Geschichten beim Stimmen ...

Alles, was mit akustischer Gitarrenmusik zu tun hat und sonst nirgends hineinpaßt

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Davanlo
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Geschichten beim Stimmen ...

Beitrag von Davanlo »

Ab und zu muss schon nachgestimmt werden. Was erzählt ihr dann dem Publikum ?
rwe
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Re: Geschichten beim Stimmen ...

Beitrag von rwe »

Dass ich jetzt stimmen muss ... Und manchmal auch, weshalb (Lichter auffe Bühne), oder irgendwas zum Stück, zur Band, ...
Wer hier als gutes Vorbild dienen kann: Stoppok ...
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Holger Hendel
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Re: Geschichten beim Stimmen ...

Beitrag von Holger Hendel »

Verlegenheitsgeschichten, ähnlich uncool ("Der Gitarrist stimmt immer, die Gitarre stimmt nie..." :aua: ) wie smalltalk, imho. Wenn gut gemacht für mich ok, im schlimmsten Fall hatte ich Lust mir schnell viel Bier einzuverleiben (Wader). :? Ein Konzert hat mir dann auch gereicht.
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berndwe
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Re: Geschichten beim Stimmen ...

Beitrag von berndwe »

Jedenfalls sollten die Geschichten kurz sein, genauso wie der Stimmvorgang. Hier haben Stimmgeräte ihre Berechtigung.

Kein gutes Beispiel, finde ich (auch wenn es sich um einen Ehrwürdigen handelt):

https://youtu.be/BXnDABAlzRc
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Niels Cremer
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Re: Geschichten beim Stimmen ...

Beitrag von Niels Cremer »

Ich bin da nie auf das Stimmen selber eingegangen. Gitarre muten, rein nach optischem Signal des Stimmgeräts gehen und dabei eine Geschichte über den nächsten Song erzählen. Ich habe immer versucht, dabei zB aktuelles Tagesgeschehen in Politik oder Gesellschaft aufzunehmen, oder spontan auf die location, das Publikum etc. zu reagieren, wenn möglich den ein oder anderen situativen Witz einbauend (keine alten Kalauer!!), grundsätzlich einen eher heiter/ironischen Ton anschlagen, meine Songs waren/sind meist schon traurig genug ... :lol: Ist natürlich was anderes wenn man wie ich alleine, mit seinen eigenen Songs, vor‘m Publikum sitzt, in der zB für Holger typischen Situation im Bandgefüge wird während der Ansagen stumm gestimmt und zack weiter! :D

LG,
Niels
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Davanlo
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Re: Geschichten beim Stimmen ...

Beitrag von Davanlo »

Meine Witze sind jetzt soooo alt das da Schimmel drauf ist ... 'ein halbes Leben lang stimmen, ein halbes Leben lang falsch spielen' ... ich merke auch das manche einfach nicht nachstimmen, weiterspielen (mir fallen Haare une Zähne aus) und wen ich nachfrage haben die anderen nichts gemerkt :)
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H-bone
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Re: Geschichten beim Stimmen ...

Beitrag von H-bone »

90er Jahre, Hannes Wader steht auf der Bühne und stimmt seine Gitarre "old school", hält dabei einen minutenlagen Vortrag über die Unsitte der Stimmgeräte und dass heutzutage keiner mehr die Gitarre nach Gehör stimmen kann und beginnt sein Lied mit einer total verstimmten Gitarre :aua: :D
tbrenner
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Re: Geschichten beim Stimmen ...

Beitrag von tbrenner »

Er war halt schon immer ein echter "Freigeist", der Hannes Wader. Sein Publikum und die Zeiten waren auch irgendwie anders.... :roll:

Wer in dieser Storyteller-Disziplin beim Umstimmen übrigens recht virtuos ist, ist imho Don Ross. Der stimmt ja bestimmt mehr als 10 mal je Show um und hat öfters brüllend komische Schmankerln derweil zu erzählen. Eine beneidenswerte Gabe.

Grüssle,

tbrenner :wink:
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berndwe
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Re: Geschichten beim Stimmen ...

Beitrag von berndwe »

Da erscheint es angebracht „Stimmen“ und „Umstimmen“ voneinander zu unterscheiden.

Im Programm von Don Ross gehört das Umstimmen auf unterschiedliche Gitarrenstimmungen wohl quasi dazu, genauso wie launige Zwischenansagen. Genialerweise kann er offenbar wohl das Umstimmen hinter seinen launigen Ansagen verstecken. Eine prima Sache.

Die andere Anforderung an Live-Musiker besteht darin, eine Gitarre in Normalstimmung zu bringen und über den Auftritt dort zu halten, in der Regel auch durch Nachkorrigieren zwischen den Liedern. Wer das ohne elektronische Hilfe ohne „Belästigung“ des Publikums hinbekommt ist gesegnet. Ich kann das nicht.

Bei Live-Auftritten nutze ich wenn es irgendwie geht meine Spielpausen - auch kurze - zum Nachkontrollieren der Stimmung, das heißt Muten - Stimmung kontrollieren bzw. korrigieren - Signal wieder freischalten. Geht mit Stimmgerät und etwas Übung in wenigen Sekunden.

Natürlich sollte man seine Gitarre auch ohne Hilfsmittel stimmen können. Wenn man live so arbeiten will, dann sollte man es aber auch im Griff haben.
Zuletzt geändert von berndwe am Do Sep 17, 2020 11:56 am, insgesamt 1-mal geändert.
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Holger Hendel
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Re: Geschichten beim Stimmen ...

Beitrag von Holger Hendel »

„Stimmen“ und „Umstimmen“ trennen :gute:

Es gibt best. Livestituationen zu denen ein optisches Hilfsmittel zum Stimmen bzw. Tronical / Robot Guitar etc. schlichtweg erforderlich ist: Auf der Bühne ist es einfach zu laut um nach Gehör zu stimmen (Song zu Ende, das Publikum applaudiert, Mitmusiker leitet verbal zum nächsten Song über etc.). Es wäre u.U. maximal ein Mal am Abend lustig als Gitarrist einer Unterhaltungsmusikband um Ruhe zu bitten damit kurz nach Gehör gestimmt werden kann. :D Ich bewege mich ja musikalisch zwischen den Welten, ich kann dem verbreiteten "Kult" ums Stimmen des Instruments in der "Folkszene" / "Songwriter-Szene" (ihr wisst, was ich meine) nichts abgewinnen, außer es wirklich lustig oder "künstlerisch wertvoll" / kreativ (z.B. Dave Goodman vor vielen Jahren in Schneverdingen, da hat er im Song eine gerissene dünne E-Saite aufgezogen und das Hochstimmen in den laufen Song eingebaut, famos). Es ist für mich ein notwendiges Übel, ich habe im Alter von 12 oder 13 Jahren nicht mit dem Gitarrespielen angefangen weil ich das Stimmen so toll fand. ;)

Ich bin da sehr pragmatisch, wenn ich stimmen muss nehme ich nonverbal zum Sänger Kontakt auf, mache ihm unauffällig verständlich, dass die olle Klampfe gestimmt werden muss und er doch bitte etwas Zeit dafür schinden möge.

Vor einigen Jahren half ich bei drei Gigs bei einer Oldie-Coverband aus. An der "Rhythmusgitarre" (so nannten die das). :lol: Der Gitarrenkollege hat es tatsächlich fertig gebracht live auf einem Stadtfest ungemutet seine E-Gitarre zu stimmen. Ich dachte beim ersten mal ok, ist wahrscheinlich ein Gag, gleich kommt die Auflösung, ein flotter Spruch von der Sängerin - Fehlanzeige. :shock: Kannste Dir nicht ausdenken! Wenn man sich fragt warum es mit der Band nicht höher hinaus ging: Das war mit Sicherheit einer der Gründe dafür. Es kam niemand auf die Bühne gestürmt um den Kollegen zu verprügeln, ich glaube, es war den Leuten eigentlich egal - doch eine mitreißende Show geht anders. :lol: "Wer ungemutet stimmt hat die Kontrolle über sein Leben verloren" - so weit würde ich nicht gehen, doch es zeigt mMn ziemlich plakativ wie wenig Gedanken man sich bandintern über die Wirkung von solchen "Kleinigkeiten" gemacht hat.

Fürs kommentierte Umstimmen habe ich hingegen großes Verständnis.
90er Jahre, Hannes Wader steht auf der Bühne und stimmt seine Gitarre "old school", hält dabei einen minutenlagen Vortrag über die Unsitte der Stimmgeräte und dass heutzutage keiner mehr die Gitarre nach Gehör stimmen kann [...]
:bide: Genau mein Humor, da war er wohl noch krasser drauf als zu dem Zeitpunkt zu dem ich ihn erlebt habe.
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Davanlo
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Re: Geschichten beim Stimmen ...

Beitrag von Davanlo »

Solo und mit der Band ist es natürlich auch anders ... wenn ich nur kurz an einer Saite kurbeln muss, mute ich nicht immer. Ich kenn auch die Stücke wo die Gitarre sich ein bischen verstimmt oder die Stücke wo sie stimmen "muss" (Moll oder Dur spielen da auch eine Role). Ich hab mit James Taylor ACU Kompromoss-stimmen rumgespielt ist auch was interessantes. Aber es bleibt irgendwie peinlich ...

... und da meint mein Django-Jazz Kumpel der mit Heavy Saiten ohne jeglichen Sustain muted pumpend schrammelt das ich doch oft nachstimmen muss.
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guitar-hero
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Re: Geschichten beim Stimmen ...

Beitrag von guitar-hero »

Als "StimmeR vor dem Herrn" möchte ich noch
Jerry Garcia von Grateful Dead anmerken.

Der nahm sich in jungen Jahren oft die Zeit, seine Gitarre stimmen, während andere Bands einen ganzen Song gespielt hatten.

;-)
Werner.
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"Eigentlich bin ich ganz anders, ich komme nur zu selten dazu."
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JazzDude
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Re: Geschichten beim Stimmen ...

Beitrag von JazzDude »

Davanlo hat geschrieben:
Fr Sep 18, 2020 8:44 am
Ich hab mit James Taylor ACU Kompromoss-stimmen rumgespielt ist auch was interessantes. Aber es bleibt irgendwie peinlich ...
Irgendwie habe ich das dann doch noch gegugelt bekommen, dieses JT Tuning. Sehr interessant, ich habe es ausprobiert. Bringt mE. aber nur was bei Capo-Einsatz.
Dann habe ich mich auf die seit Jahren auf meinem Handy befindliche App „Cleartune“ erinnert, die hat auch ein spezielles Akustikgitarre-Tuning („Stretch Gitarre“), wobei da nicht spezifiziert ist, wie genau da die Abweichungen zum Standard-Tuning sind. Ich war zu faul zum selber messen. Auf jeden Fall klingt das super, auch ohne Kappo. Werde ich öfter benutzen.
Hängt aber natürlich auch von der Gitarre ab; ich denke, je besser die Gitarre von vornherein intoniert, desto überflüssiger sind solche Tools. Bspw. setzen einige Gitarrenbauer den Sattel minimal weiter nach vorne, so dass der Abstand zum ersten Bund etwas schrumpft. Das bringt auch schon viel.

[/off topic]
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H-bone
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Re: Geschichten beim Stimmen ...

Beitrag von H-bone »

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