Saiten"hopping"

Alles über akustische Gitarren für Stahlsaiten

Moderator: RB

fingerstylist
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Saiten"hopping"

Beitrag von fingerstylist »

Mich würde eure Meinung zu folgender Theorie interessieren:

Könnte es dem Instrument langfristig zugutekommen, wenn es mit verschiedenen Saitenmarken (und somit leicht unterschiedlichen Klangfarben/Frequenzen) eingespielt wird? Die Idee dahinter wäre, dass das Holz durch das breitere Frequenzspektrum unterschiedlicher Legierungen "flexibler" eingeschwungen wird.

Voodoo oder physikalisch denkbar? Was meint ihr?
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HolgerS
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Re: Saiten"hopping"

Beitrag von HolgerS »

...dies ist eine gute Frage!
Und tatsächlich habe ich vor kurzem meine "Martin 000-RS" mal mit allen rumliegenden, oder Ersatzsaiten verschiedener Hersteller bespannt.
Der Klang ist ist für mich und meine musikalisch Beteiligten, hervorragend bis "interessant"!
Kann, sollte man mal machen!
Gruß
Hs
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RolfD
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Re: Saiten"hopping"

Beitrag von RolfD »

Meine Erfahrung ist, dass Saiten einen einen sehr deutlichen Einfluss auf das Klangbild unserer Instrumente haben.
Ist schon ein paar Jahre her, da hatte ich mal ne Gitarre, bei der die h und e Saite auffällig lauter waren. Ich hab dann dünnere drauf gemacht und das hat viel gebracht....
Ob das aber physikalisch langfristige Wirkungen hat...???? Na ja, könnte ja passieren. Aber so n bisschen Voodoo könnte auch dabei sein, bei deiner Theorie....
Also, dann probier das mal aus......
Grüße
Rolf
gruhf
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Re: Saiten"hopping"

Beitrag von gruhf »

Naja, ein a' hat immer eine Frequenz von um die 440 Hz, das sollte weitgehend unabhängig von der Saitenmarke sein. Ob dagegen überlagerte Oberschwingungen mehr von der Saitenmarke oder eher von der Art des Anschlags beeinflusst werden, ist vermutlich schwer nachzuweisen.
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JazzDude
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Re: Saiten"hopping"

Beitrag von JazzDude »

Wuhduh.
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Rumble
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Re: Saiten"hopping"

Beitrag von Rumble »

Ich vermute, es ist eher möglich sich das Ding schön zu saufen. ;-)

Wie wird die am Ende noch klingen, wenn ich sie aus externer Quelle mit happy mäddel beschalle? :mrgreen:

Ganz viel Voodoo ich da sehe... :yoda:
Eine Gitarre zu haben ist besser als eine Gitarre zu brauchen.
kaman
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Re: Saiten"hopping"

Beitrag von kaman »

gruhf hat geschrieben:
Fr Apr 10, 2026 4:54 pm
Naja, ein a' hat immer eine Frequenz von um die 440 Hz
Nicht immer aber meistens. Für die Voodoogitarre stimmt man auf 432 Hz.
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RB
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Re: Saiten"hopping"

Beitrag von RB »

Theoretisch als Gedanke nachvollziehbar, aber nach meiner Überzeugung praktisch irrelevant. Dafür - so meine Auffassung - sind die Unterschiede zwischen den verschiedenen Saitensorten zu marginal. Hörbar in der Spielpraxis allemal, aber für das Einschwingen ? Himmel, ich habe schon Probleme, einen Unterschied zwischen meinen Gitarren im neu gekauften Zustand und jetzt, nach Jahren der Spielpraxis zu hören. Einzige Ausnahme: Eine Gitarre frisch aus dem Werk, die erst "so einigermassen" klang und sich binnen 20 Minuten geöfftet hatte. Aber dabei ist es dann auch geblieben, meine ich.
fingerstylist
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Re: Saiten"hopping"

Beitrag von fingerstylist »

Danke für die Denkanregungen!
Naja, ein a' hat immer eine Frequenz von um die 440 Hz, das sollte weitgehend unabhängig von der Saitenmarke sein.
Saitenmarken (z. B. Phosphor Bronze vs. 80/20 Bronze oder Darm vs. Stahl) haben unterschiedliche Oberwellen-Strukturen und Zugspannungen.

Resonanzmoden: Jede Saite regt bestimmte Moden (Schwingungsmuster) der Decke stärker oder schwächer an. Wenn man nur eine Saitenart spielen würde, werden bestimmte Frequenzbereiche des Holzes "trainiert", während andere weniger aktiv sind.

Breitere Anregung: Wechseln der Saiten zwingt das Holz, in Frequenzbereichen zu arbeiten, die es vorher vielleicht vernachlässigt hat. Das könnte man mit einem Fitnesstraining vergleichen, bei dem man verschiedene Muskelgruppen anspricht, anstatt nur eine einzige Bewegung auszuführen.
Kein Vooduu ich meine. :yoda:

Soweit zur Theorie.
In der Praxis, denke ich jetzt nach etwas mitdenken, werden die Meisten hier richtig liegen. Wenn es überhaupt eine Rolle spielt, dann vermutlich keine hörbare.
mal mit allen rumliegenden, oder Ersatzsaiten verschiedener Hersteller bespannt.
Der Klang ist ist für mich und meine musikalisch Beteiligten, hervorragend bis "interessant"!
Mir geht es da ähnlich. Da ich erst seit ein paar Jahren auf Stahlsaiten unterwegs bin teste ich noch viel mit den verschiedensten Saiten. Fast alle klingen gut. Technisch gesagt lernt man dabei wohl ganz gut wie das Holz auf unterschiedliche Impulse reagiert und findet so seine "Lieblingssaite" ( oder trainiert wie ich weiter Frequenzbereiche :lol: )
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Re: Saiten"hopping"

Beitrag von gruhf »

fingerstylist hat geschrieben:
Sa Apr 11, 2026 7:55 am
Saitenmarken (z. B. Phosphor Bronze vs. 80/20 Bronze oder Darm vs. Stahl) haben unterschiedliche Oberwellen-Strukturen und Zugspannungen.
Das liegt an der unterschiedlichen Dichte der verschiedenen Legierungen bzw. umsponnenen und nicht umsponnenen Saiten. Dennoch wird jede Saite ja so gestimmt, dass sie eine bestimmte "Zielfrequenz" erreicht - sonst höre ich z.B. kein A, sondern vielleicht eher A# oder G. Abhängig von Mensur, Saitenstärke und Materialdichte stellt sich dann eine bestimmte Zugspannung in der Saite ein, wenn diese Zielfrequenz erreicht ist (die Zugspannung ist in diesem Sinn keine Saiteneigenschaft - sonst könnte man Gitarren mit dem Drehmomentschlüssel stimmen).

Wenn man diesen Gedanken weiterspinnt, könnte man wohl auch durch absichtliche Veränderung der Zielfrequenz eine Verschiebung des Frequenzspektrums und der Oberschwingungen verursachen (soweit das dem "Einschwingen" des Instruments dienlich ist). Mit anderen Worten: Stimme falsch und Du beeinflusst das Frequenzspektrum stärker als durch die Verwendung einer anderen Saitenmarke. Ob auch ein akustisch halbwegs erträgliches Umstimmen (z.B. halber Ton tiefer) einen ähnlichen Effekt hervorrufen könnte? Mit welchem Frequenzspektrum arbeiten denn diese ganzen "Einschwing-Geräte"?
fingerstylist
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Re: Saiten"hopping"

Beitrag von fingerstylist »

Dennoch wird jede Saite ja so gestimmt, dass sie eine bestimmte "Zielfrequenz" erreicht - sonst höre ich z.B. kein A, sondern vielleicht eher A# oder G.
Ich bin nun da echt kein Experte, aber ich meine: Wenn du auf derselben Gitarre verschiedene Saiten (z. B. Material, Dicke oder Alter) auf den Ton 440 Hz stimmst, ändert sich an der Grundfrequenz logischerweise nichts – aber das Spektrum der Obertöne und das Einschwingverhalten verändern sich drastisch.

Oder hab ich da jetzt gerade ein Denkfehler?

Die beschichteten Elixier z.B. wirken vermutlich leicht warm, weil die Beschichtung die hohen Frequenzspitzen abdämpft.
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Re: Saiten"hopping"

Beitrag von Gitarrenmacher »

fingerstylist hat geschrieben:
Sa Apr 11, 2026 1:35 pm
Die beschichteten Elixier z.B. wirken vermutlich leicht warm, weil die Beschichtung die hohen Frequenzspitzen abdämpft.
Nein. Jedenfalls überhaupt nicht mein Eindruck.
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-Benjamin Franklin- *1706 t 1790-
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JazzDude
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Re: Saiten"hopping"

Beitrag von JazzDude »

Man könnte auch mal ne Weile mit Capo spielen, da verschiebt sich auch das Obertonspektrum, oder?
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Re: Saiten"hopping"

Beitrag von fingerstylist »

Man könnte auch mal ne Weile mit Capo spielen, da verschiebt sich auch das Obertonspektrum, oder?

Sicher mehr als ohne. Auch ohne Capo könnte das spielen oberhalb der ersten 3 Bünde das genutzte Spectrum erweitern. Gar nicht auszudenken, wenn man dann auch noch die Saiten wechselt. :D
Zuletzt geändert von fingerstylist am Sa Apr 11, 2026 7:53 pm, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Saiten"hopping"

Beitrag von tired-joe »

fingerstylist hat geschrieben:
Sa Apr 11, 2026 3:36 pm
Man könnte auch mal ne Weile mit Capo spielen, da verschiebt sich auch das Obertonspektrum, oder?

Sicher mehr als ohne. Auch ohne Capo könnte das spielen oberhalb der ersten 3 Bünde das genutze Spectrum erweitern. Gar nicht auszudenken, wenn man dann auch noch die Saiten wechselt. :D
Öfters mal Umstimmen soll auch helfen :wink:

Man sollte, wie bereist erwähnt zwischen Klang und Frequenz unterscheiden. Frequenz, also Schwingungen pro Zeiteinheit, bestimmt die Tonhöhe und ist unabhängig von der Saitenmarke oder -stärke. Der Klang hingegen ist eine Überlagerung von Grundton mit mehreren Obertönen und ruft einen (subjektiven) Klangeindruck hervor. Der hängt u.a. von der Saitenmarke ab.
Auf die Idee, die Gitarre dadurch zu optimieren, muss man erst mal kommen 8) Das hiesse, man müsste die Gitarre auch mit Saiten spielen, die shice klingen. Und das ständige Saitenwechseln würde nerven. Da hänge ich die Gitarre lieber vor einen Lautsprecher und spiele abwechselnd Zappas Willie the Pimp, Kraftwerks Tour de France und ein bisschen Spass muss sein von Roberto Blanco.

Joe
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