Wer kennt sich aus, wer weiß Bescheid?

Alles, was mit akustischer Gitarrenmusik zu tun hat und sonst nirgends hineinpaßt

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Niels Cremer
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Re: Wer kennt sich aus, wer weiß Bescheid?

Beitrag von Niels Cremer »

Ha! Hab ich doch den richtigen Riecher gehabt, nur die Gesamtüberholung hat mich etwas aus der Bahn geworfen da sie wohl auch eine Verjüngungskur war. Ich finde den Cut jetzt von Vorne nicht mehr ganz so schlimm wie von hinten, scheint auf jeden Fall sehr sauber ausgeführt worden zu sein, der Umbau.

Ich werde gerne auf deine Erfahrungen mit dem eigenen Ganzkörperlifting durch deinen Fachmann zurückkommen, leider werde ich schon in 4 Jahren 60 und muss dann wohl zuerst unters Messer ... auch reicht wohl "nur vorne rum" bei mir nicht ... :x

LG & stell doch mal ein Klangbeispiel ein, solche Lobeshymnen wie "wahnsinnige Tiefe und ein irres Sustain, gleichzeitig diesen trockenen Klang vom alten Mahagoni" machen ja dann doch schon a weng neugierig!

LG & weiterhin viel Spaß mit ihr, verlauf dich nicht im Riesen-Cut!

Niels
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Niels Cremer
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Re: Wer kennt sich aus, wer weiß Bescheid?

Beitrag von Niels Cremer »

PS: @RB - würdest du bitte neben meinem Profilbild noch eine Plakette einblenden, in Gold, mit dem Text "Kenner und Bescheidwisser"?! 8)

Danke.

Niels
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string
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Re: Wer kennt sich aus, wer weiß Bescheid?

Beitrag von string »

ruft Schwindelanfälle, Bluthochdruck, Anämie und Osteoporose gleichzeitig hervor.
Reinhard, Du Armer.
Ich empfehle Dir bei Bluthochdruck dringend "Valsartan dura 160mg". :wink:

Gruß
Klaus
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"Das Wesentliche im Umgang miteinander ist nicht der Gleichklang,
sondern der Zusammenklang".
Ernst Ferstl
Jorma55
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Re: Wer kennt sich aus, wer weiß Bescheid?

Beitrag von Jorma55 »

Falls jemand Interesse hat: Bei Twang vintage gear emporium in Stockholm gibt es ein Exemplar von 1967 (ohne Cut)) für 626,- Euro.

Michael
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FrankF
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Re: Wer kennt sich aus, wer weiß Bescheid?

Beitrag von FrankF »

RB hat geschrieben:
Do Mär 04, 2021 12:07 am
Cutaways ab Werk sind doch schon wie ein Erbfehler, aber diese Geschichte stellt ja gewissermaßen eine Amputation dar.
Jawoll!!!
Wie gut, dass das O.P.´s Liebling ist - die Seelenstärke hätte ich nicht.
Übrigens: Wenn der da mal der Kopf bricht, dann wüsste ich jemand zum Reparieren ... 8)
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dominik
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Re: Wer kennt sich aus, wer weiß Bescheid?

Beitrag von dominik »

Soweit ich weiß, wurden die Harmony-Gitarren sehr "rough" und kostengünstig erstellt. Daher sind die meisten von ihnen mit Vorsicht zu genießen. Aber dieses alte, abgehangene Honduras-Mahagoni hat schon etwas ganz Besonderes. Vielleicht sollte man der ein oder anderen alten Gibson, Martin , Ramirez etc. auch einmal ein neues Leben mit frischer Decke spendieren :mrgreen: In den verganenen Jahren habe ich so einige Vintage-Gitarren ausprobieren können, die zu horrenden Preisen angeboten wurden, deren Klang ich mir wirklich schön reden müsste.
Sicherlich gibt es da Ausnahmen, aber so nach 60-70 Jahren lassen Gitarren vielleicht doch stärker im Klang nach.
Jorma55
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Re: Wer kennt sich aus, wer weiß Bescheid?

Beitrag von Jorma55 »

Wenn nicht zwingend erforderlich wird das wohl kaum jemand veranlassen, der Wertverlust wäre einfach zu gewaltig. Bei einer Martin Dreadnought aus den 30ern würdest von einem 6-stelligen in einen bestenfalls noch mittleren 5-stelligen Betrag abrutschen. Selbst eine teilweise Nach-bzw. Neulackierung der alten Decke wirkt sich hier bereits erheblich auf den Marktwert aus. Zu Recht oder zu Unrecht, hier gelten eigene Regeln.

Gratuliere aber zu Deiner Gitarre, das ist ein interessantes Teil, aber der Cut hat mich auf eine völlig falsche Spur gebracht. Höchsten Respekt insoweit vor Niels, die Plakette hätte er sich redlich verdient.

Michael
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dominik
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Re: Wer kennt sich aus, wer weiß Bescheid?

Beitrag von dominik »

Hallo Michael,
ich gebe zu, das war etwas provokant geschrieben. Aber es gibt doch z.B. Gibson-Gitarren aus den 60ern, die völlig ramponierte und zusammengeflickte Decken haben und zu noch erschwinglichen Preisen gehandelt werden. Wäre es nicht schön, wenn diese Instrumente auch klanglich wieder so fit gemacht würden, dass sie halt nicht nur nach "vintage" , sondern für die nächsten Jahrzehnte wieder in neuer Pracht erklingen könnten? Bei Streichinstrumenten ist dies doch schon seit Ewigkeiten der Fall. Da werkelten im Laufe der Jahrhunderte die verschiedensten Meister an ein und demselben Instrument, sodass sich manchmal nur noch mit größtem Aufwand sagen lässt , was tatsächlich vom Erbauer ist und was nachträglich verändert bzw. ausgetauscht wurde. Letztendlich geht es da nur noch um den Klang, der den Wert bestimmt ( von Stradivari, Guarneri etc. mal abgesehen).
Ich habe hier z.B. eine Konzertgitarre von Mario Filippini (kennt keiner). Gebaut in Rom 1958. Body aus Rio, Decke aus Fichte, 4 richtig lange, fiese Deckenrisse ( repariert), Klang: ganz ok. Ich überlege gerade hin und her, ob ich sie unter´s Messer legen soll.
Natürlich "zerstöre" ich damit ein Zeitdokument, andrerseits ist da eine Gitarre mit mindestens 70 Jahre alten Rio,
die ich nur mit mäßiger Begeisterung spiele. Durch den Wechsel der Decke könnte ein Gitarrenbauer vielleicht ein richtig tolles Instrument hervorzaubern, welches in den nächsten 60-70 Jahren wieder gern gespielt und gehört wird.
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RolfD
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Re: Wer kennt sich aus, wer weiß Bescheid?

Beitrag von RolfD »

Dominik..., mach das....
ich hatte das Vergnügen, dem legendären Tom Launhardt mal bei wenigen Gelegenheiten über die Schulter schauen zu dürfen und er hat so manche olle Gibson zu einem neuen frischen Leben verholfen, gerade, wenn der Body noch brauchbar ist......
Zuletzt geändert von RolfD am Do Mär 04, 2021 10:00 pm, insgesamt 1-mal geändert.
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Gitarrenmacher
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Re: Wer kennt sich aus, wer weiß Bescheid?

Beitrag von Gitarrenmacher »

RB hat geschrieben:
Do Mär 04, 2021 12:07 am
Cutaways ab Werk sind doch schon wie ein Erbfehler, aber diese Geschichte stellt ja gewissermaßen eine Amputation dar.
Oh - m e i n - G o t t !
excidiphobie
:mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
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-Benjamin Franklin- *1706 t 1790-
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Jorma55
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Re: Wer kennt sich aus, wer weiß Bescheid?

Beitrag von Jorma55 »

dominik hat geschrieben:
Do Mär 04, 2021 7:34 pm
Hallo Michael,
ich gebe zu, das war etwas provokant geschrieben. Aber es gibt doch z.B. Gibson-Gitarren aus den 60ern, die völlig ramponierte und zusammengeflickte Decken haben und zu noch erschwinglichen Preisen gehandelt werden. Wäre es nicht schön, wenn diese Instrumente auch klanglich wieder so fit gemacht würden, dass sie halt nicht nur nach "vintage" , sondern für die nächsten Jahrzehnte wieder in neuer Pracht erklingen könnten? Bei Streichinstrumenten ist dies doch schon seit Ewigkeiten der Fall. Da werkelten im Laufe der Jahrhunderte die verschiedensten Meister an ein und demselben Instrument, sodass sich manchmal nur noch mit größtem Aufwand sagen lässt , was tatsächlich vom Erbauer ist und was nachträglich verändert bzw. ausgetauscht wurde. Letztendlich geht es da nur noch um den Klang, der den Wert bestimmt ( von Stradivari, Guarneri etc. mal abgesehen).
Ich habe hier z.B. eine Konzertgitarre von Mario Filippini (kennt keiner). Gebaut in Rom 1958. Body aus Rio, Decke aus Fichte, 4 richtig lange, fiese Deckenrisse ( repariert), Klang: ganz ok. Ich überlege gerade hin und her, ob ich sie unter´s Messer legen soll.
Natürlich "zerstöre" ich damit ein Zeitdokument, andrerseits ist da eine Gitarre mit mindestens 70 Jahre alten Rio,
die ich nur mit mäßiger Begeisterung spiele. Durch den Wechsel der Decke könnte ein Gitarrenbauer vielleicht ein richtig tolles Instrument hervorzaubern, welches in den nächsten 60-70 Jahren wieder gern gespielt und gehört wird.
Hallo Dominik,

bei Gibsons oder Martins aus den 60ern bin ich ganz bei Dir. Gerade bei Martin findest Du hier einerseits noch Böden und Zargen aus erstklassigem alten Rio, andererseits viel zu massiv ausgearbeitete Sitkadecken. Da lässt sich klanglich sicherlich einiges machen, es sei denn Du bist ein überzeugter Strummer. Für knüppelharte Plektrumarbeit gibt es nämlich meiner Meinung nach kaum etwas besseres als diese mittlerweile 50 bis 60 Jahre alten "Panzerklampfen". Das ist übrigens auch ein Grund, weshalb die lange Zeit abschätzig betrachteten Martins aus den 70ern mittlerweile nicht mehr ganz so negativ gesehen werden, die haben durchaus auch ihre Vorteile. Sitka sagt man übrigens nach (mangels eigener Erfahrung keine Ahnung ob das stimmt), dass dieses Deckenholz in klanglicher Hinsicht irgendwann seinen Zenit erreicht und dann stetig abbaut. Für Adirondack soll das angeblich nicht gelten, aber wie gesagt aus eigener Erfahrung kann ich das nicht beurteilen.

Michael
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