Willi Dehmer, Nürnberg 1926

Alles über die Nylon- und Darmbesaiteten

Moderator: RB

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uwesemmelmann
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Willi Dehmer, Nürnberg 1926

Beitrag von uwesemmelmann »

Gerade etwas aufgearbeitet...

Darauf habe ich vor über 40 Jahren meine ersten Gehversuche gemacht.

Sieht witzig aus, die Stimmwirbel (!) machen einen aber fast wahnsinnig... Entweder klemmen sie oder geben nach. :banger:
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wernoohm
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Re: Willi Dehmer, Nürnberg 1926

Beitrag von wernoohm »

Sch ... ade, dass es Feinstimmer nur für die Geigenfraktion gibt.
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OldBlues
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Re: Willi Dehmer, Nürnberg 1926

Beitrag von OldBlues »

uwesemmelmann hat geschrieben:[...] Entweder klemmen sie oder geben nach. [...]
Da gäbe es u.U. Hilfe in Form von Getriebewirbeln. 8)
Zuletzt geändert von OldBlues am Do Mär 05, 2020 8:43 pm, insgesamt 1-mal geändert.
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docsteve
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Re: Willi Dehmer, Nürnberg 1926

Beitrag von docsteve »

Die Wirbel waren schuld, dass ich seinerzeit das Lautenspiel aufgegeben habe.

Entweder die Wirbel oder die Bohrungen oder beide waren unrund. Eine Reparatur wäre bei einem Instrument von 193X zu teuer gewesen.

Und ich hatte 15 Saiten - wenn ich oben fertig war, durfte ich oben wieder anfangen. Merke: Der LAutenist stimmt immer, die Laute stimmt nie!

Aber das Instrument sieht echt schön aus. Sowas gibt es nicht oft.

Viele Grüße Stephan
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uwesemmelmann
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Re: Willi Dehmer, Nürnberg 1926

Beitrag von uwesemmelmann »

docsteve hat geschrieben:... Aber das Instrument sieht echt schön aus. Sowas gibt es nicht oft...
Deswegen hat mir meine Holde auch gestattet, die Gitarre im Wohnzimmer unterzubringen. Und ich nerve nicht mit dauerndem Herumgespiele, weil das Stimmen zu aufwändig wäre...
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Niels Cremer
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Re: Willi Dehmer, Nürnberg 1926

Beitrag von Niels Cremer »

Holla, das ist ja mal eine außergewöhnliche Erscheinung! Magst du mal was zur Provenienz sagen?

LG,
Niels
Bernd C. Hoffmann
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Re: Willi Dehmer, Nürnberg 1926

Beitrag von Bernd C. Hoffmann »

Das Problem mit Holzwirbel, die nach einer gewissen Zeit nachgeben, kennt man auch bei Flamencogitarren. Dagegen gibt es es ein ganz einfaches Rezept: Man nimmt weiße Kreide und bringt sie in die Löcher oder auf den Wirbelschaft. Dann sind sie wieder stabil.
Liebe Grüße
Bernd
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uwesemmelmann
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Re: Willi Dehmer, Nürnberg 1926

Beitrag von uwesemmelmann »

Bernd C. Hoffmann hat geschrieben:Das Problem mit Holzwirbel, die nach einer gewissen Zeit nachgeben, kennt man auch bei Flamencogitarren. Dagegen gibt es es ein ganz einfaches Rezept: Man nimmt weiße Kreide und bringt sie in die Löcher oder auf den Wirbelschaft. Dann sind sie wieder stabil.
Das probiere ich morgen gleich aus. Vielen Dank für den Tipp.

Gruß
Uwe
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Niels Cremer
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Re: Willi Dehmer, Nürnberg 1926

Beitrag von Niels Cremer »

So hat mein Pa das bei der Geige auch gemacht, dann kam immer der Spruch von wegen zum Glück ist er Lehrer und hat immer Kreide zur Verfügung ... :roll:

LG,
Niels
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string
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Re: Willi Dehmer, Nürnberg 1926

Beitrag von string »

Ein schöner Hingucker, Uwe.

Gruß
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uwesemmelmann
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Re: Willi Dehmer, Nürnberg 1926

Beitrag von uwesemmelmann »

Niels Cremer hat geschrieben:Magst du mal was zur Provenienz sagen?
Ich vermute, das Instrument ist so in den Ausläuferwellen der Wandervogelbewegung entstanden.
Decke: Fichte, Boden und Zarge könnte Ahorn sein, ob massiv, weiß ich nicht, Schellackfinish. Hals angeschraubt, Mensur 62cm, Sattelbreite 4.8cm, Nullbund. Ich hatte selbst schon mal über einen größeren Saiten-Abstand am Steg nachgedacht (s. a. Bensusan Signature von LOWDEN). Aber diese hier schlägt mit über 7cm alle Rekorde. Da kommt man sich vor wie in der Gymnastikstunde. Der Wirbelkasten mit Kopf ist m. E. zu eng ausgelegt. Neubesajtung artet da zur Bastelarbeit aus. Ach ja, Pinsteg, ich habe mal D'addario Folk-Nylons drauf, die haben Ballends.

Der Klang ist recht bescheiden, was ich aber bei alten Parlours, die ich ausprobieren konnte auch feststellen musste. Wenn man bedenkt, was der heutige Gitarrenbauer bei 0s und 00s an Klang und vor allem Lautstärke herausholt. Naja, zum Zimmerschmuck taugt sie...

Gruß
Uwe
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Bernd C. Hoffmann
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Re: Willi Dehmer, Nürnberg 1926

Beitrag von Bernd C. Hoffmann »

Wenn Du mehr über die Gitarre erfahren möchtest, dann würde ich sie mal bei Siccas in Karlsruhe zeigen.
Liebe Grüße
Bernd
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RB
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Re: Willi Dehmer, Nürnberg 1926

Beitrag von RB »

Wird allmählich von Schleich- zu Offenwerbung. Eine sehr schönes und außergewöhnliches Instrument ist das jedenfalls.
fretworker
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Re: Willi Dehmer, Nürnberg 1926

Beitrag von fretworker »

Tolle Optik. Besorg dir Wirbelseife (Kernseife tut's zur Not auch) und die erwähnte Kreide. Die Mischung macht's. Die Seife sorgt für die nötige Gleitfähigkeit, die Kreide bremst. Das erfordert leider Übung.

Zur Besaitung: Platz ist da genug, die Saiten müssen aber auf dem Wirbel jeweils nach innen laufen. Gefummel ist das immer. :wink:

Der Saitenabstand ist leider vom Gitarrenbauer versaut, die E-Saiten sollten parallel zur Griffbrettkante verlaufen, tun sie aber nicht. Schade, nicht zu ändern, aber für die Wand ist das was tolles. Das ist kein Einzelschicksal, falls dich das tröstet. Aber da sie wohl ohnehin nicht so toll klingt (auch kein Einzelschicksal :mrgreen: ), finde ich das okay.
Gruß, fretworker
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Niels Cremer
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Re: Willi Dehmer, Nürnberg 1926

Beitrag von Niels Cremer »

Danke für die Zusatzinfo, Uwe, interessant! Ich finde erstaunlich dass sie schon diesen zweiteiligen, kompensierten Steg hat, sieht für mich recht “modern” aus, aber scheint’s dann wohl schon gegeben zu haben.

Mit etwas Aufwand könnte man das string-spacing an der Brücke schon noch anpassen, aber ob die Mühe lohnt ... ?

LG,
Niels
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