Musikladen gehen mir auf die Nerven ...

Alles, was mit akustischer Gitarrenmusik zu tun hat und sonst nirgends hineinpaßt

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tbrenner
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Re: Musikladen gehen mir auf die Nerven ...

Beitrag von tbrenner »

@ kelly: mal ganz ruhig, Brauner.... :roll:

Ich habe nicht Dich in irgendeiner Weise angegangen, sondern in ganz allgemeiner Form geäußert, daß ich der Grundidee" support your local dealer " einiges abgewinnen kann + dabei auf einige mir bekannte Möglichkeiten z.b. im Großraum Stuttgart/Schwarzwald/Neckar -Alb verwiesen.

Wenn Du das bewusst missverstehen und auf Dich beziehen willst, kann ich es nicht hindern. Die Contenance könntest Du dennoch versuchen zu wahren.

Grüssle,

tbrenner
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kelly

Re: Musikladen gehen mir auf die Nerven ...

Beitrag von kelly »

Man muss nicht jeden Händler am Ort unterstützen, der zwei Gitarren und 5 Flöten im Sortiment hat und sich Musicdealer nennt. Ich muss auch vom keinen Bauer kaufen, der eine Kuh, zwei Gänse und einen halben Hund auf seinem Bauernhof unterhält. Also: ja zu "support your local dealer", aber nicht bedingungslos.

Den Rest lasse ich lieber unkommentiert.
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jab
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Re: Musikladen gehen mir auf die Nerven ...

Beitrag von jab »

kelly hat geschrieben:Man muss nicht jeden Händler am Ort unterstützen
Nö, muss man nicht. Man darf sich aber auch hinterher nicht darüber beschweren, dass man eben jeden Kleinkram bestellen muss und nichts mehr "mal eben" besorgen kann. So ist das hier in Bad Ischl (20.000 Einwohner), wo sich die Leute darüber beschwert haben, dass die vorrätige Einzelsaite 50 Cent mehr als beim Thomann kostet. Jetzt gibt es eben keinen Händler mehr. Auch der Schlagzeugladen in Gmunden (Kreisstadt) hat zugemacht und Musik Hillinger, ebenfalls in Gmunden (ok, Pinsdorf...) hat sich vom Händlerprogramm verabschiedet und repariert nur noch Klaviere. Denn Nerv will sich halt nicht jeder antun, zwischen Vertrieben (EK) und denn Preisen vom Thomann (maximalmöglicher VK) zerrieben zu werden und sich dann noch von der Kundschaft beschimpfen zu lassen.

Hier in Goisern gibt es noch ein Musikgeschäft, der ist auch ganz rührig, hat aber auch den Vertrieb einer (tschechischen?) Trompetenfirma, die sehr gute Qualität zu günstigen Preisen liefert, was hier im Blasmusikland ganz gut funktioniert.

Richtung Linz oder Salzburg gibt es lange lange (50km oder so) nix.

Tja...


Beste Grüße,
Jab
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bluesballads
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Re: Musikladen gehen mir auf die Nerven ...

Beitrag von bluesballads »

Bei Gitarren erwarte ich schon gar nicht mehr, dass auch nur eine beim Einzelhändler hängt, die mir dann zusagt. Bei Saiten ist es aber auch so, dass ich nicht mal eben einen Satz meiner Wahl hier in der Gegend besorgen kann. Aber wenigstens Stahl-Einzelsaiten. Nach der Freude kam der Frust: jetzt, wo ich eine brauchte, war sei verrostet, die nächste auch und so weiter. In das nächste Geschäft bin ich wegen Sattelrohlingen, das hatte sie sogar vorrätig, aber: wer weiß, wann der Gitarrenbauer sie selbst braucht, und daher verkauft er nicht mal einen von den dreien an mich! Der war sowieso immer etwas pikiert darüber, dass ich so etwas selbt anfertige.
Ich liebte den Gang in Musikgeschäfte, aber zur Zeit ist es das Überflüssigste, was ich hier im Raum Bremen (vielleicht noch eins in Oldenburg, aber die netten Gitarren sind E-Gitarren und vintage mit entsprechenden Preisschildern...) machen könnte - und das wird sich wohl nicht mehr ändern.
"Es ist ein Jammer, dass die Dummköpfe so selbstsicher sind und die Klugen so voller Zweifel." (Bertrand Russel)
kelly

Re: Musikladen gehen mir auf die Nerven ...

Beitrag von kelly »

Ich beschwere mich nicht, wenn ich 3 Tage auf ein Kleinteil über Großhändler warten muss. In einem kleinen Shop muss ich noch länger warten, telefonisch nachfragen und zum zweiten mal hinfahren. Die 5 Euro mehr für ein Saitenset spielen dabei wirklich kaum eine Rolle.

Ein anderes Beispiel. Es gab Zeiten, wo in vielen kleinen Krankenhäusern, oder sogar einzelnen Ärztepraxen, relativ komplizierte und risikoreiche Eingriffe durchgeführt wurden. Mit dem Resultat, dass es den Patienten oft dreckig danach ging, bzw. es gar nicht mehr ging. Als Patient würde ich zuerst eine zweite Meinung hören und sowas nicht mitmachen - freilich bis auf Notfälle, wo man vielleicht keine Zeit für den Transport hat. Das Pro und Contra muss man dabei aber genau überlegen.

Jede/r muss auch selbst wissen, ob er lieber zum kleineren Musikhändler geht, oder bei einem Großen anonym und relativ ungestört (trotz des oft horrenden Verkehrs) alles anschauen und ausprobieren kann.
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RB
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Re: Musikladen gehen mir auf die Nerven ...

Beitrag von RB »

Der Vergleich mit dem Gesundheitswesen scheint mir ein wenig zu hinken.

Das Thema lautet: Veränderung der Vertriebsformen im Einzelhandel. Die Situation, dass die Zeit nicht gereicht hätte, von der Bestellung bis zum Eintreffen zu warten, hatte ich noch nicht. Vergleiche ich Vor- und Nachteile der beiden sich gegenüberstehenden Formen, so überwiegen im Onlinegeschäft die Vorteile. Die Auswahl aller Produkte, die der Markt hergibt und größte Transparenz.

Wer sein Geschäft bewahren und aufrecht erhalten wollte - ich schreibe etwas überpitzt im Perfekt (oder ist es Imperfekt), durfte sich dieser Erkenntnis nicht verweigern. Wenn ich also lese "support your local dealer", dann frage ich: Warum ? Ich gehe doch auch nicht Sushi essen, um das Sushi-Restaurant zu supporten. Vielmehr gehe ich ganz ohne Gewissensbisse ausschliesslich dahin, wo es mir schmeckt.
kelly

Re: Musikladen gehen mir auf die Nerven ...

Beitrag von kelly »

RB hat geschrieben:Der Vergleich mit dem Gesundheitswesen scheint mir ein wenig zu hinken.

Das Thema lautet: Veränderung der Vertriebsformen im Einzelhandel. Die Situation, dass die Zeit nicht gereicht hätte, von der Bestellung bis zum Eintreffen zu warten, hatte ich noch nicht. Vergleiche ich Vor- und Nachteile der beiden sich gegenüberstehenden Formen, so überwiegen im Onlinegeschäft die Vorteile. Die Auswahl aller Produkte, die der Markt hergibt und größte Transparenz.

Wer sein Geschäft bewahren und aufrecht erhalten wollte - ich schreibe etwas überpitzt im Perfekt (oder ist es Imperfekt), durfte sich dieser Erkenntnis nicht verweigern. Wenn ich also lese "support your local dealer", dann frage ich: Warum ? Ich gehe doch auch nicht Sushi essen, um das Sushi-Restaurant zu supporten. Vielmehr gehe ich ganz ohne Gewissensbisse ausschliesslich dahin, wo es mir schmeckt.
Und mein Beispiel beschreibt die Veränderungen im Gesundheitswesen. So wie das noch frühere die Agrarwirtschaft angestoßen hat. Die Kleinen sterben aus, weil sie nicht mit Großen mithalten können. Egal, ob in der Musikbranche, in der Landwirtschaft oder im Gesundheitsdienst.
tbrenner
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Re: Musikladen gehen mir auf die Nerven ...

Beitrag von tbrenner »

Das Konzept "support your local dealer" ist doch sicher eher als umfassenderes Verhaltensmodell für uns als Verbraucher zu reflektieren.

Gern gestehe ich zu , daß der recht hochspezialisierte Musikalienhandel nicht in aller erster Linie als taugliches Beispiel für das Prinzip herhalten kann.
Dennoch kann jeder der das mit offenen Augen + Sinnen betrachtet in vielen mittelgroßen Provinzstädten beobachten, daß der Fachhandel für HiFi, Bücher,CD´s, Musikalien,Foto + Kamera, Haushaltswaren etc. pp. langsam dahinschwindet + von amazon + co verdrängt wird.

Jeder onliner kann vor seinem Laptop sitzen + sich denken so what, mir doch am A... vorbei. Lass ich´s mir doch von den vielen Paketdienstsklaven direkt in die warme Bude anliefern.

Als Besucher törnen mich jedoch Innenstädte, die dann vorwiegend aus KIK-filialen, 1 €-Ramschläden, Dönerbuden + Sportwettencafés bestehen, zunehmend ab.
Gefällt mir nicht.

Grüssle,

tbrenner :wink:
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Holger Hendel
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Re: Musikladen gehen mir auf die Nerven ...

Beitrag von Holger Hendel »

Paketdienstsklaven
Hmmm, also für mich ist die Logistikbranche eine ehrenwerte, traditionsreiche Sache. Sie wird es immer geben, sie wird zunehmend an Bedeutung gewinnen. Ich schätze, aus meiner hochindividuellen Warte, die berufliche Leistung eines Paketdienstmitarbeiters in vielen Fällen höher ein als die eines Verkäufers im Einzelhandel. In diesem Zusammenhang von "Sklaven" zu sprechen wäre mir fremd.
Lass ich´s mir doch von den vielen Paketdienstsklaven direkt in die warme Bude anliefern.
Haja, aber was ist falsch daran? Der "onliner" ist idR vorm Kauf umfassender / besser informiert als nach dem Beratungsgespräch im Fachgeschäft vor Ort. Im Hinblick auf die Problematik des Individualverkehrs finde ich es sogar wundervoll, was uns diese Entwicklung noch bringen wird: Große Transportfahrzeuge fahren die Privathaushalte ab und liefern die individuellen Bestellungen bis ins Haus, am besten bis direkt vor die Kühltruhe. Das würde viele, viele Einzelfahrten einsparen, Tag für Tag. Das ist keine konkrete Utopie sondern in größeren Städten gerade am Aufkeimen.
Als Besucher törnen mich jedoch Innenstädte, die dann vorwiegend aus KIK-filialen, 1 €-Ramschläden, Dönerbuden + Sportwettencafés bestehen, zunehmend ab.
Gefällt mir nicht.
Zu ergänzen wären: Handyläden und Frisörsalons. ;)

Dann sind, am Ende der Kette, wieder die Eigner mit frischen Verwertungsideen gefordert die jetzt gerade die negative Entwicklung mit beschleunigen (experimentelle Mietpreise). Hier im beschaulichen Soltau konnte man monatelang den Niedergang (quasi öffentlich "zelebriert" / mit Lokalpresse, Interviews, Ursachenforschung etc.) eines traditionsreichen Ladens (Haushaltswaren, Porzellan, Besteck...) miterleben, exemplarisch. Sehr spannend wg. der öffentlichen Debatte, aber auch absolut vorhersehbar. ;) Früher war mal eine Filiale von Musikhaus Döll in Soltau ansässig. Lange her. Danach Dänisches Bettenlager. Jetzt? Leerstand. Dann war im Gespräch, dass sich ein Wettbüro ansiedeln wolle..."über Nacht" beschloss der tolle Rat, dass sich im entsprechenden städtischen Gebiet kein solches Gewerbe anzusiedeln hätte...heidanei. So kann man die innerstädtische Misere (unsägliche Leerstände prominent situierter Objekte) natürlich auch beschleunigen, mit politischer Unterstützung. 0 Plan wie es in anderen Branchen so ist, doch wer auch nur ein wenig von der Situation im Musikfachhandel versteht käme sicher nicht auf die Idee, irgendwo ein Ladengeschäft zu eröffnen.
www.holgerhendel.com | facebook | youtube | twitch | Heavy Silence - finest acoustic cover
notenwart
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Re: Musikladen gehen mir auf die Nerven ...

Beitrag von notenwart »

@tbrenner -
natürlich sind solche vereinheitlichten Innenstädte nicht wirklich schön. Und der Reiz, in Stadt A den Optiker auf der linken Seite der Flaniermeile neben BijouBrigitte zu finden, den man auch schon in Stadt B auf der linken Seite der Flaniermeile neben BijouBrigitte entdeckt hat, nutzt sich allzuschnell ab. Ok, da gebe ich Dir recht. Aber Einzelhandel ist ein schwieriges Geschäft. Ich war neulich in einem Fotoladen: „Ich möchte mir eine neue Nikon-Kamera kaufen, da ich mit Nikon gute Erfahrungen habe und da ich schon etliche Nikon-Objektive...“ - „Nehm Se hier die Canon, die ist auch gut!“ war die Antwort des Fachhändlers. Ja was zum Teufel soll ich denn jetzt tun? Dem seine Canon in die Fresse haun? Gucken, ob er Dreck in den Ohren hat? Lautstark Zweifel an seinen kognitiven Fähigkeiten äußern?
Oder zum Schonen meiner Nerven mich zu Hause vor den PC setzen und das Gewünschte ordern?
Es geht mir dabei nicht um ein paar Euro – es geht aber darum, dass die Angebotsvielfalt so unendlich groß ist, dass der normale Fachhändler gar keine Chance mehr hat, die breit gefächerte Palette der Wünsche zu befriedigen. Mit anderen Worten (obiges Beispiel jetzt mal ausgeblendet) – nicht der Fachhändler ist das Problem, sondern der hochspeziell informierte und wünschende Kunde. Den jetzt zufrieden zu stellen verlangt hohe Flexibilität im Denken und Handeln und ein großes Fachwissen. Und damit ist der Einzelhändler zuweilen nicht ausgerüstet bzw er HAT sich damit nicht ausgerüstet
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clone
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Re: Musikladen gehen mir auf die Nerven ...

Beitrag von clone »

notenwart hat geschrieben:nicht der Fachhändler ist das Problem, sondern der hochspeziell informierte und wünschende Kunde. Den jetzt zufrieden zu stellen verlangt hohe Flexibilität im Denken und Handeln und ein großes Fachwissen. Und damit ist der Einzelhändler zuweilen nicht ausgerüstet bzw er HAT sich damit nicht ausgerüstet
Ja, zumindest was hier so unsere ´Gemeinde´ betrifft, scheint mir das ganz gut beschrieben.

Ich meine zwar schon, dass ein gewisses Fachwissen eigentlich zur ´Händlerehre´ gehören sollte...

aber was das vorrätige Angebot betrifft, da finde ich es verständlich, wenn ein Händler nicht von Santa Cruz, Collings, Bourgeoise etc. zig Modelle stehen hat, dazu alles von Martin und Co und am Ende eher eine Sigma verkauft.

Den einen oder anderen von uns gelüstet es ja gar nach einem Modell, das man in Deutschland praktisch gar nicht kaufen kann... .

Irgendwie kann das gar nicht funktionieren.

Glück hat, wer in der Nähe eines größeren Onlinehändlers mit Ladengeschäft wohnt... .
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RB
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Re: Musikladen gehen mir auf die Nerven ...

Beitrag von RB »

Wenn ich Saiten kaufen will, dann will ich Saiten kaufen und keine Gesellschaftspolitik betreiben. Die Innenstädte, die ich kenne, beherbergen Kneipen, Cafes, Pizzerien, Bäckerläden, Schuhgeschäfte, Klamottenläden, Friseure, Lottoannahmestellen, Buchläden, Apotheken und Sushi-Restaurants. Online essen und Haare schneiden ist noch nicht erfunden und Kleidung schauen sich und probieren viele lieber an. Kik ist suburbian, in diesen Malls. Ich sehe in alledem kein Problem. Vor allem vermag ich keinen Grund zu erkennen, warum mir ein Einzelhändler lieber sein sollte, als ein anderer, nur weil er seine Betriebsstätte zufällig in einer bestimmten Nähe zu meinem Wohnort hat.

Vor allem dann nicht, wenn er nichts für mich tut. Nachdem ich nun drei oder vier Versuche unternommen hatte, Fingerpicks, Daumennägel und Plektren von Dunlop zu bekommen, die nehme ich nun einmal gerne und jdesmal -über einen Zeitraum von zwei Jahren - höre, mussich noch bestellen, dann ist meine soziale Goldader erschöpft. Das nur nebenher, meine vorherigen Überlegungen bestehen ganz unabhängig.
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Rumble
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Re: Musikladen gehen mir auf die Nerven ...

Beitrag von Rumble »

"....dann ist meine soziale Goldader erschöpft" :-)
Sehr nett formuliert! Das muss ich mir merken!

Aber so grundsätzlich....
Die Welt hat sich halt verändert, ob man das nun gut findet oder nicht.
Wenn ich vor Ort "was auch immer" kaufe, dann mag ich auch nicht ständig diesen Spruch: "Das kann ich Ihnen aber bestellen" hören.
Auch wenn ich durchaus gern vor Ort kaufe, sofern sich das denn sinnvoll anbietet.

Wobei es ja auch durchaus einige Händler im Musikgeschäft gibt, die mit den Veränderungen Schritt halten konnten.
Der Musicstore in Köln ist ja z.B. auch ein regelrechtes Traditionsunternehmen. Da sind wir schon als jugendliche von Frankfurt aus hingepilgert.
Die haben heute sowohl einen gut wachsenden Online-Handel UND den großen stationären Handel. Wenn ich das so mit früher vergleiche? Da sind jetzt reichlich neue Arbeitsplätze entstanden. Etwa 350 Arbeitspläze laut eigenen Angaben auf dem Xing Profil vom Store.

Auch Session hat Ladenlokale und einen leistungsfähigen Online-Handel. Musicworld...auch so ein Beispiel. Alles klassische Musikgeschäfte, die heute einen ordentlichen Teil des Geschäfts online machen. Selbst einige kleinere exklusivere Geschäfte haben das Online-Geschäft gut integriert und nutzen auch die Möglickeiten von Facebock und Co. recht intensiv und durchaus erfolgreich.

Klar wäre es toll, wenn man an jeder Ecke einen gut sortierten Händler hätte. Aber das lässt sich doch hinsichtlich des Kapitalbedarfs bei einer großen Sortimentsbreite und Sortimentstiefe kaum noch abbilden. Vom nationalen und internationalen Wettbewerb gar nicht zu reden.

Und mal ganz ehrlich....war es früher wirklich besser?
Ich selbst vermag das nicht so ganz zu erkennen.
Die Auswahl war dürftig, der Service war auch nicht immer so prickelnd, die Informationsmöglickeiten waren deutlich beschränkter, viele Preise waren deutlich höher.

Ich möchte nicht mehr tauschen und fühle mich insgesamt doch ganz ordentlich versorgt und betreut.
Auch wenn man sich gelegentlich trozdem mal über irgendeine Situation ärgert. ;-)
Eine Gitarre zu haben ist besser als eine Gitarre zu brauchen.
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wuwei
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Re: Musikladen gehen mir auf die Nerven ...

Beitrag von wuwei »

notenwart hat geschrieben:[...] natürlich sind solche vereinheitlichten Innenstädte nicht wirklich schön. Und der Reiz, in Stadt A den Optiker auf der linken Seite der Flaniermeile neben BijouBrigitte zu finden, den man auch schon in Stadt B auf der linken Seite der Flaniermeile neben BijouBrigitte entdeckt hat, nutzt sich allzuschnell ab.
Ach, das macht doch nun wirklich nix. Schließlich sind Mann und Frau von Welt heutzutage mit I-Pad, I-Pod und Apple-Watch gerüstet, damit die also Bewaffneten (dem kalten Krieg und GPS sei Dank) immer ganz genau wissen, wo sie denn eigentlich sind (oder zumindest sein könnten, würde das technische Arsenal nicht sämtliche Aufmerksamkeit auf sich ziehen).

Herzlichen Gruß, Uwe
"A Harf’n g’hert in ka Symphonie;
i’ hab’ ma nöt helf’n könna."
(Anton Bruckner über seine 8.)
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RB
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Re: Musikladen gehen mir auf die Nerven ...

Beitrag von RB »

Der Behauptung, die Innenstädte seien vereinheitlicht, trete ich entgegen.
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