maus ;-)
wuchris
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Re: Neues Overdrive-Spielzeug

Beitrag von wuchris »

docsteve hat geschrieben: Die Suche nach der Wollmilchsau geht weiter...
Wenn Geld ein untergeordnetes Thema spielt: probier mal einen Kemper Amp.

https://www.youtube.com/watch?v=R5MmoaZAtm0" onclick="window.open(this.href);return false;
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bookwood
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Re: Neues Overdrive-Spielzeug

Beitrag von bookwood »

wuchris hat geschrieben:Leute,.... ein Overdrive gehört vor einen echten Amp, der so schon gut klingt und aus die Maus ;-)
Ja doch! :guitar1:
Gruß
von
Ralf
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Re: Neues Overdrive-Spielzeug

Beitrag von Nothing Man »

bookwood hat geschrieben:
wuchris hat geschrieben:Leute,.... ein Overdrive gehört vor einen echten Amp, der so schon gut klingt und aus die Maus ;-)
Ja doch! :guitar1:
Ein guter Amp braucht kein Overdrive-Pedal ;-) Da reicht ein Booster um ihm noch zusätzlich in die E*** zu treten...
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Re: Neues Overdrive-Spielzeug

Beitrag von bookwood »

Das kann das kleine verspiegelte Kästchen ja auch. Die Sättigung des Tubeamps ist halt manchmal auch eine Frage der umgebungszulässigen Lautstärke und da hilft der Overdrive dann gelegentlich schon bzw. bringt bessere Ergebnisse als ein Amp mit Mastervolume.
Gruß
von
Ralf
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