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Riss in der Decke

Verfasst: So Mär 24, 2013 1:12 pm
von Wolfo
Servus,

als ich gestern so am PC saß, die Gitarre neben mir, gibt sie plötzlich ein Geräusch von sich. Zuerst dachte ich dass eine Seite gerissen ist, beim genauen Hinschaun sehe ich einen Riss vom Steg bis zum Rand. Die erste Hoffnung, es könnte nur ein Lackriss sein, hat sich leider nicht bewahrheitet, man kann wunderbar mit der Taschenlampe ins Innere leuchten.

Hat jemand von euch sowas auch schon mal gehabt und kann mir sagen, ob da noch Hoffnung ist und was der Spass ungefähr kosten könnte.

Bei der Gitarre handelt es sich um eine Tacoma ER52C, sie hat mich bisher immer vor GAS Anfällen abgehalten.

Meine Angst ist, dass sie das nach einer ev Reperatur an anderer Stelle wieder macht. Offensichtlichen Grund für den Riss kann ich keinen finden, sie ist nicht umgefallen oder dergleichen.

lg Wolfgang

Verfasst: So Mär 24, 2013 1:25 pm
von Jürgen
Hallo Wolfgang,

dies kann durch zu geringe Luftfeuchte verursacht werden.

Eine gute Erklärung liefert Bob Taylor in diesem Video und den weiteren Videos in der Serie.

Der Gitarrenbauer deines Vertrauens sollte das in Ordnung bringen können.

Verfasst: So Mär 24, 2013 1:28 pm
von RB
Wie trocken ist es denn bei Dir ? Die relative Luftfeuchtigkeit sollte schon bei wenigstens 40 % liegen.

Verfasst: So Mär 24, 2013 1:29 pm
von Neunzehnsechsundsechzig
Soll ja bei den besten Hölzern mal vorkommen. Vielleicht hast du zur Zeit auch sehr trockene Luft in deinem Musikzimmer. Oder sogar schon länger, der Winter hält ja jetzt schon sehr lang an.
So wie ich das sehe ist die Tacoma mit über 1000,- € auch kein gerade billiges Instrument. Eine Reperatur dürfte sich da doch allemal lohnen, auch wenn das keine Sache von ein paar Euro fuffzig werden wird. Ganrantien, dass da an anderer Stelle nochmal passieren wird, kann dir wohl auch kein Gitarrenbauer geben, aber ich würde mal sagen, dass man vielleicht bei anschließender sachgerechter Behandlung (opt. Luftfeuchte) nicht unbedingt wieder damit zu rechnen hat. Bestimmt gibt es auch im Holz einfach nur Schwachstellen und die müssen ja jetzt nicht alle auf dieser einen Decke vereint sein.

Verfasst: So Mär 24, 2013 1:35 pm
von clone
Jürgen hat geschrieben:Hallo Wolfgang,

dies kann durch zu geringe Luftfeuchte verursacht werden.
Das halte ich sogar für recht wahrscheinlich... .

Verfasst: So Mär 24, 2013 2:30 pm
von Wolfo
Tatsächlich hat der Luftbefeuchter seinen Geist aufgegeben. Damit wird die relative Luftfeuchtigkeit nicht mehr als 25% betragen.
Schwammerl fürs Schallloch habe ich leider auch nur eins - das steckt in der Larrivee.
Wenn ich mir aber anschau was andere Gitarren aushalten müssen, naja ich dachte mir, ich komm auch so über den Winter.
Eine Chance wird sie auf jeden Fall bekommen, ich hatte noch nie eine so angenehm zu spielende Gitarre - in allen Lebenslagen dabei, vielleicht nicht "High End" aber überall sehr weit vorne.

Verfasst: So Mär 24, 2013 8:30 pm
von RB
25 % ist kritisch und damit dürfte die Ursache ausgemacht sein. Ich habe heute 35 und 33 gemessen, mit zwei verschiedenen Geräten und sogleich in Panik zum ersten mal den Venta Luftwäscher angeworfen.

Verfasst: So Mär 24, 2013 8:39 pm
von Pappenheim
Ich hab zum Glück noch 40 %, man muss da echt sehr aufpassen.

Verfasst: So Mär 24, 2013 10:58 pm
von Bernd C. Hoffmann
Es stimmt, mit 25 % hast Du wirklich die Rechnung bezahlt.

Es gibt einen ganz einfachen Trick, wie man im Koffer für genug Feuchtigkeit sorgen kann, wenn man keinen Befeuchter mehr hat. Dazu nimmt man einfach einen Apfelputzen und legt ihn mit einem Plastikkästchen, dass an allen Seiten (außer Boden) mit mehreren Löchern versehen ist. Dieses Kästchen legt man dort in den Koffer, wo Platz ist.

Alternativ kann man auch eine große Packung Tictac für 99 Cent kaufen, wo man an beiden Breitseiten fünf bis sieben 8 mm Löcher durchbohrt. Der weiße Platikaufsatz mit dem Schließdeckel ist vorher zu entfernen. Zusätzlich 1 in der Mitte ca. 1 cm vom offenen Randende entfernt bohrt man noch ein Loch durch beide Flächen. Hier kommt jeweils ein kleiner Haltedraht durch (z. B. ein Frischhalteverschluss für Brottaschen aus Papier oder Plastik). In diese Löcherschachtel kommen dann Apfelscheiben rein. Zwischen Scheiben und den Innenflächen der breiten Flächen sollte jeweils 1 mm Luft sein, damit die Feuchtigkeit nicht anfängt zu schimmeln. Anschließend wird die Schachtel mit den Haltedrähten ins Schallloch gehängt. Das reicht für genügend Feuchtigkeit für 1 Woche.

Es geht auch etwas einfacher mit einer gelochten kleinen Frischhaltetüte, in die ein ausgewrungenes Vileda Schwammtuch kommt, das zwischen die Saiten ins Schallloch gehängt wird. Das wird wahrscheinlich aber schon nach 3 Tagen trocken sein.

Verfasst: Mo Mär 25, 2013 12:55 pm
von classical
Im Koffer lege ich ein Seidentuch über die Decke, wirkt Wunder!

Beste Grüße
classical

Verfasst: Mo Mär 25, 2013 1:13 pm
von chrisb
wieso den koffer innen befeuchten?
der vermutete trocknungsriss ist doch im zimmer passiert.
und wenn ich die gitarre im koffer befeuchte und dann raus hole ist die feuchtigkeitsdifferenz koffer-zimmer ja noch größer und somit noch rissgefährlicher.
ich halte diese kofferbefeuchter wie schon mehrfach hier geäußert für unnötig. einfach auf die raumfeuchte achten.

Verfasst: Mo Mär 25, 2013 1:17 pm
von mbern
Ich glaube, nicht die Differenz zwischen der Luft- und Deckenfeuchtigkeit ist wichtig, sondern die absolute Feuchtigkeit des Holzes.
Wenn du die Gitarre dann im trockenen Raum spielst, dauert es ein paar Tage, bis sich die Decke an die Luftfeuchtigkeit angepasst hat.
Daher bringt es schon was, die Gitarre, die im Koffer aufbewahrt wird, im Koffer feucht zu halten. Glaube ich jedenfalls.

Verfasst: Mo Mär 25, 2013 1:24 pm
von clone
mbern hat geschrieben:Ich glaube, nicht die Differenz zwischen der Luft- und Deckenfeuchtigkeit ist wichtig, sondern die absolute Feuchtigkeit des Holzes.
Wenn du die Gitarre dann im trockenen Raum spielst, dauert es ein paar Tage, bis sich die Decke an die Luftfeuchtigkeit angepasst hat.
Daher bringt es schon was, die Gitarre, die im Koffer aufbewahrt wird, im Koffer feucht zu halten. Glaube ich jedenfalls.
Ja nun, der ´Witz´ bei einer Befeuchtung im Koffer ist doch der, die Gitarre nur konkret zum spielen aus eben diesem zu nehmen.

Und ich meine auch dass es um die Feuchtigkeit des Holzes geht... .

Verfasst: Mo Mär 25, 2013 2:05 pm
von jay-cy
Na, wer rammt jetzt als erster ein Holzfeuchtemessgerät in seine Adi-Decke? :roll:

Verfasst: Mo Mär 25, 2013 2:50 pm
von RB
Die Kofferbefeuchtung ist schon sinnvoll, wenn man keine Räume regeln kann. Das Holz trocknet ja nicht schlagartig aus, so daß man durchaus das Instrument benutzen und hinterher wieder in den Koffer verfrachten kann. Koffer-Aufbewahrung ist dann natürlich erforderlich.