Wer versucht sich an eigenen Stücken?

Alles, was mit akustischer Gitarrenmusik zu tun hat und sonst nirgends hineinpaßt

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Rumble
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Re: Wer versucht sich an eigenen Stücken?

Beitrag von Rumble »

Akustisch und alleine ist da nicht viel los bei mir.
Wenn ich denn halbwegs singen könnte, dann wäre das anders.

Was E-Gitarre betrifft, da habe ich hier schon einige Trümmer, die ich gern mit einer Band ausbauen würde. Einfach nur zur eigenen Bespaßung. Das gestaltet sich aber immer noch schwierig. Die wollen alle covern und/oder mit ü50, oder ü60 "nochmal voll durchstarten". Ich kann dieses Gelaber echt nicht mehr hören.

Was ich da so im letzten Jahr für Leute kennengelernt habe, das war schon echt......wie soll ich es nett ausdrücken?
Sagen wir mal, "spannend". ;-)
Eine Gitarre zu haben ist besser als eine Gitarre zu brauchen.
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berndwe
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Re: Wer versucht sich an eigenen Stücken?

Beitrag von berndwe »

Es ist schon ein Glücksfall wenn man zum
Musikmachen ein paar Leute findet, die kompatible Vorstellungen und Arbeitsweisen haben.

Was den Antagonismus zwischen Cover und eigener Musik betrifft haben sich meine Vorstellungen mit der Zeit sehr geändert. In jungen Jahren habe ich das Covern gering geschätzt. Wenn ich mir heute Aufnahmen aus dieser Zeit (sofern noch vorhanden) anhöre, bekomme ich aber streckenweise Haarausfall. Wenn man eigene Musik macht, muss man Leute dabei haben, die komponieren und/oder texten können. Wenn das nicht der Fall ist, soll man ruhig covern und seine Freude daran haben.
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string
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Re: Wer versucht sich an eigenen Stücken?

Beitrag von string »

Wenn das nicht der Fall ist, soll man ruhig covern und seine Freude daran haben.
Yeah!
Man verhindert somit Müdigkeit und manches Mal sogar Bluthochdruck - auch bei den anderen :wink:

Gruß
Klaus
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"Das Wesentliche im Umgang miteinander ist nicht der Gleichklang,
sondern der Zusammenklang".
Ernst Ferstl
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Rumble
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Re: Wer versucht sich an eigenen Stücken?

Beitrag von Rumble »

Nichts spricht grundsätzlich gegen Cover, aber entweder richtig gut, oder lieber nur im Proberaum. ;-)
Vielleicht mal ein paar olle Tom Petty Nummern, warum nicht? Aber muss das dann unbedingt auf die Bühne?

Und irgend so ein "Super-Cover-Hero", bin ich ja nun wahrlich auch nicht.
Da gib es hier ein paar richtig gute Leute und die frühstücken hier das Meiste ab. Ein breiteres Programm wirklich gut zu covern ist auch gar nicht so einfach, wie ich finde. Wenn ich aber genauso gut, oder gar lieber, eine Juke-Box einschalten kann, dann muss da live weder als Mitspieler, noch als Zuschauer dabei sein.

Eine der letzten Hobby-Cover-Bands hier in unserer regionalen Musik-Pinte:
Der (junge) Sänger war bei den ersten Songs noch ganz ok. Der Gitarrist schlief in so einer Stehhilfe, Gitarre und Bass starrten auf Tabletts, die Drums klangen fürchterlich, der Sound war insgesamt nix, aber es mussten "richtige Röhrenamps" sein, weil ja alles Andere Bullshit wäre.

Nach den ersten 4 Songs, die wohl bislang am besten geprobt wurden, kam der völlige Absturz. Das war dann schon richtig unangenehm zu hören.
Aber vorher die Nase ganz weit oben, eine Band-Seite, die schon recht hohe Erwartungen weckt und alle waren natürlich früher mal "fast als Profis unterwegs". Jo, ganz sicher! ;-) -Am Ende war die Kneipe recht leergespielt.

Das letzte Kennenlernen mit einer potenziellen "Band":

Der Initiator und Sänger kam bereits mit einem Bandaufkleber an der Autoscheibe. Seltsam!
Der Drummer war der mit Abstand älteste und auch nicht mehr so wirklich fit. Dazu ein zweiter Gitarrist und ein Keyboarder. Bass fehlte noch. Der Ort des Treffens war eine zwar im positiven Sinne abgelegene, aber sehr marode ehemalige Kneipe, es stank fürchterlich aus irgendwelchen Abflüssen. In deren Räume wäre auch der Probraum. Als ich fragte "wo", hieß es: Du sitzt gerade darin. Ok! Dann halt ohne Heizung und mit drei Steckdosen, in die ich nicht gewillt wäre überhaupt etwas einzustecken. Zugang nur, wenn der Sänger dabei wäre. Das Zeug darf nicht dort nicht stehenbleiben. Sicherheit? KK! (Kannste Knicken)

Musik: Blues und Rock, man wäre da völlig offen, aber dann plötzlich doch eher Cover. Dann kam der Spruch: Alles kann, nichts muss. Swingerclub oder was?

Als Songbeispiele kamen die üblichen Gassenhauer wie "All Right Now" und das ganz Zeug. Kurzer Einwand vom Drummer: Können wir auch mal was von Smokie spielen?"

Wenige Minuten später hat der Sänger, mit einer angeblichen Michael Bublé Stimme, plötzlich einen Zettel mit einer kompletten Setlist in der Hand und meinte, "er hätte da mal ein paar Vorschläge vorbereitet". Einen Bandnamen hätte er auch schon.

Da waren schon einige Sachen dabei, die ich a: eher nicht mit einer Michael Bublé hören wollte und b: zum Teil auch insgesamt ziemlich ambitioniert waren. Als ich meinte "sportlich", kam dann mein Lieblingsspruch: "Wir können es ja auch ein bisschen einfacher spielen.

Danach zeigte er stolz die im Vorfeld angesprochene PA-Anlage in einem Nebenraum. Das war so eine "Kofferlösung" aus den 8oer/90er Jahren. Krasses Teil! Danach gab es ein schlechtes Video von einem früheren Auftritt bei einer Party des Hundeclubs, dem auch das Gelände gehört.

Es war echt der Hammer. Später stellt sich heraus, dass es da wohl schon so einige Versuche in der Art gab.

Ich hatte in den letzten zwei Jahren noch Jahr noch zwei weitere Erlebnisse ähnlicher Art. ;-) Aber immerhin, ich konnte mal mit einem richtig guten Drummer spielen und mit dem könnte man ggf. auch was machen
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kaman
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Re: Wer versucht sich an eigenen Stücken?

Beitrag von kaman »

Lieder covern bedeutet ja nicht unbedingt nachspielen. Eine guter Coversong ist manchmal besser als das Original. Man braucht allerdings auch das richtige Talent und evtl. passende Mitmusiker. Ich habe leider weder Talent zu komponieren wie zum covern. Egal, mir macht es trotzdem Spaß Gitarre zu spielen.
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RB
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Re: Wer versucht sich an eigenen Stücken?

Beitrag von RB »

Wir spielen zu etwa 90 Prozent cover und den Leuten in den Kneipen und Clubs scheint es zu gefallen. Da wir zu dritt und rein akustisch sind, ergibt sich die Notwendigkeit, für unser Instrumentarium jeweils das passende Arrangement zu finden und das hat einen ganz interessanten Effekt. Die Lieder aus verschiedensten Stilistiken bekommen einen konsistenten Ausdruck, wie er von unseren Instrumenten, Stimmen und Möglichkeiten geprägt ist.
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Rumble
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Re: Wer versucht sich an eigenen Stücken?

Beitrag von Rumble »

So wie ihr das macht @RB, ist das auch wirklich schön und auch live etwas, dass sicher viel Spaß macht.
Handgemacht und ehrlich.

Die ganze Folk und Bluegrass Szene ist eine ganz andere Welt, wie ich finde.
Weniger Gehabe und Eitelkeiten, dafür viel mehr Spaß an der Musik.
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berndwe
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Re: Wer versucht sich an eigenen Stücken?

Beitrag von berndwe »

Bei meiner Band ist es ähnlich. Wir spielen mit Ausnahme eines Liedes nur Covers, wobei unsere Covers keine 1:1 - Kopien sind, sondern Interpretationen. Wir spielen die Lieder so, wie sie für unsere Besetzung spielbar sind. Wenn die Lieder mit unseren Mitteln nicht klingen, lassen wir sie weg.

Die Darbietung ist ganz weit weg von der Perfektion. Aber wenn wir irgendwo spielen, kommt es gut an.
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Sperris
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Re: Wer versucht sich an eigenen Stücken?

Beitrag von Sperris »

Wir haben früher in unserer Krachkapelle nur eigenes Zeug gespielt. Da dauert es natürlich etwas, bis der Song auftrittsreif entwickelt ist. inzwischen covern wir nur noch. Aber ich finde nichts langweiliger, als eine "gute" Cover-Band, die möglichst genau so, wie das Original klingen will. Wir verfahren eher nach dem Motto "Mist, klingt fast wie das Original".

Mich begeistern Coverbands, die etwas Neues entstehen lassen und Cover, die ich so noch nie gehört habe. Und dann entstehen Coverversionen, die zum Teil besser sind als das Original. Ich könnte einige aufzählen.

Gruß Ralf
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