Moll ≠ traurig / veränderte emotionale Wahrnehmung der Moll-Tonalität

Musiktheorie und Komposition

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Holger Hendel
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Moll ≠ traurig / veränderte emotionale Wahrnehmung der Moll-Tonalität

Beitrag von Holger Hendel »

Ich habe von 1 dude auf social media ("Musikpsychologe", Musikwissenschaftler o.ä.) die These gehört, dass "jüngere Menschen die Moll-Tonalität nicht mehr vordergründig als traurig empfänden". Als Gründe führte er an, dass populäre Musik (allg. Popmusik, aber er erwähnte auch explizit HipHop und EDM) viel häufiger in Moll komponiert sei als früher. Demnach würde sich die emotionale Bedeutung von Moll verändern: "Normal", "cool", "energetisch" und noch einige Begriffe, die ich mir nicht gemerkt habe. Das fand ich sehr spannend und halte das auch für wahrscheinlich: die emotionale Bandbreite von Moll könnte größer geworden sein und die automatische Gleichsetzung "Moll = traurig" (steht so in den Schulbüchern...) könnte schwächer ausfallen als früher. Ich finde den bro auf social media nicht wieder. Falls jemand von euch etwas spannendes zu dieser Beobachtung im Internet findet freue ich mich übers Teilen.

Selbstverständlich wirken auch andere musikalische Parameter (Rhythmik, Tempo, Text...) auf die emotionale Wahrnehmung eines Musikstücks; dem Herrn auf social media ging es aber nur um die Tonalität.
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L1
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Re: Moll ≠ traurig / veränderte emotionale Wahrnehmung der Moll-Tonalität

Beitrag von L1 »

Ich habe Dur und Moll eigentlich schon immer lieber mit Begriffen wie "härter" oder "weicher" klingend beschrieben. Welche Emotionen man jeweils damit verbindet, hängt wohl eher vom Einzelfall ab ... vom Stück, aber auch von der jeweiligen Person und deren Stimmung grad ...
Evtl. abzugeben:
Kleine Steelstring (Einzelstück vom Gitarrenbauer)
1990er National Estralita Resonatorgitarre (das schöne alte schlichte Design)
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string
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Re: Moll ≠ traurig / veränderte emotionale Wahrnehmung der Moll-Tonalität

Beitrag von string »

"Moll = traurig"
M.E. alles eine individuelle Empfindungssache.
Da kann man ja wissenschafrlich viel herumdiskutieren.

Mit mollig-warmen Gruß :D

Klaus
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"Das Wesentliche im Umgang miteinander ist nicht der Gleichklang,
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rwe
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Re: Moll ≠ traurig / veränderte emotionale Wahrnehmung der Moll-Tonalität

Beitrag von rwe »

Holger Hendel hat geschrieben:
So Jun 28, 2026 12:30 pm
These gehört, dass "jüngere Menschen die Moll-Tonalität nicht mehr vordergründig als traurig empfänden". Als Gründe führte er an, dass populäre Musik (allg. Popmusik, aber er erwähnte auch explizit HipHop und EDM) viel häufiger in Moll komponiert sei als früher. Demnach würde sich die emotionale Bedeutung von Moll verändern: "Normal", "cool", "energetisch" und noch einige Begriffe, die ich mir nicht gemerkt habe.
Ich bin nun Mitte 60, und als ich vor 50+ Jahren die Gleichsetzung "moll = traurig" erstmals gehört hatte, fand ich sie damals schon falsch. Ebenso die "Blue Notes", bei denen ich das "blue" auch nie mit "traurig" übersetzt habe.
Das genannte Argument halte ich für passend - meine MuWi-Kommiliton:innen waren primär klassisch-musikschulisch sozialisiert, ich kam, als Biodeutscher, aber durch gutes Radioprogramm mit viel Blues, Jazz etc. anders sozialisiert, da in einem Paralleluniversum an, dessen Rezeptionsästhetik mir erstmal fremd war.
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docsteve
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Re: Moll ≠ traurig / veränderte emotionale Wahrnehmung der Moll-Tonalität

Beitrag von docsteve »

Meine ukrainischen Freunde fragten mal, warum es in Deutschland so wenige Lieder in Moll gibt. Sie hätten viel mehr.

Stimmt: auch traurige deutsche Lieder sind oft in Dur, und fröhliche ukrainische Lieder in Moll.

Man fragt sich, ob das kulturelle Differenzen sind oder nur die Musikwissenschaftler einen Knoten im Hirn haben.

Viele Grüße, Stephan
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string
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Re: Moll ≠ traurig / veränderte emotionale Wahrnehmung der Moll-Tonalität

Beitrag von string »

...die Musikwissenschaftler einen Knoten im Hirn haben.
:lol:
Super!

Gruß

Klaus
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rwe
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Re: Moll ≠ traurig / veränderte emotionale Wahrnehmung der Moll-Tonalität

Beitrag von rwe »

docsteve hat geschrieben:
So Jun 28, 2026 7:06 pm
Man fragt sich, ob das kulturelle Differenzen sind oder nur die Musikwissenschaftler einen Knoten im Hirn haben.
Na ja, nicht nur die MuWis, sondern auch Lehrer, Musiker etc. Richtig geil, aus meiner alten Gemeindeband-Zeit: Irgend eine Textzeile eines Liedes, "ob man in Dur singt oder moll", alles in Dur harmonisiert (in der mir bekannten Version von "Vergiss es nie"). Bei dem Lied muss man sich einfach weigern, den Schxxx zu spielen.
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