Martin Okenica

Alles über die Nylon- und Darmbesaiteten

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fretworker
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Re: Martin Okenica

Beitragvon fretworker » Mo Apr 01, 2019 3:39 pm

tele hat geschrieben:Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Ambra 2000, die es in 2 verschiedenen Stärken gibt und Ambra 800/900.
Die 2000er werden auf der Aquila Website für moderne Gitarre angeboten und 800/900 für historische Gitarren.
Nur ein Marketing-Trick oder gibt es da substantielle Unterschiede? (Bei den 800/900 ist leider keine Spannung angegeben.)

Historische Gitarren haben meist eine kürzere Mensur und benötigen weniger Spannung. Ich habe die 800 auf der Biedermeier, das klingt gut. Die 800 sind dünner als die 900, wie hier nachzulesen ist, ansonsten gleich:
https://aquilacorde.com/en/shop/modern- ... ambra-800/
https://aquilacorde.com/en/shop/modern- ... ambra-900/
Gruß, fretworker
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tele
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Re: Martin Okenica

Beitragvon tele » Mo Apr 15, 2019 11:07 pm

Kleiner Tipp für alle Sparfüchse: im Kreativ Music Store kosten die Aquila Ambra Saiten mittlerweile 9 Euro 90 Cent.
Im Soundhouse Dresden kann man sie für runde 9 Euro ergattern. Da habe ich mir einen Satz Ambra 800 bestellt.
Auf einer 62er Mensur fehlt da für mein Empfinden aber etwas die Spannung, man muss wirklich achtsam sein,
dass man beim Spielen nicht zu heftig zulangt, was die Gitarre dann mit unangenehmen Geräuschen quittiert.
Die Ambra 900 und die Albastro, die ursprünglich aufgezogen waren, streiten sich wohl um den begehrten Saitenoscar.
Der Klang der Ambra 800 ist OK, mir sind sie aber einfach zu wabbelig.
Als kleines Demostück habe ich Sors Larghetto op.35 no.3 ausgewählt. Wenn man das bei Youtube aufruft, kann man
einige romantische Gitarren anschauen: Patrick Kleemola, MeesterDavidGitaar, Norbert Neunzling, Max Riccio, Marek Cupak,
Steve Battazzo, matofthenorth und Yours Truely spielen alle
historische Gitarren, die kleiner sind als moderne Konzertgitarren, aber nicht weniger klangvoll...
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docsteve
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Re: Martin Okenica

Beitragvon docsteve » Mi Apr 17, 2019 5:20 pm

Nicht so ganz on topic, aber der geschätze Rob MacKillop hat soeben ein ganzes Album spansicher Gitarrenmusik des 19. Jahrhunderts auf einer zeitgenössischen Gitarre aufgenommen, die ihn irgendwie zugelaufen ist. Gibt es bei Spotify, Apple Music und anderen Online-Diensten. Sehr schön!

Viele Grüße Stephan
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Re: Martin Okenica

Beitragvon Es335 » Mi Apr 17, 2019 6:21 pm

docsteve hat geschrieben:Nicht so ganz on topic, aber der geschätze Rob MacKillop hat soeben ein ganzes Album spansicher Gitarrenmusik des 19. Jahrhunderts auf einer zeitgenössischen Gitarre ...

... mit Darmsaiten, Kuppenspiel und niedriger Stimmung um die 400 Hz aufgenommen!
Ansonsten kann ich die Empfehlung nur voll unterstützen!!!
Wer dem Künstler etwas gutes tun möchte, wählt die Download Variante bei CD Baby o.ä., da für Rob bei den streaming Varianten beschämend wenig übrig bleibt. :wink:
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tele
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Re: Martin Okenica

Beitragvon tele » So Jul 14, 2019 8:27 pm

Ich dachte mir, ich melde mich mal wieder wegen meines Lacôte Nachbaus . Der ist nach etwa 7 Monaten immer noch gut in Schuss und hat nur minimale Kratzer. Es war also wohl vernünftig, mich für eine matte Öl-Lackierung zu entscheiden. Inwieweit eine Schellack-Politur klanglich noch etwas "High- End-Sparkle" hinzufügen würde, kann ich ohne direkten Vergleich schwer beurteilen, aber mir gefällt der Klang so wie die Gitarre jetzt ist. Der Hals ist immer noch kerzengerade, ein nicht justierbarer Carbon-Fiber-Stab scheint also zu genügen.
Ich habe schon einige Saiten ausprobiert:
-Aquila Albastro, die auf der Gitarre waren: solide Bespielbarkeit und angenehmer Klang
-Aquila Ambra 900: meine bisherigen Favoriten: weicher Klang mit dem gewissen Etwas in den Höhen
-Aquila Ambra 800: Klanglich ähnlich den Aquila 900, aber für eine 62 cm Mensur zu wenig Spannung
-Royal Classics RM 60: nicht schlecht im Klang, aber auch zu wenig Spannung
-La Bella ERG#'1: gutes Spielgefühl, aber ein wenig dumpfer Klang: https://www.youtube.com/watch?v=B4hBAp0 ... e=youtu.be
Ich werde sie noch eine Weile drauf lassen, bis ein Saitenwechsel zu rechtfertigen ist, und werde mir dann bei Trekel eine Familienpackung Ambra 900 bestellen, dort kostet der Satz nämlich nur 8,90, die liefern superprompt und haben noch weitere interessante Sachen.

Die Ambra 800, die für eine 62 cm Mensur etwas zu wenig Zug haben, verwende ich jetzt für meine Terzgitarre, die ja eine verhältnismäßig längere Mensur hat.
Hier stimmt das Spielgefühl, und der Klang schimmert angenehm in den Höhen. https://www.youtube.com/watch?v=2kLNGx9P2Oc
Ich werde sie auch mal auf meiner Cordoba Mini probieren. Die habe ich im letzten Jahr doch arg vernachlässigt...
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Re: Martin Okenica

Beitragvon fretworker » So Jul 14, 2019 11:42 pm

Inwieweit ist der Zug zu schwach? Rappelt es ständig, ist die Gitarre zu leise? Ich habe die 800er auf einer 61er, und das finde ich gut. Daher interessiert mich das.
Gruß, fretworker
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Re: Martin Okenica

Beitragvon Es335 » Mo Jul 15, 2019 10:15 am

tele hat geschrieben:.... und werde mir dann bei Trekel eine Familienpackung Ambra 900 bestellen, dort kostet der Satz nämlich nur 8,90, die liefern superprompt und haben noch weitere interessante Sachen...

Danke für den Hinweis! :D
Vielleicht lässt sich Trekel ja auch überreden, die neuen Sugar Saiten in ihr Programm aufzunehmen!? :wink:
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tele
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Re: Martin Okenica

Beitragvon tele » Mo Jul 15, 2019 7:21 pm

Inwieweit ist der Zug zu schwach? Rappelt es ständig, ist die Gitarre zu leise? Ich habe die 800er auf einer 61er, und das finde ich gut. Daher interessiert mich das.

Hmm...vielleicht bin ich durch das Spielen auf High-Tension-Strings einfach desensibilisiert. Ich hatte halt das Gefühl, dass kaum dynamisches Spielen möglich war und es beim Fortespiel gescheppert hat. Aber möglicherweise muss man den Umgang mit kürzeren Mensuren auch lernen...Was für eine Gitarre hast du denn?

Vielleicht lässt sich Trekel ja auch überreden, die neuen Sugar Saiten in ihr Programm aufzunehmen!?

Die Sugar Saiten scheint es zur Zeit nur im Musikhaus Zölch zu geben.
Interessant, was über sie zu lesen ist.
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Re: Martin Okenica

Beitragvon fretworker » Di Jul 16, 2019 9:07 am

tele hat geschrieben:
Inwieweit ist der Zug zu schwach? Rappelt es ständig, ist die Gitarre zu leise? Ich habe die 800er auf einer 61er, und das finde ich gut. Daher interessiert mich das.

Hmm...vielleicht bin ich durch das Spielen auf High-Tension-Strings einfach desensibilisiert. Ich hatte halt das Gefühl, dass kaum dynamisches Spielen möglich war und es beim Fortespiel gescheppert hat. Aber möglicherweise muss man den Umgang mit kürzeren Mensuren auch lernen...Was für eine Gitarre hast du denn?

Vielleicht lässt sich Trekel ja auch überreden, die neuen Sugar Saiten in ihr Programm aufzunehmen!?

Die Sugar Saiten scheint es zur Zeit nur im Musikhaus Zölch zu geben.
Interessant, was über sie zu lesen ist.

Ich habe eine namelose alte Biedermeiergitarre, Mitte 19. Jahrhundert. Die braucht schon eine andere Spieltechnik als eine moderne Konzertgitarre, die großen Lautstärken wird man nicht erreichen. Zu hohe Saitenspannung lässt die alten Instrumente aber steif und topfig klingen. Das hängt, wie immer, aber auch von der Saitenlage und der Decke ab, da muss man experimentieren was zur Gitarre passt. In der Regel geht immer weniger Spannung als man glaubt. Und HT-Saiten habe ich seit Ewigkeiten nciht mehr gespielt, das ist mir zu viel Arbeit bei meist schlechterem Klang. Auf das bisschen Lautstärke verzichte ich gerne.

Die Sugar-Saiten sind echt interessant. Leider gibt es keine weiche Spannung, genau wie bei Optima No. 6.
Gruß, fretworker
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Re: Martin Okenica

Beitragvon Es335 » Di Jul 16, 2019 9:46 am

tele hat geschrieben:... Die Sugar Saiten scheint es zur Zeit nur im Musikhaus Zölch zu geben.
Interessant, was über sie zu lesen ist.

... und hier kann man sie im Vergleich zu den anderen Aquila Saiten hören. Abgesehen davon haben ich sie bereits in der Erprobung! :wink:

@fretworker
Die bei Aquila leider häufig höhere Spannung relativiert sich bei den Sugar Saiten dadurch, dass sie sehr elastisch und flexibel sind. Man merkt die hohe Spannung kaum und Vibrato ist wunderbar angenehm zu spielen. Aktuell spiele ich NT und habe probeweise sogar eine HT e Saite drauf, was problemlos funktioniert. Bei einem Äquivalenten Carbon Satz würden mir wahrscheinlich die Finger abfallen. :wink:

PS: Die Beschreibung bei Zoelch ist in Bezug auf die Klangeigenschaften nicht korrekt. Die Sugars sind weniger direkt/schnell in der Ansprach als Carbon, haben weniger sustain und sind grundtöniger. Für meinen Geschmack alles sehr positive Unterschiede. Die Charakterisierung in dem klangvergleich gibt das sehr gut wieder.

PPS: Zuckerrohrpolymer wurde hier übrigens nicht zum ersten Mal eingesetzt. Die Nylgut Saiten enthalten dies bereits zu 60%. Neu ist nur, dass die Sugar zu 100% daraus bestehen. :wink:
Zuletzt geändert von Es335 am Di Jul 16, 2019 10:09 am, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Martin Okenica

Beitragvon fretworker » Di Jul 16, 2019 9:59 am

Es335 hat geschrieben:
tele hat geschrieben:... Die Sugar Saiten scheint es zur Zeit nur im Musikhaus Zölch zu geben.
Interessant, was über sie .

... und hier kann man sie im Vergleich zu den anderen Aquila Saiten hören. Abgesehen davon haben ich sie bereits in der Erprobung! :wink:

@fretworker
Die bei Aquila leider häufig höhere Spannung relativiert sich bei den Sugar Saiten dadurch, dass sie sehr elastisch und flexibel sind. Man merkt die hohe Spannung kaum und Vibrato ist wunderbar angenehm zu spielen. Aktuell spiele ich NT und habe probeweise sogar eine HT e Saite drauf, was problemlos funktioniert. Bei einem Äquivalenten Carbon Satz würden mir wahrscheinlich die Finger abfallen. :wink:

Wie ist denn die Saitenstärke, also die Dicke der Saite? Eher wie Nylon oder eher wie Carbon?
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Re: Martin Okenica

Beitragvon Es335 » Di Jul 16, 2019 10:12 am

Eher wie Carbon, aber deutlich angenehmer zu spielen.

Abmessungen und Spannungen sind bei Aquila angegeben.

Bei all dem darf man aber nicht vergessen, dass diese Saiten für „moderne“ Gitarren mit 650mm Mensur entwickelt wurden, was natürlich nicht heißt, dass man sie nicht auch anderweitig verwenden darf. :D

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