Nicht jede Warheit sieht man gerne :) [audio formate]

Alles, was mit akustischer Gitarrenmusik zu tun hat und sonst nirgends hineinpaßt

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Davanlo
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Re: Nicht jede Warheit sieht man gerne :) [audio formate]

Beitragvon Davanlo » Mo Aug 19, 2019 9:15 am

RB hat geschrieben:Gutes Mastering war eine Kunst und ist eine Kunst geblieben und es gab und gibt nach wie vor ausgesprochene Künstler auf dem Gebiet.


In den 80-90's wurden diese LedZep und Rory usw. für easy-money auf CD geklatscht eben ohne gutes Mastering. Das hat die Reputation von den CD's ruiniert. Deshalb kommen 10 oder 15 Jahre später die Reissues. Und oft findet man diese CD's ziemlich billig in einem Kasten in der Ecke des Geschäfts, denkt "Oh toll, ich hatte diese Platte, ein Klassiker …" und dann ist der Sound Sch…
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RB
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Re: Nicht jede Warheit sieht man gerne :) [audio formate]

Beitragvon RB » Mo Aug 19, 2019 10:03 am

Das ist nicht ganz richtig. Das Problem der Anfangszeit waren die DDD-Cds und die mit der Technik fehlenden Erfahrungswerte. Die Analogen Masterbänder, meist viertelzoll Halbspur stereo waren so, daß alle im Studio meinten: "So machen wir das, klingt gut". Dann ging es zum Matritzenschneiden und dann ins Presswerk. Wenn man diese analogen Aufnahmen dann auf CD überträgt, anstatt sie in Vinyl zu pressen, bekommt man CDs, die in den vielen Blindfold-Tests am wenigsten bis gar nicht von den Vinylplatten zu unterscheiden sind.
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Re: Nicht jede Warheit sieht man gerne :) [audio formate]

Beitragvon Gitarrenspieler » Mo Aug 19, 2019 10:41 am

Es gibt CDs, hab ich auch einige davon, die sind anscheinend nur mit einer Software aufgeblasen. Wenn man sich die Stücke mal im WaveEditor ansieht kann man das gut sehen. Einige der frühen CDs von LP haben fast keine Dynamik mehr, die schlagen durchgehend oben und unten im Editor an. Es gibt aber auch sehr gute CDs vom Masterband, meine Pink Floyd CDs klingen alle vorzüglich.
Gruß Wolfgang Hemd aus der Hose macht noch keinen Varoufakis
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Re: Nicht jede Warheit sieht man gerne :) [audio formate]

Beitragvon Davanlo » Mo Aug 19, 2019 11:00 am

Gitarrenspieler hat geschrieben:Es gibt CDs, hab ich auch einige davon, die sind anscheinend nur mit einer Software aufgeblasen. Wenn man sich die Stücke mal im WaveEditor ansieht kann man das gut sehen. Einige der frühen CDs von LP haben fast keine Dynamik mehr, die schlagen durchgehend oben und unten im Editor an. Es gibt aber auch sehr gute CDs vom Masterband, meine Pink Floyd CDs klingen alle vorzüglich.


Genau diese meinte ich … da war Billig-Arbeit durch den Katalog der Plattenfirmen.

Heutzutage höre ich ab und zu echt gute CDs mit Produktionswert (Alters und Neues) … die ragen Mit Kopf und Schultern aus der Masse raus …
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Re: Nicht jede Warheit sieht man gerne :) [audio formate]

Beitragvon micha » Mo Aug 19, 2019 11:02 am

RB hat geschrieben:Das ist nicht ganz richtig. Das Problem der Anfangszeit waren die DDD-Cds und die mit der Technik fehlenden Erfahrungswerte.


Was soll denn eine "DDD-CD" sein ?

Dieses "DDD" ist der sogenannte SPARS-Code, entwickelt von der "Society of Professional Audio Recording Studios". Damit wurde die Technik beschrieben, die bei den einzelnen Produktionsschritte Tonaufnahme, Abmischung und Mastering eingesetzt wurde: D=Digital, A=Analog.
Es gibt folgende Konstellationen:
DDD: digitale Aufnahme, digitale Abmischung, digitales Mastering
ADD: analoge Aufnahme, digitale Abmischung, digitales Mastering
AAD: analoge Aufnahme, analoge Abmischung, digitales Mastering
DAD: digitale Aufnahme, analoge Abmischung, digitales Mastering
Dieser Code wurde früher auf den CD-Beipackzetteln mit draufgedruckt. Heute noch ab und an bei Klassikausgaben zu lesen. Es hatte aber eher einen marketingtechnischen Hintergrund und lässt keinerlei Rückschlüsse auf die tatsächliche klangliche Qualität des jeweiligen Endprodukts zu...
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RB
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Re: Nicht jede Warheit sieht man gerne :) [audio formate]

Beitragvon RB » Mo Aug 19, 2019 4:12 pm

Eine DDD-CD (nicht zu verwechseln mit der DDT-CD) ist eine, auf die Daten gebracht werden, die zuvor bereits mit digital arbeitender Technik aufenommen wurden und bei keinem der weiteren Arbeitsschritte mehr die Welt von 0 und 1 verlassen haben. Irgendwo hinter der Mikrophonmembran wird digitalisiert. Also genau das, was du oben zusammengekugelt hast. Ich habe mir der Kürze halber erlaubt, einen so zustandegekommenen Tonträger als DDD-CD zu bezeichnen. Was die Kürzel ddd, add oder aad bedeuten, unterstelle ich als bekannt.

Ansonsten kann man sich Musik mit einem Wave-Editor ansehen und feststellen, daß in bestimmten Genres komprimiert wird, dass es nur so kracht. Bei ac dc macht das womöglich nicht viel, in anderen Musikrichtungen ist es ganz unangebracht und schädlich. Da steht wohl die Überlegung im Vordergrund, mehr Lautheit sei gleichbedeutend mit mehr Aufmerksamkeit und das Wiederum mit mehr Geld. Das aber ist ein Phänomen, das absolut nichts mit den technischen Grundlagen der Tonaufzeichnung zu tun hat. Komplett eigenes Thema.
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Re: Nicht jede Warheit sieht man gerne :) [audio formate]

Beitragvon RB » Mo Aug 19, 2019 4:35 pm

ps: Das vorher Geschriebene schränke ich dahingehend ein, daß die technischen Grundlagen den "Loudness war" wohl überhaupt erst möglich gemacht haben. So, wie die Signale heutzutage bearbeitet werden, frequenzabhängig unterschiedliche Kompression mit einer Unzahl digitaler Kompressoren, das ging in den 70ern schlicht nicht.

Wie ich eben lese, macht Spotify dem loudness-War zur Zeit gerade einen Strich durch die Rechnung, ein sehr interessantes Thema.
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Re: Nicht jede Warheit sieht man gerne :) [audio formate]

Beitragvon Pappenheim » Mo Aug 19, 2019 4:52 pm

RB hat geschrieben:Der Dynamikumfang der Vinylplatte ist deutlich geringer, als derjenige anderer Medien. Ansonsten kann ich nur empfehlen, einmal etwas über Mastering zu lesen, damit man hier nicht dieses Zeug über "Kompression glattgebügelt" und die guten alten Zeiten lesen muß, das hat alles mit den Tatsachen nichts zu tun. Gutes Mastering war eine Kunst und ist eine Kunst geblieben und es gab und gibt nach wie vor ausgesprochene Künstler auf dem Gebiet.


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Re: Nicht jede Warheit sieht man gerne :) [audio formate]

Beitragvon Davanlo » Di Aug 20, 2019 11:16 am

(Es freut mich das man hier debattieren kann ohne sich anzuschimpfen)
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Re: Nicht jede Warheit sieht man gerne :) [audio formate]

Beitragvon troubadesse » Di Aug 20, 2019 11:57 am

Also, ehrlich gesagt höre ich keinen Unterschied. Ich habe schon oft das Argument gehört, dass mp3s keine gute Klangqualität haben. Mag sein. Ich höre das einfach nicht.

Abgesehen davon ist mein Alltag so stressig, dass ich nur noch streame oder digital höre. Eigentlich mag ich ja CDs und Platten (Vinyl) lieber, schon allein wegen des gesamten künstlerischen Pakets (also Cover, Booklet und das Gefühl etwas in der Hand zu halten)...gelegentlich kaufe ich sogar welche. Aber hören tue ich sie so gut wie gar nicht.

Gitarrenspieler hat geschrieben:
Davanlo hat geschrieben:
Est gibt auch viele Blindfold-tests die genau das Gegentail bestätigen … es benötigt Konzentration, ein gutes Gehör, keine Ohr-Müdigkeit und gutes Equipment.

Mag sein, aber wer hat denn die Zeit so Musik zu hören? Ich genieße immer live in der Oper zu sein. Aber sonst?
Ich besitze zwar eine sehr ordentlich Stereoanlage aber wann höre ich schon mal im Wohnzimmer sitzend Musik.
Heute geht das doch eher so.Bild


Wie gesagt, ich höre da keinen Unterschied.

An dem Bild ist leider etwas dran. Gute Aufnahmen kosten den Künstler unglaublich viel Geld und dann wird sowas einfach verhökert. Die Streaming Dienste sind eben - leider - praktisch und ich nutze sie ja auch. Aber wenn man sich das Verhältnis mal vor Augen führt ist das echt taurig... :(
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Re: Nicht jede Warheit sieht man gerne :) [audio formate]

Beitragvon Niels Cremer » Di Aug 20, 2019 12:20 pm

Ich hab meine letzte "Platte" ja gleich zu 100% auf/mit dem iPad aufgenommen, produziert und gemastert, wo es sicher auch jede Menge gute Argumente dagegen gibt, aber ich bin da auch bei den "audibly challenged" Kolleg/inn/en - ich hör nicht viel Unterschied (20 Jahre E-Bass in Rock- und Blues-Rock Bands vor Beginn meiner Akustikgitarren-Zeit ¯\_(ツ)_/¯ ), und hab mich beim mastern auch stark an den mehrheitlichen Hörgewohnheiten orientiert, sprich mehr und mehr streaming, EarPods etc. ...

LG,
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Re: Nicht jede Warheit sieht man gerne :) [audio formate]

Beitragvon clone » Di Aug 20, 2019 12:47 pm

troubadesse hat geschrieben:Also, ehrlich gesagt höre ich keinen Unterschied. Ich habe schon oft das Argument gehört, dass mp3s keine gute Klangqualität haben. Mag sein. Ich höre das einfach nicht.



Mit welchen Geräten hörst du denn Musik?
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Re: Nicht jede Warheit sieht man gerne :) [audio formate]

Beitragvon RB » Di Aug 20, 2019 1:19 pm

Die Frage galt zwar nicht mir, aber bei uns ist es so, daß zwei Stereoanlagen aus den 80ern in Betrieb sind, wie sie damals üblich waren, also auf Klangtreue und Linearität getrimmt. Mein Mitmusiker Uli besitzt zwei Studiomonitore. In allen Fällen ist es schon recht schwierig, Unterschiede herauszuhören. Insbesondere die Audiokompression bis 128 kbit pro Sekunde: Da wird es schon schwierig. Bei der doppelten Bitrate ist es mir zumindest absolut unmöglich, einen Unterschied zu 44.000/16 bit und auch höher aufgelösten nicht datenkomprimierten Formaten wahrzunehmen.
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Re: Nicht jede Warheit sieht man gerne :) [audio formate]

Beitragvon troubadesse » Di Aug 20, 2019 1:25 pm

clone hat geschrieben:
troubadesse hat geschrieben:Also, ehrlich gesagt höre ich keinen Unterschied. Ich habe schon oft das Argument gehört, dass mp3s keine gute Klangqualität haben. Mag sein. Ich höre das einfach nicht.



Mit welchen Geräten hörst du denn Musik?


Meistens auf dem Smartphone oder im Auto vom USB-Stick. Meine Aufnahmen höre ich mir am Computer oder eben an meinem SPIRE Studio an. Wir haben zwar auch eine Anlage, aber da geht die Musik im Kindergeschrei unter, da kann die Klangqualität noch so gut sein...
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Re: Nicht jede Warheit sieht man gerne :) [audio formate]

Beitragvon troubadesse » Di Aug 20, 2019 1:30 pm

Niels Cremer hat geschrieben:Ich hab meine letzte "Platte" ja gleich zu 100% auf/mit dem iPad aufgenommen, produziert und gemastert, wo es sicher auch jede Menge gute Argumente dagegen gibt, aber ich bin da auch bei den "audibly challenged" Kolleg/inn/en - ich hör nicht viel Unterschied (20 Jahre E-Bass in Rock- und Blues-Rock Bands vor Beginn meiner Akustikgitarren-Zeit ¯\_(ツ)_/¯ ), und hab mich beim mastern auch stark an den mehrheitlichen Hörgewohnheiten orientiert, sprich mehr und mehr streaming, EarPods etc. ...

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Zu 100% auf dem ipad? Ui - das würde mich ja doch mal interessieren. Hast Du dann mit logic gearbeitet? Für meine EP, die bald erscheint, war ich noch im Studio, aber die kommenden Songs/EPs/Alben wollte ich im Alleingang produzieren. Allerdings bezweifle ich, dass ich einen so guten Sound herausbekomme wie der Tontechniker, mit dem ich zusammengearbeitet habe. Masterst Du wirklich selber? Meine Idee war, das Album zu Hause aufzunehmen und es dann mixen und mastern zu lassen...

LG, Annika

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