takt f?hlen
Moderator: RB
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takt fühlen
Hallo zusammen !
Geht es anderen auch so ? Ich habe beim Spielen das Problem , dass ich zwar das Tempo eines Stückes mit oder ohne Metronom einhalten kann, den "Beat" fühle aber leider nicht die Takteinteilung.
Das heißt, ich spüre es nicht, wenn der Takt zu Ende ist und ein neuer beginnt. Es ist sehr problematisch, weil ich also nur vom Blatt spielen kann.
Wie kann ich das ändern ? Ich habe schon sehr viel mit dem Metronom geübt, kenne jeden Notenwert, kann (wenn ich vom Blatt lese) jeden Rhythmus, auch sehr komplizierte, auf den Tisch klopfen aber sobald ich auf die Partitur nicht schaue, spüre ich den Anfang eines neuen Taktes nicht mehr.
Es ist schon deprimierend. Weiß jemand Rat ?
Danke im voraus !
Jerome
Geht es anderen auch so ? Ich habe beim Spielen das Problem , dass ich zwar das Tempo eines Stückes mit oder ohne Metronom einhalten kann, den "Beat" fühle aber leider nicht die Takteinteilung.
Das heißt, ich spüre es nicht, wenn der Takt zu Ende ist und ein neuer beginnt. Es ist sehr problematisch, weil ich also nur vom Blatt spielen kann.
Wie kann ich das ändern ? Ich habe schon sehr viel mit dem Metronom geübt, kenne jeden Notenwert, kann (wenn ich vom Blatt lese) jeden Rhythmus, auch sehr komplizierte, auf den Tisch klopfen aber sobald ich auf die Partitur nicht schaue, spüre ich den Anfang eines neuen Taktes nicht mehr.
Es ist schon deprimierend. Weiß jemand Rat ?
Danke im voraus !
Jerome
Re: takt fühlen
Dieses Thema hatten wir in ähnlicher Form schon einmal:
http://www.fingerpicker.de/forum/viewtopic.php?p=34997
Zur Rhythmik gibt es ein wunderbares Buch mit exzellenten Praxisübungen:
http://www.ama-verlag.de/verlag/product ... LEHRE.html
http://www.amazon.de/Die-Rhythmik-Lehre ... 3927190012
Als wichtigsten Tipp dieses Buches ist zu empfehlen, beim Üben das Metronom nur auf die halbe Zählzeit zu stellen, um die andere Zählzeit selbst auf den Punkt ergänzen zu lernen. Bei einem 4/4-Takt wird das Metronom folglich auf die 2 und die 4 eingestellt. Das Metronom wirkt dann ähnlich der "Snare" eines Rock-Schlagzeugers. Dies Konzept kann man als Solist soweit verinnerlichen, das man bei rhythmischen Stücken eine Art "innere Snare" entwickelt, die einen antreibt und stabilisert. Viele fantastische Solisten wie Franco Morone setzen bei bestimmten Stücken gar Ihren Daumen gezielt perkussiv auf die Saiten, um auf diese Weise eine Art von Snare zu realisieren.
Musiker in englischsprachigen Ländern haben ihren "Gefühlsschwerpunkt" sowieso eher auf der 2 und 4 statt auf der 1 und 3 wie die Deutschen. Die Engländer klatschen bei Stücken entsprechend anders mit als die älteren Deutschen, die jüngeren Deutschen tendieren dagegen vielleicht auch langsam eher zur 2 und 4. Vielleicht gehörst Du auch dazu. Also mache Dich nicht verrückt, sondern mache aus der Not eine Tugend und orientiere Dich an Deinem Gefühlsschwerpunkt, statt unbedingt am Taktanfang einen Schwerpunkt setzen zu wollen. Ansonsten könnte ich noch empfehlen, etwas mehr Stücke im 3/4- oder 6/8-Takt zu spielen, denn da fällt es besonders leicht, den ersten Schlag zu finden. Es gibt da wunderbare irisch/schottische Stücke, um auf den Geschmack zu kommen:
http://www.amazon.de/South-Wind-Franco- ... B00000B5D4
http://www.amazon.de/South-Wind-Franco- ... 3931453146
http://www.fingerpicker.de/forum/viewtopic.php?p=34997
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Als wichtigsten Tipp dieses Buches ist zu empfehlen, beim Üben das Metronom nur auf die halbe Zählzeit zu stellen, um die andere Zählzeit selbst auf den Punkt ergänzen zu lernen. Bei einem 4/4-Takt wird das Metronom folglich auf die 2 und die 4 eingestellt. Das Metronom wirkt dann ähnlich der "Snare" eines Rock-Schlagzeugers. Dies Konzept kann man als Solist soweit verinnerlichen, das man bei rhythmischen Stücken eine Art "innere Snare" entwickelt, die einen antreibt und stabilisert. Viele fantastische Solisten wie Franco Morone setzen bei bestimmten Stücken gar Ihren Daumen gezielt perkussiv auf die Saiten, um auf diese Weise eine Art von Snare zu realisieren.
Musiker in englischsprachigen Ländern haben ihren "Gefühlsschwerpunkt" sowieso eher auf der 2 und 4 statt auf der 1 und 3 wie die Deutschen. Die Engländer klatschen bei Stücken entsprechend anders mit als die älteren Deutschen, die jüngeren Deutschen tendieren dagegen vielleicht auch langsam eher zur 2 und 4. Vielleicht gehörst Du auch dazu. Also mache Dich nicht verrückt, sondern mache aus der Not eine Tugend und orientiere Dich an Deinem Gefühlsschwerpunkt, statt unbedingt am Taktanfang einen Schwerpunkt setzen zu wollen. Ansonsten könnte ich noch empfehlen, etwas mehr Stücke im 3/4- oder 6/8-Takt zu spielen, denn da fällt es besonders leicht, den ersten Schlag zu finden. Es gibt da wunderbare irisch/schottische Stücke, um auf den Geschmack zu kommen:
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- Holger Hendel
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Interessante Fragestellung. Hmmm...die Tips, die Kai beschreibt, das Buch vom Eddy Marron- mMn klasse, auch wenn das Buch layouttechnisch (innen) nicht gerade den Anschein erweckt, toll zu sein. 
Ich arbeite gern mit der "Rhythmussprache"...
Metronom auf "1" + "3" einstellen und die "1" betonen?! Bin ich ja überhaupt kein Fan von, doch wenn Du Probleme hast, die "1" zu fühlen könnte dies eine Hilfe sein.

Ich arbeite gern mit der "Rhythmussprache"...
Der Trick ist das laute Mitsprechen, idR fällt man dann von ganz allein auf die nächste "1". Habe bzgl. der Rhythmussprache aber v.a. positive Erfahrungen mit Kindern im Alter von 10 - 14 Jahren, idR haben die kein Vorwissen / erlernen ihr Instrument gerade von der Pieke auf. Ich habe also keine Ahnung, ob sich die Methode für Deine spezielle Fragestellung eignet, ist vielleicht aber einen Versuch wert.Tondauer...
ganze Note = lan - ge - No - te
halbe Note = ta - ha
Viertelnote = ta
Achtel = tu
entsprechend bei den Pausen...
ganztaktige Pause = lan - ge - Pau - se
halbtaktige Pause = pau - se
Viertelpause = lang
Achtelpause = kurz
Bsp. ta - ha - ta - tu - tu = Halbe - Viertel - Achtel - Achtel
(evtl. etwas verwirrend notiert / nach Silben getrennt)
Metronom auf "1" + "3" einstellen und die "1" betonen?! Bin ich ja überhaupt kein Fan von, doch wenn Du Probleme hast, die "1" zu fühlen könnte dies eine Hilfe sein.
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Ich glaube, daß das ein wenig Übungssache ist. Auch ist nicht jeder Takt so eindeutig, daß man sein Ende wüßte, eher ergibt sich das Ganze aus dem Kontext. Zähle mal stur immer fünf Schläge, dann wirst Du zumindest schnell feststellen, was nicht der Takt ist (von den wenigen Ausnahmestücken in 5/4 mal abgesehen).
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Danke für die vielen Tipps !
Das Buch von Eddy Marron werde ich mir zulegen. Die Idee, das Metronom auf die halbe Zählzeit zu stellen finde ich ganz interessant.
Ich habe mir auch gedacht, mit der linken Hand rhythmisch auf den Tisch zu klopfen, also die Rolle des Metronoms zu übernehmen, und mit der rechten Rhythmus-Übungen zu machen.
Habt ihr das schon probiert ? Ich bin erst gestern auf die Idee gekommen, habe es versucht und leider festgestellt, dass es mir nicht sonderlich gelingt...
Jerome
Das Buch von Eddy Marron werde ich mir zulegen. Die Idee, das Metronom auf die halbe Zählzeit zu stellen finde ich ganz interessant.
Ich habe mir auch gedacht, mit der linken Hand rhythmisch auf den Tisch zu klopfen, also die Rolle des Metronoms zu übernehmen, und mit der rechten Rhythmus-Übungen zu machen.
Habt ihr das schon probiert ? Ich bin erst gestern auf die Idee gekommen, habe es versucht und leider festgestellt, dass es mir nicht sonderlich gelingt...
Jerome
Re: takt fühlen
Danke für den interessanten Buchtip. Habe mir das Buch bereits besorgt. Übrigens wurde das Layout des Buches (z.B. in Amazon-Kritiken) bemängelt. Ich finde das Layout ganz okay, es gibt schlimmeres...Kai hat geschrieben:Zur Rhythmik gibt es ein wunderbares Buch mit exzellenten Praxisübungen (...)
Werde in den nächsten Tagen einige Übungen machen. Die Tips zum Metronom (und zum übermäßigen Gebrauch desselben) sind ebenfalls hilfreich.
Also Danke nochmal!