Breite, dicke Stegeinlage

Alles über akustische Gitarren für Stahlsaiten

Moderator: RB

schinkenkarl
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Breite, dicke Stegeinlage

Beitrag von schinkenkarl »

Mal 'ne Frage an die Gitarrenbauer und Physiker.
In letzter Zeit sehe ich viele breite Stegeinlagen bei "neuen" Gitarren.
Was sind die Vor- und Nachteile?
Ein Vorteil ist sicherlich die Kompensation aufgrund der größeren Fläche.
Grüße
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RB
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Re: Breite, dicke Stegeinlage

Beitrag von RB »

Bin weder das eine noch das andere, mutmaße aber ebenfalls, dass es darum geht, in alle Richtungen breiter kompensieren zu können.
schinkenkarl
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Re: Breite, dicke Stegeinlage

Beitrag von schinkenkarl »

...ich ja ebenso.
Aber es muss ja auch Nachteile haben, sonst wäre es ja schon Standard.
Wie ist es mit der Übertragung, die sollte ja aufgrund der größeren Fläche an Kraft verlieren, ergo der Ton ist nicht so definiert.
Es335
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Re: Breite, dicke Stegeinlage

Beitrag von Es335 »

Einen möglichen Nachteil würde ich darin sehen, dass die Stabilität des Steges durch die breitere Nut leidet. Das ließe sich zwar durch mehr Stegmaterial kompensieren, wäre dann aber nicht ganz ohne Einfluß auf die Klangübertragung.

Mehr Kompensation könnte man z.B. auch durch segmentierte, versetzte Stege erreichen. Dafür bräuchte es keine dicken Stegeneinlagen. :wink:
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RB
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Re: Breite, dicke Stegeinlage

Beitrag von RB »

Der Weg der Takamines und Lowdens.
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Niels Cremer
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Re: Breite, dicke Stegeinlage

Beitrag von Niels Cremer »

schinkenkarl hat geschrieben:
Do Aug 13, 2020 10:29 am
Wie ist es mit der Übertragung, die sollte ja aufgrund der größeren Fläche an Kraft verlieren, ergo der Ton ist nicht so definiert.
Die größere "Fußfläche" kann ja eigentlich nur gut sein, und auf der Oberseite wäre die Kontaktfläche ja unverändert wenn man das Mehr and Material zur Kompensation nutzt, sprich anschrägt sodass die Saite nur auf der "Schneide" sitzt (aua!).

LG,
Niels
Es335
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Re: Breite, dicke Stegeinlage

Beitrag von Es335 »

Niels Cremer hat geschrieben:
Do Aug 13, 2020 1:37 pm
schinkenkarl hat geschrieben:
Do Aug 13, 2020 10:29 am
Wie ist es mit der Übertragung, die sollte ja aufgrund der größeren Fläche an Kraft verlieren, ergo der Ton ist nicht so definiert.
Die größere "Fußfläche" kann ja eigentlich nur gut sein, und auf der Oberseite wäre die Kontaktfläche ja unverändert wenn man das Mehr and Material zur Kompensation nutzt, sprich anschrägt sodass die Saite nur auf der "Schneide" sitzt (aua!).

LG,
Niels
Da neige ich eher zu schinkenkarls Einschätzung. Die Auflagekraft ist gleich, die Fläche größer also der Anpressdruck geringer. Zudem müßte das Risiko, dass die Einlage nicht vollflächig aufliegt, wie es idealerweise sein sollte, zumindest theoretisch bei einer größeren Kontaktfläche größer sein als bei einer kleineren. Ist aber alles nur theoretische Spekulation. Wenn Takamine und Lowden das jetzt quasi etabliert haben, wird das schon irgendwie seine Berechtigung haben. :wink:

LG
Jorma55
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Re: Breite, dicke Stegeinlage

Beitrag von Jorma55 »

Es geht noch extremer. Ich bin kürzlich auf die Gitarren eines mir bis dato nicht bekannten Gitarrenbauers gestoßen (leider fällt mir im Moment der Name nicht mehr ein), der verwendet sogar sechs zueinander versetzte Stegeinlagen, also jede Saite erhält eine eigene Stegeinlage. Sieht etwas gewöhnungsbedürftig aus, aber der Mann wird seine Gründe haben.

Michael
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Niels Cremer
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Re: Breite, dicke Stegeinlage

Beitrag von Niels Cremer »

Ich glaube das ist was ES335 oben mit segmentierten Stegen meinte, oder? Das gibt' ja schon häufiger ...

LG,
Niels
L1
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Re: Breite, dicke Stegeinlage

Beitrag von L1 »

Bei Steelstrings kenne ich das mit 2 oder 3-teiligen Stegeinlagen (aber eher selten), 6-teilige kannte ich bisher nur bei Jazzgitarren.
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RolfD
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Re: Breite, dicke Stegeinlage

Beitrag von RolfD »

.... die sind von ihrer grundsätzlichen Konstruktionsweise nicht ganz unumstritten, aber sie haben dieses Merkmal bei ihren Stegen:
https://www.grandguitars.de/index.php?e ... af8209e783
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Niels Cremer
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Re: Breite, dicke Stegeinlage

Beitrag von Niels Cremer »

Hab auch mal eine gesehen bei der jeder individuelle Einzelsteg ein runder Messing-Punkt war, auch schick!

LG,
Niels
rwe
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Re: Breite, dicke Stegeinlage

Beitrag von rwe »

In der Höhe, aber nicht in der Länge individuell verstellbar, gab's das bei Levin schon vor 45 Jahren:
https://www.vintage-guitars.se/Levin/Le ... e_info.php

Auch in der Länge individuell verstellbar gibt es Vergleichbares bei Nylonstrings auch schon lange, z.B. https://gropius.de/wissenswertes/intonation/; v.a. FABS wurde bekannt und wird von einer Reihe von Herstellern eingesetzt.
Jorma55
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Re: Breite, dicke Stegeinlage

Beitrag von Jorma55 »

RolfD hat geschrieben:
Do Aug 13, 2020 8:17 pm
.... die sind von ihrer grundsätzlichen Konstruktionsweise nicht ganz unumstritten, aber sie haben dieses Merkmal bei ihren Stegen:
https://www.grandguitars.de/index.php?e ... af8209e783
Genau die war es, danke.

Michael
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Gitarrenmacher
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Re: Breite, dicke Stegeinlage

Beitrag von Gitarrenmacher »

Wer das möchte, kann das ja gerne machen, und wer das als Gimmik bezahlen möchte, kann das gerne bezahlen.
Interessant wird es bei der Auswahl eines Pickups.

Ich komme mit einer 3mm breiten Einlage, und korrekter Vorpositionierung der Brücke sehr gut zurecht.
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Bier ist der Beweis, dass Gott uns liebt und will, dass wir glücklich sind.
-Benjamin Franklin- *1706 t 1790-
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