Binding-Malheur

Alles, was mit akustischer Gitarrenmusik zu tun hat und sonst nirgends hineinpaßt

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bookwood
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Re: Binding-Malheur

Beitrag von bookwood »

:shock: Verdammt! Jetzt, wo ich das hier wieder lese, habe ich bei meiner 000-18 von 2016 erstmals genau hingeschaut. Und auch da beginnt sich das Binding zumindest an einer hinteren Seite in der Taille zu lösen. Ob ich damit mal Rudi besuche, bei dem ich sie gekauft habe? Immerhin wär das gute Stück dann schon mal in Holland. Obwohl ein Besuch da immer etwas gefährlich ist. :roll: :wink:
Gruß
von
Ralf
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Rumble
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Re: Binding-Malheur

Beitrag von Rumble »

Rudi nimmt ja auch schon mal Martins in Zahlung. ;-)
Ich glaube der hat auch gerade einen Schwung alte Martins da.
Aus der Zeit als die noch kleben konnten.

Ich würde da ja auch gern mal wieder reinschauen.

Aber es ist wirklich immer gefährlich.
Selbst wenn ich derzeit wirklich keine Absichten hinsichtlich einer Neuanschaffung habe.
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Andreas
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Re: Binding-Malheur

Beitrag von Andreas »

Rumble hat geschrieben:
Mo Nov 21, 2022 3:05 pm

Aber es ist wirklich immer gefährlich.
Selbst wenn ich derzeit wirklich keine Absichten hinsichtlich einer Neuanschaffung habe.
Ich eigentlich auch nicht. Aber ein Freund hat mich gebeten, mitzukommen, weil Rudi eine 66er Epiphone Texan hat, die er kaufen will.
Und wenn ich schon mal da bin…


;-)

Glück Auf
Andreas
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Rumble
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Re: Binding-Malheur

Beitrag von Rumble »

Das letzte Mal habe ich zwar eine bei Rudi abgegeben, aber eine neue (alte) Akustik plus eine Lapsteel mitgenommen. 😜

Gefährlich halt…
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Gitarrenmacher
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Re: Binding-Malheur

Beitrag von Gitarrenmacher »

RB hat geschrieben:
Mo Nov 21, 2022 11:31 am
Meine haben das nicht, ist das ein jüngeres Problem ?
Das sich MAL ein Binding löst, besonders an exponierter Stelle wie der Taille oder dem Hals, darf vorkommen. Erstens ist die Verklebung Holz/Kunststoff bei den kleinen Klebeflächen tricky und zweitens tut der Schrumpfungsprozess des Kunststoffes sein Übriges.
Gefühlt treten diese Bindingprobleme ab ca. Baujahr 2010 vermehrt auf, sehr sicher aber ab den 2015er Baujahren. Das ist in allen möglichen Foren nachweisbar dokumentiert. Sowohl durch Nutzer, als auch durch Händler. Kann man googeln.
Ich kann dies aus eigenen Erfahrungen bestätigen.

Gerade baue ich eine von mir 2013 gebaute 12.Bund Dread komplett neu auf. Die Tortoise Bindings und die Boltaron Purflings sind aus dem Martin 1833 Shop. Geklebt habe ich, wie immer, mit Ruderer Kunststoffkleber. Keine Probleme. Lediglich zwischen Endspan und Binding zeigte sich eine feine Lücke, die gefüllt und verschliffen wurde.

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RB
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Re: Binding-Malheur

Beitrag von RB »

Das ist interessant. Ist der Neu-Aufbau für einen Kunden ? Falls ja, würde mich einmal interessieren, wie das preislich angesiedelt ist, einfach aus Neugierde und ohne Hintergedanken.
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Gitarrenmacher
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Re: Binding-Malheur

Beitrag von Gitarrenmacher »

RB hat geschrieben:
Fr Nov 25, 2022 12:37 am
Das ist interessant. Ist der Neu-Aufbau für einen Kunden ? Falls ja, würde mich einmal interessieren, wie das preislich angesiedelt ist, einfach aus Neugierde und ohne Hintergedanken.
Die Gitarre ist quasi "on hold", aber wirklich sehr locker.
Desweiteren PN.
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Re: Binding-Malheur

Beitrag von Es335 »

Warum wird bei zumindest hochpreisigen Gitarren nicht auf Holzbinding gesetzt, wie das bei den Nylonvertretern allgemein üblich ist? Da schrumpft nix, auch wenn natürlich nicht immer alles perfekt ist! Gehäuft auftretende, systematische Fehler wie hier berichtet gibt es dabei aber ganz sicher nicht.
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Gitarrenmacher
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Re: Binding-Malheur

Beitrag von Gitarrenmacher »

Es335 hat geschrieben:
Fr Nov 25, 2022 11:30 am
Warum wird bei zumindest hochpreisigen Gitarren nicht auf Holzbinding gesetzt, wie das bei den Nylonvertretern allgemein üblich ist? Da schrumpft nix, auch wenn natürlich nicht immer alles perfekt ist! Gehäuft auftretende, systematische Fehler wie hier berichtet gibt es dabei aber ganz sicher nicht.
Es geistert schon lange ein Zitat in der Welt herum, dass häufig Martin Seeliger von Lakewood zugeschrieben wird.
Frage:"Was unterscheidet eine deutsche von einer amerikanischen Stahlsaitengitarre?"
Antwort:" Die amerikanische hat meist Kunststoff-, die deutsche Holzränder."

Ein Holzbinding zu machen, bedeutet schlicht einen immens höheren Zeitaufwand, auch in der industriellen Fertigung.
Namhafte Hersteller wie Lowden, McIllroy, Lakewood, viele ami Boutiquebuilder, Hübenbecker :lol:, und viele viele andere hochpreisige kleine und größere Hersteller bauen mit Holzbindings.
Weils einfach besser ist.
Wenn ich, wirklich selten, mit Kunststoffrändern gebaut habe, dann nur auf ausdrücklichen Kundenwunsch und Ausschluß der Gewährleistung bei Lackrissen im Bereich der Bindings.
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Re: Binding-Malheur

Beitrag von Es335 »

Das irritiert mich jetzt doch etwas. Bei Martin Gitarren bewegen wir uns doch i.d.R. in einer mehr oder weniger hohen, 4-stelligen Preisregion, oder? Konzertgitarren aus europäischen (!) Manufakturen haben in der Regel bereits ab etwa 700 € Holzbindings bei China Gitarre bereits noch früher! :shock:
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Re: Binding-Malheur

Beitrag von L1 »

Kunststoffbindings sind unempfindlicher wenn man mal wo gegenstößt, und es ist auch eine Frage von Stil und Optik eines Gitarrentyps, wie z. b. eine typische trad. Martin oder Gibson. Ich mag diesen Look bei meinen Gitarren, fast alle trad. Typen, deutlich lieber ... ein Holzbinding würde da für mich einfach nicht passen.
Und sorry ... außer bei manchen Martins kenne ich solche Ablösungsprobleme noch von keiner einzigen anderen Gitarre, selbst ziemlich alten ...

Wobei ich die sonstigen Vorteile von schönen Holzbindings, die ich an einzelnen Gitarren auch habe (es gab sie nur so), schon auch sehe.
Jorma55
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Re: Binding-Malheur

Beitrag von Jorma55 »

Ich besitze aktuell zwei Gitarren mit woodbindings , die ich auch sehr attraktiv finde , aber ich kann bestätigen , dass Kunststoffbindings deutlich unempfindlicher sind. Bei Martin kann man übrigens durchaus woodbinding bekommen, im custom Shop sowieso, aber auch standardmäßig bei den Modellen der " modern deluxe" Serie.

Michael
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Re: Binding-Malheur

Beitrag von Gitarrenmacher »

Es335 hat geschrieben:
Fr Nov 25, 2022 5:43 pm
Das irritiert mich jetzt doch etwas.
Was irritiert Dich?
Der viel höhere Aufwand eines Holzbindings?
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Re: Binding-Malheur

Beitrag von Es335 »

Nein, das selbstverständlich nicht, sondern warum Holzbindings bei Klassikgitarren, vermutlich sogar weltweit, bereits ab einer Preisklasse standardmäßig eingesetzt werden, die z.B. deutlich unter den i.d.R. teureren Martins liegen. :shock:
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Re: Binding-Malheur

Beitrag von Jorma55 »

Bei Martin kam bei den teuren Modellen in der Vergangenheit Elfenbein und bei den preiswerteren Holz zum Einsatz. Mit Aufkommen der modernen Kunststoffe hat man dann beides entsprechend ersetzt. Es spricht auch nichts dagegen, beides hat Vor- und Nachteile.

Michael
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