Nitrolack Alterung

Tonabnehmer, Vorverstärker, Setup, Saitenverschleiß oder sonstwelche technischen Aspekte der Gitarristerei....

Moderator: RB

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YNWA
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Nitrolack Alterung

Beitrag von YNWA »

Kürzlich ist mir aufgefallen, dass der Nitrolack bei meiner 10 Jahre alten J-45 in den letzte Monaten besonders rasant "eingefallen" ist.
Wo früher noch eine glatte Oberfläche war, sieht man inzwischen richtig schön die Struktur der Fichte durchschimmern. Nun bin ich recht neugierig wie sich das ganze weiterentwickeln wird.

Gibts bei den aktuell verwendeten Nitrolacken überhaupt noch markante Rissbildungen wie bei z.B. 70 Jahre altenVintage Instrumenten, oder ist die Zusammensetzung der Lacke inzwischen so verändert, dass das gar nicht mehr passieren kann?
Sind hier eventuell Forenmitglieder, die Erfahrungsberichte von ihren Instrumenten teilen können? Am interessantesten für mich wäre natürlich eine 10-20 Jahre alte Gibson als Vergleich.
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Bluegrass_63
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Re: Nitrolack Alterung

Beitrag von Bluegrass_63 »

Bei so einer Signatur "aweng anders Graffl" scheint mir doch da ein Kollege aus Frangn unterwegs zu sein...

Mit fränkischen Grüßen aus der schwäbischen Diaspora

Heinz
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H-bone
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Re: Nitrolack Alterung

Beitrag von H-bone »

Servus,

das ist meiner Erfahrung nach nicht das Nachsinken/Alterung des Nitrolacks sondern der Jahreszeit und der Lufttrockenheit geschuldet. Wenn die Fischte trockener wird schrumpfen die Sommer-"Halbjahres"-Ringe (die helleren) stärker als die aus den Wintern (die dunkleren). Dadurch tritt dann plötzlich die Holzstruktur durch den Lack. Im Sommer bei 70% Luftfeuchte kann der Effekt dann sogar umgekehrt sein. Oder die Decke wieder glatt.

Das ist über die Jahre natürlich auch für den Lack Stress, d.h. über lange Zeit können sich dann an diesen Grenzlinien feine Haarrisse bilden.

Gruss, Martin
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YNWA
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Re: Nitrolack Alterung

Beitrag von YNWA »

H-bone hat geschrieben:Servus,

das ist meiner Erfahrung nach nicht das Nachsinken/Alterung des Nitrolacks sondern der Jahreszeit und der Lufttrockenheit geschuldet. Wenn die Fischte trockener wird schrumpfen die Sommer-"Halbjahres"-Ringe (die helleren) stärker als die aus den Wintern (die dunkleren). Dadurch tritt dann plötzlich die Holzstruktur durch den Lack. Im Sommer bei 70% Luftfeuchte kann der Effekt dann sogar umgekehrt sein. Oder die Decke wieder glatt.

Das ist über die Jahre natürlich auch für den Lack Stress, d.h. über lange Zeit können sich dann an diesen Grenzlinien feine Haarrisse bilden.

Gruss, Martin

Normal würde ich das auch eher auf Folgen der Luftfeuchtigkeit nach dem trockenen Winter schieben. Aber nachdem ich das nun Jahr für Jahr beobachtet habe, bin ich schon der Meinung, dass sich da nachhaltig etwas am Gesamtbild meiner Gitarre verändert hat :mrgreen:
Ich werde das mal weiter beobachten und gespannt drauf warten ob die charakteristischen Lackrisse kommen, was ich natürlich sehr begrüßen würde weils mMn. einfach cool aussieht.

Meine Martin zeigt das ganze irgendwie nicht so richtig... Könnte aber auch wieder daran liegen, dass die Engelmann-Decke feinjähriger ist und der Effekt dann nicht so rauskommt.
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RB
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Re: Nitrolack Alterung

Beitrag von RB »

Wenn es Frost gibt, die Gitarre im Auto oder sonst geeigneter Stelle kalt werden lassen und anschließend schnell im Warmen aufheizen lassen, das habe ich einmal als Ursache für die Risse gelesen.
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elmark
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Re: Nitrolack Alterung

Beitrag von elmark »

Hallo,
bei meiner 11 Jahre alten Santa Cruz F-model (Sitka-Fichte) haben sich schon markante Risse gebildet, die man nur sieht, wenn man schräg seitlich auf die Decke schaut.
Die Gitarre war immer bei optimaler Luftfeuchtigkeit und Temperatur aufbewahrt. Also: Ursache unbekannt.
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clone
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Re: Nitrolack Alterung

Beitrag von clone »

elmark hat geschrieben:
Die Gitarre war immer bei optimaler Luftfeuchtigkeit und Temperatur aufbewahrt. Also: Ursache unbekannt.
Das ist ja echt interessant. Widerspricht so ziemlich allem, was ich sonst immer zum Thema lese. Gab es wirklich keine Unterbrechungen bei den Umweltbedingungen?
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Rumble
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Re: Nitrolack Alterung

Beitrag von Rumble »

Meine J-45 TV ist jetzt 10 Jahre alt und zeigt noch keine Risse.
Wäre mir aber auch wurscht.

Und die habe ich schon viel mit rumgeschleppt.
Die war drinnen wie draußen.


Nachtrag:
Tante Edit sagt: Um genau zu sein, wird sie erst am 18. Juli 10 Jahre alt. ;-)
Eine Gitarre zu haben ist besser als eine Gitarre zu brauchen.
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YNWA
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Re: Nitrolack Alterung

Beitrag von YNWA »

Rumble hat geschrieben:Meine J-45 TV ist jetzt 10 Jahre alt und zeigt noch keine Risse.
Wäre mir aber auch wurscht.

Und die habe ich schon viel mit rumgeschleppt.
Die war drinnen wie draußen.


Nachtrag:
Tante Edit sagt: Um genau zu sein, wird sie erst am 18. Juli 10 Jahre alt. ;-)
Gäbe es da Details / Bilder vom Alterungsprozess bisher? :wink:
Da ich auch ne TV habe die quasi gleich-alt ist, wäre das natürlich der perfekte Vergleich :wink:
Super Gitarre auf jeden Fall!
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bookwood
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Re: Nitrolack Alterung

Beitrag von bookwood »

Meine J-45 V wird am 16. August erst 5 Jahre alt, hatte diesen (allerdings nur leicht sicht- und fühlbaren) Effekt auf der Adi-Decke von Anfang an.
Gruß
von
Ralf
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Rumble
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Re: Nitrolack Alterung

Beitrag von Rumble »

Vorher/nacher Bilder habe ich leider nicht.
Zumindest keine, auf denen ein Unterschied auch wirklich zu sehen wäre.

Ein aktueller Blick auf meine J-45 sagt mir aber dass sie ziemlich siffig ist.
Da will man eigentlich gar nicht so nah ran. :aua:
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Gitarrenspieler
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Re: Nitrolack Alterung

Beitrag von Gitarrenspieler »

Meine J-45 hab ich vor 17 Jahren neu gekauft, der Lack hat sich, so wie ich das sehe, nicht verändert. Sehr dünn drauf war der schon gleich. Die SJ-200 ist acht Jahre alt, auch wie neu der Lack.
Gruß Wolfgang Hemd aus der Hose macht noch keinen Varoufakis
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bassturmator
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Re: Nitrolack Alterung

Beitrag von bassturmator »

Im Gibson-Nitro-Lack sind seit vielen Jahren sehr viele Weichmacher. Der wird auch nach Jahrzehnten nich so schön rissig altern wie der Lack der sechziger Jahre.
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